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Urlaub? Schon der Beginn ist das Ende...

Nutzer: Gast_lechat
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geschrieben am: 22.01.2000    um 08:03 Uhr   
... etwas gehetzt kam ich am Flughafen an. Ich war wieder einmal etwas spät losgefahren, weil ich unnötigen Wartezeiten gern aus dem Wege gehe. Die Befürchtungen, die Warteschlange vor dem Schalter würde zwischenzeitlich drakonische Ausmaße angenommen haben, wurden vollends bestätigt, aber ich hatte mich für diesen Urlaub mit einem Koffer und zahlreichen guten Vorsätzen bewaffnet, einer davon war Geduld in allen notwendigen Situation zu zeigen. Eine knappe Dreiviertelstunde später erfolgte auch prompt die erste Bewährungsprobe. Als ich mein Ticket und meinen Paß einer charmanten Dame überreichte, teilte sie mir nicht minder charmant mit, ich hätte bedauerlicherweise am falschen Schalter gestanden, Das Tochterunternehmen, das sich schon jetzt riesig freute mich Richtung Ferne zu befördern, befände sich *amendedesgangsjagenaudawodievielenleutenschonanstehen*... und ich müßte dahin! Ein letzter verzweifelter Blick, ein Moment des Selbstbedauerns und los geht's...
"Kind, pass doch mit dem Gepäckwagen auf! Haben Sie sich verletzt?" Aber nicht doch, der Kleine hat mich einfach übersehen und ich habe während des Urlaubs genügend Zeit, um das Fußgelenk wieder in Ordnung zu bringen.
"Dann ist ja alles gut!"
"Sie sind viel zu spät dran, leider konnte das Flugzeug nicht mehr auf Sie warten!" Entsetzen hatte sich bestimmt auf meinem Gesicht breit gemacht, als der Mann in Uniform, sein Ziel erreicht und mit sich selbst offensichtlich zufrieden, die falsche Botschaft als kleinen "Bodenpersonalwitz" entlarvte.
Also Erleichterung, nicht ganz, der Abflug verschiebt sich leider um unbedeutende vier Stunden. "Aber, bedenken Sie, ohne diese bedauerliche Verspätung, hätten Sie ihr Flugzeug verpaßt, nicht wahr?" Besonders tröstlich ist diese Feststellung aber auch nicht.
"Kind, pass doch auf!... Es tut mir wirklich sehr leid... er ist wegen der Reise so aufgeregt". Aber natürlich habe ich Verständnis und es war auch diesmal glücklicherweise das andere Bein, so ist die Parität wieder hergestellt.
Ich bemühte mich jedoch, auf möglichst würdevolle und diskrete Weise, etwas Abstand zwischen fremder Aufregung und eigenem Schmerz herzustellen und schaute auf die Uhr. Noch ungefähr drei Stunden. Da hilft es nur an diejenigen zu denken, die aus welchen Gründe auch immer, zu Hause bleiben mußten. In derartigen Augenblicken ist Schadenfreude zwar moralisch immer noch zweifelhaft, aber ein willkommenes Ablenkungsmanöver gegen die aufkommende Langeweile.
"Diesmal ist alles gut gegangen"... Ja, kurz vor knapp! Wahrscheinlich der Verdienst einer direkten Mitteilung der Fußgelenke an die Neuronen:Nicht schon wieder!... Die Zeit hatte gereicht, um die Füße hochzuheben. Nein, mit dem Koffer ist alles in Ordnung und der Kratzer war vermutlich schon vorher da gewesen. Keine Ursache...ja,ja, die Aufregung, wem sagen sie das...
Endlich, nach weiteren unvermeidlichen und erfolgreich abgewehrten Angriffen des "lieben Jungen mit dem Gepäckwagen", durften wir uns die Prozedur des Eincheckens widmen, wobei es dann immer wieder zu der Situation kommt, dass ein unbegreifliches Gedränge diese Tortur unnötig verzögert. Viele Urlauber benehmen sich dann, trotz der Sicherheit einer Platzkarte so, als ob es sich dabei um ein Rennen nach den besten Plätzen handeln würde, frei nach dem Motto: die Ersten sitzen zuerst... Letztendlich halten wir alle in der Hand das abgetrennte Stück einer Bordkarte, die jedem einzelnen von uns einen numerierten Platz verspricht (abgesehen von einigen peinlichen Verfehlungen bei Doppelbuchungen). Warum die Eile und den völlig überflüssigen Einsatz der Ellenbogentechnik, der Urlaub hat noch nicht einmal richtig begonnen?!
Seelenruhig und leicht amüsiert betrachtete ich das chaotische Benehmen einiger Passagiere und nach und nach näherte ich mich meinem Platz. Ich hatte einen Gangplatz bekommen und fragte mich, wer wohl mein Platznachbar sein würde... Ein Intellektueller, ein oberflächlicher aber äußerst kommunikationsbedürftiger
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Nutzer: beon
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geschrieben am: 22.01.2000    um 10:29 Uhr   
Was soll man dazu sagen. Auf jeden Fall war es amuesant diesen Text zu lesen.
Beon
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Nutzer: japetus
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geschrieben am: 23.01.2000    um 00:24 Uhr   

dito ;-)
J.
'I went away with nothing left but faith.'
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