Auf den Beitrag: (ID: 16561) sind "10" Antworten eingegangen (Gelesen: 1089 Mal).
"Autor"

Die Kunst der Ehezerrüttung

Nutzer: xebulon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.08.2004
Anzahl Nachrichten: 37

geschrieben am: 23.06.2005    um 19:39 Uhr   
Wenn eine Frau heiratet, hofft sie, daß ihr Mann sich verändert - und er tut es nicht. Wenn ein Mann heiratet, hofft er, daß seine Frau bleibt, wie sie ist - und sie tut es nicht. Männer sind nicht wie Frauen. Die Enttäuschung darüber kann ein wunderbarer Beginn für die Zerrüttung jeglicher Partnerschaft sein. Nörgeln Sie, kämpfen Sie, zeigen Sie ihm, daß er eine Montagsproduktion ist, werfen Sie den Frosch der Ihnen über den Weg gelaufen ist, immer wieder an die Wand, damit endlich ein Prinz daraus wird. Werden Sie Zerrüttungsprofi. Beschleunigen Sie das Partnerrecycling, vielleicht wird beim nächsten Mann ja alles anders.




Ein wichtiger Schritt zur Zerrüttung ist die Kritik in aller Öffentlichkeit. Teilen Sie Ihre Enttäuschungen über seine Unvollkommenheit offen mit Verwandten, Freunden und Bekannten. Damit schaffen Sie sich Verbündete und er kann sich dann nicht so leicht wehren wie zu Hause. Betonen Sie Ihre Verbitterung immer wieder vor möglichst viel Publikum: Wenn Sie damals nicht in einem Anflug geistiger Umnachtung ausgerechnet diesen sogenannten "Mann" gewählt hätten, dann wäre Ihr Leben anders verlaufen: nämlich schöner, erfolgreicher, angesehener und gesünder.

Wenn er gelegentlich sexuell zum Zuge kommt, dann geben Sie ihm das Gefühl, dass er im Bett so aufregend ist wie eine zwei Tage alte Semmel. Er muss das Gefühl haben, ein kompletter Versager zu sein. Nörgeln und kritisieren Sie ihn nach jedem Sex und laufen Sie dann auf jeden Fall tagelang wie ein Trauerkloß im Haus umher. Aus ihren Reden sollte er schließen können, dass das Fiasko im Bett ausschließlich an ihm liegt und nicht etwa an Ihnen. Schwärmen Sie zum Beispiel von richtigen Männern. Oder plaudern Sie mit träumerischen Gesichtsausdruck von früheren Partnern. Schließlich ist es seine Aufgabe, für erstklassigen Sex zu sorgen. Sie können im Bett so lausig sein, wie Sie wollen. Sind Sie bereit für Ihren Opfergang? Am besten, Sie bewegen sich nicht und geben keinen Mucks von sich. Bleiben Sie still und steif wie eine Mumie, so dass er sich fühlen muss wie ein Leichenschänder.

Männer zu domestizieren und Hunde zu dressieren ist fast dasselbe. Sie brauchen nur eine ganz einfache Regel der Hundedressur zu beherzigen, und Sie erzielen erstaunliche Effekte. Diese Regel heißt: Er bekommt den Hundekuchen nur, wenn er brav war. Ihr wertvollster Hundekuchen ist das Dreieck zwischen Ihren Beinen. Denn Frauen geben Sex, um Liebe zu bekommen, und Männer geben Liebe um Sex zu bekommen. Stutzen Sie ihn und seine animalischen Triebe zurecht. Dann entwickelt er über kurz oder lang einen solchen Entzugsfrust, dass er Hals über Kopf in die Arme einer anderen flüchtet, die von unseren ausgefeilten Techniken noch nichts gehört hat.

Kinder eignen sich durch ihre schiere Existenz so vorzüglich zur Ehezerüttung, dass man allein darüber ein Buch schreiben könnte. Der Einfluss der kleinen Chaoten auf Ihr Liebesleben ist durchschlagend. Da die Kinder immer Vorrang haben, verbietet es sich von selbst, die Tür auch nur kurzfristig abzuschließen. Zweisamkeit und Intimität müssen eben warten, bis Oliver alt genug ist, also etwa bis er sein Abitur hat und das Haus verlässt. Kinder dürfen nämlich unter keinen Umständen auch nur ahnen, dass Mami und Papi mehr verbindet als das flüchtige Küsschen, das der Papi manchmal morgens auf die Stirn gehaucht bekommt.

Erinnern Sie sich bitte daran, dass Männer meist eine hervorragende Eigenschaft haben: Sie sind zuverlässige Ernährer oder aufregende Liebhaber oder poetische Träumer oder gute Kameraden oder anständige Väter. Alles zusammen tritt ungefähr so häufig auf wie der Einschlag eines Meteoriten in Ihrem Wohnzimmer. Konsequenz: Sie haben also garantiert (mal wieder) den Falschen gewählt.

  Top
"Autor"  
Nutzer: blueLili
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 19.08.2002
Anzahl Nachrichten: 14430

geschrieben am: 24.06.2005    um 06:25 Uhr   
Lebensende mit drei Buchstaben...














  Top
"Autor"  
Nutzer: Merlie1
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 30.10.2003
Anzahl Nachrichten: 136

geschrieben am: 24.06.2005    um 10:33 Uhr   
Sorry. Denn obwohl dieser Beitrag sehr sehr viele Wahrheiten beinhaltet, mußte ich doch herzlich lachen. Und mir drängt sich gerade nur ein Gedanke auf: Gott sei Dank bin ich kein Mann *lacht.

Lieben Gruß - Merlie
  Top
"Autor"  
Nutzer: NRWgirli
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 11.12.2001
Anzahl Nachrichten: 1020

geschrieben am: 24.06.2005    um 10:56 Uhr   
Lacht mit Merlie.......jaja die Frauen
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar!!
  Top
"Autor"  
Nutzer: xebulon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.08.2004
Anzahl Nachrichten: 37

geschrieben am: 24.06.2005    um 13:59 Uhr   
übrigens:
obenstehende "Tips" sind nachzulesen bei
Eleonore Höfner, "Die Kunst der Ehezerrüttung",
Rowohlt Verlag


Besser totgelacht als totgenörgelt - eine Klasse Satire auf Streitereien in Ehe und Partnerschaft


Die Autorin
Eleonore Höfner ist 1946 in Tübingen geboren und dort aufgewachsen. Sie lebt mit Mann, zwei (fast) erwachsenen Kindern und zwei Katzen, die allesamt nicht domestizierbar sind, in München. Eleonore Höfner promovierte 1975 in München zum Dr. phil. Neben kurzen Ausflügen in die Wirtschaft arbeitet sie seit fast zwanzig Jahren in freier Praxis als Psychotherapeutin. Ihre Arbeitsschwerpunkte sind die Paartherapie, Entspannungstechniken in Gruppen und Weiterbildungsveranstaltungen für Psychotherapeuten und Ärzte, die sie als Mitbegründerin des «Deutschen Institutes für Provokative Therapie» seit einigen Jahren durchführt.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bonni
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 29.09.2003
Anzahl Nachrichten: 139

geschrieben am: 26.06.2005    um 11:34 Uhr   
Auch ich mußte Tränen lachen,
das zu lesen und mit dem abstimmen
was ich auch beruflich so oft mitbekomme
....das Leben ist halt doch nur mit
Humor zu ertragen.... und diese Geschichte
bestens geeignet...um manch einem als
Spiegel vorzuhalten
geht schmunzelnd Bonni
....wer meint mich zu kennen.....ist einen langen weg gegangen
  Top
"Autor"  
Nutzer: xebulon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.08.2004
Anzahl Nachrichten: 37

geschrieben am: 26.06.2005    um 12:25 Uhr   
Zerrüttungsprofis unter den Frauen unterstellen dem Mann ein falsches Wort, welches die Stimmung bei ihnen restlos ruinierte. Unter solchen Voraussetzungen kann die Frau natürlich auf keinem Fall mit dem Mann schlafen. Und er ist ein so unsensibler Klotz, dass er nicht mal errät, was er falsch machte! Dieses Vorgehen sei – so Höfner – wirkungsvoller als die ansonsten üblichen Migräneattacken und Depressionsanfälle, denn nun fühlt er sich auch noch schuldig.

Die Zerrüttung hat im Kern das Ziel, beim anderen möglichst viele Schuldgefühle zu verursachen. Damit das auch wirklich gelingt, muss sich die Frau raffinierter Techniken bedienen. Sie muss es schaffen, entweder den Mann für ihre trübe Laune unmittelbar verantwortlich zu machen (das ist Top-Tipp) oder sie muss es schaffen, den Mann dafür verantwortlich zu machen, dass er eine gegebene trübe Laune nicht vertreiben konnte. So oder so: dem Mann ist die Schuld zuzuschieben.

Den Depressionen widmete sie ein eigenes Kapitel („Opferlamm“).

„Eine andere sehr wirkungsvolle Möglichkeit ist eine schöne, ausgewachsene Depression. Das beginnt ganz unauffällig. Dazu sorgt die Frau z.B. dafür, dass sie immer und überall auf ihn angewiesen ist. Der Übergang von dieser Abhängigkeit zum hilflosen Opfer ist fließend. Erst wenn Sie nicht einmal mehr allein zum Einkaufen gehen können, fällt ihm vielleicht auf, dass die eingeschlagene Richtung allmälich lästig wird. Aber dann ist es glücklicherweise zu spät! Da er ja so groß und stark und in jeder Beziehung meisterhaft ist, terrorisieren Sie ihn so lange mit Ihrer Schwäche, Unfähgikeit, Ihren Zweifeln und Unsicherheiten, bis er Ihnen entnervt einen Platz in einer psychiatrischen Klinik sichert und irgendeiner anderen Frau, die auch nur ansatzweise eine gewisse Selbstständigkeit zeigt, auf den Leim geht.
Raffiniert mobilisieren Sie seine Schuldgefühle. Damit setzen sie ihn gezielt ins Unrecht. Er hat es doch immer gemocht, wenn er Ihnen helfen durfte – nicht wahr? Und jetzt, wo Sie in wirklich brauchen, weil es Ihnen sooo schlecht geht, versucht er sich zu drücken. Bringen Sie ihn dazu, dass er über Ihr kaum noch hörbares Geseufze die Nerven verliert und Sie beleidigt, angreift, schüttelt oder gar schlägt. Niemand hält eben ein Dauerfeuer an aktivierten Schuldgefühlen aus, ohne irgendwann Aggressionen zu entwickeln oder Reißaus zu nehmen.
Eine andere Taktik besteht darin, zunächst mal Jahrelang alles mögliche zu erdulden und ihn dann für Ihr verpfuschtes Leben verantwortlich zu machen. Er hat sie daran gehindert, sich zu entfalten. Er ist schuld, dass Sie keinen Beruf haben. Ihm haben Sie ihre Jugend und Schönheit geopfert. Und was ist der Dank?
Machen Sie ihn für alles verantwortlich was schief läuft. Schließlich traf er die meisten Entscheidungen und muss daher für alles gerade stehen.
Nehmen Sie zum Beispiel seine Liebhabereien. Hierbei kommt Ihnen sehr entgegen, dass die meisten Männer Hobbies haben, die eher an die niederen Instinkte rühren. Machen Sie daraus keinen Hehl, dass Ihre Vorlieben selbstverständlich wesentlich durchgeistigter sind. Wenn es um seine Hobbies geht, gilt der Kernsatz „Du immer mit deinen blöden…“
  Top
"Autor"  
Nutzer: TomWelles
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 30.01.2003
Anzahl Nachrichten: 5146

geschrieben am: 26.06.2005    um 12:33 Uhr   
totlacht
"Anständigkeit ist die Verschwörung der Unanständigkeit mit dem Schweigen." George Bernard Shaw
  Top
"Autor"  
Nutzer: obscuranox
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 09.06.2005
Anzahl Nachrichten: 4

geschrieben am: 26.06.2005    um 13:55 Uhr   
EHE = abkürzung für Errare Humanum Est


hat heute leider mehr bedeutung als einem lieb sein kann...
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bonni
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 29.09.2003
Anzahl Nachrichten: 139

geschrieben am: 26.06.2005    um 19:38 Uhr   
ich lach mich noch kaputt xebu
schreib nicht das ganze Buch hierein bitte :-(((
das ist ja schmerzhaft so ein lachen
....wer meint mich zu kennen.....ist einen langen weg gegangen
  Top
"Autor"  
Nutzer: xebulon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 12.08.2004
Anzahl Nachrichten: 37

geschrieben am: 28.06.2005    um 08:02 Uhr   
(zitat)ist das buch nur beschreibend oder bietet es auch gegenstrategien und lösungsansätze ?(/zitat)

Das Buch ist durchweg beschreibend.
Themen- bzw. Situationsbezogen als Aufbau der Kapitel ... - ein wunderschönes, praktisches Beispiel für den "provokativen Therapieansatz".
Na ja, Gegenstrategien und/oder Lösungsansätze ergeben sich aus dem Inhalt wohl selbstredend. ;-)
Geändert am 28.06.2005 um 08:04 Uhr von xebulon
  Top