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-Ein Sommernachtstraum- {NA/Forenplay}

Nutzer: KillianLonaqua
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geschrieben am: 17.07.2005    um 19:41 Uhr   
(Off:Da im New Age ja so gut wie gar nichts mehr los ist und man nur noch alleine im Channel hockt, habe ich beschlossen mal wieder ein NA Foren RPG zu starten um mir die Zeit zu vertreiben. Vielleicht sagt die Story ja einigen Playern zu. Ich würde mich über Beteiligung sehr freuen)

Ein Sommernachtstraum

Sengende Hitze. New York wurde regelrecht von einer Dürre heimgesucht. Vielleicht war gerade dieses Wetter, welches keinesfalls mehr als angenehm zu bezeichnen war, die Strafe der Natur- dafür, dass wir solch Raubbau an ihr geübt haben. Selbst die grünen Lungen dieser Stadt, verwandelten sich in den letzten Tagen in ein Bild der Wüste. Der Central Park war kaum zu besuchen, sofern man sich unter eine der sonst so üppigen Baumkronen legen wollte um der Sonne zu entkommen. Sicher klingt das altmodisch, in einer Stadt in welcher es an jeder Straßenecke „Starbucks“ gibt. Die machen nun ein Riesen Geschäft mit ihren Eiskaffees und ihren „Smoochies“ welche noch zusätzlich angeboten werden. Wurden die Coffee-Shops dieser Marke schon immer gut besucht, so platzen die kleinen Filialen nun aus allen Nähten. Es ist wohl als Strafe zu bezeichnen bei einem solchem Wetter in irgendeinem Büro oder hinter einer Ladentheke zu vergammeln. Oder man gehörte zu der Sorte Mensch, die ihr Glück darin fanden, mit Hilfe irgendwelcher Scheine „Reiß aus“ zu nehmen um sich dann in irgendeiner anderen Region der Welt zu Sonnen. Eigentlich ziemlich dumm, oder?
Tagsüber scheint der sonst so rege Verkehr gestorben zu sein und auch die Menschen die in dieser Stadt leben und sonst der Zeit hinterherlaufen verhalten sich erstaunlich ruhig. Sie können gar nicht anders. Doch kaum, dass jene Stunden in denen man glaubt zu schmelzen endlich vorüber sind und sich die glühend heiße Sonne der Finsternis gegenüber verneigt, füllten sich die Straßen wieder und auch die Fußgängerzone wirkten wieder belebt. Vor ein paar Stunden sollte man noch geglaubt haben, dass die Pest ausgebrochen war.

Die Bürger dieser Stadt sind ganz sicher umgedrehte Zombies. Tagsüber sind sie kurz vorm verfaulen und dann, wenn es dunkel wird gehen sie mit ihresgleichen auf die Jagd und greifen sich alles was sie bekommen können. Eine überaus interessante These welche die beiden Jungen gerade aufstellten. Kindliche Horrorfictionen, oder? Sie waren allemal ein Lächeln wert. Doch von Fictionen wieder zur Realität. So mager und schlecht diese auch für viele Menschen aussehen mag. Doch es kommt immer wieder darauf an, was man daraus macht.

Für einen schien dieser Abend gar einem Sommernachtstraum gleich. Es war ein herrliches, ja fast schon berauschendes Gefühl über das kalte Metall zu streichen. Er konnte wahrlich spüren wie jede einzelne Zelle seiner Haut diese Berührung genoss. Das einzig unangenehme war nur, dass es keine Steigerung mehr gab. Dennoch wurde es wiederholt..und wieder..und wieder. Doch nicht nur seine Finger erfuhren die erlösende Kälte. Auch der Asphalt, auf welchem er sich niedergelassen hatte spendete endlich das Gegenteil von dem, was jeden Tag ein, Tag aus quält. Doch zurück auf die Straße, oder eher die Fußgängerzone in welcher..auf welcher er sich befand.

>Pling< >Pling< Nicht regelmäßig aber immerda, so fielen ein paar Cent Stücke oder auch manchmal halbe Dollar in die Wollmütze und jene, die es wohl hatten, sei es Geld oder Mitleid gaben dann auch ab und an mal einen Schein. Kleingeld für einen Bettler. Einer von vielen?

Es war ein Rausch für die Sinne. Ein Lichtermeer welches sich in der Innenstadt ergoss und jeden in seinen Bann und somit in diverse Geschäfte zog. Ob Kleider, Technik oder Schmuck, ein jeder, der hier sein Unwesen trieb wollte sich materiell bereichern.
Und der Rest dieses Ergusses von Habgier, das Wechsel und Kleingeld erhielt dann der stumme Bettler, welcher die vorbeiziehenden aufmerksam beobachtete.....

Ein Sommernachtstraum, ganz gewiss....auch wenn der oder die jenige nicht einmal im Ansatz etwas zu ahnen scheint.


Killian A. Lonaqua
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Nutzer: AyleenJackson
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geschrieben am: 18.07.2005    um 11:36 Uhr   
Laue Sommernächte, die einen Tag voller Hitze verdrängen, sind meistens das angenehmste, was sich ein Nachtmensch vorstellen kann. Herrlich, wenn der sanfte, warme Wind den Körper liebkost, und als Friseur immer neue Frisuren erfindet, nur um sie sogleich wieder zu verwerfen und noch ausgefeiltere Kreationen an deren Stelle treten zu lassen.

Ein weiteres absolutes Highlight stellt der Ausblick auf die beleuchtete nächtliche Skyline der Stadt, die niemals schläft, dar. Von überall her glitzert, blitzt und blinkt es dem Betrachter entgegen, und ein imaginärer Finger scheint den Beobachtenden näher winken zu wollen, während eine sanfte Stimme ihn flüsternd einläd, inmitten New Yorks unterzutauchen und sich hineinzustürzen in das Lichtermeer, Teil zu werden dessen, was es auch nachts noch zu erleben gab. Und es soll schon Wesen gegeben haben, die dieser Einladung widerstehen wollte, doch nicht konnten.

Inwieweit die junge Blonde sich zu widersetzen weiß, würde die Zeit zeigen, denn zunächst streichelt der Blick der Blondine durch das Glas des Fensters ihres Hotelzimmers im 47 Stock eines Skyscrapers hindurch die Umrisse der ehrfürchtig vor ihr liegenden Skyline der Stadt.
'Welch atemberaubender Anblick...ich hatte schon fast vergessen, wie schön es hier ist' denkt Ayleen bei sich, ohne den Blick von dieser Kulisse zu nehmen.
Wenig später wird das beinahe schon meditativ ausgeübte Studium dieses Anblickes jedoch unterbrochen, als das Klingeln des Handy der Blondine die noch eben genossene Stille jäh zerreißt.
Mit drei Schritten ist die Eigentümerin des Gerätes bei selbigem, hat es auf- und das Telefonat angenommen.
Jackson, wer stört? meldet sie sich und erwartet sodann die Stimme am anderen Ende. Ayleen, ich störe Sie ungern entschuldigt sich ihr Boß und fährt sodann fort Aber leider muß ich Sie bitten, für mich nahe des Central Parks einige Aufnahmen zu machen. Fahren Sie....Laber laber. Meine Zeit, wieso fällt so etwas den Chefs erst abends, naja, eigentlich ja erst nachts ein? Höflich erkundigt sich Ayleen, ob sie diese Abzüge noch jetzt sofort machen soll, was ihr Boß auch prompt bejaht. Gleich darauf ist das Gespräch beendet. Seufzend zwängt sich die Photographin in ihre Schuhe, packt ihre Kamera und macht sich auf den Weg. Ein Blick auf die Uhr verrät der Ausführenden, daß es bereits 11:32 p.m. ist, also kurz vor Mitternacht. Dieser Kerl hatte echt Nerven, sie noch zu solch später Stunde hinauszujagen.

Einige Minuten später zieht der dunkle Asphalt der Straße unter den Rädern des genieteten Sportwagens vorbei. Warum nur mußte der Central Park auch am anderen Ende der Stadt liegen? Um sie herum bohren sich weitere röhrende Motoren, vereinzeltes Lachen, das Geschrei gepaart mit dem Blitzlicht greller Lichtreklame, die irgend welche Ereignisse anpriesen in die kühle Nachtluft.

Die Uhr im Wagen zeigt bereits 12:02 a.m., als Ayleen endlich ihren Wagen in ein Parkhaus lenkt, um von dort aus die letzten Meter zu Fuß zurückzulegen. Wenig später steigt sie aus dem Fahrzeug, schüttelt sich einmal die wasserstoffblonde Mähne und spaziert sodann los, nachdem der Wagen gelockt ist.

(to be continued, wenn gewünscht)
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Nutzer: KillianLonaqua
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geschrieben am: 18.07.2005    um 12:07 Uhr   
Wir wollen immer das besitzen, was wir nicht haben können. Ein jeder glaubt wohl, dass nur ihn das Unglück heim sucht und selbigen damit zu strafen, andere in einem Rausch der Freude leben zu sehen. Wir wollen immer dort sein, wo wir eigentlich nicht sein können. Letzteres ist einfach nur Unsinn. Wer auch immer diese These in den Raum geworfen hatte, er irrte. Dort wo sich ein jeder befindet, dort gehört er auch hin, zumindest was den Ort betraf, aber die Zeit?

Es ist einer Strafe gleich, im Jahr 2005 zu leben. Es ist einer Strafe gleich, statt Menschlichkeit nur noch Ignoranz und Hochmut zu erfahren. Es ist einer Strafe gleich, Mutter Natur nicht mehr umarmen und küssen zu können, sondern nur noch das kalte Metall von Maschinen. Jedoch war diese Erkenntnis noch immer ein wenig unwirklich – das erkannte zumindest die dunkele Gestalt, welche es nun vorzog sich zu erheben um die Fußgängerzone, ein Spiegelkabinett der Gegenwart zu verlassen. Ein Ruhepol, welcher im selben Moment auch wieder zügellos wirr und chaotisch scheint suchte sich nun seine Wege durch die Straßen und Gassen von New York. Der Hüne kannte sein Ziel, zog es ihn doch immer wieder dort hin. Die grünen Lungen, dieser Stadt. Sofern jene durch die letzten Tage recht atemlos schienen, hatte der Central Park doch etwas, was mehr als angenehm war. Ruhe.

Erweckte die dunkele Gestalt vielleicht die Menschlichkeit anderer Menschen, welche den Hünen entweder erstaunt oder verängstigt betrachteten. Zumindest bemerkten sie, dass es noch immer andere Lebewesen gab, die ihren Weg kreuzten und keinesfalls sollte man nur von Menschen ausgehen. Eine Pforte zu einer Spektralwelt, so konnte man den Haupteingang, welcher durch eine große und prachtvoll verzierte Gittertür wurde, bezeichnen. Lonaqua schritt zu gerne durch jene hindurch um sich dann in einem Stück Vergangenheit wieder zu finden. Jeden Schritt, den er tat wurde von den unzählig vielen Kiesteinchen und den schweren Sohlen seiner Stiefel untermalt, welche erstere beiseite drückten. Der schwarze, leicht filzige Stoff seines Mantels, wiegte sich in seinen Schritten, welche ihn zu einer der unzählig vielen Bänke führten, die man hier fand. Eher ungewöhnlich für diese Tageszeit, für dieses Datum war es, dass der Hüne sich auf selbiger nieder ließ um dann doch den Blick nur auf das zu richten, was vor seinen Füßen lag. Was bitte ist schon Zeit, wenn die wirklich Zeit für einen Menschen noch nicht gekommen ist und seine war gewiss noch nicht da.

Im selben Moment erfreute sich ein anderer an den Spenden, die eigentlich dem Hünen galten. Rasch wurde sie schwarze Wollmütze aufgehoben und in eine der vielen Taschen gesteckt – hatte dort jemand wirklich dieses Almosen nötig?


Killian A. Lonaqua

(Ich freue mich, dass es jemanden wohl genauso geht wie mir und hoffe dass vielleicht noch ein paar mehr dazu kommen werden)
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Nutzer: TrevorSilverman
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geschrieben am: 18.07.2005    um 12:46 Uhr   
Ja ja, dieser u n e r t r ä g l i c h e Hitze! Nicht zum Aushalten. Also, am Besten wäre es doch, wenn die nächste Eiszeit einbrechen würde, gleich jetzt. Das Deo versagte - sofern man sich überhaupt die Mühe gemacht hatte, ein solches zum Einsatz zu bringen, ganz zu schweigen einmal von denen, die sich so etwas gar nicht leiseten konnten bzw. ihr Geld bei diesem Wetter zum Fenster herausgeworfen sahen -, der Schweiß floss tagsüber in Strömen und jeder zweite Daywalker hatte diese ekelhaft nassen Flecken auf seinem Shirt. Daywalker war wirklich der richtige Ausdruck. Schön blöd, wenn man tagsüber durch die Innenstadt kroch. Das war ja Selbstmord und somit hatte eine solche Aktion auch kein Mitleid verdient. Neid all jenen, die in ihren klimatisierten Autos sitzen konnten - eure Augen sollen's euch mit einer Bindehautnetzündung danken! -, oder in ihren Büros, in denen man auf jeden freien Platz einen Ventilator gestellt hatte, nur um feststellen zu müssen, dass eine solche Apparatur in einem Büro mehr Ärger als Linderung verursachte - man denke nur mal an all den Zettelkram und füge einen Ventilator hinzu - wusch, da hat man die Papier - Explosion des Jahres. Man musste zusätzlich auch noch an all die alten Leute denken, denn die vergaßen mitunter tatsächlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wer kümmerte sich um sie, wer sorgte dafür, dass sie regelmäßig tranken? Wer nur, wer? Also, falls ihr mich fragt - sämtliche Rentner New Yorks sollten auf irgendeine Insel im weiten Meer gesteckt werden und dann ... ja, dann konnte einem der Rest doch völlig egal sein. Hauptsache, man war sie endlich los und das schwere Gewicht der Sorge gleich mit dazu.

Doch genug gejammert. Ganz ehrlich: Es gab schlimmeres, als in der Hitze zu schmelzen. Über einen plötzlichen Kälteeinbruch würdet ihr doch genauso jammern, nicht wahr? Es ist immer das gleiche mit der neuzeitlichen Menschheit: Es gibt immer etwas zu jammern, zu warm zu kalt, zu laut, zu leise. Denen konnte man es nie recht machen, hm? Nein, natürlich nicht, denn wenn sie sich über die Umwelt und ihre Mitmenschen aufregen konnten, begannen sie aufzublühen. SIe waren in ihrem Element. Traurig aber wahr. So sieht's nämlich aus mit unserer Gesellschaft ...

Es gab aber tatsächlich die kleinen Ausnahmen, die zu schätzen wussten, was nebst all den Störfaktoren noch übrig blieb. AUf einmal lernte man die milde Abkühlung zu schätzen, die eintrat, sobald der Horizont die Sonne geschluckt hatte. Man musste sie nur mit offenen Augen suchen, doch wer bei Gott rannte heutzutage noch mit offenen Augen und Ohren durch die Welt?

Ihn hatte es ebenfalls zum Central Park gezogen. Zu den grünen Lungen New Yorks. Welch Blasphemie! Sollten die Städter so weiter machen, würde aus dem Park bald die Raucherlungen New Yorks werden, welche sich bei jedem Atemzug husten zusammenzogen und die dann schon einen weiteren Störfaktor bildeten. Na ja, man konnte alles schlecht reden, die Zukunft in den dunkelsten Farben malen, aber letztlich blieb einem doch nichts, als in der Gegenwart zu leben und sich bestmöglich an ihr zu erfreuen. Halleluja, ist das nicht ein Leben?

Jaaa, mein Gott, er gab's ja zu: Ihm war das Kinn auf die Brust gesunken und er hatte ein wenig geschlafen, was natürlich Verschwendung war. Nachtsüber wollte er sich nicht schlafen lassen, um die kühlen Temperaturen auszunutzen und tagsüber konnte er nicht schlafen, weil es zu heiß wär, doch bevor wir wieder anfangen, die Welt zu kritisieren und das schlechte Klima anzuprangern, widmen wir uns wieder den Tatsachen. Als der junge Mann - Bettler hin oder her, jedenfalls war er ein sehr großer Bettler - über den Kiesweg geschlurft kam, wurde der Schläfer mit den feinen Sinnen natürlich sofort wieder wach und schreckte mit einem verhaltenen Brummen hoch und sah sich aus verquollenen Augen - die man in dem Dämmerlicht hoffentlich nicht sah - entrüstet um. Hey, Kerl! Kannste nicht leiser latschen? Und hey - was setzt der sich jetzt direkt mir gegenüber auf die Bank, auf der andren Seite vom Weg? Will der mich provozieren, oder was?

Seine rechte glitt schützend über den Bauch seiner Gitarre hinweg, um sie ein wenig fester zu sich zu ziehen. Du hastes auf die abgesehen, hä? Aber das kannst du mal gleich vergessen, Junge! Die gehört mir und die kriegste nicht, nur über meine Leiche. Zugegeben, der Kerl ihm gegenüber war eindeutig größer als er, doch man kannte das ja: Viele Muskeln und körperliche Größe schlossen einen ausgeprägten Denkapperat meistens aus. Trevor sank wieder ein wenig in sich zusammen, die Hand weiterhin auf der Gitarre und die Blicke kritisch unter dem fransig blonden Pony auf den Kerl ihm gegenüber gerichtet - nicht allzu aufdringlich, nur wachsam. Ab und an, sah er sich kurz um, nicht dass dieser Typ gleich zu ner ganzen Bande gehörte, die es allein auf sein Baby abgesehen hatten ...

Geändert am 18.07.2005 um 12:47 Uhr von TrevorSilverman

Geändert am 18.07.2005 um 12:47 Uhr von TrevorSilverman
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Nutzer: KillianLonaqua
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geschrieben am: 19.07.2005    um 10:39 Uhr   
Das Leben ist so bittersüss. Erfreut sich der Geist einen Menschen an Unwissenheit, da er weiß, dass Handeln unnötig ist. Erfreut sich der Körper eines Menschen an Trägheit, da selbiger keinen einzigen Muskelstrang rühren muss oder gar das eigene Lungenvolumen soweit zu erproben, dass man vielleicht dankbar ist, für das was man hat. Ursprünglich einen kraftvollen, gesunden Körper, der extremen Belastungen stand halten kann. Einen ausgeprägten, scharfsinnigen und logisch denkenden Geist, der es einem ermöglicht die Umwelt und die „Mitlebewesen“ so intensiv wahr zu nehmen, als kaum ein anderes Lebewesen auf diesem Globus.
Jeder Tag ist ein denkwürdiger Tag auf diesem Globus, auch wenn Lonaqua nicht sehr viel von Daten oder gar Zeit hält. Es ist doch mehr als unsinnig seinen Geist aufzugeben und das denken Maschinen zu überlassen, dafür aber wie ein Verrückter nach den kleinen Zeigern einer Uhr zu laufen. Die meisten Menschen haben beides verloren, schwach, träge und einfach nicht belastbar – so waren die meisten körperlich gebaut und konnten somit weder Hitze noch Kälte trotzen.
Kein Mensch wird dumm geboren, sie werden höchstens „dumm“ gemacht und so gibt es in bestimmten Regionen dieses Planeten Völker, die mehr wissen als wir jemals in der großen Stadt zu erfahren haben. Menschlichkeit. Das Wissen der Bürger New Yorks ist eingeschränkt, wären sie klug würde ein jeder sein Talent zum Beruf machen, nicht hinter der Zeit herlaufen, sondern ihr immer voraus sein. Sofern man sich wirklich erkannt hat, wird es andere geben, die dir Zeit anbieten und nicht aufdrängen wollen.
Hatte die hagere Gestalt, denn im Gegensatz zum Hünen schien der junge Mann recht schmächtig, sein Talent gefunden, sollte man meinen anhand der Gitarre welche in seinen Armen lag.

Das tiefbraune Augenpaar des Kelten lag auf der Person des anderen. Ob er sich daran störte, war ihm recht gleich. Vielleicht wirkte es aufdringlich, beängstigend oder einfach nur nervig, dennoch ließ er nicht von ihm ab. Vielleicht war es einfach nur eine Art von stiller Bewunderung und der Gewissheit, dass nicht jeder vergessen hat wie individuell ein jeder eigentlich ist. Und er dachte, er sei nicht mehr normal. Das breite Kreuz des Hünen fand an der Lehne der Bank seinen Platz, als er sich aufsetzte. Eher unbedacht, so wie sich andere übers Haar streichen oder an der Schnur ihrer Kopfhörer spielten, fuhr sich der Hüne über die breite, prachtvoll verzierte Armspange, welche an seinem linken Handgelenk ruhte und unter dem schwarzen Stoff seiner Ärmel hervorstach – es sei denn, man hatte ein Auge dafür, denn es gab Dinge, die die Menschen einfach nicht sehen wollten.

Zum Beispiel sich selbst.


Killian A. Lonaqua
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