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geschrieben am: 17.10.2004 um 05:25 Uhr
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Still lag der in tiefe Dunkelheit gehüllte Wald zu Füßen der sternklaren Nacht, auf deren Mantel der silbriges Licht verbreitende
sichelschmale Mond über den Himmel seine einsame Bahn zog. Die Geräusche jener Tiere, welche die Nacht bevorzugend bereits
am Abend erwacht waren und nun durch den Wald streiften, erklangen gedämpft, vorsichtig und leise im Einklang mit dem kühlen
Hauch des Windes, welcher in seinem Atem den Duft des Herbstes und bereits die Ahnung auf baldigen Frost trug. Jene Lichtung, von
dem schwachen Licht der Sterne fast behutsam erleuchtet und deren dunklere, von Busch- und Baumwerk durchsetzte Umgebung wurde
diese Nacht von den meisten der Nachwesen sorgfältig gemieden, spielte sich doch dort eine etwas eigenartige Zusammenkunft ab.
Sicherlich in früheren Zeiten, als der Wald noch jünger an Jahren ward, hatte es schon einige ähnliche Erlebnisse gegeben...
damals waren die großen Weisen, deren Unterstützung von Helden hochgeschätzt, von den Niederträchtigen arg gefürchtet,
des öfteren zusammengekommen um zu tun, weswegen sie auch immer die Nähe anderer Ihresgleichen suchten.
Zu jenen Zeiten hatten die Geschöpfe der Welt keine Furcht des Gefressenwerdens erdulden müssen, denn sobald
die Weisen zusammenkehrten, konnten sie unter jenen Wandeln und den ruhigen Frieden genießen, welcher sich stetts
als ein treuer Gast unter die Versammlungen streute. Doch jenes geschah damals, und seitdem hatte sich das Rad der
Zeit unerbittlich weitergedreht, hatte zahllose Veränderungen, wie es der Lauf der Natur nunmal war, mit sich gebracht.
Altes war vergangen, Neues entstanden, sowohl gute Dinge wie schlechte...und auch die großen Weisen, zugleich Hüter wie auch
Schlächter der Welt, waren vergangen, so wie alles einmal vergehen und in den Kreislauf eintreten musste.
Jedoch wurden die neuen Zeitalter nicht völlig ohne Drachen geboren...die Weisen hatten der Welt ihre Kinder
hinterlassen, auf das jene zukünftig auf ihr wandeln und ihr uraltes Geschlecht erhalten sollten. Die Zeitalter der großen Weisen
aber waren vorbei und würden nie mehr wiederkehren, sowie ihre auch ihre Kräfte, mächtig genug um die Waagschale des
Gleichgewichtes aufrecht zu halten, auf ewig verloren sein würden. Der Morgen war angebrochen, in welchem ein jedes Kind der
alten Drachen auf sich selbst gestellt werden würde, um über kurze oder längere Zeit hinweg seine eigenen Erfahrungen zu sammeln.
Leider war das Blut der alten Hüter über die Äonen hinweg durch Geschehnisse, auf deren Gründe ein Sterblicher niemals ein
Auge würde werfen können, stark ausgedünnt worden. Viele vergaßen, wer die Urahnen der heutigen Drachen einst
gewesen waren und welche Bedeutung sie einst für die Welt besessen hatten. Und obwohl die Kinder durch den Einfluss der neuen
Zeitalter, welche Hass, Zwietracht, Eifersucht und Blindheit in ihre Herzen gestreut hatten, zu schwächeln begannen,
gab es dennoch kaum ein Wesen, dessen Kräfte denen der Nachkommen ebenbürtig waren. Diejenigen der Wesen jedoch, deren Familien
den Klauen der Drachen, in welchen das Erbe des Schlächters weiterlebte, zum Opfer fielen, schworen Rache und Tod,
und sie beschworen Mächte um Hilfe für den Krieg gegen die Drachen herab, welche heute im Allgemeinen als Dämonen bezeichnet werden, und
in ihren Augen wurde jeder Hüter zu einem Schlächter. In jener Zeit wurden viele der jungen Drachen zu Unrecht umgebracht, überwältigt
von dem ungezügelten Hass, welcher in Gestalt unzähliger Tode zu ihnen kam. Es wurden ihrer immer weniger, bis es am Abend eines blutigen Tages
schließlich nur noch so wenige von ihnen gab, dass es sich ihnen nachzujagen nicht mehr lohnte. Seit damals hatte das Wesen der Drachen
dramatische Veränderungen durchlaufen, und heute könnte sie niemand mehr mit den großen Weisen in Vergleich ziehen. Dies war wohl einer
der Gründe, weshalb sich an diesem Abend kein Tier in die Nähe der Lichtung wagte, um jenem Zusammentreffen beizuwohnen. |
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