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Soldaten und Krieg

Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 24.03.2003    um 23:56 Uhr   
Du bist in einem gnadenlosen Krieg
kämpfst für den „sicheren“ Sieg
Schlachtrufe erschallen
Todesschreie verhallen.

Leben werden genommen
Söhne und Töchter nie mehr wiederkommen
Blut auf der Uniform
das ist hier die Norm.

Du kämpfst für's Überleben,
es kann nichts anderes geben
du spürst die nackte Angst
gegen die du nicht ankannst.

Du zielst und feuerst um dich
und fragst dich: „was tu ich?“
Du hörst Schreie, Menschen brechen zusammen
wo du hinschaust, lodernde Flammen.

Du verstehst nichts, bist wie benommen
knapp dem Gevatter Tod entronnen.
Die Verstärkung hat euch erreicht
du fühlst dich unendlich leicht.


°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°°

Schlafen, ausruhen, vergessen.
Du bekommst etwas zu essen
danach zurück an die Front,
du meisterst es gekonnt.

Denkst du hast schon alles gesehen.
Doch der Feind wird euch niedermähen,
du liegst da und stirbst in einem fremden Land
das Abzeichen in deiner Hand.

Daheim weint Mutter, Frau und Sohn
dies war des Feindes grausiger Lohn.
doch auch der wird sterben, im Bett oder im Krieg
den am Ende gibt es für niemand einen Sieg!




Geändert am 25.03.2003 um 00:02 Uhr von Oberschlaumeier
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Nutzer: Gast_Pebbelz
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geschrieben am: 25.03.2003    um 15:46 Uhr   
wow ... das is ... / so wahr. :(
Aber schön geschrieben, wenn man das in dem Zusammen-
hang sagen kann...

Grüße, peb
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Nutzer: Yazinda
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geschrieben am: 25.03.2003    um 21:02 Uhr   
sehr schwer seufzt und Tränen beiseite wischt. Schweigt jedoch. Sagen die Tränen wie wahr die Worte sind
Alles, was ich will, ist alles.
Alles, was ich geb, ist alles.
denn ich seh ein ziel vor mir, alles würd ich tun dafür
einfach alles, alles trau ich mir zu -
denn alles und noch mehr bist du
alles, was ich brauch, ist alles
alles geb ich auf, für alles
alles hat auf einmal sinn,
denn alles führt mich zu dir hin
einfach alles, einfach alles trau ich mir zu
denn alles auf der welt
bist du.
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 25.03.2003    um 22:54 Uhr   

Frieden kaufen

Ich wünschte ich könnte den Frieden kaufen
dann würde ich barfuß kilometerweit laufen
das denke ich, sooft in dieser Zeit,
wo regiert Trauer und Leid.

Ich wünsche mir ein wenig nur Macht,
den Terror zu stoppen damit es nicht kracht.
Ich wünsche mir ein wenig nur Engel zu sein
um Tränen zu trocknen, von Angst zu befreien.

Ich wünsche mir ein Stimme so laut
mit welcher ich Schrein kann, was manch einer sich nicht traut.
Ich wünsch mir zu sein ein schlechtes Gewissen
damit die Politiker nachdenken müssen.

Ich wünsch mir nur einmal ganz mächtig zu sein
um die Menschen von Hass und Zorn zu befreien.
Ich wünsche mir Frieden, doch den kann man nicht kaufen, hab mir meine Füße schon wund gelaufen

und meine Seele ist müde und weint,
ich wünsche mir, dass sich die Menschheit vereint
und alles war nur ein böser Traum
aber allein schaff ich das kaum.

Wer mithelfen will, wird mir schreiben müssen
Meine Adresse : AN DAS GEWISSEN

Celine Rosenkind
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 27.03.2003    um 19:26 Uhr   
DER BEWACHTE KRIEGSSCHAUPLATZ
von Kurt Tucholsky alias Ignaz Wrobel

Im nächsten letzten Krieg wird das ja anders sein... Aber der vorige Kriegsschauplatz war polizeilich abgesperrt, das vergisst man so häufig.

Nämlich:

Hinter dem Gewirr der Ackergräben, in denen die Arbeiter und Angestellten sich abschossen, während ihre Chefs daran gut verdienten, stand und ritt ununterbrochen, auf allen Kriegsschauplätzen, eine Kette von Feldgendarmen. Sehr beliebt sind die Herren nicht gewesen; vorn waren sie nicht zu sehen, und hinten taten sie sich dicke. Der Soldat mochte sie nicht; sie erinnerten ihn an jenen bürgerlichen Drill, den er in falscher Hoffnung gegen den militärischen eingetauscht hatte.

Die Feldgendarmen sperrten den Kriegsschauplatz nicht nur von hinten nach vorn ab, das wäre ja noch verständlich gewesen; sie passten keineswegs nur auf, dass niemand von den Zivilisten in einen Tod lief, der nicht für sie bestimmt war. Der Kriegsschauplatz war auch von vorn nach hinten abgesperrt.
"Von welchem Truppenteil sind Sie?" fragte der Gendarm, wenn er auf einen einzelnen Soldaten stieß, der versprengt war. "Sie" sagte er. Sonst war der Soldat "Du" und in der Menge "Ihr" - hier aber verwandelte er sich plötzlich in ein steuerzahlendes Subjekt, das der bürgerlichen Obrigkeit Untertan war. Der Feldgendarm wachte darüber, dass vorn richtig gestorben wurde.

Für viele war das gar nicht nötig. Die Hammel trappelten mit der Herde mit, meist wussten sie gar keine Wege und Möglichkeiten, um nach hinten zu kommen, und was hätten sie da auch tun sollen! Sie wären ja doch geklappt worden, und dann: Untersuchungshaft, Kriegsgericht, Zuchthaus, oder, das schlimmste von allem: Strafkompanie. In diesen deutschen Strafkompanien sind Grausamkeiten vorgekommen, deren Schilderung, spielten sie in der französischen Fremdenlegion, gut und gern einen ganzen Verlag ernähren könnten. Manche Nationen jagten ihre Zwangsabonnenten auch mit den Maschinengewehren in die Maschinengewehre.
So kämpften sie.
Da gab es vier Jahre lang ganze Quadratmeilen Landes, auf denen war der Mord obligatorisch, während er eine halbe Stunde davon entfernt ebenso streng verboten war. Sagte ich: Mord? Natürlich Mord. Soldaten sind Mörder.

Es ist ungemein bezeichnend, dass sich neulich ein sicherlich anständig empfindender protestantischer Geistlicher gegen den Vorwurf gewehrt hat, die Soldaten Mörder genannt zu haben, denn in seinen Kreisen gilt das als Vorwurf. Und die Hetze gegen den Professor Gumbel fußt darauf, dass er einmal die Abdeckerei des Krieges "das Feld der Unehre" genannt hat. Ich weiß nicht, ob die randalierenden Studenten in Heidelberg lesen können. Wenn ja: vielleicht bemühen sie sich einmal in eine ihrer Bibliotheken und schlagen dort jene Exhortatio Benedikts XV nach, der den Krieg "ein entehrendes Gemetzel" genannt hat und das Mitten im Kriege! Die Exhortatio ist in dieser Nummer nachzulesen.
Die Gendarmen aller Länder hätten und haben Deserteure niedergeschossen. Sie mordeten also, weil einer sich weigerte, weiterhin zu morden. Und sperrten den Kriegsschauplatz ab, denn Ordnung muss sein, Ruhe, Ordnung und die Zivilisation der christlichen Staaten.
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 27.03.2003    um 22:03 Uhr   
BEIM ZEITUNGSLESEN IN LONDON (1966)

Die Amerikaner verwenden Giftgas.
Nein das ist eine antiamerikanische Lüge.
Es sind nur die Südvietnamesen
die amerikanisches Gas
von amerikanischen
Hubschraubern aus verwenden.
Die Amerikaner selber
verwenden es nicht.

Außerdem ist es
eine nichtgiftige Abart,
ein nichttödliches Reizgas,
es verursacht nur Kopfweh und Brechreiz
und in einigen Fällen
vorübergehende Blindheit.

Aber es gestattet den Südvietnamesen
vergaste Partisanen
von vergasten Zivilpersonen
zu trennen und sie zu töten,
noch kampfunfähig und blind.
Und die Wirkung im größeren Umkreis
kann sich als tödlich erweisen,
auch für uns im weiteren Kriegsverlauf...


Erich Fried


WIE passend,WIEDER passend?!

Nicht der Krieg ist revolutionär, der Friede ist revolutionär.

«Jean Jaurès [1859-1914]; franz. Philosoph und Politiker»

Geändert am 27.03.2003 um 22:03 Uhr von Oberschlaumeier
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 28.03.2003    um 19:28 Uhr   
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 28.03.2003    um 19:33 Uhr   
Sie berechnen die Masse des Nichts den Kurswert der Explosionen und die Halbierungsperiode der Intelligenz und die Transformationen von Menschen in strahlenden Staub zur Erhaltung der Energie der bestehenden Ordnung.

Erich Fried
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 28.03.2003    um 19:43 Uhr   
Wer bekommt was?

Gegen den Krieg
Für den Frieden



Die Kinder von Bagdad bekommen Bomben
Aus der ach so moralischen freien Welt
Schuldlos wurden sie in eine Diktatur geboren
Haben sie damit ihr Recht auf Leben verwirkt?
Sind Menschenrechte teilbar?


Und was bekommen wir aus der irakischen Wüste?
Wir bekommen Öl durchsetzt mit geronnenem Blut
Unsere Autos werden Blut verbrennen
Wenn wir stolz die neuesten Modelle vorführen
Sind wir wirklich so blind?


Und was wird mit unseren Lebensadern?
Sie werden langsam verstopfen mit Blutgerinnseln
Unsere Flügel sind bereits verklebt vom Fluch des Öls
Warum sonst sind da nur wenige warnende erhobene Hände?
Kaninchen vor der Schlange?


So werden wir am Öl ersticken hilflos weil tatenlos
Vielleicht erlöst uns vorher der große Blitz
Dann werden wir in Frieden zusammen sein
Mit den unschuldigen Kindern von Bagdad
In Hiroshima war der Himmel blau als der Blitz kam...


Reinhard Lehmitz



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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 28.03.2003    um 19:49 Uhr   


Seien wir einfach für den Frieden! Diffamieren wir alle Regierungen, die den Krieg nicht diffamieren!

Bertolt Brecht (Eugen Berthold Friedrich Brecht), deutscher Schriftsteller/Regisseur, 10.2.1898 -14.8.1956
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 29.03.2003    um 10:19 Uhr   
KLAGE

Schlaf und Tod, die düstern Adler
Umrauschen nachtlang dieses Haupt:
Des Menschen goldnes Bildnis
Verschlänge die eisige Woge
Der Ewigkeit. An schaurigen Riffen
Zerschellt der purpurne Leib
Und es klagt die dunkle Stimme
Über dem Meer.
Schwester stürmischer Schwermut
Sieh ein ängstlicher Kahn versinkt
Unter Sternen,
Dem schweigenden Antlitz der Nacht.

Georg Trakl 1918



"Klage" war das letzte Gedicht von Georg Trakl,
österreichischer Lyriker geboren am 3. Februar 1887 in Salzburg, gestorben am 3. November 1914 in Krakau durch Selbstmord, da er die schrecklichen Ereignisse, die er als Sanitäter im Ersten Weltkrieg erlebte, nicht verkraften konnte.

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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 29.03.2003    um 10:20 Uhr   
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 31.03.2003    um 21:07 Uhr   
DAS LETZTE KAPITEL

Am 12. Juli des Jahres 2003
lief folgender Funkspruch rund um die Erde:
daß ein Bombengeschwader der Luftpolizei
die gesamte Menschheit ausrotten werde.

Die Weltregierung, so wurde erklärt, stellte fest,
daß der Plan, endgültig Frieden zu stiften,
sich gar nicht anders verwirklichen läßt,
als alle Beteiligten zu vergiften.

Zu fliehen, wurde erklärt, habe keinen Zweck.
Nicht eine Seele dürfte am Leben bleiben.
Das neue Giftgas krieche in jedes Versteck.
Man habe nicht einmal nötig, sich selbst zu entleiben.

Am 13. Juli flogen von Boston eintausend
mit Gas und Bazillen beladene Flugzeuge fort
und vollbrachten, rund um den Globus sausend,
den von der Weltregierung befohlenen Mord.

Die Menschen krochen winselnd unter die Betten.
Sie stürzten in ihre Keller und in den Wald.
Das Gift hing gelb wie Wolken über den Städten.
Millionen Leichen lagen auf dem Asphalt.

Jeder dachte, er könne dem Tod entgehen.
Keiner entging dem Tod, und die Welt wurde leer.
Das Gift war überall. Es schlich wie auf Zehen.
Es lief die Wüsten entlang. Und es schwamm übers Meer.

Die Menschen lagen gebündelt wie faulende Garben.
Andre hingen wie Puppen zum Fenster heraus.
Die Tiere im Zoo schrien schrecklich, bevor sie starben.
Und langsam löschten die großen Hochöfen aus.

Dampfer schwankten im Meer, beladen mit Toten.
Und weder Weinen noch Lachen war mehr auf der Welt.
Die Flugzeuge irrten, mit tausend toten Piloten,
unter dem Himmel und sanken brennend ins Feld.

Jetzt hatte die Menschheit endlich erreicht, was sie wollte.
Zwar war die Methode nicht ausgesprochen human.
Die Erde war aber endlich still und zufrieden und rollte,
völlig beruhigt, ihre bekannte elliptische Bahn.



Erich Kästner 1930



Es steht wirklich so im O-Text, ich habe das Datum nicht angepaßt, hoffentlich war Kästner kein Hellseher.
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"Autor"  
Nutzer: RedSilvertears
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geschrieben am: 01.04.2003    um 11:58 Uhr   
aus: Kästner für Erwachsene, S. Fischer Verlag

(Info für jene die mehr davon lesen wollen)
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Nutzer: fratzmausi
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geschrieben am: 12.04.2003    um 14:05 Uhr   
Denn solange es Heere gibt,
wird jeder ernstere Konflikt
auch zum Krieg führen.
Ein Pazifismus,
der die Rüstungen der Staaten
nicht aktiv bekämpft,
ist und bleibt ohnmächtig.

Albert Einstein
1879 - 1955
dt.-amerik. Physiker
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"Autor"  
Nutzer: Gast_Pebbelz
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geschrieben am: 12.04.2003    um 14:12 Uhr   



>Spax - kriegstagebuch<

Wir schreiben das Jahr 2-0-0-3
Ich bin nur einer von vielen in diesem Krieg der hier tobt
wie an vielen Orten auf der ganzen Welt
Ich bin jetzt Opfer und Täter mit meiner Waffe in der Hand
Ich schreibe meine Gedanken auf, in dieses Kriegstagebuch
Seite für Seite, Wort für Wort - Gedanke für Gedanke, für euch da draußen
damit ihr euch euer eigenes Bild machen könnt über das was hier geschah
Ich weiß nicht mehr was gut und böse ist, sitze nur hier und schreibe
Ich weiß nicht, wie lange ich noch durchhalte
Denkt an mich...

Der letzte Eintrag, Kriegstagebuch, mentaler Winter
ein grauer Schleier bedeckt wie ein Leichentuch den Himmel
die Stille ist unfassbar laut, zerreißt mein Gehör
ich hör nichts mehr, doch ich gehör hier her
gehör in dieses Kriegsgebiet, in dem es keinen Frieden gibt
bin kein Feigling der klein beigibt, bei jeder Krise flieht
doch wenn mich manchmal schon der Mut verlässt
die Wut die lässt - mich an Tagen das Leid ertragen, das Blut den Stress
Es lagen Stacheldrahtspiralen in meinem...Vorgarten
wußte nicht was sie vor hatten, wußte nicht was sie planten
doch durch Überlebenswillen, so weit die Füße mich tragen
es hilft kein Beten wenn Teufel und Realität vereint zuschlagen
sie haben massenhaft Wachen, pures Gift in den Adern
Herzen die taktlos schlagen, Nerven und stahlharten Fasern
doch ich wollte nicht kampflos weichen, ich wollte nicht schweigen
scheiss auf Orden für`s Morden, man zwang mich mich zu verteidigen.

Refrain: (2*)

Es ist Krieg, Menschen leiden und sterben voll Schmerz
keiner siegt, ein Leben ist nichts mehr wert
im Krieg - sind die Köpfe der Krisenherd
die Macht macht Krieg, die Menschen vieles verkehrt

Ich bin ein denkender Kämpfer, sie sind zu lenkende Henker
sie brachten ihren Krieg zu mir, brennende Felder, rennende Männer
sie brachten Tod, Gewalt, Not, Leid, Verderben
vermieten uns unsere Erde, nahmen uns Eltern und Erben
Anfangs kamen sie Nachts, im Schutz der Schatten der Stille
strategische Landungen, Truppen unter dem Deckmantel der Hilfe
jetzt droht ihr Wahnsinn live im Fernsehen, Propaganda in jeder Silbe
sie verzehren die Wahrheit nur durch wenige Bilder
denn auch sie bringen Bomben und scheissen auf unsere Kultur
zerstören unsere Häuser, spucken uns auf die Schuhe
wollen uns sagen was Recht und was Unrecht ist, was gut was schlecht ist
Waffen machen machen klar, wer hier jetzt Chef ist
trotzdem leiste ich Widerstand, bleib ich, schiesse dann wenn es heißt:
"Achtung, Achtung, Feindlicher Fliegeralarm!"
Denn ich will was meins ist behalten
und diese Kriege haben keinen Respekt vor unserem Leben
deshalb lieg ich im Schützengraben.


Refrain: (2*)

Es ist Krieg, Menschen leiden und sterben voll Schmerz
keiner siegt, ein Leben ist nichts mehr wert
im Krieg - sind die Köpfe der Krisenherd
die Macht macht Krieg, die Menschen vieles verkehrt

Ich war nie sonderlich politisch ambitioniert
ich hab nie öffentlich gegen irgendwas demonstriert
kein Fanatiker, kein Attentäter, kein Terrorist
bin eins von den zivilen Opfern, die man leider oft vergißt
Gewalt erzeugt Gegengewalt, ich bin gegen Gewalt
doch um meine Liebe zu schützen hab ich keine andere Wahl
Wo sollte ich hin? Meine Familie und Freunde sind alle hier
durch das was gerade passiert könnte ich alle verlieren
also bleib ich hier, verzweifele hier
und wenn mein Schicksal es verlangt von mir, dann fall ich hier
jetzt muss ich zusehen, wie sie uns unser Leben nehmen
unsere Werte, Wünsche, Visionen verstümmeln, mit Füßen treten
Lobbyisten und Wirtschaftsbosse wollen mich stoppen
wir zahlen den Preis, färben die Erde mit roten Tropfen
Was mir nicht in den Kopf will, wofür gibt`s Diplomatie
wofür bezahl ich, geh ich wählen, was ist Politik?
Kein Ziel rechtfertigt einen Krieg
habt ihr kapiert, dass mir Frieden am Herzen liegt?
Doch unser Handel wird boykottiert, jetzt hungern wir
das nennt die Welt zivilisiert? Wir arm seit ihr!?

Refrain (2*)

(Stop the Iraq War!!)


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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 12.04.2003    um 18:19 Uhr   
Der Krieg

Der Krieg
ist eine
dreckige H.u.r.e
mein Kind
Ihre Freier
die H.u.r.e.n.söhne
dieser Welt
Gier erigiert sie
und Blut
ist das Viagra
ihrer Herzen
Der Krieg
ist eine
dreckige H.u.r.e
mein Kind



Der Krieg
ist eine
dreckige H.u.r.e
mein Kind
Ihr Zuhälter
der Statthalter
des Todes
Die Leichen
und Heimatlosen
die Kollateralschäden
ihrer grausamen Seelen
Der Krieg
ist eine
dreckige H.u.r.e
mein Kind


Otto Lenk 2003

Mannomann, Kunst und Zensur paßt nicht zusammen, ihr Kunstbanausen
Geändert am 12.04.2003 um 18:21 Uhr von Oberschlaumeier
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 12.04.2003    um 18:42 Uhr   
Wie viel Kinder malen...

Wie viel Kinder malen
statt Vögel,
Flugzeuge und fallende Bomben?
Wie viel Kinder malen
statt Blumen,
die grauen ausgemergelten Gesichter Verhungernder?
Wie viel Kinder malen
statt der Sonne,
den Rauch brennender Häuser?
Wie viel Kinder malen
statt Puppen und Teddys,
am Boden liegende Tote,
verstümmelt, gefoltert, erschossen?
Wie viel Kinder malen
ihre schwarzen Träume
mit den Tränen ihrer kranken Seelen?


Männer in feinen teuren Anzügen,
mit randlosen Brillen
und einem Blick,
der schon Recht hat,
bevor die kritische Frage gestellt wurde,
den Gewinn ihres Waffengeschäfts
lächelnd und zufrieden zählend...

© Gerhard Becker 2002
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 12.04.2003    um 18:45 Uhr   
SCHLUßSTÜCK

Der Tod ist groß.

Wir sind die Seinen

lachenden Munds.

Wenn wir uns mitten

im Leben meinen,

wagt er zu weinen

mitten in uns.

Rainer Maria Rilke
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 12.04.2003    um 18:48 Uhr   
Des Krieges Buchstaben


Kummer, der das Mark verzehret,
Raub, der Hab und Gut verheeret,
Jammer, der den Sinn verkehret,
Elend, das den Leib beschweret,
Grausamkeit, die unrecht kehret,
Sind die Frucht, die Krieg gewähret.

Friedrich von Logau
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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 12.04.2003    um 22:31 Uhr   
child of war

when you are sleeping
naivity pulls
a soft blanket over skin
when you are attentive
have to be attentive
shadows breaking deep through eyes
you don't have any chance
to a spoon
of childlife

sometimes butterflys leave
your mouth


Kriegskind

Wenn du schläfst
Zieht Naivität
Eine leichte Decke über Haut
Wenn du wachst
Wachen musst
Brechen Schatten tief durch Augen
Du hast keine Chance
Auf einen Löffel
Kinderleben

Manchmal fliegen Schmetterlinge
Aus deinem Mund

Susanne Mette

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Nutzer: Oberschlaumeier
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geschrieben am: 12.06.2003    um 21:51 Uhr   
(zitat)Epilog:

Doch die Mär von der Geschicht`,
das lass Dir sagen,
der Schlachten Schutt
aus tausenden von Kriegen
hat`s bewiesen,
auch wenn Du`s partout
nicht glauben willst,
ohne Adlers Blick
und eine Handvoll Mut,
hält der längste
und der beste Frieden
nicht.

© Copyright by Lothar Krist(/zitat)

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