|
|
|
geschrieben am: 29.12.2003 um 19:16 Uhr
|
|
Meldung der New York Times:
Ungewöhnliches ereignete sich in der gestrigen Stadtratssitzung.
Miss Eden Gitean, seit einem halben Jahr jüngstes Mitglied des Stadtrates, forderte Neuwahlen für das Amt des Bürgermeisters, welches bis dato der hochgeschätzte Mr. Alexander Blood innehat. Mr. Blood übernahm die Amtsgeschäfte nach dem plötzlichen Tod des vorigen Bürgermeisters Mr. Noot, dessen Ableben bis heute ungeklärt ist.
Wörtlich erklärte Miss Gitean, da Mr. Blood nie offiziell bestätigt worden sei, fehle ihm die Amtseinsetzung und damit de facto die Berechtigung, jenes Amt zu führen.
Ihre Forderung begründete sie damit, dass es für eine Weltmetropole, die New York nun einmal darstelle, unwürdig sei, keinen offiziell eingesetzten Bürgermeister zu haben.
Falls ihrem Antrag Folge geleistet wird, erwartet die Bürger New Yorks ein langwieriges Verfahren, in welchem zunächst die Berechtigung der Forderung Miss Giteans geprüft wird, erst bei einem positiven Entscheid werden die New Yorker Bürger an die Wahlurnen gerufen. Eine einfache Bestätigung Mr. Bloods in seinem Amt ist aus dem Grunde unmöglich, dass er nicht hineingewählt wurde; was die Satzung jedoch vorschreibt.
Interessanter ist jedoch, dass zum ersten Mal, seit Mr. Blood die Amtsgeschäfte übernahm, an seiner Position gerüttelt wird.
Unserer Zeitung gegenüber erklärte Miss Gitean, dies sei der vorgeschriebene Weg in einer Demokratie, in der wir nun einmal das Glück, zu leben, hätten, und sicherlich wolle niemand, auch Mr. Blood nicht, an den Säulen unserer demokratischen Grundordnung rütteln.
Amy Jenson für die New York Times.
eine junge Frau Anfang 20, das braune Haar schlicht hochgesteckt, betritt mit leisen, anmutigen Schritten ein geräumiges Bürozimmer. Die Fensterfront bietet Blick auf die Stadt hinunter. Spartanisch eingerichtet ist es, der graue Teppichboden, der die Schritte dämpft, der Schreibtisch, ein paar Regale.
Eine Zeitung legt die junge Frau auf den Schreibtisch. Die Nachrichten, Miss Gitean. jene Frau, die am Schreibtisch saß, neigt sich etwas nach vorne und überfliegt die Meldungen. Anfang 30 mag sie sein, gekleidet in ein eher konservativ wirkendes Kostüm, auch sie hat sie goldbraunen Haare zu einem Knoten geschlungen. Dann nickt sie sacht. Es ist gut. Danke, Sinai. ihr Lächeln, so zart und fein, erscheint nur den Bruchteil einer Sekunde auf ihren Lippen. Dann greift sie nach der Zeitung, lehnt sich zurück, und studiert auch die übrigen Seiten. Geändert am 29.12.2003 um 19:22 Uhr von EdenGitean |
|
|
|
|