| "Autor" |
Zum schmunzeln gegen langeweile |
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geschrieben am: 06.09.2002 um 08:58 Uhr
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Socken verschwinden in der Waschmaschine
"Kommen Sie mir bitte nicht mit den wissenschaftlischen Fortschritten des 20. Jahrhunderts!
Auch wenn Reisen zum Mond geplant werden.
Auch wenn Computer jede Maschine in Amerika steuern. Auch wenn menschliche Organe verpflanzt werden wie winterharte Blumen.
Na wenn schon! Wenn Sie mir eine Waschmaschine zeigen, die ein paar Socken wäscht und auch wieder zwei Exemplare ausspuckt, veranstalte ich ein Feuerwerk.
Ich hatte noch nie, wie man so schön sagt, eine gute Beziehung zu Waschmaschinen. Sie hassen mich. Entweder schäumen sie über, oder sie spazieren durch die Waschküche,
oder sie geben ganz einfach den Geist auf.
Aber vor allem haben sie eine Schwäche für Socken, die jeder Beschreibung spottet.
Männer verstehen das nicht.
Männer sind rationale Wesen.
Mein Waschmaschinenmechaniker ist da keine Ausnahme.
>>Wenn Ihre Socken nicht wieder paarweise rauskommen, meine Dame, kann das nur bedeuten, daß Sie sie nicht paarweise reingetan haben.<<
Ich sah ihn scharf an. >>Ich weiß ganz genau, daß ich sie paarweise zusammengetragen habe.
Glauben Sie mir, nicht einmal Noah hat solche Gründlichkeit walten lassen.
Ich habe meinem Sohn im Schlaf ein Paar schwarze ausgezogen, ein Paar rote habe ich aus seiner Tennistasche genommen, ein steifes Paar von der Decke,
ein lehmverkrustetes Paar aus dem Handschuhfach seines Autos und
ein schimmeliges Paar aus zwei Stiefeln. Und wie Sie sehen, habe ich jetzt jeweils nur noch eine Socke. Die zweite ist durchweg verschwunden.<<
>>Sie haben hier ein hellblaues Paar, das zusammenpaßt<<, widersprach er.
>>Natürlich haben wir ein hellblaues Paar, Sie Schlaumeier. Wir hassen nämlich das hellblaue Paar.
Die beiden kommen aus der Waschmaschine, auch wenn wir sie gar nicht hineingetan haben.
Die Waschmaschine ist schlicht und einfach boshaft. Verstehen Sie das nicht?<<
>>Ich will Ihnen nicht zu nahe treten, meine Dame<<, stammelte er, >>aber könnte es sein, daß Sie ab und zu zu tief ins Glas schauen?<<
>>Ich glaube, daß sich irgendwo in dieser Waschmaschine eine kleine Falltür befindet, wo von zwei Socken eine hineingezogen und dort gefangengehalten wird.
Im Inneren der Maschine befindet sich ein geheimer Schatz an nicht zusamennpassenden Socken.<<
>>Vielleicht noch ein kleines Gläschen für Ihre Nerven?<<
>>Wissen Sie, was das bedeuten würde, wenn wir das Versteck fänden?<<
>>Immer mit der Ruhe, meine Dame, höchstwahrscheinlich verstopfen sie die Pumpe. Ich seh' mal nach.<<
Genau zwölf Dollar und fünfzig Cents später schüttelte der Mechaniker den Kopf.
>>Die Pumpe ist frei. Ich sag Ihnen was. Warum stecken Sie die Socken nicht in einen kleinen Wäschebeutel und -<<
>>Habe ich doch schon gemacht, und wissen Sie was? Wenn ich die Beutel herausnehme, sind sie zwar verschlossen, aber trotzdem fehlt von jedem Paar eine Socke.
Ich sage Ihnen, so kann es nicht mehr weitergehen. Nicht zu wissen, wohin die nächste Socke verschwindet. Die Kinder mit einem verbundenen Fuß auf die Straße schicken zu müssen.
Wie soll eine Mutter das aushalten?<<
>>Ja, meine Dame, Sie könnten sich vielleicht etwas weniger einschenken. Und wenn das nicht hilft,
könnten Sie und Ihre Waschmaschine vielleicht in einer Talk-Show auftreten.<<
Ich habe Ihnen ja gesagt, daß einen niemand versteht.
( Quelle: Erma Bombeck- Der Tag, als ich die Socke fand )
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