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Ist das immer noch Kampf gegen den Terror?

Nutzer: Gast_Totengraeber
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geschrieben am: 23.01.2002    um 20:22 Uhr   
Zwist unter Kriegsherren

Afghanistans Regierung droht Autorität im Land zu verlieren

Jüngste Gefechte im Norden Afghanistans nähren die Befürchtung, daß die verschiedenen afghanischen Kriegsherren, die an der Übergangsregierung in Kabul beteiligt sind, nur so lange an der neuen Struktur in Kabul interessiert sind, wie sie sich ein entsprechend großes Stück vom Kuchen in Form der von der internationalen Geberkonferenz in Aussicht gestellten Finanzhilfe versprechen. Dagegen sind jene Kriegsherren, die von der Regierung in Kabul ausgeschlossen wurden, zunehmend stärker an deren Zusammenbruch interessiert. Denn je länger dies nicht geschieht, desto stärker wird Kabul mit Hilfe der Amerikaner werden, und um so schwieriger wird die Durchsetzung ihrer eigenen Interessen.

Der Westen Afghanistans wird vom Kriegsherrn Ismail Khan kontrolliert. Der Usbeken-General Abdul Rashid Dostum, seines Zeichens stellvertretender Verteidigungsminister in der Übergangsregierung in Kabul, hat im Norden das Sagen. Tadschiken, die teilweise loyal zum ehemaligen Präsidenten und Chef der Nordallianz Rabbani oder zu Verteidigungsminister Fahim stehen, kontrollieren den Nordosten. Paschtunen unter dem Kommando des talibanfreundlichen Gul Agha beherrschen die südlichen Provinzen um Kandahar. Ethnische Hasars wiederum kontrollieren einige der zentral gelegenen Provinzen und einige weitere Kriegsherren die Gebiete dazwischen und um Dschalalabad. Afghanistan droht wieder in jenen Zustand des Chaos zurückzufallen, in dem es sich in den ersten Jahren nach dem Abzug der Sowjetarmee vor über zehn Jahren befand.

Der einzige Hebel, den der afghanische Ministerpräsident Karsai hat, ist die Verteilung von Hilfsgeldern. Aber selbst das wird nicht ohne Probleme abgehen. Hier ein bißchen zu viel und dort etwas zu wenig, und schon hat er Neid unter den Warlords gesät. Gibt er das Geld allzu freizügig heraus, werden ihn die Kriegsherren nicht mehr brauchen. Gibt er ihnen zu wenig, dann verlassen diese sich lieber auf ihre traditionellen Einkünfte aus dem Anbau und Schmuggel von Drogen und kehren sich erst recht von Kabul ab.

Stratfor, der private amerikanische Nachrichtendienst für Großunternehmen, geht in seiner jüngsten Lageanalyse davon aus, daß »Afghanistan schneller auseinanderbricht, als die neue Regierung es zusammenflicken kann«. Es würde immer »unwahrscheinlicher«, daß die »Führung in Kabul in der Lage sein wird, auch nur ein Grad von Autorität über das Land herzustellen«. Die Warnung von Stratfor, das dadurch »alle länger angelegten Wiederaufbaupläne gefährdet werden«, steht in krassem Gegensatz zu dem auf der Geberkonferenz in Tokio verbreiteten Berufsoptimismus der Diplomaten aus sechzig Ländern. Zwar wurden Afghanistan inzwischen 4,5 Milliarden US-Dollar versprochen, aber deren Auszahlung ist über einen längeren Zeitraum verteilt und an viele Bedingungen geknüpft. Langfristig aber, so Stratfor, würde die anhaltende Instabilität im Lande »die industrialisierte Welt eher dazu verleiten, sich von Afghanistan abzuwenden«.

Zur Verteidigung ihrer wirtschaftlichen und geostrategischen Interessen wollen die USA eine solche Entwicklung nicht zulassen. Washington scheint sich immer offener auf seiten der Zentralregierung in den innerafghanischen Konflikt einzumischen. Nicht genug, daß US-Flugzeuge in den letzten Wochen Ziele um das nordwestliche Herat bombardiert haben, die nichts mit Taliban oder Al-Qaida zu tun hatten. Nach jüngsten Berichten ist es Washington auch gelungen, ein 20000 Mann starkes Söldnerheer aus paschtunischen Stammeskriegern zusammenzustellen und mit einem Angriff auf Herat zu drohen. Dort herrscht nämlich Ismail Khan, der sich bisher geweigert hat, die US-gesponserte Zentralregierung in Kabul anzuerkennen, und lieber mit seinen Glaubensbrüdern im Iran zusammenarbeitet, was wiederum Washington seit langem ein Dorn im Auge ist.
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Nutzer: Gast_Totengraeber
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geschrieben am: 23.01.2002    um 22:55 Uhr   
Handfeste Drohungen gegen Teheran

USA wollen Einfluß Irans in Afghanistan neutralisieren - auch mit Militäroperationen

Vor zwei Wochen rief US-Präsident George Bush Iran dazu auf, »beim Kampf gegen den Terror zu helfen«. Denn die »amerikanische Nation« verfolge die Doktrin »entweder seid ihr für uns, oder ihr seid gegen uns«. Zugleich forderte Bush die Regierung in Teheran ultimativ dazu auf, nicht zu versuchen, die neue Übergangsregierung in Afghanistan zu schwächen, oder Iran würde dafür von den USA bestraft. Zuvor hatte das Pentagon davor gewarnt, daß es Anzeichen dafür gäbe, daß Iran versuche, in der Grenzregion Westafghanistans an politischem und militärischem Einfluß zu gewinnen, und zwar »auf eine Art, die die Autorität der Interimsregierung in Kabul herausfordert und Washingtons langfristige Ziele im Land bedroht«.

Iran, das zu keinem Zeitpunkt die Taliban unterstützt hat, soll nach Informationen des Pentagon in letzter Zeit einer kleinen Zahl von aus Afghanistan geflüchteten Al-Qaida-Kämpfern Unterschlupf gewähren. Natürlich mit dem Hintergedanken, daß Al-Qaida auch weiterhin den USA in Afghanistan Schwierigkeiten machen wird, so das Pentagon. Daß Teheran lediglich versucht, sein legitimes Interesse in der Region entlang der gemeinsamen Grenze wahrzunehmen, läßt Washington nicht gelten. Schließlich will auch Iran eine Rolle beim Wiederaufbau Afghanistans spielen. So fand Anfang Januar in Teheran zu diesem Thema eine UNO-Konferenz statt, die afghanische Händler, Geschäftsleute und Intellektuelle mit Partnern aus anderen Ländern der Region zusammenbrachte, um den Wiederaufbau des Gesundheitswesens, des Bildungssystems und der kommunalen Einrichtungen zu diskutieren.

Eine Schlüsselrolle in der Region um Herat, die hauptsächlich von Schiiten bewohnt ist, spielt der Kriegsherr Ismail Khan, der mit seinen iranischen Glaubensbrüdern im Iran bereits während der sowjetischen Besatzungszeit engen Kontakt hielt und sich auch während der Talibanherrschaft dorthin zurückgezogen hatte. Obwohl auf Anweisungen Washingtons der Sohn von Ismail Khan in die Übergangsregierung in Kabul aufgenommen wurde, hat sich Vater Khan in seiner Provinz weiterhin geweigert, sich den amerikanischen Plänen zu unterwerfen. Womit er sich aus Washingtoner Sicht eindeutig als Störfaktor und Gefahr für die »Stabilität« erweist. Nicht verwunderlich, daß in letzter Zeit in US-Medien vermehrt Gerüchte kursieren, wonach US-Spezialeinheiten aus der Umgebung von Herat gemeldet hätten, daß iranische Agenten die Gegend infiltrieren und die lokalen Stammesführer mit Geschenken oder Drohungen davon abhielten, die von den USA geplanten Programme zum Wiederaufbau Afghanistans zu unterstützen. »Iran versucht, uns Ärger zu machen«, zitierte jüngst die New York Times einen hohen Beamten des Pentagon, »bisher haben wir noch nichts dagegen unternommen, aber wir verfolgen die Sache sehr genau«.

Offensichtlich ist Washington jedoch nicht länger bereit, zuzusehen. Unter dem Vorwand der Suche nach Taliban-Kämpfern hatte die US-Luftwaffe in den letzten Wochen bereits vermehrt militärische Ziele und Infrastruktur in der Umgebung von Herat bombardiert. Aber wie der britische Guardian am Montag unter Berufung auf Quellen in der Regierung in Kabul berichtete, soll es sich bei den Bombardements »um Strafaktionen gegen Ismail Khans Militärmacht« handeln.

Quelle: 'junge Welt' von Rainer Rupp
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Nutzer: Traumwandler
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geschrieben am: 23.01.2002    um 23:26 Uhr   
(zitat)Ist das immer noch Kampf gegen den Terror?(/zitat)

-war es das jemals?

-Jodo-
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Nutzer: Gast_Rammsteiner
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geschrieben am: 21.09.2002    um 12:55 Uhr   
Erst wurde ein jahr Bin Laden gejagt,ohne Erfolg-wie erwartet...
Nun muss ein anderer Vorwand her um da unten Terror zu machen.
Sicher ist Saddam Hussein ein gerne Gewalt
ausübender Diktator der unberechenbar ist aber dennoch ist es komisch das er jetzt schon zum zweiten mal,nach dem 1-Jahr-Lutscher bin laden ins Visier der USA genommmen wird.

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