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geschrieben am: 13.07.2004 um 15:28 Uhr
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Alpträume. Alpträume, die einen selbst tagsüber verfolgen. Alpträume in Form von festgefrorenen Bildern im Kopf.
Nani, auf der anderen Straßenseeite, winkend, und das rote Haar flammt um sie auf wie Höllenfeuer. Nani, auf der Straße, im Gehen begriffen, und ein schwacher Schemen im Augenwinkel.
Ein dumpfer Schlag, ein Mädchen, das durch die Luft fliegt, ein blauer verbeulter Wagen. Dann setzt die Erinnerung aus, und das nächste, was Scab weiß, ist, wie sie selbst über Nani kniet, in einer Lache von Blut, Rotz und Wasser heulend, unablässig auf die Freundin einredend, ihr Haar streichelnd, das wundervolle, flammendrote Haar... dann verschwimmt alles in einem Rausch von Lauten, Tönen, Satzfetzen und unscharfen Bildern, und irgendwann ist nur noch sie da, in der Blutpfütze liegend, sich in den Boden krallend, Nani ist weg, und alles, was Scab bleibt, sind die Scherben der Schneekugel... und Sev, Sev neben ihr auf dem Pflaster, aber das ist zu grausam, sie blendet es wieder aus.
Scab stand hinter der Fensterscheibe, die den Raum auf der Intensivstation vom Gang abtrennte. Wortlos starrte sie auf die reglose Gestalt Nanis; in einem Bett liegend, angeschlossen an ein Dutzend piepende Maschinen, die doch alle das Gleiche verkündeten: sie-wacht-nicht-auf, sie-wacht-nicht-auf. Scabs Gesicht war ebenso kreidebleich wie Nanis. Hinein durfte sie nicht, die Freundin anfassen, mit ihr reden, das durfte sie nicht. Alles, was sie durfte, war hier zu stehen und zu schauen. Stunde um Stunde. Als befürchtete sie, dass Nani sterben könne, sobald sie den Blick abwendete.
Ihre Hand legte sich auf ihren Bauch, die Schmerzen waren gekommen, abgeklungen, wiedergekommen seit dem Moment, da sie Nani dort hatte liegen sehen. Nun waren sie anders. Schärfer.
Unruhig pustete sie sich eine Strähne aus der Stirn und wandte sich schlußendlich doch ab. Das Weiß war zu grell, das Licht schmerzte in den Augen, die ganze Welt war verdreht und zu groß.
Und dann, erneut nichts als Geräuschfetzen, gegen sie sich mit einem Schrei zur Wehr zu setzen versuchte. WasistmitihrwarumknietsiedakönnenSieaufstehenMisslegtsiehierhinsieblutetjasiehatBlutungen--- NEIN!
Die Welt schwankt, aber der Boden bleibt fest, und dann ist sie draußen, draußen, die Straßen, ein Hinterhof und sie flüchtet, flüchtet sich in nichts als erlösende Stille, kauert sich in einer Ecke zusammen und denkt an gar nichts mehr.
(Was bleibt mir da zu sagen? Ebenfalls ein dickes Dankeschön und ein Fühl-dich-geknuddelt, die Plays werden mir wirklich fehlen - und alles andere auch ;-)) Geändert am 13.07.2004 um 15:30 Uhr von Scab |
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