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geschrieben am: 19.08.2004 um 16:43 Uhr
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lang, lang ist's her, daß jene kunde, voll von schmerz, voll vom leid jener erinnerungen, welche die letzten zu sein verdammt sind, einen weg zum albino gefunden hat, draußen in der verlorenen ewigen weite der welt, weit jenseits des waldes...
ein windflüstern in den zweigen, leises gemurmel der bäche, das klagelied einer totenamsel in irgendeinem wipfel... etwas war geschehen, was nie hätte geschehen dürfen.
so folgt er den zeichen, tag um tag, einem weg folgend, den er bis zum ende schreiten wird, unabhängig von der zeit, unabhängig von der strecke... bis er irgendwann ankommt, um zu sehen, was geschehen ist.
irgendwann ist jetzt.
langsam und lautlos schreitet er die anhöhe hinauf, gehüllt in seinen bodenlangen dunkelgrünen samtmantel, bogen und köcher am rücken, eine stofftasche an seiner seite, die hände in den weiten mantelärmeln verborgen vor dem körper zusammengeführt. ernst sind die blassen, hünschen züge,sein blick ist nach vorn gerichtet, doch ist das schimmern seiner hellroten augen verblasst, mit jedem schritt, der ihn näher zu jenem ort gebracht hat, nur noch ein ferner glanz; das lange, schneeweiße haar fällt glatt wie eh und je nach vorn über die schultern, sacht spielt der wind gelegentlich darin, lässt es in seidigen strähnen um den mantel wehen.
schritt für schritt, langsam und ruhig... fast müde wirkt es, tragend unter einer last, die immer schwerer wird, die last des erahnens, die zur erdrückenden gewißheit werden soll...
dann sieht er die gestalten, augenblicke später den grabstein, kommt zum stehen. diese frau... hellblonde locken, ihre statur, ja, er kennt sie, denn sie wurde ihm vorgestellt. haramis, proteus' gefährtin.
zweifel vergehen im schmerz.
der junge bei ihr... wohl sein sohn, ihn hat der albino nie kennengelernt. endlich schreitet er langsam weiter, ohne zögern jener letzten bestätigung entgegen, dem schmerz entgegen, hin zu den beiden, hin zum stein, hin zum grab. fragen im kopf, ohne antwort. schmerz in der seele, ohne regung der miene. trauer im herzen, ohne tränen.
lautlos tritt er an den beiden vorbei, blickt zu jenem grabstein, verharrt reglos. lesend. begreifend.
proteus.
nein.
proteus.
als würden seine beine die last auf seiner seele, die last dieses ortes nicht mehr tragen können, fällt er auf die knie, senkt den kopf auf die brust, sinkt geradezu in sich zusammen. ein trockenes schlucken, lange augenblicke später sieht er wieder auf, zu jenem namen auf jenem stein. leis, melodisch und ohne zittern erklingt seine stimme zum letzten mal zu seinem freund, der ihn nicht mehr hören kann, zu seinem namen.
...iama... weißt du noch?... was wir uns geschworen haben... der schwur ist gebrochen...
...vergib mir, wenn du kannst... ich kann es nicht...
langsam schiebt sich seine schlanke, rechte hand aus dem mantelärmel, die finger streichen behutsam über den stein, fahren den namen nach.
...möge deine seele ihren frieden finden... möge ihr vergönnt sein, was ihr im leben nicht gestattet war...
er greift in seine tasche, nimmt eine schneeweiße rosenblüte hervor und bettet sie auf dem hügel. dann erhebt er sich geschmeidig, geht langsam zu haramis und khesaron. seine hand legt sich sacht an haramis' schulter... was er empfindet, ist nicht einmal ein bruchteil von jenem schmerz, der nun in ihr brennen muß, das weiß er wohl. und doch kann er ihr nicht beistehen, nicht jetzt; noch ist seine suche nichgt vorbei. und sollte sie aufblicken, so so wird sie seinen blick empfangen, voll sanftmut und voll mitgefühl... und auch mit ein wenig hoffnung, die trotz dieses ortes nicht allzu falsch scheint. auch khesaron empfängt auf diese weise sein stilles beileid, sollte er ihn anblicken...
dann wendet sich der albino ab, zurück zu jener spur, die er zurückgelöassen hat, zurück zu seiner ewigen suche. zurück in die einsamkeit mit sich und dem schmerz seiner seele. |
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