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Abschied

Nutzer: WhiteBlossom
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geschrieben am: 27.01.2004    um 15:54 Uhr   
Ihre Finger legen sich langsam um den Knauf der Türe und öffnen die Pforte zu den Hallen, die sie einst ihr zuhause nennen durfte. Sie tritt ein und schließt das Tor hinter sich, aufdass es in die Angel fällt und die Realität nicht näher an ihr nagen kann.
Zum zweiten Male steht sie in der Vorhalle, in der Zuflucht ihres Erschaffers und ehemaligen Gefährten, der nun schon lange Zeit seine eigenen Wege suchte.

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Nutzer: WhiteBlossom
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geschrieben am: 27.01.2004    um 15:55 Uhr   
Ihr Blick schweift umher, doch ist die Wahrheit weit entfernt, denn die verstaubte Treppe, die von Spinnenweben benetzten Möbel - all das kann sie nicht erkennen. Für sie ist es so, wie es damals war, da der Verstand lieber träumt, alsdass er sich mit dem Schmerz auseinandersetzt.
Ruckartig dreht sie ihren Kopf nach rechts - da waren Schritte die direkt aus dem Salon kamen, auf sie zu - es waren seine Schritte und eilig hebt sie ihr Kleid an und rennt auf die Türe zu. Die blassen Lippen deuten ein glückliches Lächeln, das sein Ende schneller finden wird, als sie es noch in diesem Moment erwartet hätte

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geschrieben am: 27.01.2004    um 15:57 Uhr   
Sie lehnt sich an den Türrahmen und blickt auf den Sessel - Tränenglanz saß hier viele Stunden, gemeinsam mit ihr auf seinem Schoße.
Ein eisiger Schauer erreicht ihren Rücken, als wäre es seine Hand gewesen, die sie liebkosend streichelt. Sie hört seine lieben Worte so, als hätte er sie gerade gesprochen, doch auch diese Illusion darf nicht verweilen, denn sie stirbt mit dem Hilferuf des Herzens nach Erlösung. >Wache auf Mädchen!<

Ihr zierlicher Körper zuckt in sich zusammen, als sie zu sehen beginnt. Sie fühlt die Einsamkeit, spürt, dass das Zimmer längst schon nicht mehr betreten wurde - er war fort, durchbrach die Ketten ihres Herzens, die ihn kläglich zu halten versuchten.
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geschrieben am: 27.01.2004    um 15:58 Uhr   
Ihre Lippen öffnen sich einen Spalt breit und schaffen der Kehle den nötigen Freiraum zu einem schmerzvollen Keuchen - dem der Einsicht.
Wieviele Minuten oder gar Stunden nun in der Regungslosigkeit vergehen ist ebenso undeutbar wie relevant - wichtig ist nur, was davon zurückbleibt - ein weiteres Stück der eisigen Klarheit.

Sie taucht ein in die Welt der unbehrrschbaren Gefühle und schwimmt im Meer der Selbstaufgabe - symbolisch gesehen, denn für einen Beobachter ist sie immernoch auf dem roten Teppich, der sich bishin zu dem Kamin und der Sofagarnitur schlängelt.
Ihre Fingerspitzen gleiten langsam über das Polster des Sessels, dann schließen sich die Lider erneut resignierend, doch als sie sich wieder öffnen, war da ein erster Schritt zum Neuen Leben. Eine blutige Träne überwindet die Barikade ihrer Wimpern und rollt über die bleiche Wange hinweg um auf dem Boden zu enden.

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Nutzer: WhiteBlossom
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geschrieben am: 27.01.2004    um 15:59 Uhr   
Ihr Kopf neigt sich zweimal nach vorne - sie nickt und bestätigt ihre Gedanken, denen sie eine whispernde Stimme verleiht:
"Wie lange bin ich fähig in einem Traume zu schlafen - mit offenen Augen? Wie groß ist meine Angst, dass ich den Mut nicht finden kann, der Wahrheit gegenüber zu treten? Fort bist du Liebster, weit weg von den Händen, die kläglich bei dem Versuch versagten, Dich festzuhalten. Woauchimmer ich bin, du bist in meiner Nähe, aber nicht nah genug, alsdass es mich glücklich machen könnte. Die Endgültigkeit lässt mich erschaudern, sie drängt mich in einen Schlaf der Verdrängung, zwingt mich in die Knie - auf den Boden - immer weiter und weiter hinab."

Niemand sah den Vorhang fallen und keiner wird diese Worte hören, außer sie selbst. Sie geht weiter, nimmt Abschied vom Salon - schweren und toten Herzens, aber mit der Gewissheit, dass sie wiederkommen kann. Genau das ist der Grund für die Verzweiflung - sie klammert sich an den kleinsten Halm, wenn er nur in der Lage dazu ist ein Fünkchen Hoffnung zu schenken, doch das zu erlangen was man sich wünscht, auch wenn der Schmerz es längst schon unmöglich machte überhaupt beschreiben zu können, wer derjenige ist, dem ihre Liebe gehört.

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Nutzer: WhiteBlossom
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geschrieben am: 27.01.2004    um 16:00 Uhr   
Nachdem nocheinmal Sekunden, Minuten oder eben Stunden verganen sind, in denen sie die Zimmer durchquerte - ihr Blick über Gemälde glitt, an die man sich nur zu gerne erinnert - nachdem sie wieder fühlte und spüren musste, dass all das nur noch ein getrübter und verstaubter Schleier der Vergangenheit ist - nachdem der einen Träne tausend weitere gefolgt sind und doch alle starben - nachdem sie sich einige Male wieder aufraffte, als die Nerven den zierlichen Körper hinab zu Boden zwangen - erreichte sie wieder die Pforte.
Beim letzten Male hat sie sich umgedreht, aber das soll endlich anders sein. Ihre Hand legt sich wieder auf den Türknauf - sie stützt ihr Gewicht auf den verschnörkelten Griff und flüstert:

"So sehr ich Dich auch liebe, du hast meine Liebe nicht verdient, denn wenn du das hättest, kämest du zu mir um meine Tränen zu trocknen, mein Leiden zu mindern. Ich dachte wir wären alles füreinander, aber vom Schloss der Zweisamkeit ist lediglich noch ein Trümmerhaufen zu sehen. Ich will nicht weiter in den Ruinen wandeln, aber ich werde akzeptieren was geschehen ist. Für immer will ich dir danken für diese wundervolle Zeit, die mich Grenzen lehrte, die ich mir nicht im Traume hätte ausmalen können.
Der Abschnitt, den wir beide geprägt haben - das Kapitel ist nun zuende und auch ich werde die Feder niederlegen, die ich in Tinte getränkt immer und immer wieder neue Zeilen schreiben ließ - in das Buch meines Lebens - Unlebens."
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Nutzer: WhiteBlossom
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geschrieben am: 27.01.2004    um 16:01 Uhr   
Da überströmte sie der Mut, denn sie wusste, dass die Worte, die sie sprach das einzig richtige sind und sie spürte, dass sie sich selbst aufraffen musste um dem Schmerz zu entfliehen. Ihre linke und noch freie Hand, ballt sich zur Faust und sie presst die Lippen aneinander, ehe das Flüstern eine Melodie zu spielen beginnt, deren Töne hart und gezielt die Stimme untermauern sollten:

"Ich gestehe mir ein dich zu lieben, ich gestehe mir ein dich zu vermissen, aber ich werde nicht länger dulden mich deshalb zu verlieren. Mögest du den Frieden schon gefunden haben, um den ich jetzt kämpfen werde - und solltest du mir einst wieder in die Augen sehen, werde ich deinen Blick erwiedern, mit einem Lächeln der Freude.
Wo sich eine Tür schließt, öffnet sich die nächste - und irgendwann werde ich eine Hand finden, die ich gerne auf meiner Haut spüre - ich werde eine Schulter finden, die meine angelehnte Wange mit einem Strahlen hütet.
Lebe wohl Vater, lebe wohl Liebster -" dann schüttelt sie ihren Kopf und verbessert sich. "Lebe wohl Tränenglanz"

Dieses Mal bleibt das Zögern aus, denn sie schließt die Türe rasch aber bedacht hinter sich und verlässt das Grundstück - mit neuem Mut, mit Einsicht. Sicherlich war es nicht die letzte Träne, aber es war die erste zur Besserung.

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Nutzer: WhiteBlossom
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geschrieben am: 27.01.2004    um 16:02 Uhr   

- Anhang -

(Auszug aus der Geschichte von der `KainitinŽ WhiteBlossom)

~ ` Ich glaube kaum, dass jemand die Muße hat sich das alles durchzulesen - geschrieben habŽich es für Bayne, denn seine Postings haben mich mitgenommen. Am Ende steht ein neuer Anfang Bayne - ich denk an dich. Ž ~
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Nutzer: Bayne
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geschrieben am: 27.01.2004    um 17:08 Uhr   
Es war eine Nacht, Schattig, kein Licht drang durch die Dunkelheit, die Finsternis zog ihre Bahnen und es war selbst zu Dunkel um einfach nur Nacht zu sein, es war mehr, was auch immer, er lag am boden, eisig kalt war es, sein körper spannte sich an, die augen geweitet, er wußte nicht was mit ihm geschehen wahr, es war kalt, kein lufthauch zu spühren, jedes glied seines körpers gehorschte ihm nicht mehr, nur die stille regierte, er wollte schreien, doch er konnte es nicht, er hatte angst, doch er konnte sich nicht verständlich machen, wieso auch immer, er wußte es nicht, es war nur die angst, dabei war es ein so schöner abend mit ihr gewesen, alles so neu, sie schien ihn vergöttert zu haben, machte ihm den hof, und im nächsten moment lag er ihr auf dem nassen, kalten boden, ohne zu wissen wieso und weshalb, nichts war mehr wie es war, er wußte sein leben war vorbei, doch schon spührte er auch die macht die durch seinen körper floss, die neuen möglichkeiten die sich vor seinen augen festigten und ein schmunzeln glitt auf seine lippen, ein neues zeitalter, ein neuer weg...


~Anhang~

Ich danke dir...und ich hab es komplett gelesen...
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Nutzer: Bayne
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geschrieben am: 27.01.2004    um 23:12 Uhr   
Nun saß er da, der Tag war ziemlich kalt, er hatte so sehr gehofft, auf ruhige zweisamkeit, dann kam sie her, er lächelte direkt, doch was sie ihm sagte, hatte ihm einen schock versetzt, doch schnell kam er zu sich, er war ihr nicht sauer, er wünschte ihr alles gute und hoffte in alle der Trauer, die Zukunft ist doch so lange, man kann sie gemeinsam gehen, heute sollte es nicht sein, wir werden es morgen sehen, der wind ging kühl, zog über ihn hinfort, er stand nur hier, einsam, alleine an diesem ort, umso mehr frohr er, doch lächeln konnte er immer, das wahre Leben geht vor, so war es schon immer, er würde doch warten, war die ganze nacht da, sie mußte nur was sagen, schon war er wieder hier, auf seinen lippen ein lächeln trotz aller schmerzen, denn er wußte es gab ein morgen, für beide vielleicht ohne sorgen...
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