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geschrieben am: 29.08.2002 um 15:16 Uhr
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Vom Schwert des Phoenix
"Vor unzähligen Altern, zu einer Zeit, da die Welt noch recht jung war und die meisten der Götter untereinander in Frieden weilten, ward ein einzelnes Wesen geschaffen, welches wie sie die Zeiten überdauern sollte. Jenes Wesen, dem Element des Feuers untertan, sollte eines Tages dafür einstehen, dass das Gleichgewicht der Welt sich weiter hielt, mit der gesammelten Kraft aus vieler Schöpfer Händen.
Doch als schließlich zu einer Zeit in den Hallen der hohen Mächte Zwist entbrannte, war einer unter diesen, der verhindern wollte, dass das Feuerwesen wieder Frieden bringen würde, und so sprach er einen Fluch aus, es möge in den Flammen, die ihm selbst zu eigen seien, verbrennen und vergehen. Im letzten Moment vermochte ein anderer der Götter, jenen Fluch zu mindern, wenn auch nicht zu brechen. So kam es, dass das Geschöpf mit neuer Kraft aus seiner eigenen Asche aufstieg, und jene, die auf seine Hilfe hofften, gaben ihm einen Namen. „Phoenix“ ward er von nun an genannt, welches laut Überlieferungen aus der Sprache der vergangenen Zeiten „Hoffnungsträger“ hieß.
Der Zwist unter den hohen Mächten, den Göttern, Gottheiten und deren direkten Untergebenen dauerte an, und viele Verluste entstanden, vor allem auf seiten derer, die gemeinsam mit dem Phoenix noch immer nach der Einhaltung des Gleichgewichtes strebten.
Als endlich die Streitigkeiten beendet waren, man hatte sich auf Frieden geeinigt, verließen die Höheren ihre alten Gefilde und teilten sich in zwei Lager. Die Hüter des Gleichgewichtes erschufen ein neues Reich, welchem sie den Namen „Gefilde der Hoffnung“ gaben. Die andern aber bauten sich ihr Reich teils direkt in der Welt zwischen den verschiedenen Völkern, die dort lebten, teils unter der Oberfläche, um von dort aus ihre giftigen Pläne zu schmieden.
Der Phoenix, der, anders als die meisten seiner Schöpfer, zu empfinden vermochte, trauerte sehr über diese Teilung, denn einige seiner Väter waren vergangen, und andere hatten sich den Mächten angeschlossen, die nicht mit in die Gefilde der Hoffnung gezogen waren. Die Zerstörung jenes Krieges, in welchem erstmals die Wesen, welche man später zuweilen auch mit „Engel“ und „Dämonen“ zu benennen wusste, gegeneinander angetreten waren, um ihre Stellungen festzulegen, hatte seine Spuren hinterlassen, und das Feuergeschöpf weinte viele Tränen in seiner Trauer. Doch wo diese Tränen fielen, erstand aus der Zerstörung teils neues Leben, so wie er selbst einst aus seiner Asche neu erstanden war, und aufstrebende Hoffnung ließ auch den Phoenix neuen Mut fassen. Unter die letzten seiner Tränen mischte sich eine seiner Flammen, und beides erstarrte zusammen zu einem kleinen schimmernden Stein, einem Rubin, glänzend und rein wie Kristall, doch rot wie das Blut, um welches die Tränen geflossen waren.
Einer der Hüter des Gleichgewichtes nahm den Stein auf und zeigte ihn seinen Brüdern, denn er ahnte, dass dieses Kleinod große Macht in sich barg. So begann man mit Beratungen, was mit dem Rubin, der nicht zerstörbar war und dies auch nicht sollte, da er einen Teil des Phoenix selbst in sich trug, geschehen sollte.
Schließlich, als die verbliebenen Schöpfer des Hoffnungsträgers eine Lösung gefunden hatten, holten sie die besten Schmiede aus den verschiedensten Völkern der Welt in ihr Reich. Derer neun an der Zahl, ließen sie jene gemeinsam ein Schwert fertigen. Kein Zeichen, keine Rune, nicht einmal eine Kerbe sollte später darauf hinweisen, was diese Klinge in sich barg, und man arbeitete den Rubin im Griff des Schwertes ein, von nun an untrennbar miteinander vereint für alle folgenden Zeitalter. Die Hüter des Gleichgewichtes legten mächtige Schutzformeln über die Klinge und ihren Stein, und so währte die Fertigstellung jener Waffe in heutigem Maße gesprochen 77 Tage.
Als die Arbeit getan war, übergaben die letzten Väter des Phoenix diesem die Klinge, und man sagte ihm, ein Teil seiner selbst, ein Teil seines Herzens und seines Geistes sei auf immer in diesem Stein in diesem Schwerte gebunden, und obschon er von nun an frei von ihnen sein werde, werde er auf immer im Bunde mit dieser Klinge und deren Träger stehen. Jenen Träger solle er suchen, eine einzige verstehende Seele in der ganzen Welt, die jenes Schwert zu führen wisse. Jene verstehende Seele müsse er finden, um mit ihr in den wahren Bund zu treten und sie zu einem Träger eines Teils seiner selbst zu machen."
.... so steht es geschrieben in einem uralten Buch, welches sich heute wieder im Gewahrsam der hohen Mächte befindet, doch wurden jene Worte überliefert und auf einem Pergament niedergeschrieben, welches der Wind wie vom Zufall geleitet über die Lichtung des Waldes gleiten ließ. Die Trägerin des Schwertes, die verstehende Seele, ahnt nichts von jener Schrift, doch weiß sie dennoch um die Geschichte ihrer Klinge...
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