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geschrieben am: 05.03.2003 um 06:20 Uhr
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Was für ein Sauwetter...murrt es leise, als eine Türe ins Schloss fällt und ein Schlüssel auf das lackierte Holz der Flurkommode trifft. Sie streift sich die Kapuze vom Kopf und hat schwer mit dem, immerzu hängenden, Reißverschluss zu kämpfen während sie noch im Vorbeilaufen ihre Anlage anschaltet. Das Radio ertönt, sie achtet wenig darauf, ist es doch recht leise und es kommt eh nur ein uninteressantes Gespräch zwischen Moderator und Reporter, scheinbar unwichtig und so lässt sie sich mit ganzer Aufmerksamketi von ihrem Kater begrüßen den sie sachte auf ihre Arme nimmt, ihn in Richtung der Küche zu tragen, leise tuschelnd, dass er ja jetzt was zum fressen bekommt. Da fällt das Wort: "Flugzeugabsturz". Sie lauscht auf, und setzt ihren Kater auf dem Boden ab, nur aus neugierde die Lautstärke der Anlage aufdrehend, als sie wieder bei jener angekommen ist. Die beiden Männer unterhalten sich demokratisch über mögliche Ursachen des Absturzes, erwähnen den Namen des Krankenhauses und das Datum wie auch die Uhrzeit des Absturzes. Misstrauisch lauscht sie weiter und geht neben der Anlage in die Hocke, das Ohr somit in der Höhe des Lautsprechers, ihre Finger liegen auf ihren Lippen, nervosität spiegelt sich in ihrem wippenden Körper und ihre Augen starren geradezu geradeaus.
Hätte das nicht die Zeit sein sollen, in der Ron losfliegen wollte? Ach was, es hätte jeder Flug sein sollen, wie viele Flugzeuge in der Sekunde verlassen zu dieser Zeit den Flughafen, er wird sicherlich gleich anrufen und sagen das er gut angekommen ist.
Doch dann nochmals die Durchsage über die Namen, die vorher schon im Fernsehn ausgerufen wurden...ziemlich zuversichtlich ist ihre Denkweise bis er auf einmal aufgerufen wird, der ihr bekannte Name Ron Tierra.
Nein, dass konnte doch nicht wahrsein!
Auf einmal ist alles vergessen, ohne den Mantel mit lästigen Fingereien am Reisverschluss zuzumachen und damit wichtige Zeit zu vergeuden hechtet sie los, das Radio läuft weiterhin und ihr Kater maunzt ihr nach, beinahe vergisst sie ihren Hausschlüssel, den sie sich hastvoll im vorbeirennen greift, ehe die Türe mit einem harten Knall ins Schloss fällt.
Es dauert nicht lange, ehe sie völlig außer atem am Krankenhaus angelangt ist, nicht verwunderlich, hatte sie sich doch nicht aufhalten lassen. Wozu auch warten wenn eine Ampel rot ist, wer nicht wagt der nicht gewinnt und so ein wenig gehupe hält wach. Die Vorwürfe der Leute auf dem Gehweg lassen sich auch hinnehmen, immerhin fallen sie ja nicht gleich um, wenn man sie ausversehen anrempelt und sie hätten ja auch aus dem Weg gehen können als sie durch die Pfützen über einige Absperrungen gesprungen ist. Sie hatte einen triftigen Grund und im Moment gab es nur eines an das sie denken konnte...Ron!
Die Wassertropfen fallen von ihren kletschnassen Haarspitzen und von ihrer Nasenspitze, ihr atem geht keuchend durch ihre lippen und sie sieht sich ratlos um, vor ihr erstreckt sich nur eine unzählige unkontrollierte Menschenmasse, manche weinen, viele stehen in kleinen Gruppen zusammen oder umarmen tröstend einander. Doch wo sollte sie nun hin? Sie erkennt schnell das es für sie wenig Zweck hätte sich in Richtung Krankenschwester zu kämpfen, ist sie doch nicht gerade die Größte und würde unter so manchen stattlichen Gestalten dort einfach nur untergehen. Also schiebt sie sich so durch die Masse... Entschuldigung, tut mir leid...verzeihung...entschuldigen sie, darf ich mal hier..danke...oh, bitte verzeihen sie, entschuldigung...
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