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geschrieben am: 21.07.2006 um 10:02 Uhr IP: gespeichert
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Na toll, diese Komplimente brachten ihn in seiner momentanen Mundfaulheit auch nicht gerade weiter. Trotz allem genoss er die Berührungen auf seinen Lippen und seiner Halsbeuge. Er hatte bemerkt dass Lucien ihn an diesen Stellen scheinbar sehr gerne berührte, dass hatte er auch während dem Liebesspiel getan.
Langsam legte er sich wieder hin und kuschelte sich bei den zarten Worten lächelnd und ebenso ungefragt an den Vampir. Nachdem der Körper sich beruhigt hatte, stieg eine wohlige Müdigkeit in ihm auf. In Anbetracht der eigentlichen Uhrzeit sollte dies auch nicht verwunderlich sein.
„Du solltest dich etwas schämen! Dein Bett mit einem stinknormalen Menschen zu teilen und ihm dann noch Komplimente geben passt doch gar nicht zu einem Vampir.“
Seufzend leckte er sich über die Lippen und streichelte mit seiner Hand über Luciens Knie. Noch immer war er fasziniert über diese Haut. Dann gähnte er jedoch auf und drückte sich wieder in eine aufrechte Position.
„Ich…, ich denke ich sollte nun wirklich in mein Zimmer gehen. Du hast mich schrecklich müde gemacht.“
Schmunzelte er sanft. |
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geschrieben am: 21.07.2006 um 10:14 Uhr IP: gespeichert
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| "Oh ja, ich sollte mich wirklich schämen, aber ich denke gar nicht daran, denn diese Nacht war es mir durchaus wert." Er zwinkerte dem Jungen zu und zog ihn wieder in seine Arme, als er sich gerade wieder aufgerichtet hatte. Sanft biss er ihm in den Nacken. "Bleib hier!" raunte er und zog ihn noch etwas fester an sich. Seine Arme hielten den Jungen so nah bei sich, dass er sich nur schwer befreien konnte. "Du kannst bei mir schlafen. Vico wird schon wissen, wo du bist, wenn er dich nicht findet. Mach dir darum keine Sorgen. Außerdem finde ich es sehr gefühllos sich nach dem Sex einfach zuverdrücken. Meinst du nicht auch?" Zärtlich küsste er die nackten Schultern des Jungen und drückte ihn fester an sich. "Oder gibt es da etwas anderes, was dich aus meinem Bett treibt?" wollte er neugierig wissen. |
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geschrieben am: 21.07.2006 um 10:43 Uhr IP: gespeichert
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Er hatte nicht damit gerechnet dass Lucien ihn aufhalten würde. Irgendwie waren dies ganz neue Seiten an ihm. Früher hätte er wohl nur einen Kommentar dazu gesagt, doch heute hielt er ihn sogar fest. So fest, dass er gar nicht mehr weg konnte. Irgendwie fühlte es sich toll an.
„Oh, ich wollte nicht gefühllos sein. Ganz und gar nicht! Ich dachte nur…, na ja, keine Ahnung was ich eigentlich dachte.“
Er lächelte verlegen.
„Zumindest gibt es keinen Grund der mich dazu treiben sollte dieses Zimmer zu verlassen. Wenn du also nichts dagegen hast, dann bleibe ich gerne hier.“
Gab er leise zu und konnte es sich nicht nehmen lassen seine Hände sacht an den Schenkeln des anderen entlang gleiten zu lassen. Diese kleinen, zarten Berührungen die er noch von dem Älteren bekam waren entzückend. Sacht biss er sich auf die Unterlippe, bevor er sich etwas umwendete und dem Vampir einen zarten Kuss auf die kalten Lippen hauchte. Ein wundersames Gefühl diese kalte Haut zu berühren!
„Außerdem kann ich bei dieser Umklammerung ja schlecht die Flucht ergreifen. Wie ich sehe, lässt du dich nicht so leicht übers Ohr hauen.“
Grinsend kratzte er plötzlich über die Haut der Schenkel und versuchte sich umzudrehen.
„Du musst mir unbedingt noch erzählen was dich eigentlich so erregt! Kann man dich überhaupt noch erregen?“
Wisperte seine süße Stimme. |
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geschrieben am: 25.07.2006 um 21:23 Uhr IP: gespeichert
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Während er den jungen, schwachen Körper eng an seine Brust drückte, küsste er Schmunzelnd die Schultern des Schwarzhaarigen. Der Pulsschlag war beruhigend und anregend zu gleich und er sah das leise Pulsieren der Ader unter der dünnen, hellen Haut. Wie interessant es doch war einfach nur hier zu sitzen und zu beobachten - und sich nebeher Gedanken darüber zu machen wie er den Jungen jetzt nicht in Verlegenheit brachte. Er schwieg eine Weile und flüsterte dann sanft in Felice' Ohr:
"Es gibt da verschiedene Arten. Zum einen ist es sowohl für einen Menschen, als auch für einen Unsterblichen äußerst erregend, wenn der Vampir von ihm trinkt. Frag mich nicht, warum es so ist. Für die Gründe habe ich mich noch nie interessiert.
Zum anderen gibt es, zumindest für mich, noch die Möglichkeit Erregung durch Schmerz zu verspüren. Ja, das klingt im ersten Moment sicher sehr seltsam und befremdlich, aber man gewöhnt sich daran."
Er zwinkerte verspielt und legte sein Kinn auf Felice' Schulter. |
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geschrieben am: 26.07.2006 um 17:28 Uhr IP: gespeichert
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Durch das erneute Andrücken wurde aus seinem Umdrehen leider wahrlich nur ein Versuch, doch er gab sich gut und gerne damit geschlagen. Die weiteren Berührungen ließen seinen Körper viel schneller in den Ruhezustand kommen als er erwartet hatte und die Worte, die man ihm so zart ins Ohr flüsterte, schienen dem Jungen Mailänder keineswegs in Verlegenheit zu bringen.
Ungefragt lehnte er sich mit dem Rücken gegen Luciens Brust und linste schmunzelnd zu ihm hinauf. Die dunklen Augen musterten erneut das Gesicht des jungen Vampirs und merkten sich jede Kleinigkeit. Immerhin musste er sich merken wer der zweite Kerl gewesen ist, mit dem er eine Nacht verbracht hatte.
„Verstehe. Leider bin ich kein Vampir, also werde ich schlecht von dir Blut saugen können um dich zu erregen. Aber da gibt es ja noch die Sache mit den Schmerzen. Ich glaube, das kriege ich hin sobald du mir gezeigt hast was ich für neue Fähigkeiten in mir erwecken kann.“
Er kicherte frech und ließ die Lider sinken. Keine Ahnung, warum, aber er fühlte sich wohl und sicher bei dem Franzosen, obwohl er sich eigentlich fürchten sollte.
Wozu? Er stellte keine wirkliche Bedrohung dar und Lucien schien nicht die Art Mensch gewesen zu sein, die wegen ein bisschen Macht sofort den Halt zum Boden verloren. Nein, trotz allem war er weise, intelligent und rücksichtsvoll. Ja, das mochte er sehr an dem anderen!
„Apropos: Du sagtest, ich muss noch einmal von dir Trinken. Wann denn?“
Trotz allem blieben die Lider geschlossen. Durch das zunehmende Gewicht gegen die Brust des Blassen sollte jener merken dass der Italiener vollkommen entspannt war. |
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geschrieben am: 07.08.2006 um 20:17 Uhr IP: gespeichert
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Interessant, dass der Junge glaubte, dass sie dieses kleine, intime Erlebnis wiederholen würden. Auf seltsame Art und Weise freute es ihn, zeugte es doch von großem Vertrauen. Sanft streichelte er die Schultern des Mailänders, rutschte über die Arme hinab bis zum Puls und massierte anschließend zärtlich die Handflächen.
"Wir werden sehen, Felice. Wir werden sehen. Zunächst musst du gesund werden und wenn du dich dann gut fühlst, können wir überlegen, wie es weiter geht. Nun, eigentlich müsstest du noch heute Nacht von mir trinken, wenn dir nicht daran gelegen ist noch drei weitere Nächte die gleiche Prozedur über dich ergehen zu lassen. Sag mir, wenn du bereit bist und wie es für dich am angenehmsten ist."
Sanft hauchte er einen Kuss auf die Schultern des anderen. |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 17:23 Uhr IP: gespeichert
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Nein, er dachte nicht daran diese Sache zu wiederholen, er dachte nur daran wie er sich im Moment selbst ein wenig ablenken konnte, bevor ihm das schlechte Gewisse überkommt. So war dieses blödsinnige Gerede eine willkommene Abwechslung. Am Besten wäre es doch, wenn sie nur einander vorbeigehen würden, ohne sich jemals so sehr kennen gelernt zu haben.
Er drehte sich langsam um, fasste mit filigranen Fingern nach der Decke und schmiegte es um seinen Körper, der sich nun abgekühlt hatte und zu frieren begann. Er nickte flüchtig, kaum erkennbar, und lächelte.
„Am Besten jetzt sofort. Ich werde müde und ich glaube nicht dass ich so scharf darauf bin nochmals drei Tage von dir Trinken zu müssen – zumindest jetzt noch nicht.“
Abwartend senkte er den Blick und zog dabei die Beine etwas mehr an seinen Leib.
Es schien, als würde er darauf warten, aber das Schuldgefühl kam und kam nicht. Was hatte das alles nur zu bedeuten? War es am Ende doch anders, als er dachte? |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 19:21 Uhr IP: gespeichert
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Einmal mehr bemerkte er, wie zerbrechlich der Junge doch war. Auch wenn die Arme und Beine unter der Decke verborgen blieben, konnte er sich die zarten Gliedmaße in aller Einzelheit vorstellen. Er sah, wie sich die Finger um die Knie legten und sich die Muskeln unter der Haut anspannten. Ja, es war, als würde er ihn wirklich eine halbe Ewigkeit kennen. Sanft legte er seine Hände auf Felice' Schultern und strich über die Arme hinab.
"Ja, du hast Recht, mon ami. Ich denke, es ist das Beste, wenn wir es so schnell, wie möglich hinter uns bringen, schließlich kann man sich als Mensch etwas Schöneres vorstellen, nicht wahr?"
Er stand auf und hob den Jungen mühelos auf seine Arme. Die Decke glitt in einer fließenden Bewegung auf den Boden.
Zusammen standen sie schließlich in Luciens Badezimmer, wo der Vampir ein Bad für den jungen Menschen einließ. Liebevoll küsste er seinen Hals.
"Bist du dir sicher, dass du es noch immer möchtest?" |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 19:50 Uhr IP: gespeichert
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Er keuchte leicht erschrocken auf als der Blasse ihn so locker auf die Arme hob und ihn durch das Zimmer bis zum Bad trug. Natürlich hatte er dabei seine Arme um Lucien gelegt und sah sich neugierig um. Immerhin wollte er nicht irgendwo hin gebracht werden, wohin er gar nicht wollte.
Leicht frierend saß er nun im Bad und beobachtete das Tun des weitaus älteren.
Meine Güte! Soviel Mühe! Er hatte ihn sogar hierher getragen…, wie romantisch! Eine Frau würde darauf sicher stehen – na ja, er irgendwie auch. Es war ein tolles Gefühl so umsorgt zu werden. Ja, Lucien hat ihn eigentlich von Anfang an umsorgt…, dass war schön!
So schön, dass er sacht vor sich herlächeln musste und leise seufzte, als er den Kuss empfing. Seine schlanken, nackten Arme legten sich um Luciens Nacken. Sacht sah er ihm in die Augen.
„Aber Lucien, wieso redest du mir so oft ins Gewissen? Hast du Angst dass ich unglücklich werden könnte? Sicher nicht, nicht, wenn ich eine Möglichkeit habe zu leben! Immerhin war ich die ganzen letzten Tage unglücklich genug gewesen. Ich finde es wunderbar, dass du bereit bist dieses Risiko auf dich zu nehmen.“ |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 20:02 Uhr IP: gespeichert
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Er nahm das sanfte Gesicht zwischen seine blassen, kühlen Hände und sah Felice in die Augen. Natürlich machte er sich Sorgen, schließlich wäre es seine Schuld, wenn der Junge sich in sein Unglück stürzen würde, aber so wie es jetzt aussah, würde er sich eher freuen. Er hauchte ihm einen Kuss auf die Wange und nickte schließlich.
"In Ordnung, ich vertraue dir, wenn du sagst, dass du es schaffst, dass es dich glücklich macht. Ich...", man merkte, dass er überlegte. "...finde nämlich, dass du immer glücklich sein solltest. Komm!"
Er hob ihn vorsichtig in die Badewanne und folgte ihm. Die Wärme war wunderbar und entspannte ihn. Hoffentlich hatte es bei Felice den gleichen Effekt. Schließlich hob er sein Handgelenk an die Lippen, und als er es dem Jungen entgegen streckt, lief ein winziger Blutstrom daran herab. |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 20:23 Uhr IP: gespeichert
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Kaum zu glauben! Der Vampir hatte die Empfindung dass ein Mensch das Recht hatte, glücklich zu sein? Wow, er fühlte sich gerade sehr geschmeichelt und verstanden. Es war als würde der Ältere all das repräsentieren, worauf sein Körper jahrelang gewartet hatte.
Aufmerksam beobachtete er erneut, wie sich sein Gastgeber ebenso ins Wasser bewegte. Es war kaum verwunderlich dass dies so galant und schön wie nur möglich passierte.
Er wusste nicht, warum, aber nachdem Lucien ebenso im Wasser war, drehte er sich herum und lehnte sich mit dem Rücken voraus einfach an die Brust des anderen. Das war nicht nur sehr bequem, sondern auch beruhigend. Im Augenwinkel nahm er dann das blutende Handgelenk war. Zärtlich griff er danach und begann das zu tun, was er die letzten Tage auch getan hatte.
Seltsam, aber heute schien es ihn nichts auszumachen. |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 20:45 Uhr IP: gespeichert
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Mit geschlossenen Augen und zusammen gepressten Lippen spürte er, wie das Blut aus seinem Körper in Felice' Körper überging. Es war ein seltsames Gefühl, zuwissen, dass sie dieses Ereigniss für immer verbinden würde. Er hielt den Arm ganz ruhig und streichelte mit der anderen Hand über seinen Nacken. Schließlich entzog er ihm jedoch sein Handgelenk, schloss die Wunde und zog ihn nah an sich. Felice würde nicht viel bemerken. Er würde sich nicht viel anders fühlen, nur die Schmerzen wenn er gerade welche hatte, waren verschwunden. Mit zärtlichen Griffen drehte er den Jungen zu sich und gab ihm sanfte Küsse auf die Wangen.
"Wie geht es dir, mon ami?", wisperte er und drückte ihn an sich. "Soll ich dich ins Bett bringen?" |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 21:30 Uhr IP: gespeichert
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Vorsichtig leckte er sich über die Lippen, nachdem das Handgelenk zurückgezogen wurde. Er schloss die Lider und brauchte einen kleinen Moment um sich selbst zu verinnerlichen, was hier eigentlich gerade passiert ist.
Ab heute war er nicht mehr der, der er je gewesen ist. Natürlich fand keine großartige Veränderung statt, jedoch betraf dies nur seinem Äußeren und dem Charakter. Das, was ein Mensch jedoch nicht sehen konnte, veränderte sich durchaus.
Die Tatsache dass er nun auch keine Schmerzen mehr empfand war ungewöhnlich, denn er hatte sie bis zur letzten Sekunde gehabt. Nun sollte es vorbei sein?
„Wie, wie ich mich fühle? Komisch, wenn ich ehrlich bin. Irgendwie ist es sehr selten geworden diese innerliche Ruhe zu spüren, ohne von den Tabletten benebelt zu sein.“
Er seufzte leise, suchte nach Luciens Hände und legte sie auf sich, wobei er seine eigenen Hände auf die des anderen liegen ließ.
„Nein, noch nicht. Ich brauche noch ein bisschen.“
Wisperte er leise vor sich her, wobei die Worte durchaus für den anderen bestimmt waren.
Zwar spürte er den dessen Herzschlag nicht, aber dafür war die Kälte der Haut, der Geruch und die Summe genauso vertraut wie ein Herzschlag. Langsam ließ er die Lider sinken. |
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geschrieben am: 14.08.2006 um 21:56 Uhr IP: gespeichert
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"Du hast alle Zeit, die du brauchst. Mach dir keine Sorgen. Ich werde auf dich aufpassen, mon ami!" Er zog ihn in seine Arme und hielt ihn einfach nur fest. Der Gedanke, wie er sich damals, bei seiner Erschaffung gefühlt hatte. Zu gerne hätte er sich an Allegro geschmiegt und gewusst, dass er bei ihm war, aber diese Gnade war ihm verwehrt geblieben. So ähnlich stellte er sich gerade Felice' Gefühle vor. Darum zog er ihn noch näher an sich, denn er wollte nicht, dass er sich einsam fühlte. Ruhig wiegte er ihn hin und her, wie einen kleinen Jungen. Meistens wirkte es sehr entspannend.
"Wenn du möchtest, verbringst du die Nacht in meinem Bett oder an jedem anderen Ort, den du dir wünschst. Ich werde alles tun um es dir gut gehen zu lassen!" |
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geschrieben am: 16.08.2006 um 18:40 Uhr IP: gespeichert
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Er nickte nur leicht, nachdem Lucien seinen letzten Satz zu Ende gesprochen hatte. Ansonsten verblieb er ruhig im Wasser liegen, was seinen Körper gut erwärmte und ihm Ruhe schenkte. Ruhe, die er nun sicherlich gut gebrauchen konnte, denn jetzt wollte er sich nicht mit der Realität auseinander setzen. Nein, dafür hatte er auch Zeit für morgen.
„Mir reicht es wenn ich hier bleiben kann. Ein Bett ist ein Bett und wenn es dich nicht stört, dann ist ja alles in Ordnung.“
Er gähnte leise auf, hielt sich jedoch die Hand dezent vor die Lippen.
Dann kehrte wieder Stille ein, zumindest von Seiten des Italieners. Irgendwann, wenn man kein Wort mehr gesagt hatte, war er eingeschlafen. Er war eingeschlafen ohne es wirklich zu beabsichtigen, doch ändern konnte er es in diesem Zustand nun auch sehr schlecht. Das er überhaupt eingeschlafen war, zeugte durchaus von großem Vertrauen. Anscheinend war das Eis zwischen ihnen endlich geschmolzen. |
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geschrieben am: 16.08.2006 um 22:11 Uhr IP: gespeichert
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Er hatte den Jungen zurück ins Bett getragen und seinen nackten Körper in die kühle, glatte Seide gehüllt. Schon in der nächsten Nacht konnte er sich nicht mehr daran erinnern, wie lange er da gesessen und den schönen Jungen betrachtet hatte. Er war schlichtweg in dem wundervollen Anblick versunken. Erst als Felice sich umdrehte, konnte er sich von ihm losreißen.
Das war gestern. Heute stand er an seinem Fenster und der frische Nachtwind wehte seine Haare zurück. Er hatte nicht viel zu tun und so genoss er lediglich die Stille, die von diesem Moment ausging. Eventuell sollte er sich noch einmal mit Rasmus treffen um ihn über seine Pläne für die nächsten Monate zu unterrichten, aber auch das hatte Zeit. |
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geschrieben am: 16.08.2006 um 23:21 Uhr IP: gespeichert
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Willst du immer weiterschweifen? Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen, denn das Glück ist immer da.
Meine Güte!
Als er endlich mal die schweren Lider heben konnte, hatte er sofort den ersten Schock des Tages erlebt. Es ging auf den späten Nachmittag zu und zwei Schlagwörter fielen ihm sofort ein: Vico und Vorstellungsgespräch! Beides hatte er verpennt, aber ach, es war sooo gut gewesen mal wieder ordentlich auszuschlafen! Trotz allem hatte er sich nach fünf Minuten vorsichtig aus dem Bett gequält und war blind durch Luciens Zimmer gestolpert. Irgendwann hatte er jedoch das Bad gefunden und sich frisch gemacht. Ab und Zu kamen ihm dabei die Gedanken seines neuen Lebens in den Kopf, besonders, wenn er sich ganz vorsichtig bewegte, obwohl er keine Schmerzen mehr hatte. Irgendwann hatte er jedoch Rasmus aufgesucht, der ihm erzählt hatte, dass Vico bei seinem Lehrer ist und sie sich momentan in einem Kunsthaus aufhielten. Ja, Exkursionen waren etwas Tolles!
So nutzte er die freie Zeit um ebenso in die Stadt zu gehen. Er konnte es wenigstens versuchen noch ein neues Gesprächstermin zu erhaschen. Doch als er vor der geschlossenen Türe stand, seufzte er leise.
„So ein Mist aber auch… .“
Sanft biss er sich auf die Unterlippe und neigte den Kopf.
Wäre es überhaupt gut gewesen ernsthaft arbeiten zu gehen? Wer wusste, was nun in seinem Leben passieren würde. Er hatte doch auch eigentlich gar keine Zeit dafür. Wegen Lucien war er bis spät in der Nacht wach und ging erst ins Bett, wenn Vico versorgt war. Da wäre es doch besser die restliche Zeit zum Schlafen zu nutzen, oder nicht? Er würde niemals vierundzwanzig Stunden auf den Beinen stehen können. Aber was dann? Unentschlossen schlenderte er weiter. Irgendwas musste er doch tun!
Während er also nun ziemlich abwesend durch die Stadt ging, bemerkte er nicht dass sich hinter ihm eine Person näherte. Ehrlich gesagt war er auch wieder in Gedanken versunken. Wie würde er die neuen Fähigkeiten erlernen? Wie würde sein neues Leben aussehen? Wird er sich daran gewöhnen nicht automatisch nach irgendwelchen Tabletten zu suchen? Ah, wie schrecklich es doch war!
Plötzlich sah er nichts mehr. Man hatte ihm die Hände über die Augen gelegt. Erschrocken zuckte er zusammen.
„Hey…, was soll das?“
Brummte er leise, doch die erste Aufregung verflog nachdem er die ihm bekannte Stimme vernahm.
„Redet man so etwa mit einem Schulfreund?“
„Sandro!“ |
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geschrieben am: 17.08.2006 um 20:39 Uhr IP: gespeichert
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Es kam dann soweit, dass Sandro Felice dazu überreden konnte zu ihm nach Hause zu gehen. Dort hatten sie den Rest des Nachmittages mit Reden verbracht und draußen wurde es nun zunehmend dunkler.
„An ein Fernstudium habe ich noch gar nicht gedacht! Ja, das kann durchaus die Lösung für mich sein! Ich teile mir den Lernstoff ein, so wie ich es eben kann, und nebenher bleibt mir genügend Zeit für andere Dinge. Mensch, das ist wirklich praktisch! Danke, dass du mir davon erzählt hast!“
Es schien als sei dies die Erleuchtung für Felice gewesen! Und das war sie wohl wirklich. Denn wenn er sich ein bisschen am Riemen hielt, würde er später dieses Fernstudium bestmöglich absolvieren und hatte somit auch eine Ausbildung genossen. Toll!
Der blonde Geiger stand in der Küche und bereitete ein Abendessen vor. Selten bekam Sandro die Gelegenheit für andere zu kochen, also musste er diese Situation natürlich ausnutzen. Vollkommen ausnutzen… .
„Tja, wenn du mich nicht hättest! Schön, dass dich mein Vorschlag so sehr begeistert. Es gibt ja genügend Adressen in Zeitungen und Prospekten – bei Gelegenheit solltest du dich auch mal im Netz umsehen. Da steht sicher auch etwas drin!“
Endlich war das Essen fertig und der Ältere servierte. Es war ganz romantisch. Mit einem hübsch gedeckten Tisch in der Essecke, Kerzen und Weingläser. Irgendwer musste ja den Stil bewahren. Es gab ganz traditionell Pasta.
„So… . Während du dir das Essen schmecken lässt, schenke ich den Wein ein und beherrsche mich dir weitere Fragen zu stellen. Du hast Fragen noch nie wirklich gemocht.“
„Ja…, verzeih mir.“
Murmelte Felice, der die Sache mit dem Wein nicht ganz so prickelnd fand. Er wusste, wie schnell sein Körper auf geringe Mengen Alkohol reagierte, aber er wollte auch nicht unhöflich erscheinen. Na ja, ein paar Schlücke werden ihn schon nicht umhauen.
Und so kam es wie es kommen musste. Aus einem Schluck wurde ein ganzes Glas, aus einem Glas dann die komplette Leerung der halbvollen Flasche. So ein Abend wurde natürlich auch mit körperlicher Betätigung am Besten abgerundet, aber so ganz konnte sich Felice nicht entspannen. Der Alkohol setzte ihm zu und die Gedanken an den gestrigen Abend beflügelten ihn auch nicht wirklich. |
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TopZuletzt geändert am: 17.08.2006 um 20:40 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 17.08.2006 um 20:56 Uhr IP: gespeichert
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Er seufzte leise und nahm einen Tautropfen auf seinen blassen Finger, der sich auf einer Blüte, die auf der Fensterbank stand, gesammelt hatte. Das Mondlicht brach sich in der glitzernden Perle. Wie die Augen des jungen Mailänders... schoss es ihm durch den Kopf.
"Gehen wir unter die Naturforscher, Monsieur Montaigner?" Lucien zuckte zusammen, als er die ruhige Stimme hörte, die ihm fast so vertraut war, wie seine eigene.
"Rasmus, was machst du denn hier?"
"Ich dachte mir, ich sehe mal nach dir. Du lässt dich nicht ganz so oft bei deinem Vater sehen und da dachte ich mir, dass ich dich lieber vorwarne. Ich glaube, Allegro wünscht einmal wieder deine Anwesenheit."
Der Unsterbliche seufzte leise und schüttelte den Kopf. Er konnte es sich nicht erklären, aber er hatte absolut keine Lust seinen Vater zu sehen. Es waren immer sehr schön, angenehme Tage, beziehungsweise Nächte, die sie miteinander verbrachten, aber im Moment lagen seine Prioritäten woanders.
"Ah, warum kann er nicht auf Reisen sein? Na ja, möchtest du was essen? Ich würde mich freuen, wenn du ein bisschen hier bleiben würdest." |
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geschrieben am: 17.08.2006 um 21:51 Uhr IP: gespeichert
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Ruhe kehrte im Schlafzimmer ein und er hörte, wie sich Sandro eine Zigarette anzündete. Das klassische Verhalten nach dem eigentlichen Akt, aber seit wann rauchte er eigentlich? Hm, er hatte es vergessen oder leider nie wirklich miterlebt.
Seufzend zog er die Decke über seinen Kopf, dann hielt er es nicht mehr aus. Er richtete sich auf und sah Sandro offensiv an, doch leider bekam er nichts über seine Lippen. Der Blonde bemerkte jedoch den Blick, sah leicht über seine Schulter zurück und lächelte sanft.
„Was ist los? Stimmt etwas nicht?“
„Ich…, ich muss dir etwas sagen!“
„Was denn?“
„Es…, es tut mir Leid, aber…, ich… .“
Es war so schwierig, er bekam kein Wort heraus.
„Mach dir keine Gedanken darüber, Felice. Es macht mir nichts aus, dass du mit diesem Kerl – dessen Name ich noch immer nicht weiß – geschlafen hast. Weißt du… .“
Sandro pausiert und stand langsam auf. Er ging halbnackt zum Fenster hinüber und öffnete es.
„wenn ich ganz ehrlich sein soll war dies doch nur eine reine Sexsache. An richtige Liebe habe ich dabei nie gedacht und du sicher auch nicht. Es war eher so, als mögen wir uns. Zwar mehr als normal, aber Liebe konnte man es dennoch nicht nennen.“
Betroffen hatte Felice bei den Sätzen den Blick gesenkt.
Ja, Sandro hatte Recht. Es war nie wirkliche Liebe gewesen. AberÂ…, aber woher wusste er das? Er hatte es ihm doch nichtÂ…, er hatte doch nichtÂ…?
„Warte mal! Woher weißt du davon?“
„Woher ich das weiß?“
Verwundert drehte sich Sandro um.
„Du hast es mir doch selbst erzählt!“
„Ich habe es dir…, erzählt?“
Er schluckte nervös und zog die Beine an seinen Leib. Er konnte sich nicht mehr wirklich daran erinnern! Sein Kopf tat ihm so weh… .
„Was noch? Was noch?“
Und plötzlich wirkte alles irgendwie sehr bedrohlich. Sandro drückte die Zigarette auf dem Fenstersims aus und ließ sich flüssig und viel zu beherrscht auf die Bettkante sinken. Seine grünen Augen fixierten Felice genau bevor er antworten wollte.
„Du hast mir alles erzählt, Felice. Ich weiß nun, dass deine Eltern nicht hier sind, dass du wegen Vico weggegangen bist und du nun in einem Anwesen lebst, was es eigentlich nicht geben sollte.“
Sein Atem stockte! Es schien, als wollte der Mailänder sofort das Bett verlassen, doch Sandro hielt ihn mit einem lockeren, festen Griff auf.
„Oh nein, das geht nicht, Felice. Du musst hier bleiben und mir alles erzählen. Ich weiß, dass du irgendwas viel Wichtigeres vor mir verbärgst, aber der Anfang ist auch nicht schlecht. Diese Lucretia werde ich als erstes aufsuchen. Bei Bedarf finde ich somit das ganze Nest.“
Er grinste vielsagend. |
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geschrieben am: 31.08.2006 um 11:49 Uhr IP: gespeichert
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„Was? Das ganze Nest? Was…, was soll das bedeuten?“
Panik stieg in seinem Leib auf.
Sandro hatte doch nicht vor Lucretia und den anderen zu schaden, oder etwa doch?
„Felice, du weißt gar nicht wie hilfreich du mir bist! Meine Familie gehört schon lange einer Ära an die selbst schon im Mittelalter zu den Leuten gehörten, die Sorge trugen, dass die Menschheit in Frieden leben kann.“
„Ach, so ein Blödsinn! Fangen nun alle an zu spinnen?“
„Komm jetzt!“
Sandro kam ihm schrecklich verändert vor. Es schien als sei in seinem Leib etwas geweckt worden, was schon seit längerem im Schlummer lag. Eigentlich hatte er die Ruhe an ihm am Meisten gemocht, doch davon war nun nichts mehr zu erkennen. Es war eher eine Aufbruchsstimmung die in ihm tobte.
Wehren konnte er sich kaum als der Blonde ihn durch seine Wohnung ins Treppenhaus führte. Der Weg endete erst als sie im Keller des Blonden stand. Leider konnte Felice so gut wie gar nichts erkennen, nur unter seinen Füßen spürte er den kalten, harten Boden und sein Leib fror, da er nur in einem einfachen Tuch gekleidet war, das er in der Eile einfach mitgezogen hatte.
Plötzlich wurde er zu Boden gedrückt und noch ehe er sich versehen konnte, bekam er eine Fessel in der Form einer Handschelle am rechten Handgelenk verpasst. In seinem Rücken spürte er eiserne Stelle, doch noch konnte er nicht erkennen, was es war.
„Was soll das? Lass mich sofort wieder los!“
„Nein, das geht nicht, ich brauche dich noch. Ich werde jetzt diese nette Dame aufsuchen die deine Gedanken so frech gelesen hat. Danach komme ich zurück und wenn du brav warst, dann bekommst du eine wärmere Decke und etwas zu Essen.“
Sandro berührte sanft die Wange des anderen, doch widerspenstig drehte er sich weg und zerrte an der Fessel. Das durfte doch nicht wahr sein!
„Ach ja… . Schreien nützt dir nichts. Hier ist kein Fenster und die Wände sowie die Türe sind Schalldicht.“
Ah, er hatte gewusst dass der Kellerteil nicht nur zum Üben mit der Geige perfekt beschaffen war!
„Du…, du Dreckskerl!“
Zischte Felice entsetzt, doch das hielt den Blonden nicht wirklich auf, sondern ließ ihn nun mit einem amüsierten Grinsen den Kellerteil verlassen. Felice hörte wie sich die Tür schloss, dann legte er den Kopf in den Nacken und schloss die Lider.
Die Engelslust wurde zum vernichtenden Sturm! Er hatte doch schon immer gewusst ein dumpfes Gefühl zu verspüren. Was wird nun geschehen? Wie sollte er nur hier jemals wieder hinaus kommen? Wie, verdammt, wie konnte er Lucien nur warnen? |
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TopZuletzt geändert am: 31.08.2006 um 11:50 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 01.09.2006 um 12:22 Uhr IP: gespeichert
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Das Mahl, das Lucien auftischte, war wirklich opulent. Es gab Wachteleier, Truthahn, exotische Früchte, Reis, Soßen, Fisch - kurzum: Er servierte ihm alles, was sich ein Mensch nur wünschen konnte. Nur das Ambiente passte nicht ganz. Sie hatten es sich auf dem Bett gemütlich gemacht und Rasmus knabberte genüsslich an einem Hühnchenschenkel und nippte ab und an an einem süßen, roten Wein. Trotzdem entging ihm nicht, dass Lucien mit den Gedanken ganz woanders zu sein schien. Er beobachtete ihn eine Weile, aber als er ihn noch immer nur wie Luft behandelte - gut ein sehr hübsch umsorgtes Stück Luft - legte er ihm eine Hand auf das Knie.
"Du hast doch irgendetwas auf der Seele, Lucien. Möchtest du mir nicht sagen, was es ist? Du wirkst ganz und gar nicht zufrieden."
Lucien drehte seinen Kopf und drückte die Lippen aufeinander. Er vertraute Rasmus, aber was sollte er ihm genau sagen? Er sich schließlich selbst nicht sicher.
"Hast du Felice heute schon gesehen? Ich habe ein ungutes Gefühl was ihn betrifft."
"Er hat doch ein Vorstellungsgespräch, so weit ich weiß. Obwohl, um diese Uhrzeit ist das eher unwahrscheinlich."
Sie aßen auf und nachdem Lucien Rasmus erzählt hatte, was alles passiert war, war der mehr als überrascht.
"Ich glaube, ich gehe ihn mal im Haus suchen und du stattest deinem Vater einen Besuch ab.", schlug Rasmus vor und stand auf.
Es war halb ein, als sie sich erneut in Luciens Zimmer trafen. Natürlich hatte Rasmus Felice nicht gefunden und Luciens schlechtes Gefühl war nicht gewichen.
"Ich werd ihn suchen...", war alles was der Unsterbliche sagte, bevor er das Anwesen verließ. |
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geschrieben am: 01.09.2006 um 13:05 Uhr IP: gespeichert
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Während bei Lucien die ersten Zweifel aufstiegen, stieg bei Felice Panik auf.
Wenn er ehrlich sein sollte hatte er sich noch an dem letzten Ast der Verzweiflung geklammert und gehofft, dass er niemals geplaudert hatte und Sandro nur ein böses Spiel mit ihm spielte. Doch als die Minuten unaufhaltsam verstrichen und die Zeit des Wartens unerträglich wurde, wusste er, dass Sandro nicht zurückkehren würde.
„Ich…, ich muss hier raus!“
Keuchte Felice leise auf.
„Ich werde noch ersticken oder erblinden! Verdursten, verhungern oder erfrieren!“
Was sich die Menschen alles ausdachten wenn sie in Gefangenheit waren ist unglaublich! Doch in diesem Fall war es durchaus möglich das Felice früher oder später diesen Raum nicht mehr normal verlassen würde, aber sicher nicht nach ein paar Minuten.
Trotzdem wich die Panik nicht die in seinem Leib Einzug hielt. Er rüttelte und zerrte and diesen verdammten Handschellen, doch er bekam sie nicht los. Dafür wackelte das Ding hinter ihm schrecklich an dem man ihn notgedrungen angebunden hatte. Als es zu heftig wurde fiel etwas knapp neben ihm hinab und zerschellte in tausend Teile. Das war der Moment an dem er sich zusammenriss und tief, sehr tief durchatmete.
„Okay okay! So geht das nicht! So kriege ich nur etwas auf den Kopf! Was ist das eigentlich?“
Der Mailänder verdrehte seinen schlanken Leib so gut wie es ging. Seine schmale Hand die nicht angebunden war ertastete sich den Weg über eine kalte, glatte Oberfläche. Er fühlte so was wie eine Ablage…, ja, das musste eine Art Regal sein! Aber das brachte ihn auch nicht großartig weiter.
Schnaufend überlegte er, bevor er sich auf die andere Seite drehte und die eine Handschelle erfasste, die das Handgelenk umschloss. Während er versuchte die gefangene Hand so schmal wie möglich zu formen keuchte er vor aufkommenden Schmerz. |
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TopZuletzt geändert am: 01.09.2006 um 13:08 Uhr von FeliceFoscari
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geschrieben am: 03.09.2006 um 13:05 Uhr IP: gespeichert
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Alles was man auf dem Weg von der großen, dunklen Flügeltür hinüber zu den Abstellplätzen der Wagen hörte, war der Wind, der aufgefrischt war. Es war ein unheimliches Geräusch, denn mit jedem Schritt glaubte man, dass die Stimmen im Wispern des Windes deutlicher wurden. Lucien war zu alt um sich davon noch beeindrucken zu lassen, aber ein Mensch oder noch sehr, sehr junger Unsterblicher hätte gewiss ein flaues Gefühl im Magen gehabt.
Ein untersetzter, älterer Mann stand im Unterstand undpolierte einen schwarzen Wagen. Trotz seiner Körperfülle sah er gut aus. Erst, als er die Schritte des Unsterblichen hörte, sah er auf:
"Guten Abend, Segniore!"
"Guten Abend, André. Fahr mich in die Stadt. Warte dort auf mich."
"Aber selbstverständlich, Segniore. Verzeihen Sie die Frage: Ist irgendetwas mit ihnen nicht in Ordnung. Sie sehen... besorgt aus."
Die Fahrt verlief ruhig. Alle Gesprächsversuche Andrés tat Lucien mit Schweigen ab. Er verabschiedete sich von seinem Fahrer, stieg aus dem Wagen und sah sich um. Das Beste würde es sein er würde sich auf den Blutsband zwischen Felice und sich verlassen.
"Felice, Gott verdammt, wo bist du?"
Währenddessen konnte der Junge die ersten Auswirkungen des 'Ghoulseins' spüren. Wenn er sich ein bisschen anstrengen würde, würde es ihm gelingen die Handschellen abzureißen. Lucien hatte also nicht gelogen. Er war tatsächlich stärker, als ein normaler Mensch. |
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geschrieben am: 03.09.2006 um 14:41 Uhr IP: gespeichert
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Tatsächlich. Es dauerte zwar noch ein bisschen, aber bald gewann Felice diesen kleinen Machtkampf und konnte sich von der Handschelle befreien. Wie er das geschafft hatte war ihm im Moment unklar gewesen, doch er tippte flüchtig auf schlechte Verarbeitung.
Mit einem schmerzverzerrten Gesicht rieb er sich das geschundene Handgelenk, bevor er sich langsam auf die Beine rappelte und dabei das dünne Tuch um seinen Leib hielt. Er fror schrecklich und er hoffte einen Weg aus diesem Keller zu finden. Vorsichtig ertastete er sich einen Weg, dabei berührte er Dinge die er im Dunkeln nicht zuordnen konnte. Irgendwann erreichte er jedoch die Türe die sich mehr als nur massiv anfühlte und anhörte, als er dagegen klopfte. Seine Hand rutschte weiter hinab, bis er einen runden Türknopf zu fassen bekam. Das hieß also, dass er ohne einen Schlüssel hier nicht herauskommen würde.
„Verdammt!“
In der Zwischenzeit hatte sich Sandro auf den Weg in die Innenstadt gemacht. Der Gedanke an Schuldgefühle kam ihm ganz und gar nicht in den Sinn. Nein, er fühlte sich dafür glücklich und ein wenig aufgeregt. Immerhin war es schon lange her solch eine phantastische Spur gefunden zu haben. Er würde warten, bis er die anderen darüber informierte, denn zuerst wollte er auch wirklich sicher gehen ob es der Wahrheit entsprach.
So suchte er den Ort auf den Felice ihm beschrieben hatte. Jener Ort an dem er Lucretia das erste Mal gegenüber saß. Anscheinend hatte sich dies ganz besonders in das Hirn des Mailänders gebrannt, aber ihm konnte dies auch sehr recht sein.
Als er endlich da war sah er sich pedantisch um. Auf seinem Rücken war ein schwarzer Rucksack der nicht weiter auffallen sollte.
Mal sehen ob er dieses schöne Geschöpf der Nacht auffinden würde! |
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TopZuletzt geändert am: 03.09.2006 um 14:41 Uhr von FeliceFoscari
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