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Weihnachtsgedichte in Mundart ...

Nutzer: Aoifa
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geschrieben am: 05.12.2001    um 10:36 Uhr   IP: gespeichert

Für die Maus, den Doc und alle anderen Bärliner

Weihnacht..

Ick jing Heiligabend, so eben nach acht,
als alle schon lange Bescherung jemacht,
allein durch die Strassen, die tief eingeschneit,
da hab' ick zu meiner Betroffenheit,
so wahr ick lebe, det Christkind gesehen,
det kam aus der Kneipe und konnte kaum stehen.
Een freundlicher Wirt hat et zu sich jenommen,
sonst waeret wahrscheinlich noch umjekommen.

Et trug een Beutel mit allerlei Jaben,
doch die wollt' heute keen Aas nun mehr haben.
Een Buch, een Paar Socken, 'ne Pudelmuetze,
'n Paar Latschen, Bonbons, det war nischt mehr nuetze.
Da zogen de Menschen bloss janz saure Mienen.
Die wolln heute Buegel- und Waschmaschinen,
und Plattenspieler, Autos und Nerze,
die pfeifen uff Tannboom, die pfeifen uff Kerze.
So jing det nu schon die kleensten Orte
und ueberall schmiss man de Tuer und de Pforte
dem Christkind vor de Neese zu,
det fror uff der Strasse und dachte: "Wozu?
Wat ick zu bieten hab, wolln die doch nie.
Det Fest jehoert heute der Industrie!"

So fand et der Wirt von de "Joldene Zehn".
Der dachte: "Det kann einem das Herz umdrehn",
und lud denn det Christkind zu sich in sein Haus
und jab erstmal een ordlichen Jluepunch aus.
Er sagte menschlich: "Mein Kleener, nu waerm dich,
wer soll det mit ansehn, det is ja erbaermlich!
Die Christenheit heute hat ooch eenen Rappel,
die hustet uff deine Nuesse und Appel.
Die Joeren, die kleenen, sind ooch schon janz hektisch,
die wolln eene Eisenbahn, - aber elektrisch!
Und jibste die eene zum Selbstuffdrehn,
dann ziehn se dir'n Flunsch und lassen se stehn.
Et is durch die Bank vajessen bei allen
von wegen 'Den Menschen ein Wohlgefallen'."
Da nickte det Christkind und sagte: "Det stimmt!"
Nu jab ihm der Wirt noch een Jluehpunsch mit Zimt.
Da lachte et jluecklich: "Ick kriech warme Beene.
Nu latsch ick so langsam zum Himmel zurueck.
Ick dank Dir, nu war ick doch nich so alleene,
da hatt' ick bei all meinem Pech doch noch Jlueck.

Lacht und wech is ...

Geändert am 05.12.2001 um 10:38 Uhr von Aoifa
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geschrieben am: 05.12.2001    um 10:46 Uhr   IP: gespeichert

Für KäptnD, Uwe-HH und alle anderen Nordlichter

De Wiehnachtsmann

Kiek einst, wat is de Himmel so rot,
dat sünd de Engels, dei backt dat Brot,
dei backt dan Wiehnachtsmann sien Stüten
vor all de lütten Leckersnüten
nu flink de Teller ünners Bett
un legt jük hen un west recht nett
de Sünna Klaas steiht vor de Dör,
de Wiehnachtmann, de schickt em her,
wat de Engels hevt backt,
dat shüt jü probeirn
und smeckt dot good, dann hört se dat gern
un de Wiehnachtmann smunzelt, nu backt man mehr
ach, wenn doch erst mol Wiehnachten wär.

Grins und wech ...
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geschrieben am: 05.12.2001    um 10:56 Uhr   IP: gespeichert

Die Kriegerin grüßt die Franken und besonders DasGewissen

Die Christbaumspitz

Dös is fei wahr und is ka Witz
Die G'schicht fo unsrä Christbaumspitz.
Dös war a schene Spitz jawull
Fo auß'n silbri und inna hull
Drum hot mei Frau g'sagt "Gouder Fritz
Gib mä fei obacht auf die Christbaumspitz!"

Und i hob grod den Christbam putzt
Und hät mi werkli bold dahutzt
Und wals pressiert hot do drum eben
Lang i mit meiner Händ' danebn.
Der Mensch macht monchmal sella Schnitz -
Am Bud'n liegt die Christbaumspitz.

Die Frau die wor grad net zur Stell
Drum hob i denkt, et's handelst schnell
Die Hinterseid'n war lädiert
Drum hob is g'scheit mit Leim o'gschmiert
Hob's wieder naufpappt auf ihr'n Sitz
Gleich hie am Bam die Christbaumspitz.
Wer's g'wußt hätt, der hätt's deutli g'sehn,
doch i hob gonix g'sacht desweng.

Doch bei der B'scherung - des war dumm
Mir stena under'm Christbaum rum
Und weii mei Frau singt "Einsam wacht",
dou hat's auf amal komisch kracht.
I merk, weii i ganz plötzli schwitz,
am Bod'n liegt die Christbaumspitz.

I hob blous mit die Achseln zuckt
Und hob an maner Krawatt'n krukt
Und hob g'sagt
"Dou is schould blous dei unheimlich Singerei,
die kräftig Tön, die ham's zahout,
Warum bläckst'n immer a su laut?
Du schnulzt ja viel zu viel Lakritz,
siegst, et's is hie, die Christbaumspitz".

In Werglikeit is anders g'west,
der Leim der hat sie langsam g'lest
und hat halt nimmer a su pappt,
drum hot die Spitz sich g'lockert g'habt
und schuld dro war die Aff'nhitz
und i mit meiner Christbaumspitz.

Kichert ... und verschwindet ...
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geschrieben am: 05.12.2001    um 11:05 Uhr   IP: gespeichert

Das nächste Gedicht ist für alle Bayern

Es weihnachtet

Und der Rauhreif geht um,
Büsch und Baam stenga stumm.
Jeder Halm biagt si sacht.
Bald kummt d' Heilige Nacht.

Wiara groß Paradies
jetzt die Münchner Stadt is.
Daß i ollas vozähl:
Selbst der Himmi is hell.

Aufm Kripperlmarkt drunt
glitzerts golden und bunt.
Jedes Gschäft, jeder Stand
hat as Christkind zur Hand.

In der Vorstadt jeds Haus
ganz verzaubert schaugts aus.
Fast auf jedem Balkon
loahnt a Christbaamerl schon.

Bis ins d' Nacht eini spaat,
da werd gwerkelt und gnaht,
da werd bastelt und gschnitzt
und durchs Schlüsselloch gspitzt.

Ja, a Wunder geht um,
werd von selber ois stumm,
werd von selber ois sacht:
Bald kummt d' Heilige Nacht!

Lacht ... und nun wirklich geht ...
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geschrieben am: 05.12.2001    um 11:14 Uhr   IP: gespeichert

Das besondere Gedicht für die Schwoabe

Nikolaus

Grüß eich Gott, alle mitanand,
dass i da Nikolaus bi, des kennt ma am GŽwand

Meine zwoa Rupprecht lerntŽs ihr heut o no kenna
Aber it so wuld, sonst deand die Buba pflenna

Anderseits a paar Namen fallen ziemlich oft
Für die hoff ich, dia ham a paar lange Unterhosen gŽkoft

SŽganz Jahr hab i vom Himmel aus gŽführt mei Protokoll
Viel isch mea gŽscheacha, mei Buach isch ganz voll.

Drum Rupprecht hau di schlechten aber nicht die guten
Weil für die isch zu Schade dei Rute

Bevor i oŽfang brauch i a Bedienung schnell,
drei Weizen un a Schnapserl, aber hell !

Grinst und versteckt sich ...
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geschrieben am: 05.12.2001    um 13:12 Uhr   IP: gespeichert

Das nächste Gedicht is für die Pälzer

Kerzephilosophie

Sechs Kerze, in 'rer Schublad drin,
verzehlen grad vum Läwenssinn:
"Ach", seifzt die glää Kerz voller Fruscht,
"wie schrecklich, wann d' verbrenne muscht!
In dämm Fall bischt en arme Drobb:
Du krie(g)scht e Flämmsche uff dein Kopp,
werscht irgendwu schää uffgedischt
bis d' norre noch en Stumbe bischt
un fliegscht am Schluß, ganz hämlich still,
gedankelos dann in de Mill!"
"Ich selwer mecht e Daafkerz sei,"
platzt jetzt die weiß Kerz zwischenei,
"deet ämol an de Kin(d)daaf brenne
un's Vertiko mein Stammplatz nenne."
"Geh," lacht die grie(n), "des hot kään Zweck!
Do stehscht not rum, staabscht zu mit Dreck.
Wer korz bloß brennt, kummt nit in Schwung
un läbt als Art Erinnerung!"
"Ich," määnt die rot Kerz, " 's is kään Scherz,
ich weer am liebscht e Weihnachtskerz!
Am Chrischtbaam in die Wohnstubb g'stellt,
weer ich Symbol vum 'Licht der Welt'!" ...
E klänni Kerz aus Bienewachs die motzt uff ämol:
"Uhne Flachs, ich fer mei Dääl, ich saach's eich grad,
bin zum Verbrenne viel zu schad!
Merr sollt' sei Winsch' nit iwwertreiwe.
Ich mecht gern in de Schachtel bleiwe!"
"Was," faucht die bloo Kerz, dick un drall,
"im Karton gammle? Uff kään Fall!"
Die annre Kerze - zamme viere -
duhn ganz energisch prodeschtiere.
Sie sin sich äänich in de Not:
"Wer niemols brennt, der is schun dood!" ...

Winkerz ... und wech is ...
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Nutzer: Die_Hexerin
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geschrieben am: 05.12.2001    um 13:40 Uhr   IP: gespeichert
*gg* ischt jo witzig.. ... Aber I zweifl dra das des Schwäbisch Gdicht epper lesa kah!! *sfg@nichtSchwobe*
HexediadiesanBeitragcoolfindatweilanSchwobischt!
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