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geschrieben am: 07.04.2001 um 03:27 Uhr
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Das Gefühl das du da beschreibst , kenne ich nur allzugut .
Und ich beziehe mich damit hauptsächlich auf die Sache mit dem "sich überflüssig vorkommen" . Dann fängt man zwangsläufig an , über den Sinn des Lebens nachzudenken .
Über den Sinn des eigenen Lebens . Wofür steht man jeden Morgen überhaupt auf ? Was würde sich ändern , wenn man selbst nicht mehr an diesem "sinnlosen" Leben teilnehmen würde ?
Das fiel mir zumindest sofort ein , als ich deine Zeilen gelesen habe . Und ich habe mich jetzt so viele Jahre damit rumgeplagt , daß ich glaube dir mit meinen eigenen Erfahrungen helfen zu können . So viele Nächte , in denen ich versucht habe , einen Sinn für meine Existenz zu finden . Kein Mensch würde merken , wenn ich noch da wäre ....
Und ich möchte mal darstellen , was das aus mir gemacht hat : Also zu mir : Ich bin 20 Jahre alt , und bin so vom Typ her schon immer jemand gewesen, der niemandem eine Bitte abschlagen kann . Das kann man jetzt schlecht erklären , irgendwie gibt mir das Auftrieb , das gibt mir ganz einfach Kraft . Und meine Probleme haben halt ange -fangen als ich gemerkt habe , daß man mit dieser "guten"
( ich möchte mir ja nicht herausnehmen , die einzig richtige Denkweise zu haben , "gut" und "böse" sind schließlich für jeden was Anderes ) Lebenseinstellung nunmal nur ausgenutzt wird . Eigenschaften wie "Treue" , "Zuverlässigkeit" und "Hilfsbereitschaft" sind heutzutage wohl nicht mehr so wichtig .
Also das sagt mir mein Gefühl . Weil es verletzt wurde , durch Umgang mit Menschen , von denen ich nicht sagen kann ,daß sie "böse" sind . Ganz einfach , weil sie anders denken als ich .
Ich habe mich damals so vielen Menschen anvertraut , weil ich gehofft habe , von einem eine Antwort auf immer diese eine Frage zu bekommen : " Wofür steht man jeden morgen überhaupt noch auf ? " . Und im Endeffekt habe ich alle als Freunde verloren , weil ich sie wohl damit überfordert habe . Doch ich kann - nein , ich DARF nicht auf einen dieser Menschen böse sein . Wofür denn auch , daß sie anders fühlen und denken als ich ?
Das hilft meinem Herzen aber leider nicht , die Trauer zu bekämpfen die daraus ensteht , daß sie sich nie von alleine bei mir melden würden . Ich kam mir vor wie eine Last und ich hatte das Gefühl , daß die Welt ohne mich besser dran wäre . Wo ist der Sinn des Lebens ? Eben genau dieFragen , die du schilderst ...
"Man sieht nur mit dem Herzen gut , das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar" Das ist zwar ein schöner Spruch , aber wenn du danach lebst , so wie ich , dann wirst du nur schwer glücklich werden . Ich habe damals geglaubt , den Sinn des Lebens für mich gefunden zu haben : Für Andere da zu sein , wenn sie mich brauchen . Jetzt hat das mir zwar geholfen , über meine Suizidgedanken hinwegzukommen , aber das hat wohl mehr damit zu tun , daß ich ein Ziel vor Augen hatte . Ein Ziel , daß das Leben lebenswert macht . Daher die Frage , nach DEM Sinn des Lebens .
Aber warum DER eine Sinn ? Weißt du , was daran so schlimm ist , deinen Lebenszweck auf einen einzigen Sinn zu beschränken ? Nimm mich als Beispiel . Wenn du diesen einen Halt verlieren solltest , dann fällst du in eine sog. Erschöpfungsdepression . Du hast alle deine Energie auf ein Ziel fixiert und nachdem du dieses Ziel nicht mehr vor Augen hast , verlierst du schlagartig alle Kraft . Ist ne Schutzfunktion des Körpers , macht allerdings nicht gerade gesellschaftsfähig .... Also ich bin mittlerweile so dermaßen menschen- & kontaktscheu geworden , daß ich mich nicht mehr normal mit jmd unterhalten kann , den ich nicht in - und auswendig kenne . Selbst trotz absoluter Anonymität im Chatraum traue (!) ich mich nicht , irgendwen anzusprechen !!!! Und alles , weil ich EINEM Gedanken hinterhergejagt bin , nämlich daß es meine Aufgabe ist , anderen zu helfen und daß ich alle damit verbundenen Probleme überwinden kann , wenn ich nur all meine Kraft dahintersetze .
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