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geschrieben am: 30.10.2002 um 20:31 Uhr
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nun gut
Es gab Tage, da war ich glücklich darüber, alleine arbeiten zu können, ich meine, als ich noch im Team war, und auch jetzt arbeite ich gerne alleine. Aber ich rede gern mit jemandem, lasse mich beraten, wenns schwer wird, oder ich helfe eben. Im Moment siehts bloß so aus, als obs nicht schwer wird und ich immer nur helfe, ich habe nichts zu tun, außer dem Scheiß mit den oben erwähnten Hunden usw. .
Damit man nichts falsches denkt. Ich bin kein introvertiertes, einsilbiges Einzelgängerarschloch, und ich glaube, dass ich auch kein Frauenhasser bin. So sicher kann man sich da nie sein. Ich kenn viele Ehemänner, die verkappte Frauenhasser sind. Ich kenne allerdings auch eine Menge Frauenhasser, die vorgeben bloß zu Studienzwecken verheiratet zu sein. Was studieren die bloß ? Ich mache darauf aufmerksam, dass es sich nur bei einem geringen Prozentsatz um ein und dieselbe Person handelt.
Ich saß also nur da, spielte mit dem Wassernapf von Mrs Henders Cavalier King Charles Spaniel und hatte auch ein bisschen Angst davor, dass das Telefon klingelt, denn das hätte aufstehen, Mantel anziehen, Wassernapf füllen, Gequieke des verwöhnten Viechs ertragen und raus in den Regen gehen bedeutet. Nicht dass ich Tiere nicht mag, aber Hunde sind scheiße, wenn sie nicht richtig erzogen werden. Und das ist kaum einer. Das ist so ein Abend an dem natürlich in jedem schlechten Kriminalfilm das Telefon klingelt. Natürlich, es ist 10 Uhr Abends, der Regen schüttet wie aus Eimern und irgendwo in Soho stirbt unpraktischerweise ein Mensch. Selbstverständlich zögert der Held keinen Moment, frohgemut und gutgelaunt nach draußen in das Unwetter zu stürzen um ...
In diesem denkwürdigen Augenblick klingelte das Telefon. Wenn man den weiteren Verlauf der Dinge betrachtet, so hängt alles davon ab ob ich da bin oder nicht (für den Anrufer, versteht sich).
Ich beschloß erstmal nicht da zu sein, doch der Anrufer war derart penetrant, das ich irgendwann doch abnahm. Das war sehr verhängnisvoll. Hätte ich früher abgenommen, so hätte ich die kurze Botschaft des Mannes vernommen, für unwichtig erklärt und weggeschmissen, Pardon, zu den Akten gelegt.
Kurze Zeit später hätte das Telefon aus nachfolgendem Grunde zu klingeln aufgehört. So aber vernahm ich folgende Worte: "Wenn schlacht's das Schwein erwachst zu sacht juhu ..."
Weiter kam er nicht, denn einige Würggeräusche und das Geräusch eines fallenden Kartoffelsacks, sowie das kurz darauf folgende Knacken in der Leitung zeigten meinen überaus geschärften Sinnen an, das dieses Gespräch nicht auf natürliche Weise beendet wurde. Ich dachte kurz nach und faste einen sehr vernünftigen Entschluss. Ich leinte den Hund an die Heizung, stellte einen Wassernapf ohne und einen mit Wasser vor ihn, aktivierte die Kamera in meinem Arbeitszimmer, nahm meinen Mantel und hastete durch den Regen zu meinem Opel Tigra. Der Wagen war neben meinem Fernseher mein teuerster Besitz und mein ganzer Stolz. Er war schnell und der richtige Wagen für coole Personen. Die Deutschen können nichts, bis auf Autos, da können sie alles. Ich fuhr zu meiner Wohnung in Hackney, warf eine Tiefkühlpizza in die Mikrowelle und sah mir die Aufzeichnung Arsenal - Leverkusen vom heutigen Abend an. Unnütz zu erwähnen, das London 4:1 gewann. Die Deutschen können nichts, das Tor für Leverkusen schoss ein Kroate!
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