Auf den Beitrag: (ID: 22568) sind "2" Antworten eingegangen (Gelesen: 656 Mal).
"Autor"

Sind ja nicht unsere

Nutzer: Gast_Totengraeber
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 29.11.2004
Anzahl Nachrichten: 53

geschrieben am: 27.03.2002    um 03:18 Uhr   
Warschau entsendet Soldaten für US-»Anti-Terror-Feldzug« nach Afghanistan

Endlich ist es geschafft. Nach monatelanger höchster Alarmbereitschaft dürfen nun auch polnische Soldaten für die strategischen Interessen der US-Ölkonzerne in Mittelasien ihr Haupt in Afghanistan zu Markte tragen. Denn nachdem die USA öffentlich eingestehen mußten, daß die Vernichtung versprengter oder neu formierter Taliban- und Al-Qaida-Gruppen in Afghanistan ohne längere und voraussichtlich opferreiche Bodenkämpfe nicht vorangehen werde, besannen sie sich auf ihre alte Losung »Not our boys« und forderten umgehend ihre Verbündeten auf, in diesen Kämpfen eine Rolle in vorderster Front zu übernehmen. Sie selbst führen den Krieg lieber aus gehöriger Luft-Entfernung mit Präzisionswaffen.

Zunächst zeigten die USA gar keine Neigung, die seit Monaten wie Sauerbier immer wieder angebotenen polnischen Kommandoeinheiten ins Kalkül zu ziehen. Doch von den in Afghanistan eingesetzten Kampf- und Hilfstruppen der Verbündeten der USA starben, soweit bisher bekannt wurde, als erste drei dänische und zwei deutsche Soldaten bei der Entschärfung eines Raketenblindgängers. Nun war klar, welches polnisches Kanonenfutter in Afghanistan gebraucht wurde: Am Sonnabend, dem 16. März 2002, startete der Vortrupp der in Brzeg an der Oder stationierten Pionierbrigade samt Spezialausrüstung. Sie sollen Minen suchen und räumen und »sonstige Pionieraufgaben« übernehmen. Und zwar dort, wo die Situation nach den Worten des polnischen Generalstabschefs Piatas »brenzlig« und »dynamisch« ist. Es handelt sich ausschließlich um freiwillige Berufssoldaten unter dem Kommando von Oberstleutnant Marek Macherzynski. Um die Soldaten in mehreren Schüben nach Afghanistan zu bringen, mußte Polen zwei große Transportmaschinen des Typs AN-124 von der Ukraine mieten.

Das polnische Kontingent wurde vom sozialdemokratischen Premierminister Leszek Miller verabschiedet, der extra vom EU-Gipfel in Barcelona gekommen war. Der oberste polnische Militärbischof segnete den Kriegseinsatz. Denn daß es sich um einen Kriegseinsatz handelt, wird nicht verschwiegen. Vielmehr wird der Waffeneinsatz als Verbündeter der USA zur Priorität polnischer Staatsräson erklärt, wie Außenminister Wlodzimierz Cimoszewicz im Sejm erklärte.

Als Bundeskanzler Gerhard Schröder öffentlich bekanntgab, die Bundesregierung wolle der Bitte der US-amerikanischen Regierung nachkommen und insgesamt 3900 Bundeswehrsoldaten verschiedenster Spezialeinheiten in den »Krieg gegen den Terrorismus« schicken, erklärte der amerikanische Verteidigungsminister bereits am nächsten Morgen, nicht die USA hätten diese Kräfte angefordert, sondern die Bundesregierung habe sie angeboten. Es blieb nicht bei der einen Lüge, die nächste wurde öffentlich, als die Amerikaner den Kampfeinsatz einer deutschen Kommandoeinheit in Afghanistan publik machten.

Eine derartige Blamage haben sich die polnischen Regierungen erspart, aber nicht etwa aus nationaler Würde oder größerer Vorsicht gegenüber dem Druck der USA. Im Gegenteil, ihre würdelose Dienstfertigkeit war vielleicht noch größer. Bereits die am 23. September 2001 abgewählte Regierung Buzek erklärte noch vor der NATO-Solidaritätserklärung, daß auch Polen sich im Kriegszustand befinde und bot den USA den Einsatz des GROM, einer Kommandoeinheit ähnlich der bundesdeutschen GSG 9, in Afghanistan an. Die neue Regierung Miller und Präsident Kwasniewski wiederholten das Angebot und waren pikiert, daß es von den USA über sechs Monate hin dilatorisch behandelt wurde. Endlich erhörten die USA das so flehentliche Angebot zu mörderischen Knechtsdiensten und gestatteten gnädig, daß auch 300 polnische Soldaten bei der »grenzenlosen Freiheit« mitschießen dürfen, darunter eine Pioniereinheit, eine chemische Einheit und Teile des GROM. Dafür fanden sich trotz des Haushaltslochs von 88 Milliarden Zloty doch noch lumpige 30 Millionen, von den zehn Millionen als erste für die Pioniertruppen gedacht sind. Die vorgesehenen Kontingente wurden bereits vor Wochen in höchste Alarmbereitschaft versetzt, doch die USA hatten es mit deren Abruf nicht eilig. Die chemische Einheit und der GROM warten in Polen weiter auf ihren Einsatz.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_Rammsteiner
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 03.09.2001
Anzahl Nachrichten: 1872

geschrieben am: 27.03.2002    um 17:01 Uhr   
Nich dumm die USA.

*lässt sich von seiner kleinen Schwester auch immer den Aschenbecher auskippen*

+
  Top
"Autor"  
Nutzer: Lichtdruide
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 27.10.2001
Anzahl Nachrichten: 474

geschrieben am: 29.03.2002    um 21:42 Uhr   
Na dann wollen wir die Infos mal aufbessern... Gut eine Woche vor den deutsch-dänischen Toten war auch ein Navy-Seal gestorben, aber das ist in gewisser Weise halt Berufsrisiko...
Das die USA so vorgehen war aber klar, da die USA in jedem Krieg bisher eine reine Materialmacht waren und nie über die bestausgebildeten Soldaten verfügt haben...
  Top