Auf den Beitrag: (ID: 20406) sind "13" Antworten eingegangen (Gelesen: 722 Mal).
"Autor"

Zu früher Stund'.

Nutzer: samil
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 13.07.2002
Anzahl Nachrichten: 149

geschrieben am: 28.08.2003    um 14:47 Uhr   
Eigentlich war ja ein Tag wie jeder andere auch; die Sonne schien als goldene, runde Scheibe dort oben am tiefblauen Horizont und nur selten schoben sich kleine, gräuliche Wattebällchen vor sie; bedeckten den Wald für wenige Augenaufschläge mit einem zarten, seidenen Schleier aus tausend Grau - und Schwarztönen geflochten. Dunkelheit war schon etwas faszinierendes; auf Ihre eigene Art, versteht sich. Da kamen immer so verzwickte Pikmente zum vorschein - aber, Schatten hin oder her. Für Kinderherzen war jeder Tag etwas besonderes. Wieso schlafen? Das war doch bloß Zeitverschwendung!

So kam es, dass der kleine Blondschopf schon recht früh auf den Beinen stand. Das war die erste Nacht, wo er wieder im Flett schlief'. Die Sonnenstrahlen waren es, die sich einen Weg durch das dichte Blätterdach suchten, und dem Jungen auf der blassen Nasenspitze kitzelten; so, als wollen sie den Rabauken wecken. Ja, es war eindeutig Zeit, Blödsinn zu machen; Abenteuer zu erleben und die überweite, viel zu lange Latzhose dreckig zu machen.

Die zwei nackten Füßchen kletterten geschickt und gekonnt Ast für Ast herab; denn wenn er eins konnte, dann war es klettern auf seinen hölzernen Baumfreunden. Das lag' nicht zuletzt daran, dass elbisches Blut durch die noch recht jungen Adern pochert - und schonbald hat der Blondgelockte den Boden erreicht.


"Wuaaah"

Da streckt er alle Glieder von sich; reckt und schüttelt sich. Was ein schöner Tag!

"Guten Morgen Wald..."

Meint er dann, als die zierlichen Füße zum Gehen ansetzen und über den staubigen Waldboden huschen..

"Guten Morgen Sonne..."

Guten morgen Eichhörnchen und Grashalm... jaja, jedem musste einen Guten Morgen gewünscht werden - und wo ging der Kleine lang? Das wußte er wohl selbst nicht so genau. Die Füße jedenfalls schieben den schmalen Kinderkörper immer weiter; führen den Besitzer in Unbekannte und doch bekannte Ebenen...

Samil
Geändert am 28.08.2003 um 14:49 Uhr von Samil
  Top
"Autor"  
Nutzer: Luminosa
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 28.02.2003
Anzahl Nachrichten: 4

geschrieben am: 28.08.2003    um 16:09 Uhr   
"Guten Morgen Wald..." - "Guten Morgen Sonne..."

Guten Morgen, Samil...

schlich eine so fremde, doch so vertraute, so lang vergessene stimme durch den morgendlichen wald. sie kam von fern und sprach von nähe, war in licht gehüllt und von der dunkelheit umschlungen. welchen weg wollte der kleine elb nehmen? welchen weg hatte sie genommen, um wieder hier zu sein? ein großer kreis, der doch immer den gleichen anfang hatte, der ebenso das ende stellte. im halbschatten eines hochgewachsenen baumes, beide hände sanft an den stamm gelegt, den körper nach vorne gepresst und doch nur zur hälte sichtbar. würde er sich erinnern? hatte er sie überhaupt gehört? so war es doch nur ein wispern gewesen, der von einem alten namen sprach.
  Top
"Autor"  
Nutzer: shivandragon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 42

geschrieben am: 28.08.2003    um 16:17 Uhr   
Missmutig öffnete die Drächin blinzelnd eines ihrer senkrecht stehenden Lider, die Schnauze rümpfend, musste sie doch einmal nachschauen, was auf jener so juckte. Angenehm warm war es ja, stellte sie fest, als sie die Sonnenstrahlen (nun genaugenommen war es die Reflexion eines solchen auf einem Goldkelch am Rande des Haufens unter ihren Pranken) als Übeltäter für jenes Kribbeln ausmachte. Schwerfällig erhob sie ihren massigen Drachenleib. Wenn sie nun schon einmal wach war, konnte es nicht schaden, mal einen Blick aus dem Höhleneingang zu werfen. Schließlich konnte man ja nie wissen. Mit einem heftigen Gähnen riss sie das spitzzahnige Maul auf. Schmatzend und in einem Tempo, das zugegebenermaßen jede Schnecke vor Neid erblassen lassen würde, stampfte sie auf den Höhleneingang zu. Die Krallen verursachten dabei ein schabendes Geräusch auf dem steinigen Höhlenboden.
Die morgendliche Stille ... ah ja ... naja, sagen wir fast das Vogelgezwitscher ... es gehört dazu wie Petroleum in ein Chili oder Schwefel ins Rasierwasser. Störend war es gewiss nicht. Ihrem guten Gehör verdankte sie wohl, dass von fern eine Stimme .. offensichtlich eine dieser Zweibeiner zu ihr drang. Wenn man die Tonhöhe betrachtete, musste es wohl noch ein Welpe ... Kinder korrigierte sie selbst ihren Gedankengang; diese merkwürdigen Winzlinge, die viel Fragen, zu viele für ihren Geschmack, stellten und die keine Angst zu kennen schienen und die sie nur allzu gern als Klettergerüst missbrauchten. Sie konnte nur hoffen, dass das Junge ihrer Höhle nicht zu nahe kam. Nein sie mochte die Zweibeinerjungen nicht ... ganz und gar nicht. WerŽs glaubt.
  Top
"Autor"  
Nutzer: katze
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 25.08.2002
Anzahl Nachrichten: 34

geschrieben am: 28.08.2003    um 16:32 Uhr   
ein rascheln bewegte die hohen gräser als sich eine kleine graue nase durch ein büschel bohrt.
eine pfote,dann die andere,- vorsichtig bahnte das kätzchen sich seinen weg.
weithin hallte das kleine silberne glöckchen,das um ihren hals gebunden war.
sie hob ihren kopf und lauschte,schnupperte,und beschloss dann,springend und neckisch sich von der dunklen höhle zu entfernen....

  Top
"Autor"  
Nutzer: samil
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 13.07.2002
Anzahl Nachrichten: 149

geschrieben am: 28.08.2003    um 22:35 Uhr   
"Guten Morgen Samil"

Dringt es an die zwei zugespitzen Ohren des Jungen. Was war das? Sofort hält er in seinen Bewegungen inne, lässt die grünen Kristalle umherschweifen.

Ohja, die Valar hatten den Elben viele Geschenke in die Wiege gelegt. Einige hatte Samil schon ausgepackt; andere standen noch unberührt in der Ecke und manche; - ja von manchen wußte er nichtmal die Existenz. Aber ein Geschenk hatte er schon lange ausgepackt: Er ist ein Sohn des Waldes, und so weichen jene Baumriesen vor den Blicken des Kindes; geben Ihm freie Sicht - auch auf Luminosa. Ja, er kannte sie noch, und reflexartig wandert die rechte, kleine Hand in die überweite Hosentasche der Latzhose, und verschwindet darin. Was er darin alles aufbewahrt? Das weiß wohl nur er - aber im nächsten Moment zieht er eine kleine Schatulle hervor - Luminosa hatte sie Ihm damals geschenkt, ob sie das noch weiß? Kinder jedenfalls vergessen nicht so schnell...


"Luminosa... hallo..."

Wispert er in den Schatten - doch ehe er weitere Worte aus der Kehle pressen kann, verschluckt er sie; denn die feinen elbischen Ohren zucken fast warnend zusammen; lassen den Knirps aufhorchen. Was war das für ein Geräusch? Sofort hat er den Zeigefinger auf die Lippen gelegt; blinzelt zu Luminosa...

"Pssssstt"

Dann horcht er weiter. Ein schabendes Geräusch; doch er konnte es nicht zuordnen. Sicher, er war neugierig. Welches Kind litt nicht unter jenem schweren Tier? Aber, genauso war er auch scheu; und respektvoll Fremden gegenüber, denn dass hatte er von seinen Eltern Thoniel und Larar gelernt.

Kling, Kling.

Wargh, was war dass jetzt wieder? Ein Glöckchen? Hmm... sollte er nachsehen, was das da alles war? Unsicher hebt er die schwarzen Augenbraue, die im Kontrast mit den blonden Löckchen stehen; blinzelt fragend zu Luminosa...
  Top
"Autor"  
Nutzer: shivandragon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 42

geschrieben am: 29.08.2003    um 13:32 Uhr   
eine weitere Stimme, ein Glöckchen ... bei der Schuppe des Pyrathos. Was war mit diesem Morgen? In aller Frühe schon ein Treiben hier, fast wie auf dem Marktplatz in einer der vielen Kapitole der Zweibeiner. Nun zumindest stellte sie sich das nach all den Schilderungen, die ihr im Laufe der Jahrhunderte zu Ohren gekommen waren, so vor. Aber ihre eigenen Augen konnten dies nicht bestätigt. Zumindest den Glöckenträger machten sie recht schnell aus. Mit einem Zufriedenheit ausdrückenden Kopfnicken nahm sie zur Kenntnis, dass das Kätzchen sich enfernte.
Weitaus mehr beunruhigte sie, dass die zweifüßigen Tritte inne gehalten hatten. Nicht nur das, auch das Gespräch der Beiden war sehr abrupt verstummt. Sie war hin und her gerissen zwischen zwei Varianten: einmal, den bösen fiesen Drachen spielen und die Zwei dermaßen zu erschrecken, dass sie von selbst das Weite suchten oder ruhig zu verharren, in der Hoffnung, dass ihr Weg sie in einem Bogen um die Höhle vorbei führte.
Wobei, an dieser Stelle erwähnt werden sollte, dass die Schauspielerei wohl eine Passion von ihr war. Sie selbst aber nur mäßig glaubwürdig, um nicht zu sagen lausig, war; relativieren wir das ganze: zumindest dieser Rolle. Noch unschlüssig versuchte sie, sich möglichst ruhig zu verhalten. Für drächische Verhältnisse mag sie das wohl auch gewesen sein. Stellt man sich aber ein schwerschnaufendes, rotschuppiges Ungetüm vor, dem dazu noch die rechte Hinterpranke eingeschlafen war, so weiß man auch um die Geräuschkulisse.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Luminosa
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 28.02.2003
Anzahl Nachrichten: 4

geschrieben am: 29.08.2003    um 15:34 Uhr   
es klang das glöckchen schon früh an ihre ohren und es weckte einen gewissenappetit. nein, nein.. es war zu früh und tiere? da blinzelte sie zurück zu samil und schlug sich einen aufkommenden gedanekn aus dem kopf. diese bäume, die hätte ihnen die rinde abkratzen können, denn nciht mehr viel ihrer amazonischen herkunft verriet ihr verhalten, denn sie war etwas neues, besseres geworden, man wusste es. ihre lippen formten worte, ein ruf? eine antwort auf des elben fragende blicke? ein, nichts... da lederne gewand, das ihr viel bewegungsfreiheit gab schimemrte leicht in der morgensonne, zumindest die silbernen schnallen. die schatulle? sie würde sich öffnen, wenn er dazu bereit war. vermisste er sie oder einfach nur akada? es gab so viele wege sie zu öffnen, so einfache, aber der weg sie zu sehen war schwer. gespannt lauschte sie dem treiben im wald, jeder sprung der katze, jedes schleichen verfolgte ihr geistiges auge. doch sie schiweg...
  Top
"Autor"  
Nutzer: samil
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 13.07.2002
Anzahl Nachrichten: 149

geschrieben am: 29.08.2003    um 15:54 Uhr   
Unsicher lag' der Blick des Kindes auf der Freundin. Ja, er vermisste sie... nein, falsch! Er vermisste Akada. Allesan, den liebte er - ob Ritter oder Kainit, der hatte sich in den grünen Elbensternen nicht verändert - Luminosa aber schon...

Sie war so dunkel, mysteriös und ja, sogar unheimlich. Sein Vater, die Gilde... alle würden dem kleinen Rabauken den Umgang mit jener Kainitin verbieten - das wußte er. So wie damals, als sie dem Kind auch den Umgang mit Allesan verboten, aber da ließ er sich nichts einreden. Ist das bei Luminosa auch so? Wer weiß das schon; wahrscheinlich nicht mal Samil selbst.

Dieser jedenfalls läßt den Blick von der alten Freundin; tastet in den Wald hinein, dort, wo er die Geräusche vermutet. Dieses Schnauben und Scharren... was war das bloß? Drachen? Die kannte der Kleine nur aus den Geschichten, die Ihm Larar erzählte...

... aber er war neugierig, sehr sogar und so vergáß er die Freundin dort am Baume, und die kleinen Füße huschten über den staubigen Waldboden; in Richtung der Höhle...

  Top
"Autor"  
Nutzer: Luminosa
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 28.02.2003
Anzahl Nachrichten: 4

geschrieben am: 29.08.2003    um 17:32 Uhr   
kainit... dreckspack... und allesan... sie war kein kainit, wusste der kleine das denn nicht? sie war ein vampir, einfach eine reißende bestie und doch irgendwie nicht. ihre mutter war verschollen oder war nur sie es in den augen jener? ganz egal, sie würde aus eigener kraft heraus lernen oder sich als mensch geben, wie sie es die letzten monate schon getan hatte. vielleicht fand samil nun etwas an ihr, dass war sie akada. die schatulle: wer reinen herzens war... worte, nichts als worte, warum hatte sie dieses nutzlose ding samil eigentlich gegeben? er wusste doch eh nichts, der kleine...ihr kleiner... sie sah ihm nach und doch rührte sie sich nicht, sah zu den bäumen. nun sah sie nicht mehr holz in ihnen, sie hatten ihr gezeigt, das samil sich noch an sie erinnerte und dafür zeigten ihre blauen augen dank... tiefen dank
  Top
"Autor"  
Nutzer: katze
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 25.08.2002
Anzahl Nachrichten: 34

geschrieben am: 29.08.2003    um 21:30 Uhr   
weit war das kleine wesen nicht von der höhle entfernt,als sie den zweibeiner bemerkte
still ins gras geduckt beobachtete sie ihn,musterte ihn und folgte ihm,nach kurzem zögern fast lautlos

nur das kleine glöckchen zeugte von der bewegung im gras....
  Top
"Autor"  
Nutzer: samil
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 13.07.2002
Anzahl Nachrichten: 149

geschrieben am: 30.08.2003    um 01:13 Uhr   
Wie sollte das Kind denn verstehen, was Kainit ist und was nicht? Gut, Eraxel hatte ihm damals erklärt, dass nicht jeder Vampir Kainit ist, aber das jeder Kainit Vampir ist; aber was bedeutete das? Nein, dass konnte Samil nicht unterscheiden, nicht wissen und beurteilen. Dafür hieß es: Erklären, begreifen und lernen...

Wie auch immer - Luminosa war für das Kind anders. Er liebte Akada - sicher, immerhin zählte er sie zu seinen Freunden, aber Luminosa war nicht mehr seine Akada. Das lag' nicht an jenem anderen Namen - nein, dass lag' an Ihrem Auftreten und Erscheinen. Hatte er Angst vor Ihr? - wer weiß das schon, da müsste man den kleinen Blondschopf selbst fragen.

Dieser aber verlangsamte seine Schritte; die Augen tasteten wachsam und suchend die Umgebung ab; obwohl er nicht mal wußte, was er eigentlich suchte. Naja, den Besitzer des Schnaubens halt, doch das Glöckchengeklimper brachte Ihn dann ganz aus dem Konzept.


"Ist da wer?"

Wisperte die dünne Kinderstimme, die trotzallem alles menschliche bei weitem überstieg'; während die dreckigen, nackten Füße inne hielten. Da stand er nun, wußte nicht, wo er nun hingucken sollte: Nach vorn? Zum Schnauben? Nach hinten? Zum Geklimpere? Ay, dass war wieder so eine Falle, oder?

Auch, wenn es dumm und unüberlegt war: Aber das Kind blieb einfach stehen. Wartete stumm auf seine Antwort, wo noch nicht mal klar war, an wen die Frage überhaupt ging'...
  Top
"Autor"  
Nutzer: katze
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 25.08.2002
Anzahl Nachrichten: 34

geschrieben am: 30.08.2003    um 10:29 Uhr   
schritt um schritt,tabs um tabs
ein fuß- der eines zweibeiners...
ob der schneckt?ob man mit dem spielen kann?
ob...ob...
soll man mal mit der tatze anstubsen? ob er sich bewegt?


mehr als die vorsicht und angst überwiegt der übermut und die neugier des kätzchens.
bimmelnd mit der glocke stürzt sie nach vorne um dem fuss einen klabs mit der pfote zu geben und wieder davonzustürzen....sicher ist sicher.
nur der schwanz,der aufgeregt hin-undherpeitscht,der anscheinend vergessen wurde zeichnet sich aus dem grasbüschel ab,in dem sich die winzig kleine katze versteckt...
Geändert am 30.08.2003 um 11:12 Uhr von katze
  Top
"Autor"  
Nutzer: Luminosa
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 28.02.2003
Anzahl Nachrichten: 4

geschrieben am: 30.08.2003    um 11:24 Uhr   
sie war aber nicht mehr akada und so sehr sie es ob der tatsache ihrer schwäche alleine in der welt versuchte, sie konnte nie wieder die junge amazone werden. was sie in der langen zeit gemacht hatte? wem sollte sie es schon erzählen? gutmütih, doch unwillkürlich legte sich ihre hand wieder auf die baumrinde eines riesen und strich darüber... irgendwann, dachte sie, irgendwann...

wie sie so darüber nachdachte, ob es jemals wieder so... fast so werden könne, verlor sie samil aus den augen. sie hatte ihn jedoch hier gefunden, also waren es nur "katzensprünge"bis sie wieder, gar lautlos, aufschluss fand. noch würde sie nur ein auge auf ihn haben, für eine kleine, ihr gegönnte weile.

  Top
"Autor"  
Nutzer: shivandragon
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 42

geschrieben am: 30.08.2003    um 12:23 Uhr   
Entweder waren die Beiden, Katze und Kind, überaus mutig oder einfach nur närrisch. Von Leichtsinn konnte man bei Katzen, die selbst im Dunkeln sehen und Elben, deren Gehör nicht umsonst gerühmt wurde, ja nun nicht sprechen.

Sie zog es nun doch vor, die Höhle zu verlassen und ihren Körper dem Dunkel zu entnehmen.
Aus der Höhle hervorgetreten reckte sie sich zu ihrer vollen Größe auf. Ihr schweifender Blick
über die Baumreihen hielt an jener Stelle inne, an der der Junge stand.

Das war er also ... einer dieser Spitzohren. Es verwunderte sie nicht sonderlich, dass Einer jener
Art sich in diesen verlassenen Teil des Waldes vorwagte. Die Katze aber erstaunte sie, keine Wildkatze, die sich hier zu behaupten wusste, handzahm und mit dem Glöckchen sich gerade zu als Mahlzeit ankündigend, wenn nicht sogar darbietend. .... Die Lefzen ein klein wenig weiter zu den Hörner hochgezogen beobachtete sie die Szenerie um die Beiden.

Sie hatte wohl das kaum mehr als gehauchte „Ist da wer?“ vernommen. Aber wie käme sie dazu
jedem Dahergelaufenen ihre Anwesenheit auf die Nase zu binden? Es erübrigte sich ohnehin, trennten sie doch nunmehr lediglich drei lichte Baumreihen. Zu übersehen war sie wahrlich nicht,
sogar mit Absicht nicht. Er sollte ruhig sehen, in wessen Nähe er sich vorgewagt hatte.
Mal überlegen, wie war das noch mit dem überaus fiesen Blick: die Schuppen über den Augen runterziehen und den Kiefer zu? Gedacht, getan ... so müsste es funktionieren. Ein Fauchen?
Nein, das wäre dann doch einen Tick zu melodramatisch und gewiss nicht angebracht bei einem
kleinen Elbenjunges und einer Katze.

Die perlmuttfarbenen Hörner glänzten in einem matten Licht. Die Augen mit den sichelförmig gebogenen Pupillen hatten längst den Jungen als Ruhepunkt verlassen und suchten die Umgebung nach dem zweiten Zweibeiner ab.

Eine Weile stand sie den Beiden schweigend gegenüber .... naja außer dem Schnauben natürlich, ihr wisst schon. In bedrohlich wirkender (und darauf sollte die Betonung liegen) Manier neigte sie ihren
Kopf zu den Zweien hinab. Der schlaff auf dem Boden ruhende Drachenschwanz hätte sie bei einem Kenner wohl direkt entlarvt. Für alle Anderen mochte sie recht gefährlich in diesem Moment aussehen.

Die Sicht auf den Höhleneingang war größtenteils durch sie verdeckt. Über Jahrhunderte verborgen, umgeben vom Dickicht und im „Rücken“ die Ausläufer des Bergmassivs .... nein von der Höhle sollte niemand wissen. Und wären sie nicht zu nahe an jene herangekommen .... Aber warum sich über fiktive Tatsachen weiter Gedanken machen.


Geändert am 30.08.2003 um 12:26 Uhr von ShivanDragon
  Top