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geschrieben am: 20.06.2004 um 12:01 Uhr
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ein angenehm warmer vormittag, der gutes für das wetter des restlichen tages verspricht... und auch hält. nun steht die sonne im zenith und kündigt an, das sie das sommerwetter des waldes zu dominieren trachtet.
von der alten weide am seeufer, deren krone mittlerweile ein dichtes, schattenspendendes blätterdach ist, klingt leis die vertraute, weiche melodie einer panflöte, die an dieser stelle schgon so oft vernommen wurde, darauf hinweist, das er anwesend ist...
im schatten an den stamm gelehnt ist sein verzierter langbogen, doch mit entspannter sehne, sein köcher liegt dabei... dort sitzt auch der albino, vollständig in seinen dunkelgrünen samtmantel gekleidet, die beine unter diesem zum schneidersitz zusammengelegt. das lange, schneeweiß schimmernde haar umrahmt seine blassen, hübschen züge, schmiegt sich um den hals und fällt glatt über die schultern nach vorn; ab und an nimmt der leichte wind einige feine strähnen auf und lässt sie um seine wangen streichen, was den spieler nicht weiter stört. den blick der hellroten augen auf das glitzern des silberwellensees gerichtet führen die feinen hände sein instrument an den lippen vorbei, entlocken ihm den sanften, ruhigen klang, die worte seiner seele, die nur auf diese weise wahrhaft zum ausdruck kommen können.
vieles ist geschehen, und vieles mag geschehen, und um beides geht es, und um die hoffnung, daß sich doch alles zum guten wendet... doch nicht gänzlich ungetrübt ist die weise, denn seit langem schon zieht sich wie ein hauchzarter faden eine leise spur von melancholie und sorge durch sein lied. seit seine gefährtin verschwunden ist, vor langer zeit, existiert dieser faden... es kam keine nachricht, alles, was ihm bleibt, sind erinnerungen und hoffnung. doch beides wird er niemals aufgeben.
...wenn man ganz fest an dinge glaubt, so spürt man, wenn sie eintreffen...
wieder ein leichter windstoß, der ihn erreicht, sein haar aufnimmt. einer von ungezählten an diesem morgen, aber einer, der anders ist, der es schafft, die aufmerksamkeit des elfen zu erregen, der eine leichte falte auf seine stirn legt. langsam wendet er den kopf in die richtung, aus der der wind kommt, blickt in den wald hinein, ohne wirklich etwas anzusehen und doch zielgerichtet und konzentriert. dann verstummt das lied gar... und er lauscht, aufmerksam, lauscht dem flüstern des windes. kann es sein, was er ihm da zutragen will? viel mehr als ein anzeichen ist es nicht, und doch muss es mehr sein, denn er hat ein gefühl geweckt, das sich tief in ihm regt, eine sicherheit, die lang nicht mehr da war...
es ist bechlossen. die flöte wandert zurück unter den mantel, geschmeidig und rasch erhebt er sich, nimmt seinen bogen vom stamm und spannt die sehne wieder ein, der köcher wird geschultert. noch einen augenblick, um sein haar zu ordnen, das der wind ein wenig zerzaust hat, dann geht er los, ruhigen, entschlossenen schrittes, hin zu ihrem heim, das er lang lang nicht mehr besucht hat, weil es so einsam war wie alles. vielleicht mag es sich heute ja anders verhalten. |
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