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Die Reise (na)

Nutzer: Grescon
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geschrieben am: 15.11.2003    um 14:01 Uhr   
Schnell schlug er den Kragen des Mantels hoch, als er um die Ecke bog und ihm der eisig Wind ins Gesicht peitschte.
Es war wirklich kein sonderlich lauer Herbstabend, aber die Pflichten mußten noch bis Ende der Woche erledigt werden. Auch wenn es ihm missfiehl, was er vorhatte, er mußte es einfach tun.
Sein Vater hatte um Hilfe gebeten, demnach würde er die nächsten Monate in Italien verbringen. Sie mitzunehmen wäre Irrsinn. So hart es auf klang, sie würde ihn nur ablenken, ihn von den Pflichten ablenken, wohlmöglich sein Leben gefährden. Es war einfach nicht möglich...
Langsam spürte er wie die Finger, die den Kragen hielten, ihre natürliche Wärme verloren und unangenehm zu schmerzen begannen. Zum Glück erschien das Ziel seiner kleinen Exkursion schon vor seinen Augen.
Mit flüchtigem Blick überflog er das Klingelschild, drückte ein paar Namen und ließ ein freundliches
Werbung erklingen, als eine Stimme durch die Gegensprechanlage krächzte.
Unbewusst führten ihn seine Schritte zu der Wohnung. Er hatte diesen Moment so lange wie nur irgend möglich rausgezögert, jetzt hatte er keine Wahl mehr. Hoffentlich war sie nicht zu Hause und hoffentlich begegnete er ihr nicht im Flur.
Die noch durch den eisigen Wind erkaltete Rechte fuhr unter seinen Mantel und holte einen Briefumschlag hervor. Diesen schob er unter dem Schlitz der Tür hindurch, ehe er einen stillen Augenblick vor der Tür stand. Das Jucken in den Fingerspitzen zu klopfen und einfach alles zu vergessen war riesig und dennoch beherrschte er sich, wandet der Tür und somit ihrem Leben den Rück zu. Ein leises Seufzen verließ seinen Brustkorb, als er draußen einen letzten Blick auf das Gebäude warf. Dann huschte er davon und wurde von den Schatten der Stadt verschluckt.
In dem Brief stand nichts weiter als "Ich muß weg, warte nicht auf meine Rückkehr Gres".
Das er noch nie ein Mann der großen Worte war, wurde gerade jetzt mal wieder eindrucksvoll gezeigt.


(off: Ich weiß, das Ganze sieht wiedermal nach einem Bye-Ich-komm-Nie-Wieder aus, soll es aber nicht sein. Es dient lediglich als Abschluß eines Plays, mehr nicht. Also bitte nicht zerfleischen ;)
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Nutzer: CathyMcMay
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geschrieben am: 15.11.2003    um 14:21 Uhr   
"ich muß weg, warte nicht auf meine rückkehr gres"...die worte machten etwas real, was sie versucht hatte zu verdrängen...stumm lässt sie sich auf einen stuhl fallen, den brief in der hand.es war also zuende..er war also gegangen..kein warum, kein wohin, kein wie lange..einfach weg.diese paar worte war es ihm also wert gewesen...einen brief...ein lästiges kleines stück papier nichts weiter..sie beißt sich auf die unterlippe..immer wieder gehen diese worte ihr durch den kopf..warte nicht auf meine rückkehr...schon so lange hatte sie darauf gewartet und nun nicht mehr? was war nur geschehen..was hatte sie falsch gemacht? warum? sie wusste sie würde keine antwort bekommen. ihre antwort war gegangen..der einzige der es ihr hätte sagen können, der es ihr schuldig gewesen wäre zu sagen, war weg...weg für immer? sie erhebt sich quälend langsam und fühlt erst jetzt die lücke..die leere, die er hinterließ indem er sie zurückließ...verlassen hatten..der brief entgleitet ihrer hand..nicht einmal ein paar worte hatte er für sie gefunden..kein letztes lächeln...nichts..das war es was ihr geblieben war...

(off: an dieser stelle vieln dank für die vielen schönen plays und für diesen beitrag...hoffentlich haben wir trotzdem noch lange miteinander zu tun)
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Nutzer: Scab
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geschrieben am: 15.11.2003    um 16:10 Uhr   
Zufall, dass sie gerade jetzt wieder bei Cathy war. Zufall? Die paar Worte überflogen ihre Augen wie nebenbei, es war ohnehin... war es nicht klar gewesen? Selbst mehr Worte hätten die Bitterkeit, die Cathy fühlen mußte, nicht aufgehoben- doch vielleicht gelindert.
Wie oft hatten sie diese zwei Worte gesagt, "Typisch Männer", aber es traf den Sachverhalt nicht. Nicht typisch Männer. Nicht einmal typisch Gres.
Jeder Kuss verspricht ein Stück Ewigkeit. Wer mochte nachfühlen, wie es war, wenn dieses Versprechen zurückgenommen, banalisiert, einfach aufgehoben wurde?
Langsam tritt sie zu Cat, langsam nimmt sie das Mädchen in die Arme und schließt die Augen. Helfen konnte sie ihr nicht. Ihren Schmerz nicht lindern. Doch ob der Verbindung, die zwischen den Mädchen bestand-Seelenverwandte, hatte Cathy es genannt- sprangen die Emotionen auf sie über und ließen sie diese zumindest nachfühlen.
Und dazu kam eine ganz persönliche Wut, ein ganz intimes Aufbegehren gegen Gres' Entscheidung, gegen Gott, Schicksal und wen es sonst noch geben mochte, Traurigkeit, die sich in roten Zorn wandelte, nur damit sie nicht die dunpfe Leere im Magen spürte, weil ihr Bruder auf einmal verschwunden war. Bruderherz. Er ließ alle zurück, vor allem aber hatte er Cathy verlassen, und das steigerte Scabs Zorn. Tu ihr nicht weh! Wehe, du tust ihr weh... die Worte verklingen stumm, sie hatte sie nie gebraucht, nur gedacht.
Sacht küsst sie Cathy auf die Wange und streicht ihr über das Haar. Ich kann dir nicht helfen, aber ich bin da.

Selbst Gummibärchen und Schokoeis konnten jetzt nicht mehr helfen.



(off: Schade Gres, aber vielen Dank für die herrlichen Bruder-Schwester-Plays... und schau trotzdem noch mal rein ;-))
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