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Eine Geschichte

Nutzer: Lady_Fortuna
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geschrieben am: 16.07.2003    um 20:31 Uhr   
Groß und rund lugt der Mond zwischen den einzelnen Wolkenfetzen am nachtblauen Himmel hervor, der von unzähligen kleinen Sternen übersäht ist. Sanft taucht er die Hügellandschaft in ein gelbes Licht, als er so scheins traurig und einsam hoch oben des großen Himmels steht. Lautlos wirft er seine Schatten auf die kleinen Mischwaldhaine, die die Landschaft bedecken. Es ist still, schon fast zu still. Keine nächtlichen Geräusche erfüllen die Luft, nicht einmal die vertrauten Rufe der Käuzchen, die hier ein wollendes Zuhause gefunden haben. Nicht ein Waldbewohner ist auf der Wiese zwischen den Hainen zu sehen, nicht ein Insekt durchsurrt die Nachtluft. Auch ist kein Windhauch zu vernehmen, der die Äste der Bäume zum Rauschen bringt. Die Stille legt sich erdrückend auf die Landschaft.
Doch wirft sich ein Schatten auf die Wiese, ein Schnauben, ebenso Hufgetrappel durchbricht die Stille der Nacht. Raschelnd werden Äste zur Seite geschoben, ein kleiner Trupp von zwei Reitern durchquert die Hügellandschaft rund um Telestro. an der Spitze trottet ein zierlicher, doch mächtig von Statur erscheinender Rappe, so dunkel, kaum der Schatten ausmachend. Edles Geschirr ziert sein Haupt, voller Selbstsicherheit thront ein junger Mann auf ihm, Ludwig von Telestro sein Name. Im folgt sein treuer Gefährte und Freund, Angelo di Menta. Seine Figur sitzt auf einem Schweißfuchs, ein noch junges Pferd, wie es scheint. Doch ist die Truppe noch nicht vollzählig, folgen noch zwei Reitern den beiden. Franz Beganta, der Name des dritten Reiters, führt sein Pferd am Zügel. Ebenso wie er selbst weißt der Braune zahlreiche Kratzer auf, wohl stammend von einem Kampf. Doch ist die letzte Reiterin diejenige, auf die sich sofort die Aufmerksamkeit richtet. Sie führt ein Banner des Königreiches an einer langen Stange mit sich. Auch ist sie die Einzige, die auf einem Schimmel sitzt. Die Helligkeit der Stute durchbricht die Finsternis der Nacht. Aber wenn man das Mädchen, Maria von Avantia genannt, näher in Betracht zieht, wird man in ihren Bann gezogen. Schönheit ziert ihren Körper, alleine lange, blonde Haare, und hellblaue Augen weißen darauf hin. Langsam, auf den Reiter ohne Pferd Rücksicht nehmend, bewegt sich die kleine Gruppe über eine Wiese auf ein großes Tor zu. Wohl das Stadttor der kleinen Stadt Testlov. Am Tor steht ein unscheinbarer alter Mann, der auf den Trupp wartet. Schon seit Stunden ist er unruhig, tritt von einem Fuß auf den anderen, die Hoffnung auferhaltend, das es den vieren gut geht. Gebannt beobachtet er die langsam näher kommenden Gestalten, seiner Augen nicht trauend.
„Guten Abend, Tristan, ich danke euch, das ihr das Stadttor für uns offen hieltet.“ vergnügt, was den alten Mann sehr überrascht, ertönt die Stimme Ludwigs, laut und deutlich. „Seid Leise, My Lord, sind sie aller guten Geister verlassen? Sie werden jemanden der Wache wecken. Wo wart ihr solange? Ich habe mir Sorgen gemacht.“ „Alles seiner Zeit“ mischt sich die Stimme Angelos mit ein. Aber wenigstens dämpfte der seine Tonlage. Grummelnd öffnet Tristan das Tor, damit die vier passieren konnten. Hufklapper hallt in den Gassen der Häuser wieder, bevor man Kurs auf den königlichen Stall nahm. Langsam folgt ihnen der alte Mann, auf einem Stock gestützt. Noch bevor er den Stall betritt, hört er das muntere Geplapper der vier. „Hast du gesehen, wie ich dem Mann in Uniform gezeigt habe, wer die Hosen anhat?“ Die Augen FranzŽ leuchten, als er daran zurückdachte. „Nun, erzählt einmal, ging alles gut?“ will sich Tristan bei seinen Schützlingen erkundigen. Ohne dem Einverständnis des Königs waren die Vier auf eine gefährliche Reise in ein Nachbarland geritten, mit dem die Telestro schon lange verfeindet waren. Maria nickt „Außer, das Franz und Simanthe ein paar Kratzer abbekamen, als sie uns entdeckten, ging alles glatt.“ fast schon ein wenig sorgenvoll schwängt ihr Blick auf das braune Pferd. Aber riss Ludwig seine Freunde aus den Gedanken. „Wir sollten ins Schloss zurückgehen“ sagt er bestimmt. Waren alle müde, doch war der Tag noch lange nicht zu Ende.
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Nutzer: Lady_Fortuna
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geschrieben am: 16.07.2003    um 20:31 Uhr   
Fast lautlos öffneten sie die Tür die in die große Halle führt. Diese war zu durchqueren, wenn sie zu ihren Schlafräumen gelingen wollten. Da hier alles der Dunkelheit eingerahmt wurde, konnte niemand etwas sehen, auch wenn man noch so gute Augen haben will. Mit kleinen Schritten bewegten sie sich vorwärts, bedacht, an nichts zu stoßen. Im Dunkelnden erfasst das Mädchen eine Stuhllehne, verschnaufend stützt sie sich darauf. Doch fühlt sie nicht, wie erwartet, das raue, kühle Holz in ihrer Hand. War es etwas feuchtes, flüssiges...und warmes. Sie erstarrt, was ist das? Fieberhaft überfährt sie die Stuhllehne mit der Hand, nur an wenigen Stellen spürt man reines Holz. Auf einmal kommt ihr ein schrecklicher Gedanke..ist es etwa..Blut? Unfähig sich zu bewegen steht sie da, die Hand krampfhaft an der Stuhllehne. Mit zugeschnürter Kehle schaut sie den Freunden nach, die ohne etwas zu bemerken weiter durch die Halle gehen. Immer noch schafft es Maria nicht, sich zu rühren, zu schrecklich ihre Entdeckung. Plötzlich ertönt ein knallähnliches Geräusch, als Angelo auf dem Steinboden ausrutscht. Anscheinend hat hier jemand Flüssigkeit verschüttet. Als er sich wieder erhebt, klebt überall an ihm diese Flüssigkeit, er lässt einen Laut erklingen, wohl ähnlich einem Schrei. Durch den Schrei erwachen in dem Mädchen auch wieder die Lebensgeister, angstvoll läuft sie zu den Freunden. Auf ihrer Stirn steht kalter Schweiß, die kleinen Härchen auf dem Händerücken stehen zu Berge. Sie zittert. „Was ist hier passiert?“ wispert sie voller Scheu. Doch niemand antwortet ihr, macht die Finsternis in jenem Bauwerk allen Angst. Erst nach langer Zeitspanne entschließt sich Ludwig dazu, eine Kerze aus seiner Tasche zu ziehen. Er zögert..was will sich hier für ein Bild ergeben? Warum all dieses Blut? Der Lichtschein der Kerze gibt einen kleinen, aber klaren Lichtkreis frei. Unter dem Schatten, die das Kerzenlicht an die Hauswand wirft, ist überall roter Schimmer. Woher kam dieser? Keiner konnte es sich erklären. Näher beugt er sich zu dem geheimnisvollen Schimmer, er erkennt jedoch darauf nur ein großen Schatten. Woher stammt dieser? Wäre es der eines Feindes, wären sie ihm jetzt wehrlos ausgeliefert. Er erschaudert. Doch sie hatten Glück, der Schatten stammt von etwas anderem. Fast schon mit der Nasenspitze berührt er den geheimnisvollen Schattenwerfer, als er ihn erkennt. Ein markerschüttender Schrei lässt die ganze Halle erzittern. Der Schrei lässt Schmerz, Verzweiflung zum Ausdruck bringen. Das Bild vor Ludwig wurde klarer. Vor ihm...tot..lag sein Bruder Muesakon. Der helle feine Stoff seiner Gewänder ist dunkel mit Blut getränkt, mitten im Schädel blitzt ein silberner Dolch, der die Schädeldecke gespalten hatte. Teile des Gehirns verteilen sich blutig über den Boden. Die Brust lag geöffnet da, die Bauchdecke war blutverschmiert, aber kann all dies Blut nicht von Muesakon allein stammen, also woher? Sie Frage wurde schnell beantwortet, lagen alle Wachen, die nachts auf das Stadttor aufpassen, stapelweiße in dem Blutbad. Das Ziel mit Ludwigs Bruder war eindeutig...keiner der fünf brachte auch nur ein Wort hervor. Flackernd bewegen sich die Schatten, die das Kerzenlicht auf die Wand wirft, vorwärts, eine Windböe erlischt das Licht sogar fast. Stumm vor Schmerz steht der kleine Trupp und der alte Mann in der Halle, umgeben von all den Leichen. Allein das Licht lässt in fünf verweinte Gesichter blicken
Doch war dies noch nicht genug....
Geändert am 16.07.2003 um 20:31 Uhr von Lady_Fortuna
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Nutzer: Lady_Fortuna
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geschrieben am: 21.07.2003    um 15:59 Uhr   
Wieder erklingen Geräusche, doch ähneln diese eher einem Knarren, das ertönt, wenn man die schweren Eichenholztüren öffnet. Mit einem Windhauch beginnt die Kerze wieder zu flackern, bevor sie ganz erlischt. Wieder beherrscht Finsternis und Stille den großen Raum. War da nicht ein Schatten? Franz kneift seine Augen kurz zusammen, ein mulmiges Gefühl macht sich in ihm breit, auch die anderen rücken näher zusammen. Fieberhaft suchen sie die Dunkelheit ab, doch können sie nichts mehr erkennen. Wieder ein Geräusch, dieses mal ganz nahe. Sacht legen sich Hände um MariaŽs Hüfte. Sie zuckt kurz zusammen, wohl dann in dem Glauben, es sind nur Angelos Hände. Mit einer ungebärdigen Wucht wird sie nach vorn gerissen. Sie unterdrückt einen Aufschrei. Noch ehe die anderen reagieren könne, stürzen sich Wachen auf sie..Wachen des Feindes. Zitternd ziehen Angelo, Franz und Tristan ihr Schwert, in der Hoffnung, so die Angreifer abwehren zu können. Ludwig derweilen weicht zurück in die Finsternis, dann hinter Maria hereilend. Doch war dies ein großer Fehler, wie es sich herausstellen sollte, so groß, das er zu einer Wende im Reich Telestro führen sollte.
Mit aller Kraft schlagen sie Freunde zu, voller Gewalt reißen ihre scharfen Waffen Gedärme aus der Bauchdecke, versuchen die Unterlegenen verzweifelt, sie im Organismus zu behalten. Weiteres zertrümmert Tristan mit seinem Gehstock seinem Gegner die Schädeldecke, der halbe Kopf geht dabei verloren. Kraftlos bricht er zusammen. Angelo schlägt einer anderen Wache gleich den ganzen Kopf ab, spritzt viel Blut in alle Richtungen aus den Durchtrennten Adern, Sekunden später liegt auch der in Todeszuckungen am Boden. Viele Wachen schickt der gegnerische König. Lange und hart war der Kampf, Schmerzenslaute ließen die große Halle erzittern. Doch auch der härteste Kampf nimmt einmal ein Ende. So auch dieser.Tageslicht beginnt, die hohen Fenster der Halle zu fluten. Erst jetzt wurde ihnen bewusst, nur noch zu dritt im Kreise zu stehen. Vor der Türe vernimmt man ein unterdrücktes Schluchzen, Maria stolpert verzweifelt in den Raum, fällt vor den Freunden auf die Knie und beginnt,.
hemmungslos zu schluchzen. Als Ludwig versuchte, ihr das Leben zu retten, gab er seines dafür. Friedlich ruhend liegt er vor der Tür, die Kehle durchritzt, das Herz von einem Pfeil durchbohrt. Nun können auch die Knie der anderen das Gewicht nicht mehr halten. Sie brechen zusammen.


(off: Es wäre nett, wenn der eine oder andere seinen Senf zu dieser Geschichte abgeben würde. Im Laufe der Zeit werden auch noch Fortsetzungen davon erscheinen.)
Geändert am 21.07.2003 um 15:59 Uhr von Lady_Fortuna
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geschrieben am: 25.07.2003    um 14:03 Uhr   



Leise hallen die Schritte auf dem steinernen Boden, als das junge Mädchen die Halle durchquert. Lautlos laufen ihr die Tränen über die Wangen, während das strähnige, schwarze Haar wirr ins Gesicht fällt. In der rechten hält sie einen, mit blut verschmierten Dolch, doch sieht sie nicht so aus, als wäre sie noch in der Lage, sich damit zu verteidigen.
Zahlreiche Kratzer und Schrammen zieren das blasse, schmale Gesicht. Die Wunde am Linken Arm scheint ernst zu sein, denn noch immer blutet sie stark. Ob das restliche Blut, das ihr einfaches, langes Kleid aus rauem, dunkelbraunem Stoff tränkt, auch von ihr stammt vermag sie nicht zu sagen.
Leer ist der Blick aus den hellen, blauen Augen, und doch spiegelt sich gleichzeitig auf sonderbare Weise Schrecken und unbändige Angst in ihnen. Sie hatte den Angriff nur durch Zufall überlebt – ein Mädchen von vierzehn Jahren, ohne Eltern und im Schloss nur als Kammerzofe geduldet…



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