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geschrieben am: 18.07.2005 um 12:46 Uhr
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Ja ja, dieser u n e r t r ä g l i c h e Hitze! Nicht zum Aushalten. Also, am Besten wäre es doch, wenn die nächste Eiszeit einbrechen würde, gleich jetzt. Das Deo versagte - sofern man sich überhaupt die Mühe gemacht hatte, ein solches zum Einsatz zu bringen, ganz zu schweigen einmal von denen, die sich so etwas gar nicht leiseten konnten bzw. ihr Geld bei diesem Wetter zum Fenster herausgeworfen sahen -, der Schweiß floss tagsüber in Strömen und jeder zweite Daywalker hatte diese ekelhaft nassen Flecken auf seinem Shirt. Daywalker war wirklich der richtige Ausdruck. Schön blöd, wenn man tagsüber durch die Innenstadt kroch. Das war ja Selbstmord und somit hatte eine solche Aktion auch kein Mitleid verdient. Neid all jenen, die in ihren klimatisierten Autos sitzen konnten - eure Augen sollen's euch mit einer Bindehautnetzündung danken! -, oder in ihren Büros, in denen man auf jeden freien Platz einen Ventilator gestellt hatte, nur um feststellen zu müssen, dass eine solche Apparatur in einem Büro mehr Ärger als Linderung verursachte - man denke nur mal an all den Zettelkram und füge einen Ventilator hinzu - wusch, da hat man die Papier - Explosion des Jahres. Man musste zusätzlich auch noch an all die alten Leute denken, denn die vergaßen mitunter tatsächlich Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Wer kümmerte sich um sie, wer sorgte dafür, dass sie regelmäßig tranken? Wer nur, wer? Also, falls ihr mich fragt - sämtliche Rentner New Yorks sollten auf irgendeine Insel im weiten Meer gesteckt werden und dann ... ja, dann konnte einem der Rest doch völlig egal sein. Hauptsache, man war sie endlich los und das schwere Gewicht der Sorge gleich mit dazu.
Doch genug gejammert. Ganz ehrlich: Es gab schlimmeres, als in der Hitze zu schmelzen. Über einen plötzlichen Kälteeinbruch würdet ihr doch genauso jammern, nicht wahr? Es ist immer das gleiche mit der neuzeitlichen Menschheit: Es gibt immer etwas zu jammern, zu warm zu kalt, zu laut, zu leise. Denen konnte man es nie recht machen, hm? Nein, natürlich nicht, denn wenn sie sich über die Umwelt und ihre Mitmenschen aufregen konnten, begannen sie aufzublühen. SIe waren in ihrem Element. Traurig aber wahr. So sieht's nämlich aus mit unserer Gesellschaft ...
Es gab aber tatsächlich die kleinen Ausnahmen, die zu schätzen wussten, was nebst all den Störfaktoren noch übrig blieb. AUf einmal lernte man die milde Abkühlung zu schätzen, die eintrat, sobald der Horizont die Sonne geschluckt hatte. Man musste sie nur mit offenen Augen suchen, doch wer bei Gott rannte heutzutage noch mit offenen Augen und Ohren durch die Welt?
Ihn hatte es ebenfalls zum Central Park gezogen. Zu den grünen Lungen New Yorks. Welch Blasphemie! Sollten die Städter so weiter machen, würde aus dem Park bald die Raucherlungen New Yorks werden, welche sich bei jedem Atemzug husten zusammenzogen und die dann schon einen weiteren Störfaktor bildeten. Na ja, man konnte alles schlecht reden, die Zukunft in den dunkelsten Farben malen, aber letztlich blieb einem doch nichts, als in der Gegenwart zu leben und sich bestmöglich an ihr zu erfreuen. Halleluja, ist das nicht ein Leben?
Jaaa, mein Gott, er gab's ja zu: Ihm war das Kinn auf die Brust gesunken und er hatte ein wenig geschlafen, was natürlich Verschwendung war. Nachtsüber wollte er sich nicht schlafen lassen, um die kühlen Temperaturen auszunutzen und tagsüber konnte er nicht schlafen, weil es zu heiß wär, doch bevor wir wieder anfangen, die Welt zu kritisieren und das schlechte Klima anzuprangern, widmen wir uns wieder den Tatsachen. Als der junge Mann - Bettler hin oder her, jedenfalls war er ein sehr großer Bettler - über den Kiesweg geschlurft kam, wurde der Schläfer mit den feinen Sinnen natürlich sofort wieder wach und schreckte mit einem verhaltenen Brummen hoch und sah sich aus verquollenen Augen - die man in dem Dämmerlicht hoffentlich nicht sah - entrüstet um. Hey, Kerl! Kannste nicht leiser latschen? Und hey - was setzt der sich jetzt direkt mir gegenüber auf die Bank, auf der andren Seite vom Weg? Will der mich provozieren, oder was?
Seine rechte glitt schützend über den Bauch seiner Gitarre hinweg, um sie ein wenig fester zu sich zu ziehen. Du hastes auf die abgesehen, hä? Aber das kannst du mal gleich vergessen, Junge! Die gehört mir und die kriegste nicht, nur über meine Leiche. Zugegeben, der Kerl ihm gegenüber war eindeutig größer als er, doch man kannte das ja: Viele Muskeln und körperliche Größe schlossen einen ausgeprägten Denkapperat meistens aus. Trevor sank wieder ein wenig in sich zusammen, die Hand weiterhin auf der Gitarre und die Blicke kritisch unter dem fransig blonden Pony auf den Kerl ihm gegenüber gerichtet - nicht allzu aufdringlich, nur wachsam. Ab und an, sah er sich kurz um, nicht dass dieser Typ gleich zu ner ganzen Bande gehörte, die es allein auf sein Baby abgesehen hatten ... Geändert am 18.07.2005 um 12:47 Uhr von TrevorSilverman Geändert am 18.07.2005 um 12:47 Uhr von TrevorSilverman |
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