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geschrieben am: 25.02.2003 um 20:03 Uhr
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GOTHIC ALPHABET
A - Achtziger Jahre
Diese Musikepoche ist prägend für die Entwicklung der Düsterszene. Von Medien und Managern wurde in dieser Zeit erstmals der Begriff "Gothic" geprägt (Anthony Wilson, Man. of Joy Division). Punk war die wichtigste Strömung, die die neue dunkle Musik beeinflußte. Aus dem (Düster-) Punk entwickelte sich Gothic-Rock, frühe Vertreter waren Bauhaus, Siouxie & The Banshees, Joy Division und später Sisters of Mercy und The Cure. In dieser Zeit entstand die Subkultur der Gruftis. Jugendliche, die sich in der vom Kapital dominierten Gesellschaft abseits fühlten, kehrten das Übel ihrer Zeit nach außen, kultivierten es auf ihre Weise, rebellierten und feierten den Abgrund der Welt.
B - Bedeutung
Fragt man einen Gruft, weshalb er ausgerechnet Schwarz trägt, hört man meist, daß zu dieser Lebenseinstellung bunt einfach nicht passt. Ihre Liebe gilt der Finsternis, doch nicht unbedingt auch deren Schrecken. Sie beschäftigen sich mit den verschiedensten Erscheinungsformen des Todes, doch nicht um ihn zu verherrlichen. Gruftis nehmen nur alles etwas intensiver wahr, messen allem etwas mehr Bedeutung bei, als andere es tun.
Zerfall von Religionen, Freundschaft, Todeserlebnisse und die Kommerzialisierung der Musik sind Themen für nächtliche Diskussionen in Gruftikreisen. Schwarze Klamotten und eine bestimmte Musikrichtung machen noch keinen Gruft. Inhaltliche Werte, wie Ästhetik- und Kunstempfinden, sind der Romantik-Bewegung des 19. Jahrhunderts entlehnt.
C - Carpe Noctem
Tatsache ist, dass Gruftis Nachtmenschen sind und ihren Lebensstil im Dunkeln mit aller Konsequenz ausleben. Schwarzgewandet und bleich geschminkt finden sie sich in Szene-Clubs oder Irish Pubs zusammen, um den Alltag mit seinen Anfeindungen hinter sich zu lassen, Erfahrungen auszutauschen, über die neusten Top Ten zu lästern und zur eigenen Musik zu tanzen. Obwohl natürlich der gruftigste Gruft gar nicht tanzen dürfte, schon wegen des Transpirierens, wird eigentlich gern und viel getanzt.
D - Dark Wave
Stellt eine der ausgeprägtesten und ältesten Musikrichtungen der Grufti-Bewegung dar. Aktuelle Vertreter sind, z.B. Clan of Xymox oder Deine Lakaien. Ableger dieser Kategorie ist die EBM (Electronic Body Music) oder Electro-Musik, welche gewöhnlich tanzbarer und rhythmischer als Gothic ist. Auch optisch ist der EBMer zu erkennen. Unter den Anhänger dieser Richtung finden sich die Lack- und Lederoutfits aller Variationen.
E - Epochen
Allgegenwärtig im Alltag des Gothic ist das Mittelalter. Ein Zeitalter mit Mythen und Legenden, in dem der Tod täglich zum Leben gehörte (Pest etc.). Neben Barock und Renaissance sind besonders der Gotik viele Ideen und Schönheitsideale entliehen. In der Romantik fand eine Rückbesinnung zu den Idealen der Gotik ihren Anfang. Werke Eschenbachs oder Walter von der Vogelweide wurden wiederentdeckt. In Zeiten des industriellen Fortschritts besann sich die Kunst auf längst vergangene Zeiten, um so der Wirklichkeit zu entfliehen. Man kann die Grufti- und Gothicbewegung als Fortführung dieser Bewegung betrachten. Auch das Schönheitsideal der vornehmen Blässe und prunkvollen Kleidung ist dieser Zeit entlehnt.
F - Farben
Obligatorisch ist Schwarz als Farbe der Trauer, Resignation und edler Bescheidenheit. Vor allem Gewänder aus Barock, Renaissance und Mittelalter zeigen sich farbenfroher, da hier die Machart bereits Abspaltung vom normalen Outfit signalisiert. Als gruftige Farben gelten ferner Rot, dunkle Grün- und Blautöne, Violett und Weiß als Farbe des Todes. Sinn des auffallenden Äußeren ist die Optische Ablehnung des "Happy Life", das mit bunten Sachen und schrillem Styling ewige Jugend als Lebensziel proklamiert.
G - Gothic / Gruftie
Zur Begriffserklärung: Wenn man sich selbst oder die Szene als "Gruftis" bezeichnet, ist das nicht mehr als der Versuch, der Außenwelt überhaupt einen Begriff zu geben und diese Bewegung deutlich von den Satanisten abzugrenzen. Eigentlich sind die wirklichen "Gruftis" jetzt fast Vierzig, denn dieser Begriff bezeichnete die Anhänger der Düsterszene Anfang der 80er Jahre. Da gab es Gruftis, Waver und Punks, fein säuberlich voneinander getrennt. Punks gibt's auch heute noch, aber Waver sind eine vom Aussterben bedrohte Rasse und aus deren Überlebenden und den Kindern der Gruftis wurden nach einer langen Zeit die Gothics. Benannt nach dem dazu passenden Musikstil, der recht ruhige, melancholische Klänge beinhaltet. Natürlich tragen sie immer noch Schwarz und lieben hoch(!)toupierte Haare, doch es sind einige Accessoires mehr dazu gekommen. Das Styling orientiert sich mehr denn je am Mittelalter |
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