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geschrieben am: 19.03.2003 um 14:46 Uhr
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Ein Warlock war schnell, wenn er es zu sein wünschte. Schneller als ein Elb war auch Ethan Haykes, der seit einigen Tagen in einer Kaschemme eines schäbigen Dorfs armen Bauernvolks Qartier bezogen hatte, aus unerklärten Gründen Absicht tragend, eine Weile zu verbleiben, ungesehen, ungehört des Nachts und an einem Ort, da man keine Fragen stellte, solange die Münzen silberne oder goldene Farbe besaßen. Er war derartig schnell, daß der Preis, den er dafür zu entrichten hatte, ganz ohne Frage der Unheiligkeit zu zollen war, denn zu einer unmenschlichen Geschmeidigkeit mischte sich die düstere, bittersüße Drohung knapp unter der Haut schlummernder körperlicher Kräfte, die bei weitem nicht seine eigenen sein konnten.
Weit war er gelaufen, hatte hier und da die Schatten gemeuchelt, bevor sie in der Lage waren, ihm aus dem Wege zu gehen, und er hinterließ eine Spur latenten Entsetzens im Frühling, der den Wald allmählich eroberte.
Und dann endlich hatte er gefunden, was er suchte. Als er inne hielt, schlug er leise lachend die Schöße seines schwarzbraunen Mantels zurück, während der Blick wasser heller Augen einen abartigen Glanz gewann, als er sich entschied. Ja, dieses war der Ort, diese winzige Lichtung, zugewuchert von allerlei Dornengestrüpp und nur kärglich mit Gräsern und Flechten bewachsen, die Stämme der umstehenden Baumriesen bemoost.
Es kostete ihn nicht viel zu ergründen, daß sein erster Eindruck nicht getäuscht hatte. Als der Mann, der sich im Wachstum mancherlei Pflanzen auskannte - und auch in der Wirkung ihrer Essenzen - wußte er auch zu beurteilen, daß der Boden seines Vorhabens angemessen war: an dieser Stelle war er bereits gemächlich über die kleine, verborgene Lichtung gewandert, hatte in deren Mitte seinen Gang endgültig beendet. Er ließ sich in die Hocke nieder, und die glatten Strähnen seines gut einen Meter langen schlohfarbenen Haars netzten die Erde. Er hob seine rechte Hand, grub sie mit Macht in den Boden trotz dessen Festigkeit, lockerte die Erde auf und hatte alsbald eine Kuhle vor sich mit einer Spanne etwa dreier Hände breit.
Ethan blickte sich nicht um, denn selbst, wenn es einen Beobachter gäbe - er achtete nicht darauf, es mußte schon ein Zufall sein, so abgeschieden jemandem zu begegnen. Als er seine eigenartige Grabungsaktion abgeschlossen hatte, langte er in eine Tasche seines Mantels. Was er zu Tage förderte, das schien auf den ersten Blick nichts als eine Taschenspielerei zu sein, ein Trick vielleicht eines ansatzweise magiebegabten Schaustellers.
Der abtrünnige Hexenmeister balancierte auf einer Fingerkuppe ein schwebendes, filigranes Kleinod, eine faszinierend schillernde Seifenblase, die einfach nicht zerplatzen wollte - und er zögerte nicht, diese winzige Kugel in den Boden zu versenken, nur um sie alsbald mit der zuvor aufgebrachten Erde zu bedecken. Er hatte irgend etwas ausgesät, doch zu welchem Zweck? Nun hieß es, Geduld zu besitzen und zu wirken. Er richtete sich auf, klopfte die Erde von seinen Fingern. Seine Lippen bewegten sich kaum merklich, als er tonlos zu murmeln begann, und allmählich zog sich die Stille in eine abartige Aufmerksamkeit zusammen, der Blick des Hexers verblieb auf der Saat. Eine Nacht, dann würde er wissen, ob er erfolgreich war oder das Kleinod verloren...
[Off: obwohl dieses Spiel hauptsächlich zwischen der Wächterin86 und Ethan Haykes stattfindet, ist jeder herzlich eingeladen, zu ergründen, was dahinter steckt, einzugreifen oder einfach zu beobachten, wenn es interessiert. Was hinter dieser Aktion steckt, erfährt man nur im Spiel ;)]
Geändert am 19.03.2003 um 17:34 Uhr von EthanHaykes |
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