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geschrieben am: 15.03.2002 um 15:30 Uhr
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Alltagsrassismus ist die Übernahme von Rassismus in alltägliche Situationen durch Denk- und Handlungsformen, die die dahinter liegenden Machtstrukturen stabilisieren und verfestigen. Es handelt sich dabei um einen ununterbrochenen Prozeß, bei dem Rassismus in all seinen Ausformungen nicht mehr befragt wird und von den dominierenden Gruppen als "normal" und allgemein gebräuchliches Verhaltensmuster betrachtet wird.
Allein in der Sprache finden sich viele häufig gebrauchte Redewendungen, die z.B. MigrantInnen, Frauen oder Behinderte diskriminieren. Als Beispiele dafür können z.B. folgende Redewendungen angeführt werden:
"Mann, bist du dämlich...","Diese Abrechnung ist getürkt worden...", "Diese Sache ist gemauschelt worden...", "...das ganze kommt mir spanisch vor.", "... wie hoch ist ihre Buschzulage?", "... hier gehts ja zu wie in einer Judenschule!", "... hört endlich auf mit dem herumzigeunern...", "...ihr brüllt ja wie die Hottentotten...", "... dann haben wir bald italienische Verhältnisse ...", "...typisch polnische Wirtschaft...", "... wir sind hier doch nicht im Busch ...", "... mach mal keinen Negeraufstand ...", "... wenn du mehr Geld brauchst, zeig mir einen Juden, dem man in die Tasche greifen kann ..." "..das macht mir einen Heidenspaß.", "... Ich bin doch nicht dein Neger...", "...ein Bier, Fräulein", "Schwarzfahren wird bestraft", "...Du Spasti", usw.
Zitat: Antirassismusbüro
Der alltägliche Rassismus ist fester Bestandteil unserer Gesellschaft. Er beginnt mit dem gedankenlos weiterverbreiteten "harmlosen" Türkenwitz, setzt sich fort mit der Aufregung über kopftuchtragende Frauen, mit dem Gleichsetzen des Fehlverhaltens Einzelner mit der Gesamtheit der Ausländer, mit Misstrauen, verächtlicher Behandlung und Herabsetzung verschiedener Gruppen, kultureller und religiöser Gepflogenheiten.
Definition:
Rassismus
Es ist davon auszugehen, dass Rassismus immer dann vorliegt, wenn bestimmte koerperliche Merkmale oder Eigenschaften qualitativ bewertet werden, z.B. wenn Hautfarben Rueckschluesse auf die geistigen Potenzen geben sollen. Des weiteren liegt Rassismus dann vor, wenn gelerntes Verhalten, z.B. Intelligenz, naturalisiert, d.h. als angeboren unterstellt wird. Diese Arten des Rassismus bezeichnet man auch als genetischen Rassismus. Rassismus liegt z.B. auch vor, wenn behauptet wird, dass Frauen per se weniger Rationalitaet, dafuer von Geburt an aber mehr Gefuehl zukomme als Maennern usw.
zitiert nach Prof. Dr. S. Jaeger, DISS, Duisburg, 1990
Sexismus
"Verhaltensweisen, die einen Menschen aufgrund seines Geschlechtes benachteiligen. Mit Sexismus kennzeichnet insbesondere die Frauenbewegung das diskriminierende Verhalten von Maennern gegenueber Frauen in Politik, Arbeitswelt und Gesellschaft. Sexismus beruht auf dem Vorurteil, dass die Frau aufgrund ihrer biologischen Geschlechtszugehoerigkeit dem Mann koerperlich und intellektuell unterlegen sei. Sexismus wird ueberall dort deutlich, wo Frauen zuerst als Geschlechtswesen und erst dann als Menschen betrachtet und behandelt werden."
aus: "Aktuell-Lexikon", Chronik Verlag
Für viele in Deutschland ist das Wort "Rassismus" fast ausschliesslich durch die NS-Vergangenheit besetzt. Deshalb reagiert man meistens sehr entrüstet auf solch einen Vorwurf. Aber ist dies nicht nur eine Schutzbehauptung. Wenn man sich mal aktuelle Seiten zum Rassismusproblem anschaut, kommt man zu dem Schluss, dass dieser in Behörden, Verwaltungen, Medien und sogar Schulen vorhanden ist.
Sollte man soetwas nun dulden und schweigen oder ansprechen?
Dazu würde mich mal eure Meinung interresieren.
Mir ist klar, dass ich auch nicht frei von rassistischen Äusserungen bin. Das ist die Erkenntniss, die ich beim Nachlesen zu diesem Thema ziemlich schnell erkannt habe.
BZ
PS: Es soll hier nicht der Streit aus einem anderen Forum fortgeführt werden.
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