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geschrieben am: 30.03.2005 um 15:54 Uhr IP: gespeichert
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Als er in seinem Zimmer angekommen war, sprang Vico freudig auf. Seltsame Töne drangen an sein Gehör, die später als eine Nachrichtensprecherin ausgemacht wurde. Ja, einen Fernseher hatten sie sich zumindest ergattern können, ein bisschen Luxus brauchte jeder Mensch auf der Welt. Die Kleinen Arme des Jungen schmiegten sich um Felice hüfte und er strich ihm durch das kurze, pechschwarze Haar.
Ja, du hattest Angst, dass ich dich einfach hier zurücklasse, nicht wahr? Aber das wird nicht passieren, ich passe gut auf dich auf! Es wird nichts geben auf dieser Welt, was uns zwei trennen kann, noch nicht mal unser Vater!
Er fasste Vico an den schmalen Schultern und drückte ihn einen Schritt von sich, damit er in die Hocke gleiten konnte. Die großen, unerfahrenen Augen blickten ihn mit ihrer sanften Dunkelheit vertrauensvoll an. Sanft ließ er seine Hand über die zarte Wange des Burschen gleiten, die so lebendig wirkte. Sie war warm und lebendig – es wird nicht das letzte Mal sein, dass er sie anfassen würde. Plötzlich begann er aber zu Lachen, schier unbegründet kam es auf, dementsprechend blinzelte Vico überrascht.
„Alles in Ordnung, Felice?“
„Ja, ja sicher doch! Ach, komm her, du!“
Vico fand sich augenblicklich in den Armen seines Bruders, der ihn fest an sich drückte. Vor Schreck und nun aus Angst, keine Luft mehr zu bekommen, begann er mit den Armen zu rudern und mit den Beinen zu strampeln.
„Ah, uh…, ich kriege keine Luft mehr! Felice, aaaah, Hilfeeee!“
Sie verfielen beide ihn ein munteres Lachen. Irgendwann ließ er seinen jüngeren Bruder auch wieder los und gab ihm einen sanften Kinnhaken.
„Hör mal, Vico. Ich lasse dich nie alleine, okay? Du darfst nie vergessen, dass ich immer für dich da sein werde! Ich mache alles für dich, also wenn du einen Wunsch hast, lass es mich wissen! Es soll keine Geheimnisse zwischen uns geben, ich bin immerhin dein Bruder.“
Mit einem bestätigendem Nicken hatte er wieder nach den Schultern Vicos gepackt. Der Junge senkte kurz den Blick, als würde er überlegen. Aber als er wieder aufsah, schwimmten die hellen Augen in salziges Wasser, welches bald drohte auszubrechen. Felice zog die Brauen zusammen und verlor das glückliche Gesicht schnell, als er dies sah. Was hast du denn, mein Bruder? Habe ich wirklich etwas Falsches gesagt? Ich wollte doch nur, dass du weißt, dass ich bei dir bin!
„Hey…, was hast du?“
Vorsorglich strich er ihm die Tränen von den Wangen, die sich ihren Weg hinunter gesucht hatten. Vico lächelte bitter, aber er stand nicht untätig im Raum herum, so half er seinem Bruder beim Wegwischen.
„Felice. Ich mag da nicht hin! Ich mag zurück zu Mammi. Ich will bei dir und Mammi bleiben! Bitte, schick mich nicht dahin!“
Er sah überrascht drein, als er diese Worte hörte.
Natürlich, du bist nicht dumm und du weißt, warum wir hier sind.
„Keine Sorge…, ich bringe dich nicht dorthin, Vico, das hatte ich nie vorgehabt. Ich will nicht, dass du dasselbe wie ich erlebst. Komm, wir schlafen etwas!“
Er nahm seinen jüngeren Bruder auf die Arme und brachte ihn ins Bett.
Es gab keine Zeit, in der er nicht über ihn wachte, bis er eingeschlafen war. Er hatte nie seine Aufmerksamkeit von ihm genommen und würde dies auch nie tun. Erst nach einer halben Stunde hörte er auf, sanft seinen Bruder zu kraulen. Eine halbe Stunde hatte er ihm mehr geschenkt, als benötigt gewesen war. Nun zog er jedoch die Hand zurück, deckte ihn ordentlich zu und stand auf. Seine Schritte führen ihn auf die Terrasse hinaus, die bald drohte abzubrechen. Klammert legten sich seine Finger um das kühle, meist vom Rost zerfressene, Geländer. Der Wind war selbst zu dieser späten Stunde nicht still und es zwitscherte hier und da ein Vögelchen, was früh auf den Beinen war um den ersten Wurm zu fangen.
Lässig wendete er sich um und lehnte sich mit dem Rücken nun gegen jenes alte Geländer, bevor er schwer aufseufzte.
Du möchtest da nicht hin, was ich verstehe kann. Aber wohin dann? Ich bin mir nicht sicher, ob wir so einfach zurückgehen können… . Nun, ich kann versuchen, dass sie dich nicht aufnehmen, aber selbst das ist ein Risiko. Was, wenn sie die Lüge bemerken? Vater würde sofort eine Nachricht erhalten und ich will nicht, dass du bestraft wirst.
Aber, aber was dann?
Schmerzend verzog sich sein Gesicht und er fasste sich an die Stirn. Diese ewigen Kopfschmerzen! |
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