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geschrieben am: 24.10.2003 um 17:21 Uhr
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Wie Recht Boreas doch hatte mit all seinen Worten, welche er sprach. Und obgleich er, von Andrasteia doch letzten Endes als Berater selbst erwählt, so weise sprach, war sie zu sehr damit beschäftigt, dem Ganzen noch mehr hinzuzutragen. Der durchdringende und durchbohrende Blick, welchen sie Pyria trotz einem sachten Lächeln entgegenbrachte, wollte nicht vergessen sein. Und wie es das Schicksal wollte, war auch dies zum Schluss hin gestorben. Pyria lässt sich nicht leiten von blinder Wut und falschem Eifer, sondern gewährt immer noch der Ruhe und Gelassenheit trotz erfordertem Ernstes die Oberhand.
„Somit hast du viele von uns nicht nur schändlichst hintergangen, über aller Wort hinweg entscheiden wollen, schwere Vorwürfe und Anschuldigungen verlauten lassen, nein, du hast vor aller Angesicht erneut gegen die Regeln der Riondra verstoßen und drohst nun Gefahr zu laufen, dich an dem innewohnenden Zorn von Kyristas Worten zu verlieren!“ Auch sie hatte das drohende Unheil lange kommen sehen. Der Schwur der Furie war ausgesprochen und man wagte es, sich über jenen hinwegzusetzen. Und wenn es darauf ankäme, würde sie dem Zorn, dem Hass und der Rache, dem wahren Gesicht der Furie keinen Einhalt gebieten, die Rache, nach der es verlangte, frei walten lassen. Doch wie jene sich wirklich zeigen würde... Den Blick und ihre Stimme wandte sie nun an die Furie.
„Mit dir, Kyrista, habe ich die Namenlose zu Grabe getragen. Ich habe so viele kommen, gehen, sterben und verröcheln sehen, so wie du es bis zu deinem Tod getan hast. Wiedergeboren wurdest du als Blutrote Rose im schwarzen, schützendem Meer meiner Blüten gebettet.“
Wort für Wort verklang in der schwerwiegenden Stille, die allein von dem Klagen tausender Seelen und dem leisen, kindlichen Tropfen von dem Wasser der Gutmütigkeit. Die letzten von den Nordwinden getragen, auf dass sie von allen gehört würden, vor allem von Boreas
„Getragen ward sie von deinen Winden in neuer Freiheit. Das Wissen der Vergangenheit gewährt dir den Blick in die nahe Zukunft. Nein, eine neue Wiederauferstehung wird es nicht mehr geben. Nur als Ganzes könnten wir bestehen und hätten die Wahl zwischen dem Erblühen oder dem langsamen Zerfall...
Mit meinen nächsten Worten, so lasst Euch vorhergesagt sein, wird der Zerfall beginnen...
Rosen haben Dornen und wenn diese Rosen schwarz werden, bekommt man ihre Dornen zu spüren!
So werde ich, die Schwarze Rose, meiner Wege ziehen.
Ein jede verlorene Blüte vom kalten Wind getragen
Höret das Weinen, höret das Klagen,
von dem was einst gesprochen ward...
Doch welch getragene Blüte würde auserkoren,
dass sie wie andere nicht verloren,
geschützt bleibt, wie’s bestimmt ihr ward...“
Der scheinbar letzte aller Blicke aus unergründlich tiefblauen Augen, verlor sich an Manto, ehe sie ihn von allen nahm nachdem sie jenen noch einmal in die Augen gesehen hatte, denn mehr wollte sie nicht sagen. Langsam nur schritt sie Richtung der schweren Türe, welche sich für sie öffnete, damit sie hindurchschreiten könne...
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War Andrasteia wirklich immer noch mit Herz und Seele bei der Schwesternschaft? Bereit ihr Leben für anderer zu lassen? Für jede Einzelne von ihnen als Teil eines Ganzen, der vielleicht nicht mehr gegeben war? – Die Leitung der Schwesternschaft wäre in ihren Augen nur eine Entscheidung aller gewesen, wäre sie für immer gegangen, was nicht der Fall war. |
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