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Blaues Schimmern |
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geschrieben am: 22.12.2002 um 09:57 Uhr
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Still schwebte das kleine Licht über dem vom Sturm gefällten Baum. Die Herbstsstürme waren in diesem Jahr besonders schwer gewesen. Viel Verwüstung... Es versprach ein harter Winter zu werden, schon jetzt war es eiskalt geworden. Doch das störte den Geist des Paladins nicht. Er spürte keine Kälte mehr, nur noch Furcht war in ihm. Sie füllte ihn ganz aus, doch, trotzdem schaffte sie es nicht, ihm die Hoffnung zu nehmen...
Ein kleines Rehkitz trat hinter ihm aus dem Wald... sehen konnte er es nicht, er spürte es nur. Auch in dem kleinen Waldwesen war Angst. Deutlich zeichnete sie sich in den dunklen Augen ab. Doch es wandte sich nicht zur Flucht. Es wusste, von dem blau schimmernden Licht würde Gefahr ausgehen. Es wusste einfach. Langsam neigte es den Kopf, begann mit den Nüstern den lockeren Schnee fortzublasen, um an das Moos heran zukommen.
Ares überlegte weiter... wieso war das Kleine ohne Mutter unterwegs? Eine Antwort fand er nicht, nur Kummer war in dem Kitz zu spüren...
Ein Schauer durchfuhr ihm. Wieder schien es kälter geworden zu sein. Die vier Übel kamen der Welt der Lebenden näher. War es noch möglich, sie aufzuhalten?
In den alten Legenden gelang es den Bewohnern. Ein langer Krieg war dem Sieg voran gegangen. Viele hatten den Krieg schon lang vergessen, das Leid, die Schmerzen und den Tod. Doch er kannte die Legenden.
Schon von klein auf brachte Pater Alvinus sie ihm bei. Zuerst erzählte er ihm die Geschichten, wenn er ins Bett gehen sollte. Später, als er dann lesen konnte, verschlang er regelrecht die alten Pergamentrollen, auf denen die Dichter damals alles festhielten. Viele Krieger waren zu Ruhm gekommen damals, als sie durch die Länder zogen und die Untoten vertrieben.
Von überall her kamen diese Monster, nichts an Leben war in ihnen, Liebe und Warmherzigkeit war ihnen fremd. Die großen Vier trieben sie an. Wie Engel der Schatten ritten sie in den Soldaten des Todes. Ihre Armeen brachten den Tod und die Verzweiflung. Nur wenige brachten den Mut auf, gegen sie zu kämpfen. Es gab keine Gefangenen.
Damals waren die Wege des Lichtes noch hell und klar erkennbar gewesen. Es gab nichts außerhalb der Wege. Wer sich abwand war verloren gewesen, für immer.
Es war diese Zeit, in der sich die Charta der Paladine festigte. Sie schuf die Regeln, brachte das Licht sicher in die Dörfer zurück, die zurück erobert und verteidigt wurden. Niemand stellte sie in Frage, warum auch? Sie war das Regelwerk des Lebens.
Langsam schwebte das Licht hinunter. Im Tal war das große Kloster gut zu sehen. Fest gemauert aus harten Stein war es. Damals fand das ganze Dorf Schutz in ihm, heute bauten die Bewohner noch immer um das alte Gemäuer ihre kleinen Häuser.
Lächelnd dachte er zurück, wie er mit den anderen Kindern umher toben durfte, in der Zeit des Friedens. Wer hatte damals daran gedacht, das die vier Reiter des Übels jemals wiederkommen würden? Niemand... die Bevölkerung wuchs und die Schrecken wurden vergessen. Genau wie die Priester und Paladine, die tapfer das Licht verteidigt hatten. Viele wurden Bauern in der folgenden Zeit. Nur wenige wussten, dass diese Zeit nicht für immer anhalten würde.
Wieder kam ihn ein Gedanke in den Sinn...
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geschrieben am: 22.12.2002 um 09:58 Uhr
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Warum war er ausgesetzt worden? Früh am Morgen, lang bevor es dämmerte und der Nebel sich aus den Feldern erhob, lag er auf den Steinstufen vor der alten Eichentür. Agnes fand ihn, als sie auf dem Weg von ihrem Haus an das Kloster kam. Sie nahm ihn mit in die Wärme, und rettete ihn so. Das Glück meinte es gut mit ihm, den die junge Agnes zog selber Kinder groß. Sie war wie eine Mutter zu ihm gewesen, die Priester wie ein Vater.
Schnell erkannte Pater Alvinus die Kraft die in ihm steckte. Er war der Erste nach langer Zeit gewesen, der die Macht des Manas nutzen konnte. Streng war seine Ausbildung gewesen, die mit seinem zehnten Jahr im Kloster begann. Nun durfte er nicht mehr mit den anderen Kindern spielen, das Kloster war sein Hort geworden, nur mit Agnes als Verbindung zur Außenwelt
Aufmerksam schaute ihn das junge Reh an. Erst jetzt bemerkte er den Blick. Er konnte sich selber sehen in den sanften Augen. Weich schimmerte er, eine blaue
Korona flimmerte um ihn. Ein Lächeln fuhr ihm über das Gesicht, dann wandte er sich ab, um ins Tal zu wandern. Das kleine Reh begann wieder seine Suche nach Futter.
Im Kloster waren die Priester schon lange wach. Agnes stand bestimmt schon in der Küche, bereitete mit Hilfe von anderen das Frühstück vor.
Ares fand, das sie sich kaum verändert hatte. Na, die Haare hatten etwas an Glanz verloren. Trotzdem konnte sie energisch werden, wenn etwas nicht so lief wie sie wollte.
Ohne ein Geräusch zu verursachen drang er durch das Mauerwerk. Kurzzeitig spürte er das Alter der Steine, sah ihr „Wissen“, als er hindurch wandert.
Stille herrschte auf der anderen Seite der Wand. Es gab tatsächlich schon Frühstück.
Er spürte keinen Hunger. Das war einer der wenigen Vorteile daran, wenn man tot war.
(wird fortgesetzt)
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