|
|
|
geschrieben am: 27.08.2004 um 02:53 Uhr
|
|
Ich lebe in einer welt aus Feuer und Sand. Die scharlachrote Sonne sengt das Leben aus allem, was da kreucht und fleucht, und Sandstürme reinigen den kahlen Boden vom letzten Laubwerk. Blitze zucken aus dem wolkenlosen Himmel, und Donnergedröhn rollt unerklärlich über die gewaltigen Tafellande. Selbst der Wind, trocken und sengend wie ein Brennofen, kann einen Mann vor Durst sterben lassen. Dies ist ein Land voll Blut und Staub, in dem wilde Elfenstämme aus den Salzwüsten hervorstürmen, um einsame Karawanen auszuplündern, in dem geheimnisvolle singende Winde Männer in einen langsamen Erstickungstod in die Treibsandseen locken und in dem Legionen von Sklaven wegen ein paar Büscheln verschimmelnden Korns aneinandergeraten. Der Drache plündert ganze Städte, während selbstsüchtige Könige ihre Armeen an die Errichtung protziger Paläste und greller Grabmäler verschwenden.
Dies ist Athas, meine Heimat. Es ist ein öder und kahler Ort, ein Ödland mit einer Handvoll schlichter Städte, die sich unsicher an ein paar verstreuten Oasen klammert. Es ist ein brutales, wildes Land, bedrängt von politischen Auseinandersetzungen und monströsen Greuln, in dem das leben hart und kurz ist.
Athas ist eine Wüste- sonnenversengt und windgepeitscht, vertrocket und endlos. Von dem ersten augenblicken der Morgendämmerung bis zum letzten Glimmen der Abenddämmerung leuchtet die scharlachrote Sonne am olivfarbenden Himmel wie eine feurige Blutlache. Sie steigt ihrem zenit entgegen, und die Temperatur steigt unablässig: 38 Grad am vormittag, 43 am Mittag, 55- manchmal sogar 70- am späten Nachmittag. der Wind macht die Sache kaum besser. Heiß wie der Atem eines Schmelzofens wirbelt er Sandstürme auf, die meist über 50 Tage ununterbrochen wüten und die Verdampfung des Wassers auf der Haut und dem Boden gleichermaßen beschleunigen. Ein Sturm kann den Himmel am Mittag verdunklen, da er so viel Sand mit sich trägt, daß die Sichtweite auf einen Meter reduziert wird. Brisen sind auf Arthas erstickend und staubgeschwängert und überzieht alles, was sie berühren, mit gelborangefarbenem Treibsand, verderben nahrung und füllen die Augen der Wesen mit teigigem Lehm. Selbst ruhige Tage sind gefährlich. Überhitzte Luftsäulen können als fürchterliche Wirbelwinde emporschießen und Staub, Pflanzen und Menschen in die Höhen enmpoetragen- dann fallen sie plötzlich in sich zusammen und lassen ihre unfreiwilligen Fahrgäste in einen schrecklichen Tod stürzen. So gefährlich er auch sein mag, ist der Wind doch nur eine Unannehmlichleit im Vergleich zu Athas größter Gefahr- dem Wassermangel. An den meisten Orten regnet es nicht häufiger als ein bis zwei mal in zehn jahren, und das einzig verfügbare Wasser ist das in den brackigen, mineralienverkrusteten Teichen der Oasen. Abgesehen von einer Handvoll Wasserläufen, die weniger als achtzig kilometer weit dahintröpfeln, ehe sie versickern, gibt es keinen einzigen Fluß auf dem Planeten mehr- obschon es viele alte Brücken gibt die besagen das es mal anders war. Das trockene Klima beeinflußt Athas noch anderweitig, es erlaubt der Sonne, unreflektiert auf den kahlen Boden herabzuscheinen, weswegen es am Tag so heiß wird. Nachts hat die niedrige luftfeuchtigkeit den umgekehrten Effekt. die Hitze des Tages entweicht in den Himmel und läßt die Temperaturen auf 5 Grad oder weniger fallen- und im Gebirge gar auf -20 Grad. Obgleich das Bild, das ich bisher gezeigt habe, das eines erstarrten und zerklüfteten Landes ist, will ich nicht sagen, Athas sei Traurig oder monoton. Im Gegenteil: Es besitzt eine majestätische und starre Schönheit. Wenn das erste Licht seine Smaragdenen Farbtöne über die Treibsandseen wirft oder die Klingenden Berge ausbreitet, entsteht eine bestimmte wilde Schünheit,die das ungezähmte Herz in uns allen rührt. Sie ist ein Ruf, Speer und Netz aufzunehmen, aus der Stadt zu fliehen und hinauszugehen, um zu sehen, was in der Öde lauert, dies ist Athas meine Heimat und das meine Geschichte. |
|
|
|
|