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Rohstoffreiche Regionen

Nutzer: Gast_Totengraeber
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geschrieben am: 16.02.2002    um 01:03 Uhr   
Späte Entschuldigung

Nach 41 Jahren gesteht Belgien seine Verantwortung für den Mord am kongolesischen Ministerpräsidenten Patrice Lumumba ein

Gut 41 Jahre hat es gedauert, bis sich die belgische Regierung für den Mord an Patrice Lumumba, den ersten und einzigen frei gewählten Ministerpräsidenten der Demokratischen Republik Kongo, öffentlich entschuldigt hat. »Die belgische Regierung fühlt, daß sie der Familie des Toten und der ganzen kongolesischen Nation ihr tiefes und aufrichtiges Bedauern und ihre Entschuldigung dafür ausdrücken muß«, sagte Außenminister Louis Michel im Beisein von Lumumbas Sohn Francis auf einer Parlamentssitzung Anfang Februar in Brüssel, die sich mit der Verantwortung Belgiens für seine ehemalige afrikanische Kolonie beschäftigte.

Das Parlament bestätigte den Bericht der unabhängigen Untersuchungskommission, der die belgische Regierung für die heimliche Hinrichtung des damals gerade 36jährigen Lumumba am 17. Januar 1961 – nur wenige Monate nach der Unabhängigkeit seines Landes von belgischer Kolonialherrschaft am 30. Juni 1960 – verantwortlich macht.
Die Kommission war nach etwa zweijähriger Überprüfung aller Fakten und Anhörung direkt Beteiligter an den Ereignissen, die zur Festnahme, Verschleppung und Erschießung Lumumbas geführt haben, zu dem Schluß gekommen, daß die blutige Tat niemals ohne die Komplizenschaft belgischer Offiziere, geduldet vom amerikanischen CIA, hätte stattfinden können.
Mehr als 30 Zeugen wurden gehört. Es bestätigte sich in dem Bericht, daß Lumumba ein Opfer des Kalten Krieges geworden war. Im Interesse westlicher Vormachtstellung mußte eine Annäherung des rohstoffreichen Kongo an die UdSSR verhindert werden. Für die USA war es von größter Bedeutung, daß das Uran für die amerikanische Atombombenproduktion, das damals nur aus dem Kongo zu beziehen war, in den bewährten westlichen Händen blieb.

Nach der Dokumentenlage reiften die belgischen Mordpläne schon im Juli 1960, als Lumumba verkündete, die von der ehemaligen Kolonialmacht Belgien total kontrollierte Armee afrikanisieren zu wollen. Die belgische Regierung und die Wirtschaft sahen darin die Möglichkeit für den Einstieg sowjetischer Militärs als Berater, nachdem Lumumba bereits ein Kontingent sowjetischer Transportflugzeuge, Militärlaster und Waffen geliefert bekommen hatte. Belgiens Ministerpräsident Gaston Eyskens verlangte im August 1960 vom ersten Präsidenten der unabhängigen Kongo-Republik, Joseph Kasavubu, die Absetzung Lumumbas. Aber so einfach war Lumumba nicht aus dem Weg zu schaffen. Das Volk protestierte, Tausende strömten zu Demonstrationen und Kundgebungen. Nun fuhr Belgien härteres Geschütz auf. Der Beauftragte für afrikanische Angelegenheiten im Außenministerium von Brüssel, Harold d’Aspremont Lynden, wies am 5. Oktober 1960 die belgischen Berater von Lumumbas Gegenspieler Moise Tschombé in der rohstoffreichen abgespaltenen Provinz Katanga an, Lumumba zu eliminieren. Es dauerte allerdings noch bis Dezember, ehe Lumumba tatsächlich festgesetzt und schließlich am 16. Januar 1961 von einem belgischen Erschießungskommando unter Hauptmann Julien Gat gemeinsam mit seinen Begleitern an einem unbekannten Ort ermordet wurde.
Geändert am 16.02.2002 um 01:08 Uhr von Totengraeber
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Nutzer: Gast_Totengraeber
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geschrieben am: 16.02.2002    um 01:04 Uhr   
Zwar wurde kein konkretes Dokument in den Aktenschränken der belgischen Kolonialmacht zur Ermordung Lumumbas gefunden, aber es gab einen Befehl des belgischen Generalstabschefs Charles Cumont zur Entführung Lumumbas.
Guy Weber, damals Leiter der belgischen Vertretung im Kongo, informierte daraufhin den belgischen König, daß Lumumbas Leben in Gefahr sei, erhielt aber keine Antwort. Die Untersuchungskommission unter ihrem Vorsitzenden Geert Versnick griff jedoch den König nicht an und war überhaupt um einen weitestgehenden Konsens bemüht. Deshalb gelang es auch, die Zustimmung aller im Parlament vertretenen Parteien mit Ausnahme der ultrarechten Flamen zu erhalten.

Zur Wiedergutmachung will Belgien einen Patrice-Lumumba-Fonds ins Leben rufen und mit drei Millionen US-Dollar als Grundkapital bestücken. Jährlich sollen dann noch eine halbe Million US-Dollar folgen. Aufgabenstellung für den Fonds soll die Unterstützung der demokratischen Entwicklung der DR Kongo durch Projekte zur Verhinderung von Konflikten und zur Förderung juristischer Hilfe sowie Jugendarbeit sein.

Die Entschuldigung aus Belgien machte gleich nach ihrer Verkündung Schlagzeilen in der kongolesischen Presse. In der Hauptstadt Kinshasa bildeten sich sofort Menschentrauben um die Zeitungsverkäufer. Die Gefühle der Kongolesen hinsichtlich des belgischen Bedauerns sind jedoch gemischt. Natürlich fühlen die Bürger, daß es für die ehemalige Kolonialmacht Belgien schon ein großer Schritt nach vorn ist, überhaupt Schuld zuzugeben, aber es bleibt doch Enttäuschung zurück, weil Belgien die Hintergründe für die Beseitigung Lumumbas nicht anspricht.

An den kolonialistischen Ambitionen Belgiens im Kongo wird der symbolische Akt von Parlament und Regierung ohnehin nichts ändern. Der Bergbaukonzern Umicore, die frühere Union Minière, plant zur Zeit ein Mammutprojekt zum Abbau von Kupfer und Kobalt in der Provinz Katanga. So wundert es nicht, daß Belgien den jetzigen kongolesischen Staatschef Joseph Kabila, der anders als sein Vorgänger und Vater Laurent Kabila westliche Investitionen fördert, massiv gegen seine internen Widersacher unterstützt.

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Nutzer: Lichtdruide
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geschrieben am: 16.02.2002    um 10:59 Uhr   
Buchtip:

Das Schwarzbuch des Kommunismus - Unterdrückung, Verbrechen und Terror

mit dem Kapitel "Die Aufarbeitung des Sozialismus in der DDR" von Joachim Gauck und Ehrhart Neubert

Aus dem Französischen von Irmela Amsperger, Bertold Galli,
Enrico Heinemann, Ursel Schäfer, Karin Schulte-Bersch, Thomas Wollermann

Piper München Zürich

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Die französische Originalausgabe erschien unter dem Titel "Le livre noir du communisme" 1997 bei Editions Robert Laffont, Paris, unter der Verantwortung von Charles Ronsac.
Mit 77 Abbildungen und 6 Karten
Dr. Irmela Arnsperger übersetzte die Seiten 299-387; Dr. Karin Schulte-Bersch S. 11-43; 711-825; Bertold Galli S. 51-295; Thomas Wollermann S. 397-504; Enrico Heinemann und Dr. Ursel Schäfer S. 511-708

ISBN 3-492-04053-5
2. Auflage 1998 (c) Editions Robert Laffont, Paris 1997
Deutsche Rechte:
(c) Piper Verlag GmbH, München 1998
(c) für die Beiträge von J. Gauck und E. Neubert: Piper Verlag GmbH, München 1998
Gesetzt aus der Times-Antiqua Karten: Edigraphie, Paris
Satz: Dr. Ulrich Mihr GmbH, Tübingen
Druck und Bindung: Clausen & Bosse, Leck
Printed in Germany
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Für alle die sehen wollen das beide Seiten nicht gerade freundlich miteinander umgegangen sind.
(Wer hat nochmal versucht Tschernobyl zu verschweigen und es nur auf Druck der Amerikaner zugegeben? Ich mag Leute die meine Gesundheit gefährden ja so ungemein...)
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Nutzer: Tortenheber
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geschrieben am: 16.02.2002    um 13:57 Uhr   
Bla bla bla
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Nutzer: ReneeW
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geschrieben am: 17.02.2002    um 04:38 Uhr   
Oh, ein Tortenheber, wie originell.

Will jemand Kuchen haben, zum Abschlachten der USA... unter dem weitläufig bekannten Namen "Kampf gegen den Terror" bekannt?

ReneeW
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