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geschrieben am: 03.07.2003 um 14:59 Uhr
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Die Prophezeiungen des Phönix
Phönix nahm mich.
Trug mich in seinen Klauen.
Hoch über die Welt.
So das ich jenseits des Morgen schauen konnte.
Und ich sah.
Ich sah die Zukunft.
Ich sah die Ausrottung unserer art.Gejagt über die Jagd hinaus, tot über den Tod hinaus, bis auf den letzten. Da waren keine Kinder mehr, keine Enkel, keine Väter, keine Mütter. Dies war das erste Zeichen, da mir Phönix zeigte , was die Kinder der Weberin, die Menschen, uns Garou antun werden.
Ich sah.
Ich sah die Zukunft.
Ich sah die Kinder der Weberin gebären. Eine große Menschenflut erhob sich. Mehr und mehr von ihnen sah ich, bis Gaia ächzte, weil sie sie alle zu tragen hatte. Ihre Häuser quollen über, ihre Harken schändeten, ihre Hände krallten sich in die trockene Erde, versuchten, sich von ihr zu nähren. Das war das zweite zeichen der letzten Tage, als mir Phönix zeigte, wie die Menschen handeln sollten.
Wieder sah ich.
Ich sah das dritte Zeichen.
So viele, so viele Kinder. So viele Menschen. Und sie vielen übereinader her, jeder gegen jeden, und der Wyrm gebar Verderbnis und schlug ein jeden mit einem gerechten Maß. Und ich sah das seltsame Feuer, das keines Herren Knecht war, jenen großen Pilz, der sich über die Wildnis erhob und den Tod brachte, wo immer er in jenem finsteren, kalten Land erstrahlte. Und ich hörte die Todesqual der See, als Sie klagte, da ein trunkener Narr einen See schwarzen Todes in sie ergossen hatte.
In Abscheu wandte ich meinen Kopf ab, doch ich konnte nicht anders, als erneut hinzusehen.
Dann sah ich das vierte Zeichen.
Der Wyrm ward mächtig, seine Schwingen brachten die Winde des Zerfalls. Er verbreitete seine Krankheiten, und sie waren schrecklich. Die Herde ward befallen mit seuchen des Kopfes und des Blutes. Entstellte Kinder wurden geboren. Tiere siechten dahin, und es gab keinen der sie zu heilen vermochte. In diesen Tagen konnten selbst die Kinder Gaias den lähmenden Klauen des Siechtum brindenden Todesvogels nicht entfliehen.
Mit Tränen in den Augen schaute ich wieder hin und Phönix zeigte mir das fünfte Zeichen.
Ich sah andere Pilzwolken , die sich wie Todesspeere in den schönen , reinen Himmel erhoben, ihn durchbohrten, so das Vater Sonne Gaia brennen und versengen konnte. Luft ward heiß; selbst in der Finsternis des winters war sie warm. Die Pflanzen welkten in der Sonne. Ein Schrei de Schmerzes und der Krankheit erhob sich aus den sterbenden Wäldern; wie ein Wesen vergossen unsere Verwandten Tränen der Klage.
Dann, als zerrisse ein Schleier offenbarte sich mir das sechste Zeichen.
In diesen Letzten Tagen bebte Gaia vor Zorn. Feuer quillt aus den Tiefen empor. Asche verdunkelt den Himmel. Der Wyrm lauert in der Finsternis unter dem verhangenem Firmament... und bäumt sich auf um zuzuschlagen. Die Alten sind fort; die wächter der Pfade und Kreuzwege sind am Ende. In den letzten Tagen wird sich das sechste Zeichen in den Rudeln zeigen, die sich bilden. Jedes Rudel wird eine Queste haben, eine heilige Reise, die es zu unternehmen hat. Dies ist der Wille Gaias.
Und ich sah den Himmel sich verfinstern, und der Mond war wie Blut.
Und ich erhaschte das siebte Zeichen, ohne das ich es in seiner Gänze hätte schauen können. Doch seine Hitze spürte ich.
Die Apokalypse. Die letzten Tage der Welt. Die Sonne verschlang den Mond, und er brannte in ihrem Bauch. Unheilige Feuer regneten herab, verbrannten uns alle, entstelten uns und ließen uns Blut spucken. Der Wyrm offenbarte sich in Türmen, Flüssen, Luft und Land, und überall liessen seine Kinder ihrem Zorn freien Lauf, verschlangen und vernichteten alle Arten und riefen Flüche aller Art auf sie herab. Und die herde floh verängstigt. Und die Dunklen, die kinder des Wyrm, krochen aus ihren Höhlen und wandelten bei Tage auf den Straßen.
Ob dieses Anblicks wandte ich den Kopf ab und Phönix sprach zu mir: "Es wird kommen, wie es kommen muß".
Dann verließ mich Phönix.
Nun kann ich nicht träumen. Ich kann nur an alle einzelheiten der Zeichen erinnern. Dies sind die letzten Tage. Möge uns Gaia gnädig sein.
(Werwolf: Die Apokalypse) |
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