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geschrieben am: 19.06.2004 um 13:15 Uhr
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Julie... es war wohl Schlamm in den Ohren gewesen, als der Blaugewandete durch den Sumpf seines Seins gestolpert war. Verfolgt von eigenen Dämonen, die sich das Schicksal nannten.. ~Chymeres, du darfst nicht weglaufen! Nicht vor dir selbst~ So süßlich die Stimmen klangen, der Mann von einem halben Jahrhundert (und doch soviel älter) wusste wie schmerzlich ihre Auswirkungen sein konnten. Da war doch ein Vorhang gewesen aus Blut in seiner Vergangenheit, den er abschütteln, reinwaschen wollte. Töricht vielleicht seine Aufgabe abzulegen, zu fliehen von dem, was einem in die Wiege gelegt worden war.
Auf seiner Flucht war er vielen begegnet und nur eine davon war Julie selbst gewesen. Aber der Blaugewandete, in dessen ursprüngliches schwarzes Haupthaar und der kurze Bart, der die Lippen umrandete, die Zeit schon das Weiß der Weisheit in Strähnen gepinselt hatte, liebte dieses Kind. Vielleicht erinnerte es ihn auch an das, was hinter dem Vorhang aus Blut lag... damals, früher...
Gebeutelt von dem Leid der Welt, die Strafe für seinen Verrat, zog er sich zurück, denn wen immer er auch auf seiner Reise begegnete, er litt mit einem jeden mit. Die Welt war so voller unglücklicher Seelen.
In einer Höhle versteckt war er geblieben und was darin geschah, das wird wohl nur der Blaugewandete noch wissen... Aber als er heraustrat, da war da wieder diese Entschlossenheit und die Kraft in seinem Blick: Bunte Fäden aus Illusionen, Lichter der Magie, schimmernde Spiegelungen der Sonne tanzten in den Seelenspiegeln, die doch mit der Zeit so abgestumpft waren.
Er hatte eingesehen, dass es keinen Sinn hatte sich zu verstecken... nicht vor sich selbst, nicht vor der Welt.
So nahm er die Suche wieder auf, er, der ewig Reisende. Das Kind in sich hatte er auch nicht vergessen und als der Blaugewandete, strahlender als zuvor, in die Nähe des Kinderparadieses schritt und die Stimmen vernahm, die sich zu einer Melodie des Glücks in seinen Ohren verschwirrten, so brauchte es nur einen Blick um zu sehen wer dort spielte. Die narbigen Hände strichen das Geäst zur Seite und er erkannte Julie wieder. Das Lächeln blühte auf den alten jungen Lippen auf. Er tat keinen Schritt vor, nicht so. Jetzt war sie gerade glücklich mit ihren Freunden. Sowas brauchen Kinder: andere Kinder. Der, der sich als "Weber" bezeichnete ohne zu lügen, dachte einen Augenblick daran wieder zu gehen und Julie ein nächstes Mal aufzusuchen, aber das spitzbübische Grinsen auf den Lippen des alten Jungen, des jungen Alten verriet dass er sich anders entschieden hatte.
So trat er nur etwas weiter in den Wald zurück, zwinkerte einem Spatz zu, der ihn beobachtete, bevor die narbigen Hände sich dann in die Höhe streckten. Er griff dort nach etwas, kann das sein? Und nur feine Augen konnten die dünnen bläulichen Fäden erkennen, die die narbigen Hände ergriffen ohne sie festzuhalten. Man darf sie nicht festhalten, dass hatte er gelernt und eine jede Narbe bewies es nur. Es gab Fäden, unsichtbar für das bloße Auge, die schwirrten über seinem Kopf umher. Und einen davon ergriff er um sanft wie ein vorzüglicher Weber, der sein Handwerk verstand, an diesem zu ziehen. Und als er zog so wickelte er sich selbst auf, als bestehe er nur aus einem Wollknäul. Wie irreal es doch wirkte als der gelöste Faden sich im Nichts auflöste und Chymeres gleich mit. Da verschwand der Kopf, da verschwanden die Schultern. Und wie aus einem Kokon, dessen Fäden sich lösten, befreite der Magier das innere Kind. Als der letzte Faden seines Seins verschwand, stand da nur ein Knabe, vielleicht 6 Jahre alt. Schwarzes Haar, das dringend mal gekämmt werden sollte, Sommersprossen auf dem sonnengeliebten Gesicht, der Schalk in den blauen, magischen Augen. Er trug wie der Alte vorhin eine Hose aus dunklem Blau und ein weißes Hemd, die Hände in den Taschen. Vergnügt im Tanzschritt befreite er sich aus dem Wald und schritt auf die Kinderschar zu. Auf den Lippen pfiff er ein Lied, was er gut kannte. Ein Lied, welches Chymeres auch Julie vorgesungen hatte vor einer Weile, als er sie auf den Schultern trug. Ob sie ihn erkennen würde oder nicht, es war ihm gleich. Der Zauber würde nicht lange andauern, aber es könnte ein schönes Wiedersehen sein. Was ein Kind brauchte, waren andere Kinder. Und wenns vorbei sein würde, dann würde er ihr andere Wunder zeigen.
(grins Na, dann lassen wir Julie mal auf andere Kinder treffen. Sehr süß der Beitrag von dir, Maus. Daumen hoch!)
Edit: Rechtschreibfehler... bäh. Geändert am 19.06.2004 um 13:23 Uhr von Chymeres |
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