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geschrieben am: 10.11.2003 um 22:58 Uhr
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mir ist zwar nicht so ganz klar, was Du damit vorhast, aber die Säure, die Du suchst, ist tatsächlich die Säure des Fluorid-Ions, HF, Flußsäure
Flußsäure ist extrem gefährlich, sehr giftig, sehr ätzend und dringt überdies sehr tief ins menschliche Gewebe ein. Ich habe im Studium Bilder von Flußsäureverätzungen gesehen....das Zeug geht im wahrsten Sinne des Wortes "unter die Haut"....quasi bis auf den Knochen und kann daher zu richtigen Verkrüppelungen führen.
(zitat)Vorkommen, Verwendung, wirksame Bestandteile:
Flußsäure ist eine stechend riechende, stark ätzende und sehr giftige farblose Lösung von Fluorwasserstoff in Wasser. Sie hat kein natürliches Vorkommen und wird zum ätzen von Halbleitern und Chips, Ätzen und Reinigen von Silikon, Glas, Metall, Stein, und Porzellan benutzt
Eigenschaften und Wirkungen:
Aufgrund ihrer geringen Dissoziation, hohen Lipidlöslichkeit und Polymerisation besitzt sie ein starkes Penetrationsvermögen im menschlichen Gewebe, d.h., Flußsäure entfaltet in tiefen Gewebeschichten eine stark ätzende Wirkung. Die Konzentration der resorbierten Flußsäure ist bei akuter Intoxikation im Blut niedrig (,4 mg/l), aber in den inneren Organen auffallend hoch (1,8-26,7 mg/100 g Frischgewebe; normal 0,1 mg/100 g). Mit Calcium des Gewebes bildet sich unlösliches CalciumfluoridSäure mit starker Ätzwirkung. Erzeugt als wässrige Lösung (bereits ab 0,1-0,3%) auf Haut und Schleimhäuten äußerst schmerzhafte Verätzungen, die sich durch weitere Diffusion der undissoziierten Säure rasch ausbreiten können. Sie gehen in hartnäckige Geschwüre über, die durch sehr schlechte Heilungstendenzen gekennzeichnet sind. Das Einatmen von Dämpfen verursacht Verätzungen der Atemwege und ein toxisches Lungenödem.
Akute Toxizität:
Mensch oral: niedrigste toxische Dosis 1 g niedrigste tödliche Dosis 5 g
Mensch inhal: niedrigste toxische Dosis 100 mg/m3/1min
Ratte oral: LDLO 25 mg/kg
Ratte inhal: LD50 1276 ppm/h
MAK-Wert: 3 ml/m3; 2 mg/m3
BAT-Wert: 7 mg/g Kreatinin
Kategorie nach GefStoffV: Gefahrenklasse C / T (ätzend und giftig).
Kategorie nach MAK-Werte-Liste: I (lokal reizende Stoffe)
Klinik:
Haut: Rötung, Brennen, Verätzungen schwersten Grades sind zu erwarten, verzögerte Reaktion bei Konzentrationen < 50% 1-8h, < 20% bis 24h., Rhabdomyolyse.
Schwerste Verätzungen schon ab 0,3%iger Flußsäure.
Atemtrakt: Verätzungen, Dyspnoe, Bronchospasmus, Tracheobronchitis, Pneumonitis, Lungenödem, Veränderung der Lungenfunktion sind messbar.
Augen: Rötung, Brennen, Konjunktivitis, Verätzungen, Hornhauterosionen und -trübungen, auch bei Dampfexposition.
Magen, Darm: Bauchschmerz, Übelkeit, Erbrechen, Blutungen, Nekrosen, Perforation, Pankreatitis, erhöhte Transaminasen, metabolische Azidose, Hypocalcämie, Hypomagnesiämie, Arrhythmien.
Labor/Diagnose: Kann Glas ätzen(/zitat)
laß lieber die Finger davon...
Gruß
tinker
und noch eine Gutenacht-Geschichte:
(zitat)In einem Labor wurde aus einem Gefäß aus Perfluoralkoxypolymer in einer Mikrowelle 70%ige Flußsäure abdestilliert. Etwa 15 Minuten nach Beginn der Destillation zerplatzte das Destillationsgefäß (vermutlich Siedeverzug), die Tür der Mikrowelle wurde aufgerissen und die etwa 60 °C heiße Flußsäure spritzte heraus. Der zufällig vorbeikommende Betriebsleiter erleidet dadurch eine etwa handflächengroße Verätzung am Oberarm sowie geringfügige Verätzungen an der linken Rückenseite und im Gesicht. Nach sofortigen Erste-Hilfe-Maßnahmen erfolgt ein Transport mit einem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus. Noch während der unfallchirurgischen Behandlung treten kardiale Komplikationen auf und im weiteren Verlauf kommt es u.a. zu akutem Nierenversagen. Die Reanimationsbemühungen werden 5,5 Stunden nach dem Unfall aufgegeben. Das Geschehen war insbesondere mit Blick auf die nicht besonders große verätzte Fläche ungewöhnlich und gibt Anlass zu dem Hinweis, dass bei allen Verätzungen durch konzentrierte Flußsäure die größer als ein Handteller sind, u.U. mit einem dramatischen Verlauf zu rechnen ist.
Geändert am 10.11.2003 um 23:03 Uhr von Tinkerbell |
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