| "Autor" |
Odyssee an den Zauberwald |
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geschrieben am: 23.05.2002 um 16:54 Uhr
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Leise tritt die schwache Gestalt ein,
zwei Kerzen in den Händen tragend,
Die den finstren Raum erleuchten
Und mit all ihrer Kraft, die letzte mag es sein,
Die durstenden Münder aller feuchten.
Kaum ein gequältes Lächeln wagend,
Senkt sie dann den stummen Blick
Zu den verborgnen Läufen eines Grabes,
Auf dem der Name des Verstorbnen liegt.
Bloß matt erkennt sie noch die Schrift,
- Hat wohl jemand gar vergessen
Der Dunkelheit zu entgegnen – Licht?
Scheint fremd, mag sein, man kennt es nicht.
Sie lässt sich schließlich kläglich nieder,
Die ewige Finsternis zu füllen,
Reich mit zartem Sein, zu wärmen ihre Glieder,
Nur kurz das Grab in Licht zu hüllen.
Fein geschwungen sind die Zeichen,
Kaum einer wagt es sie zu lesen,
Als würde Tod dem Grabe weichen,
Meidet man die Ruhestätte des toten Wesen...
Die roten Kerzen sanft ans Grabe bettend,
Küsst sie die heilige Opfererde.
Lichter, die finstre Dunkelheit sättend,
Stillen des Mörders Begehre.
Wart es nicht des törichten Opfers eigner Geist
Der jene verdammten, schwarzen Seelen
Aufnahm, gar der letzte Fehler, wie meist,
Und ihnen gebot es selbst zu quälen?
Mag sein das es sich selbst verdammte,
Als es die Wesen zu sich nahm,
Als man den guten Geist verlangte,
Und den schlechten Sinn bekam.
So läßt die verborgene Gestalt
sich still zu Boden nieder,
begleitet der ungebändigten Gewalt
senkt sie dann die Augenlider,
der ewgen Stille zu lauschen,
gesandter Gedanken Einhalt zu gebieten,
sich der Trauer Klänge zu berauschen..
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