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geschrieben am: 11.03.2003 um 09:10 Uhr
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Dämmerlicht überzog den feurigen Wald. Die Vögel schienen ihren Gesang schon eingestellt zu haben, denn stille barg sich in den feurigen Ästen der alten Baumriesen. Viele Monde durchlebten sie schon, ihre Rinde kräftig und dick, von vielen Bildern geprägt, die die Zeit mit sich brachte. Die Blätter von hauchfeinen rot-orangetönen durchzogen. Ungewöhnlich fürwahr in dieser Jahreszeit doch hier aus unergründlichen Tatsachen unüberbrückbar. Ebenso seltsam, dass der Boden trotz dieser hier anzuhaltenden Jahreszeit kein Laubdach trägt. Im Gegenteil, dass frühlingsgrüne Gras, die gesunden Sträucher und Blüten geben ihre schönsten Farben wieder.
Ein leises Geräusch zieht durch die Luft. Das sachte Rauschen der Blätter durchzogen von einem zarten klimpern. Man könnte es für die Klänge eines Windspiels halten, so wirkt es doch als käme es von den Blättern. Als seien sie aus feinsten Kristallen, so fein geschliffen, in so viele kleine Lichthülsen gelegt, das sich das rot anzufühlen vermochte wie feinste Seide. Illusion? Ein traum? Eine Trügung der Natur? Oder einfach nur magische Wirklichkeit? Wer konnte dies schon sagen.
Inmitten all dessen ragen die hohen Türme einer alten Kathedrale in die Höhe. Mächtige Fenster überziehen das brüchige Gemäuer, vielleicht ein Wunder, dass noch keines von ihnen zersprungen ist oder in einem Sturm zu bruch ging. Nein, nicht ein kleiner Riss wagte es, sich auf die bunten kleinen Glasstücke zu legen, die in angereihten ordentlichen Versetzungen verträumte Muster bildeten. Im gegensatz jedoch zu normalen christlichen Gemäuern zeigten sie keine alten Geschichten, keine Szenen aus Kreuzigung, Geburt oder Tot. Es waren schlichte Schnörkel, Blüten und teils Runen, die sich versteckt und kaum entdeckbar in der Vielfalt an farben bargen.
Schimmernde Lichtspiele mussten im Innern des mächtigen Gebäudes liegen, drang doch die Sonne selbst durch die Blätter, diese Fenster zu erhellen, sich in ihnen wiederzuspiegeln. Und trotzdem brannten ettliche kleine Lichter im Innern des großen fast menschenleeren Saals. In sich gewundene feinbearbeitete Kerzen, die einen kleiner, die anderen größer, wohl ewig zu währen. Wachs tropft von ihren Hälsen und doch vergehen unendliche Momente, ehe auch nur ein cm an größe und Stolz von ihren Statuen weicht.
Der Boden ist hell, trägt perlengleichen Glanz in sich, als seie er nur aus diesen bestand. Die inneren Wände von sandhellem gestein, von keinem einzigen Riss getrübt, sind an vielen Stellen mit holzgeschnitzten weißen Schnörkeln besetzt. Lassen die Ecken verziert ineinander übergehen. Schmücken die hinausführenden Gänge, Säulen und das große Eingangstor aus dunklem Buchenholz, das mit seinen ebengleich verschnörkelten, jedoch schwarzen stählernen Griffen den Weg in das offene Land ermöglicht.
Efeu hat den großen Altar umschlungen, von dünnen weißen Tüchern umringt, die teils wie ein Schleier noch weit über dem boden liegen. Ein Langbogen ruht angelehnt an dessen Kannte. Der dazugehörige Köcher fand auf dem Boden davor seinen Platz, nur die schwarzen Federn der Pfeile hinauslucken zu lassen, die darin ihre ruhestätte sahen.
Mit mal ziehen sich helle feine Melodien durch die Stille. Einst gewidmet der kleinen Fairy Soul, für sie in die klare Luft dringend, als die behandschuhten Hände einer dunklen Gestalt ansetzten, die beigebraune Geige zu erwecken, deren Gewahr schon seit jahrtausenden durch die Welten streift. Vielleicht hoffend, dass jenes kleine Wesen sie vernimmt und weiß, von wem sie stammen. |
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