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geschrieben am: 23.12.2000 um 23:00 Uhr
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| [i]Morgen ist es wieder einmal so weit. Weihnachten, Fest der Liebe und der Fröhlichkeit. Ich erinnere mich noch ganz genau, wie es vor zwanzig Jahren war. Da sass ich genau um diese Zeit noch im Kaufhaus mit angeklebtem weissen Bart, roter Pudelmütze und kleinen Elfen neben mir, auf dem Stuhl des Weihnachtsmanns und wartete auf das nächste Kind, welches sich, wie auch so viele vorher, auf meinen Schoss setzt und mir seine Wünsche offenbart. Was gab es doch alles für Wünsche, einer wünschte sich ein Auto, keins aus Lego, sodern den neuen Porsche, ich vertröstete ihn damit, er seihe noch zu jung, machte ihm stattdessen andere Vorschläge, was er sich denn wünschen könnte. Ein anderer wünschte sich eine Laserpistole, ihm sagte ich, es seie nicht gut mit Waffen zuspielen und er hörte auf mich. Ein kleines Mädchen wünschte sich ein Puppenhaus, ich sagte ihr, es seie zu teuer für den alten Weihnachtsmann, schenke ihr einen Lutscher, sie lächelte. Ein weiteres Mädchen wünschte sich ein Pferd, ich erzählte ihr von den Problemen, die so ein Pferd mit sich bringt, gab ihr einen Jojo, sie war glücklich. Dann aber gab es auch welche, die wünschten sich nichts von dem allen, sie hatten andere Wünsche, Wünsche die mich traurig machten. Als ein kleiner Junge zu mir kam, mir aber nicht seinen Wunsch erzählen wollte, da brachte ich ihn auf den Gedanken eines Spielzeugautos, er lehnte es ab, auch den Lutscher wollte er nicht. Beim weggehen sagte er nur, "Du bist nicht der echte Weihnachtsmann, der echte hätte meinen Vater wieder lebendig gemacht!". Ich schluckte einmal und musste mich ja sofort dem nächsten Kind witmen. Ein anderes Mal, diesmal war es ein Mädchen, fragte ich wieder nach dem Wunsch, das Kind antwortete, sie wollte ihrem besten Freund wieder, der ins Ausland gezogen wäre. Ich musste sie vertrösten, wollte ihr einen Lutscher geben, sie weinte und lass den Lutscher fallen. Es gab noch viele solcher Vorfälle, alle sie haben mich nachdenklich gemacht. Ich konnte nicht mehr den Weihnachtsmann mimen, ich konnte den Kindersn nicht alles vorlügen. Ich hielt es nicht mehr aus, den Kindern die Hoffnung zunehmen. So kündigte ich den Arbeitsplatz und witmete mich wieder meinem normalen Job zu, dem Pfarrerdasein. Aber auch hier erfuhr ich nicht nur positive Erfahrungen. Es kamen viele zu mir aus Verzeifflung, sie wussten nicht mehr weiter. Einigen konnte ich helfen, vielen aber nicht. Wenn ein junger Mann zu mir kam, mich fragte wie es mit seinem Leben weitergehen sollte, er hätte keine Lust mehr auf sein Leben, ich konnte ihm nicht helfen. Ein anderer fragte mich, wie er seiner besten Freundin sagen könnte, dass er sie liebe, ihm konnte ich helfen. Aber auch Pfarrer war nicht die richtige Berufung für mich. Ich konnte nicht ertragen, wie sehr manche Leute doch leiden müssen. Somit zog ich aufs Land hinaus, alleine, weit weg von allen, die mich um Hilfe bitten könnten, die ich nie erfüllen könnte. Hier lebe ich nun schon zehn lange Jahre, abgeschottet von jeglicher Menschheit. In diesen Jahren hatte ich lange Zeit nachzudenken, und ich dachte viel nach. Ich dachte darüber nach, warum die Menschen grade an Weihnachten auf einmal alle ihre Wünsche und Bitten loswerden wollen. Ich dachte darüber nach, warum ein Mensch einem anderen Menschen, den er liebt, es nicht einfach sagen kann, sondern von einem anderen dazu fast schon gezwungen werden muss. Und ich dachte darüber nach, warum ich hier alleine lebe. Auf die ersten beiden Fragen habe ich nie eine Antwort gefunden. Auf die letzte Frage, meine ich zu wissen, wie die Antwort lautet. Ich lebe allein, weil ich die Menschen nicht verstehen kann, sie widersetzen sich allem, was ich für logisch erachte. Sie verhalten sich so ungeschickt und schüchtern, ich kann es einfach nicht verstehen. Somit floh ich, ich wollte nicht die Verantwortung tragen, ich wollte die Menschen nicht ändern, auch wenn ich es so gern wollte. Heute weiss ich nicht mehr, ob ich denn nicht auch so bin, ich weiss nicht, ob man |
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