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Yrsgrathe und Höllenstern

Nutzer: Engelsfall
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geschrieben am: 12.08.2002    um 13:12 Uhr   


Irgendwo in den Wellen der Finsternis treibt eine Gestalt... so hell und so schimmernd wie ein Stern, doch ist nur wenig von ihr sichtbar, denn wie es scheint, ist sie fast vollständig in die Dunkelheit gehüllt, als trage sie diese wie Kleidung... Rüstung... an sich. In dem hellen, reinen Gesicht liegen zwei dunkle Teiche ihrer Augen, gezeichnet von jenem mitternachtsblau, das ein nächtlicher Himmel haben muß, kurz bevor die Sterne darin erwachen – oder kurz nachdem sie unweigerlich vergangen sind. Es ist eine Frau, deren Anmut tief und heimlich verborgen liegt, während nach außen eine eigenartige Gewöhnlichkeit liegt. Schön ist das Gesicht dieser Frau nicht, aber es hat dennoch Schönheit an sich.

Schließlich erklingt aus den Fluten der Dunkelheit eine Stimme, die unirdisch lieblich klingt... aber es ist die Stimme eines Kindes, eines kleinen Jungen.
„Du legst Dein Amt nieder, Engel des Zorns, Wächter des Gefüge des Seins, von heute an für zwei Jahre genau.“

“Aye“, antwortet die Frau, deren Name Höllenstern ist, und ihre Stimme trägt den gleichen bittersüßen Klang wie die des Kindes, wenngleich sie um einiges reifer ist.

Dann spricht wieder der Junge
„Du wirst mir fehlen, Ira.“ Und die Kindlichkeit klingt aus der Stimme heraus wie ein sanfter Spott auf eben jene Kindlichkeit.

„Du mir auch, Ashmael... hüte das Gefüge gut.“

„Wirst Du zurückkehren?“ Der kleine Junge scheint, so lieblich und klar all seine Gegenwart ist, ein wenig verunsichert.

Da neigt sie sich vor, und auf dem hellen Gewand des Jungen zeichnen sich dunkle Finger an, Finger, welche gehüllt sind in Handschuhe aus eben dieser öligen Finsternis, in welcher beide sich finden, und fast liebevoll berührt sie die Schulter des Knaben.


„Du weißt, Ashmael, ich komme stets zurück, auf die eine oder andere Weise.“ Ein wenig von dem Schmerz der Ewigkeit liegt in diesen Worten.

„Und wenn er Dich nicht gehen lassen will?“

Da lächelt sie leicht, es wirkt geisterhaft und spielt blaß um die hellen Lippen. „Nach diesen zwei Jahren werden seine Wünsche keine Rolle mehr spielen.“

Der Junge aber blickt zu Boden, irgendwie... denn einen Boden gibt es in dem stetigen Treiben der Finsternis nicht, als ob es ein Meer sei, ein Ozean, jedoch weitaus ätherischer und dennoch zähflüssiger als Wasser.

„Unterschätze ihn nicht.“, bittet er sie leise, zaghaft.

Sie spricht sehr ernst zu ihm, doch sanft und voller Liebe:
„Mein Ashmael... Demut ist eine Tugend, die unterschätzt wird. Der Unterschied von Demut zur Unterwürfigkeit liegt in dem Maß der Dinge... bedenke, was ich mit meiner Unfreiheit erreiche. Der Preis ist angemessen. Und bedenke, daß die Wege des Schöpfers unbegreiflich sind...“ Zum ersten Mal scheint hier in ihren Worten kein Sarkasmus zu liegen, denn nach wie vor ist ihre Stimme behutsam, als wolle sie den Jungen trösten, der doch im Grunde nun so viel stärker ist als sie selbst.

„Er wird versuchen, das was Du erreichst zunichte zu machen“, wirft der Knabe ein.

„Ja, und es wird ihm gelingen.“ Sie scheint nicht bekümmert zu sein. „Was Dämonen lieben, vernichten sie zuletzt.“ Und Engel sind da nicht immer eine Ausnahme.

Das versetzt den Jungen in aufrichtiges Entsetzen, und groß blickt er sie an.
„Du... du... liebst – ihn?“, stottert er, es nicht glauben könnend und dennoch ist sein Verstand alles andere als kindlich, denn er interpretiert nicht, was sie sagt, sondern was sie meint. Nein, Iradiel ist kein Dämon, aber ein Engel ist sie auch nicht mehr. Es scheint als nutze sie die Kräfte beider Seiten, um zu tun, was immer auch nötig ist.

Die dunkel umhüllten Fingerspitzen legen sich auf sein Haar und streichen liebevoll hindurch.
„Natürlich liebe ich ihn. Du weißt, daß meine Liebe allem gehört. Ich will, daß es alles gibt, was es gibt.“

Der Junge schweigt eine kleine Weile, es gefällt ihm nicht, was er hört. „Dann wirst Du unendlich leiden und in Deinem eigenen Sein zerrieben werden....“
“Gewiß. Und doch wird es nicht umsonst sein. Ich bin nicht umsonst Höllenstern.“

Ein kleines, jedoch trauriges Lächeln lächelt Ashmael, als er sagt: „Ich will Dich würdig vertreten, Iradiel.“

Und darauf antwortet sie nichts mehr, denn es scheint nichts mehr zu sagen zu geben. Alles im Sein steuert auf eine düstere, undankbare Zeit für sie hin, und doch ist ihr Wille, unbezähmbar und stark, wie ein Stern, der in der Dunkelheit leuchtet. Dann geht sie, verschwindet aus den Wellen der Finsternis, um zu tun, was, so aberwitzig es scheint, so sehr es an ihrem Verstand zweifeln läßt, doch genau das ist, was das Gefüge des Seins von ihr verlangt.


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Nutzer: Yrsgrathe
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Anzahl Nachrichten: 173

geschrieben am: 12.08.2002    um 13:30 Uhr   
liberate tute me ex inferis


lass uns tanzen kleine iradiel *lacht leise
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Nutzer: Zarozinia
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Anzahl Nachrichten: 18

geschrieben am: 13.08.2002    um 17:19 Uhr   
ach brüderchen.... du kannst es auch nicht lassen... *ein entnervtes seufzen ist zu hören
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