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Nie wieder Hitler |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:00 Uhr
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Adolf.H hatt geburtstag,
kein schöner gedanke an diesen Menschen,
der leid und viele Menschen,
in den Tot gebracht hatt,
durch grausiger Brutaler art,
auch wenn ich sage,
nicht der Adolf.H wahr nur schuld daran,
nur er konnte es schaffen ein gantzes LAnd,
fast ein gantzes Europa,
zu seinen Sklaven zu machen,
die dadurch mit gemacht haben,
ich würde mal sagen,
TRauert und denkt an jeden Menschen der umgebracht wurde.
Juden,Ausländer,Schwule und lespische,Demokratische Denker und Politiker,Behinderte alle die Menschen,was dem Hitler als schlecht für seine Politik fand wurden hingerichtet,erschossen,erhängt,Testverusche,in lagern gebracht u.s.w
Ich denke sowas darf nie wieder passieren und geschehen.
Ich wünsche zum Geburtstag,dem Herrn A.H.
<<Das so einer keine Schantze mehr hatt,so ein Verbrechen zu begehen und denke das wir,das wir daraus glüger sind<<<<<<
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Das gute daran:
Deutschland ist ein sehr schönes land geworden,wieder durch das Aufbauen,der FRauen,man nannte sie Trümmerfrauen.
Weil ja viele Männer ums leben kamen.
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Dan danke an den Leuten die uns mitgeholfen haben,
die hir her zum Arbeiten und uns wieder ein schönes Deutschland mitgebaut haben,damit meine ich Itlaiener,TÜrkische,Spanische und viele viele anderen die sich hir bestimmt gut eingelebt und sich fast wie(oder schon) zuhause fühlen.
Auch wenn wir noch mehr miteinander und besser INtregiert werden müssen.Das finde ich für wichtig und schön.
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Zum schluß will ich noch sagen:wir haben gelernt.So lang wahr noch nie die spannweite,wo wir in Deutschland keinen Krieg geführt haben.Wir brauchen nicht hungern,wir brauchen nicht frieren nur was wichtig ist das wir Menschen hir,mehr wärme und gegenseitigkeit und liebe bewahren,das ist wichtig
das gibt Kraft für jeden hir.
Danke @Mac
Das ist meine eigene Meinung,wir leben in eine Demokrtie und da kann jeder sagen was er will.
Sorry wenn ich rechtschribfehler habe ich bin auch jemand der Probleme mit rechtschreibung hatt,das wahr ein Ärtzepfusch aber sowas sollte man auch übersehen und den Menschen für gut enpfinden danke Geändert am 21.04.2002 um 08:03 Uhr von Mac2002 |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:09 Uhr
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Oskar Schindler (1908-1974)
Der Kaufmann Oskar Schindler kam Ende 1939 ins polnische Krakau und übernahm dort zwei jüdische Betriebe zur
Fabrikation von Emailliewaren. Er beschäftigte überwiegend jüdische Arbeiter, die er damit vor der Deportation bewahrte.
Schindler nutzte dabei seine gute Beziehungen zu Freunden in hohen Regierungsämtern. Er erkämpfte so die Einrichtung
einer Zweigstelle des Lagers Plaszow auf seinem Firmengelände.
In Schindlers Fabrik arbeiteten 900 Juden, darunter auch Personen, die den Arbeitsanforderungen nicht gewachsen waren.
Im Oktober 1944 wurde ihm erlaubt, seine Fabrik in Brünnlitz neu zu gründen und die jüdischen Arbeiter mitzunehmen. Es
gelang ihm etwa 700 bis 800 jüdische Männer vom Lager Groß-Rosen und etwa 300 jüdische Frauen von Auschwitz nach
Brünnlitz zu überführen. In Brünnlitz bekamen die Juden zu essen, wurden medizinisch versorgt und durften ihre Religion
ausüben.
Nach dem Kriege wurde ihm von der israelischen Regierung 1962 gestattet einen einen Baum mit seinem Namen im
Garten der Gerechten von Yad Vashem zu pflanzen. 1992 setzte Steven Spielberg mit dem Film "Schindler's List" Oskar
Schindler ein Denkmal. Bei der Verleihung der "Golden Globes" wurde "Schindlers Liste" für den besten Film, den besten
Regisseur und das beste Drehbuch des Jahres ausgezeichnet. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:18 Uhr
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Das Mißverständnis:
Die Begegnung liegt etwa zwei Jahre zurück. Zufällig traf ich in einem Straßencafé einen alten Bekannten
wieder, einen Lehrer. Nach einer Weile kam von ihm die übliche Frage: "Woran arbeitest du gerade?"
Ich nannte das Thema, und zwar bewußt ausführlich: " Es geht um die Frage, wie sich der 2. Weltkrieg
auf das Leben derjenigen ausgewirkt hat, die damals Kinder waren."
Sofort sprudelte er los. Er habe gerade wieder einmal eine Klasse mit Anne Frank und den
Geschwistern Scholl vertraut gemacht. Und Martin Walser würde in seinem neuen Roman
ja auch seine Nazikindheit in den Blick nehmen.
Dies ist die typische Situation. Das Thema wird in neunzig Prozent der Fälle erstmal
mißverstanden. Offenbar ist es für die meisten Deutschen auf Anhieb nicht zu begreifen,
daß es eine Nazivergangenheit und eine Kriegsvergangenheit gibt.
Als der Lehrer das Thema schließlich verstanden hatte, ging er sofort zum Angriff über:
Wie ich dazu käme, Kriegszeit und Nazizeit zu trennen? Das sei doch unmöglich!
Ob ich etwa die Seiten gewechselt hätte?
Ginge es mir jetzt darum, die Deutschen als Opfer zu stilisieren?
Jemand, der soviel über die NS-Vergangenheit und den Holocaust gearbeitet hätte – er
meinte mich –, müßte es doch nun wirklich besser wissen.
"Du selbst wurdest 1937 in Berlin geboren", sagte ich. "Was hat dich in deiner Kindheit
mehr bestimmt: die Nazis oder Bomben und Hunger?
Mein Gegenüber würde heftig: "Begreifst du das immer noch nicht?! Ohne die Nazis hätte
es für meine Familie die ganzen Kriegserlebnisse nicht gegeben!"
"Muß ich mir das so vorstellen", fragte ich weiter, "daß du dich später mit den Schrecken
des Nationalsozialismus beschäftigt hast – aber nicht mit deiner eigenen Kriegskindheit."
"Genau so", bestätigte er. "Der Krieg war vorbei, als ich acht Jahre alt war. Andere haben
es noch viel schlimmer gehabt!"
Das ist der Satz, der am häufigsten fällt, wenn man die Kriegskindergeneration auf ihre
Erfahrungen anspricht:
Andere haben es noch viel schlimmer gehabt!
Und es gibt noch einen zweiten Satz. Er lautet:
Es hat uns nicht geschadet.
Auch der Lehrer im Straßencafé sprach ihn aus, mit voller Überzeugung.
Hier war es mit meiner Gelassenheit vorbei.
"Der Krieg hat euch nicht geschadet? Warum warst du dann so aktiv in der
Friedensbewegung? Und hast du mir nicht stolz erzählt, deine Schulklasse hätte für Kinder
vom Balkan Spenden gesammelt? Wenn der 2. Weltkrieg den Kindern nicht geschadet
hat, wieso sollen dann plötzlich die Kinder vom Balkan unter Krieg leiden?"
"Was sollen denn noch die alten Geschichten?! "sagte der Lehrer, und er klang immer
noch aggressiv. "Dieser Krieg ist seit über 50 Jahren vorbei!"
Am Nachmittag desselben Tages besuchte ich eine Frau, die bei Kriegsende zwölf Jahre
alt gewesen war. Ich war neugierig auf das Gespräch, gehörte sie doch zu den wenigen,
die mich auf Anhieb richtig verstanden hatten. Ihr Vater war nicht aus dem Krieg
zurückgekehrt. Er blieb ein Vermißter. Die Frau erzählte: "Unsere Mutter hat bis zu ihrem
Tod immer wieder den Gedanken ausgesprochen: Vielleicht lebt er ja noch. Vielleicht hat
er ja in Rußland mit einer anderen Frau noch einmal eine Familie gegründet.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:18 Uhr
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Das
Erst 1997 hatte meine Interviewpartnerin und ihre zwei Schwestern vom Auswärtigen Amt
die Todesnachricht erhalten. Offenbar waren verschollene Akten wieder aufgetaucht, oder
das neue Rußland hatte bislang unzugängliche Archive geöffnet. Der Vater war 1948 in
einem Kriegsgefangenenlager in Sibirien gestorben.
Am Ende unseres Gesprächs fragte ich die Frau, ob sie sich jemals die Frage gestellt
habe, wie wohl ihr Leben verlaufen wäre, wenn es diesen Krieg nicht gegeben hätte. Ihre
Antwort kam so schnell, wie die Tränen, die ihr in die Augen schossen.
"Ich wäre nicht so dumm geblieben", sagte sie. Als Älteste der drei Schwestern hatte sie
Pflichten übernehmen müssen wie eine Erwachsene. Vor allem hatte sie ihre Mutter, die
unter Depressionen litt, unterstützen müssen. An Schulbildung erfuhr sie nur das nötigste.
An eine Berufsausbildung war erst gar nicht zu denken.
Beim Abschied sagte sie: "Bitte bleiben Sie dran am Thema".
Das tue ich – aber es ist unglaublich schwierig, es in den Medien unterzubringen. Die
vielen Ablehnungen sind ärgerlich, doch sie verletzen mich nicht, weil ich selbst nicht
betroffen bin. Ich bin Jahrgang 47.
Doch angesichts des allgemeinen Desinteresses verstehe ich sehr gut, warum diejenigen,
die ein Bedürfnis haben, über ihre Kriegskindheit zu reden, so häufig schweigen.
Die Gleichgültigkeit signalisiert: Was du erlebt hast, ist unwichtig. Das tut weh.
Das Schweigen:
Als ich mich vor drei/vier Jahren erstmals mit dem Thema "Wie der 2. Weltkrieg bis heute
nachwirkt" beschäftigte, traf ich die Entscheidung, mich auf die Generation der damaligen
Kinder zu konzentrieren. Denn über sie wußte ich am allerwenigsten. Zunächst befragte ich
nur diejenigen, die in den Dreißiger Jahren geboren waren, weil sie über konkrete
Erinnerungen verfügten. Schon in meiner Jugend hatte ich den Eindruck, daß sich diese
dreißiger Jahrgänge erheblich von uns Jüngeren und der Generation meiner Eltern
unterschieden. Sie kamen mir ernster, formeller und auch zuverlässiger vor, so daß ich
mich manchmal fragte, ob sie jemals richtig jung gewesen waren.
Im Jahr 1957 veröffentlichte der Soziologe Helmut Schelsky ein Buch mit dem Titel "Die
skeptische Generation". Im Blickpunkt standen die in den dreißiger Jahren Geborenen.
Schelskys Befund: Nun, im Alter von Jugendlichen und jungen Erwachsenen, sei diese
Generation für politisches Engagement kaum zu gewinnen, da dieser Weg bei ihren Eltern
in die Katastrophe geführt hätte.
Der Soziologe schrieb vor dem Hintergrund, daß für die meisten Kinder der
Zusammenbruch bei Kriegsende plötzlich und ohne Vorwarnung gekommen war - anders
als für die Erwachsenen, die aus Stalingrad und allen weiteren Niederlagen ihre Schlüsse
gezogen hatten. Da man als gefährlicher Verräter galt, wenn man am Endsieg zweifelte,
taten Eltern gut daran, ihre schlimmen Vorahnungen für sich zu behalten. Die Folge aber
war, daß viele Kinder bis zuletzt der Nazipropaganda glaubten, und dann einen
überfallartigen, brutalen Wechsel erlebten: Mit einem Schlag war eine scheinbar heile,
großartige Welt voll Opfermut, Heldentod und rauschhafter Siegesgewißheit ausgelöscht.
Statt dessen gehörte die Kinder nun einem Volk von Zerlumpten, Bettelnden und
Verwundeten an. |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:21 Uhr
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Schelskys Generationsporträt ist eine Rarität. Es war das einzige Mal, daß sich ein
Wissenschaftler mit dem Lebensgefühl jener Deutschen beschäftigte, die als Kinder nichts
anderes als Nazizeit und Krieg kennengelernt hatten. In den siebziger Jahren kam ein
schwaches Echo, als sich die Medien für die Erfahrungen der sogenannten
"Flakhelfergeneration" interessierten. Zehn Jahre später erwachte die Nazikindheit als
vielbeachtetes Thema in der psychotherapeutischen Literatur, parallel dazu wurde die
kriegsbedingte Vaterlosigkeit entdeckt. Sie betraf vor allem die vierziger Jahrgänge, die
ebenfalls zu den Kriegskindern gerechnet werden müssen.
Eine Reihe von Schriftstellern steuerte Autobiografisches aus der Kinderperspektive bei,
vor allem aufschlußreiche Szenen des Nazialltags. Bomben, Vertreibung, Hunger wurden
eher beiläufig erwähnt. Wer das Glück hatte, in friedlichen Zeiten aufgewachsen zu sein,
erfuhr durch die Lektüre, daß die gewalttätigen Verhältnisse durchaus als "normal"
empfunden wurden, und daß die erwachsen gewordenen Kinder auch im Rückblick keinen
Anlaß sahen, über ihr Schicksal zu klagen.
Die Begriffe "Kindersoldaten" und "kriegstraumatisierte Kinder" tauchten erst Anfang der
Neunziger auf, in Verbindung mit jeweils aktuellen Kriegsgebieten, wie Ruanda und
Bosnien. 1993 fand in Hamburg der internationale Kongreß "Kinder als Opfer von Krieg
und Verfolgung" statt. Viele der deutschen Teilnehmer waren, wie ihre angegrauten Haare
verrieten, selbst Kriegskinder gewesen. Doch in der extrem umfangreichen Literaturliste
der Kongresses taucht das Stichwort "Kriegkinder in Deutschland" nur als winzige
Randbemerkung auf. Es gibt dazu keine Untersuchungen, keine gesicherten Zahlen. Das
Thema wurde nicht erforscht.
Zwar gibt es eine Flüchtlingsliteratur im beachtlichen Umfang, aber die Kinderschicksale
werden auch hier nur am Rande erwähnt.
Im Zusammenhang mit der Kriegskindergeneration spricht der Psychoanalytiker
Horst-Eberhard Richter von einer "verschwiegenen, unentdeckten Welt". Er verweist
darauf, daß die Wissenschaftler ja selbst diesen Jahrgängen angehörten. Was
untergründig wirkte, war die Scham. Wegen der eigenen Nähe zum Tätervolk fühlte man
sich nur berechtigt, über die Opfer zu forschen: die Überlebenden des Holocaust und die
anderen verfolgten Gruppen.
Untersucht wurde übrigens auch die Belastung für jene Kinder, deren Väter zu den
Nazitätern gehört hatten – vorausgesetzt, ihre Namen und Taten waren öffentlich bekannt
geworden.
Ausgeblendet wurde, daß auch die ehemaligen Kriegskinder, wenn sie weiterhin unter
Traumatisierungen litten, zu den Kriegsopfern bzw. zu den Opfern der Naziverbrechen
gehörten. Bis heute existiert über die möglichen Langzeitfolgen der ehemaligen
Kriegskinder in Deutschland kein öffentliches Bewußtsein. Was nicht heißen soll, daß
grundsätzlich die Folgen des Krieges übersehen wurden. Richters Kollege Tilmann Moser
erinnert in diesem Zusammenhang an die im Ausland völlig unbekannte
Fantasie-Diagnose "Vegetative Distonie": Sie allein reichte in den sechziger und siebziger
Jahren den Krankenkassen als Begründung aus, um Menschen eine Kur zu bewilligen.
Auch in der Tatsache, daß in Deutschland das Kurwesen so weit verbreitet war wie in
keinem anderen Land, vermutet Moser stillschweigende Angebote der Linderung für die,
die noch immer an Kriegsfolgen litten.
Daß es Menschen mit seelischen Kriegsverletzungen gab, wurde demnach nie bestritten.
Doch die Kindergeneration war heil davongekommen - darüber schien man sich in der
Bevölkerung geeinigt zu haben, wiederum stillschweigend. Das Titelfoto eines Bildbandes
über sogenannte "Ruinenkinder" zeigt zerlumpte, aber lebensfrohe kleine Gestalten - ganz
anders als die bedrückten Flüchtlingskinder aus dem Kosovo, deren Bilder uns im Frühjahr
1999 erreichten.
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:22 Uhr
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Eine Generation, die nie gefragt wurde, blieb stumm und unauffällig, und sie tröstete sich
mit Einstellung: "Andere haben es noch viel schlimmer gehabt." Völlig entgegengesetzt
verhielten sich in den ersten Nachkriegsjahren diejenigen, die schon erwachsen waren. In
Romanen und Filmen, die in jener Zeit entstanden, klagten sie alle, die Ausgebombten, die
Flüchtlinge, die Witwen, die Verwundeten, die Spätheimkehrer. Den Kindern dagegen
wurde gesagt: "Sei froh, daß du überlebt hast. Vergiß alles. Schau nach vorn!" Es geschah.
Die Rolle der NS-Täter:
Noch viele Jahre nach dem Krieg gab es endlos Geschichten vom Krieg, aber das waren
Männergeschichten – die Erlebnisse von der Front. Es war ein riesiges Bedürfnis der
Ex-Soldaten, davon zu erzählen. Die Landserhefte erreichten Millionenauflagen. Es war ein
blühendes Erinnerungsleben noch über Jahrzehnte, während die Leiden der
Zivilbevölkerung mit der Währungsreform zu den Akten gelegt wurde. Der Luftkrieg und
seine Folgen sind so gut wie nie Thema in der deutschen Nachkriegsliteratur gewesen, bis
heute nicht.
In den Ländern, die von den Deutschen überfallen worden waren, hat es eine Tabuisierung
des Leids der Kinder nicht gegeben. 1948 veröffentlichte Anna Freud eine Untersuchung
über die Auswirkungen des Luftkriegs auf London. Dazu hatte sie 500 Kinder befragt. Es
gibt englische Romane, und auch sehr bewegende Filme, die den Krieg aus der
Kinderperspektive beschreiben. Ein vergleichbarer deutscher Film ist mir nicht bekannt.
Warum fanden z.B. in England die durch den Krieg erschöpften Erwachsenen noch
genügend Kraft, sich dem Leid ihrer Kinder zuzuwenden, und in Deutschland nicht?
War hier das schlechte Gewissen gegenüber den Kindern zu groß? Hatte die
Elterngeneration – auch wenn sie jede eigene Schuld von sich wies – im Geheimen eben
doch den Verdacht, sie habe zum Unglück ihrer Kinder beigetragen?
Oder beschwichtigte man sich angesichts der Kinder durch die oberste Maxime der
schwarze Pädagogik zu, die da heißt: "Gelobt sei, was hart macht"?
Die Opferrrolle hat im Nachkriegsdeutschenland eine ganz andere Gruppe besetzt: Die
großen und kleinen Nazis. Es ist ja allgemein bekannt, daß es bei den Massenmördern und
ihren eifrigen Helfern zu keiner Zeit Schuldbewußtsein zu entdecken gab. Alle haben sie
sich auf ihren Gehorsam berufen, auf angebliche Dienstverpflichtung, auf Befehlsnotstand.
Alle haben sie sich dargestellt als Opfer eines verbrecherischen Regimes. |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:24 Uhr
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Eine Generation, die nie gefragt wurde, blieb stumm und unauffällig, und sie tröstete sich
mit Einstellung: "Andere haben es noch viel schlimmer gehabt." Völlig entgegengesetzt
verhielten sich in den ersten Nachkriegsjahren diejenigen, die schon erwachsen waren. In
Romanen und Filmen, die in jener Zeit entstanden, klagten sie alle, die Ausgebombten, die
Flüchtlinge, die Witwen, die Verwundeten, die Spätheimkehrer. Den Kindern dagegen
wurde gesagt: "Sei froh, daß du überlebt hast. Vergiß alles. Schau nach vorn!" Es geschah.
Die Rolle der NS-Täter:
Noch viele Jahre nach dem Krieg gab es endlos Geschichten vom Krieg, aber das waren
Männergeschichten – die Erlebnisse von der Front. Es war ein riesiges Bedürfnis der
Ex-Soldaten, davon zu erzählen. Die Landserhefte erreichten Millionenauflagen. Es war ein
blühendes Erinnerungsleben noch über Jahrzehnte, während die Leiden der
Zivilbevölkerung mit der Währungsreform zu den Akten gelegt wurde. Der Luftkrieg und
seine Folgen sind so gut wie nie Thema in der deutschen Nachkriegsliteratur gewesen, bis
heute nicht.
In den Ländern, die von den Deutschen überfallen worden waren, hat es eine Tabuisierung
des Leids der Kinder nicht gegeben. 1948 veröffentlichte Anna Freud eine Untersuchung
über die Auswirkungen des Luftkriegs auf London. Dazu hatte sie 500 Kinder befragt. Es
gibt englische Romane, und auch sehr bewegende Filme, die den Krieg aus der
Kinderperspektive beschreiben. Ein vergleichbarer deutscher Film ist mir nicht bekannt.
Warum fanden z.B. in England die durch den Krieg erschöpften Erwachsenen noch
genügend Kraft, sich dem Leid ihrer Kinder zuzuwenden, und in Deutschland nicht?
War hier das schlechte Gewissen gegenüber den Kindern zu groß? Hatte die
Elterngeneration – auch wenn sie jede eigene Schuld von sich wies – im Geheimen eben
doch den Verdacht, sie habe zum Unglück ihrer Kinder beigetragen?
Oder beschwichtigte man sich angesichts der Kinder durch die oberste Maxime der
schwarze Pädagogik zu, die da heißt: "Gelobt sei, was hart macht"?
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:25 Uhr
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Die Opferrrolle hat im Nachkriegsdeutschenland eine ganz andere Gruppe besetzt: Die
großen und kleinen Nazis. Es ist ja allgemein bekannt, daß es bei den Massenmördern und
ihren eifrigen Helfern zu keiner Zeit Schuldbewußtsein zu entdecken gab. Alle haben sie
sich auf ihren Gehorsam berufen, auf angebliche Dienstverpflichtung, auf Befehlsnotstand.
Alle haben sie sich dargestellt als Opfer eines verbrecherischen Regimes.
Weiterhin ist bekannt, wie ungern sich die deutsche Nachkriegsjustiz mit NS-Verbrechen
befaßte. Und man muß sich daran erinnern, wie ungeheuer mühsam es war, Ende der
sechziger Jahre eine Verlängerung der Verjährungsfrist durchzusetzen, damit zumindest
einige wenige Täter noch vor Gericht gestellt werden konnten. Ein Prozeß bedeutete
natürlich noch lange nicht, daß sie eine Strafe erhielten.
Wer heute in Prozeßakten aus jener Zeit liest, muß erkennen, daß in vielen Fällen nicht
einmal der Staatsanwaltschaft an einer Bestrafung gelegen war. Was man in den
Anklageschriften aufgelistet hatte, war trotz riesigen Zeitaufwandes häufig so schlampig
recherchiert oder dargelegt, daß es der Verteidigung ein leichtes war, einen Punkt nach
dem anderen auszuhebeln.
Zum Beispiel, wenn es um die Verbrechen der Polizeibataillone im ehemaligen
Generalgouvernement ging. Ihre Truppen haben die Judenvernichtung vorangetrieben. Erst
haben sie die Menschen in die Ghettos gesperrt und später in die Viehwaggons
geknüppelt,, zum Transport in die Gaskammern von Treblinka und Auschwitz.
Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, in solchen Akten zu lesen. Es ging um den Chef der Gestapo in einer
Kreisstadt. Er wurde 1970 freigesprochen. Da stand ein des Massenmords Beschuldigter am Ende des
Prozesses als der Prototyp des verantwortungsvollen Beamten da. In der Urteilsbegründung erhielt er
folgendes Lob:
"Er war überdurchschnittlich intelligent, strebsam, stets auf peinlich korrekte
Pflichterfüllung bedacht.
Er verabscheute Gewalttätigkeit und war stets um Gerechtigkeit und
Menschlichkeit bemüht."
Dieser Mann war mindestens 14 Monate Gestapochef gewesen. Es handelte sich um eine kleine
Dienststelle mit gerade mal zwanzig Bediensteten, Schreibkräfte und Fahrer eingeschlossen. Es war an
der Tagesordnung, daß Juden bei Vernehmungen mißhandelt wurden. Viele starben an den Folgen der
Folter. In den Büros lagen Stöcke und Ketten bereit. Ehemalige deutsche Handwerker, die in dem Haus
zu tun hatten, erzählten immer wieder von den Schreien, und auch von dem Blut, in den Zimmern, in den
Fluren.
Es kümmerte das Schwurgericht nicht, was den jüdischen Opfern, die in großer Zahl als
Zeugen ausgesagt hatten, durch diesen Freispruch angetan wurde. Deren Aussagen
hatten wenig Gewicht gehabt. Hatte z.B. ein Zeuge bei der Vernehmung arglos geäußert,
es sei ja nicht leicht, sich nach so vielen Jahren an alle Details zu erinnern, war damit seine
Glaubwürdigkeit massiv in Frage gestellt. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:27 Uhr
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In der Urteilsbegründung heißt es:
Für die jüdischen Zeugen ist es schwer vorstellbar, daß B., obwohl
Gestapochef, doch im Einzelfalle nicht für solche Tötungshandlungen
verantwortlich zu sein braucht, die von Angehörigen seiner Dienststelle während
seiner Amtszeit verübt worden sind.
Daß ein Gericht solche Ammenmärchen übernahm, ist heute, dreißig Jahre nach dem
Prozeß, mit dem gesunden Menschenverstand nicht nachvollziehbar.
Dieser Fall macht deutlich genug: Es war für die Täter ein Leichtes, sich als Opfer der
Umstände zu präsentieren.
Als Opfer trugen sie für nichts und niemanden Verantwortung, und sie wurden in dieser
Haltung von der Mehrheit der ehemaligen Mitläufer unterstützt. Sie alle sahen sich als
Verführte und Getäuschte. Kaum jemand konnte nachträglich zugeben, daß es sehr wohl
eindeutige Situationen während der Nazizeit gegeben hatte, in denen er hätte "nein" sagen
können.
Nur an einer Stelle hatte die Opfernummer der Täter einen kleinen Riß. Denkbar wäre ja
gewesen, sie hätten die Kinder miteinbezogen. Aber wie vermittelt man ihnen das? Hätte
man sagen sollen: "Onkel Adolf war schuld?" Kaum möglich, wenn in der Erinnerung der
Kinder der Führer der größte Wohltäter aller Zeiten gewesen war. Kaum möglich, ohne den
Kindern einzugestehen, daß man als Eltern versagt hatte – daß man leichtgläubig, blind
oder gar dumm gewesen war.
Bleibt also nur der Vorwurf : "Der böse Amerikaner, Engländer, Russe ist schuld". Aber so
etwas funktioniert nicht gut, wenn das eigene Land den Krieg angezettelt und ihn dann
verloren hat. In der andemokratisierten Bundesrepublik waren derartige
Schuldzuweisungen an den Stammtischen der ewig Gestrigen zu hören, nicht aber in den
Schulen und nicht als offizielle Statements.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:28 Uhr
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Es gab also in der Logik des Tätervolkes keinen Schuldigen für das Leid der Kinder. Aus
diesem Grund wurden ihre Kriegserlebnisse ignoriert. Die Kinder gerieten in den Sog der
allgemeinen Entschuldungs- und Beschwichtigungshaltung der Nachkriegszeit. Sie gingen
darin unter.
Die Aufgabe der Politik:
Das Kriegskinderthema wird verschwiegen. Seine gesellschaftspolitische Relevanz wird
nicht wahrgenommen. Vielleicht ändert sich das ja noch. Ich sehe drei konkrete Aufgaben,
denen sich unsere Gesellschaft möglichst bald zuwenden sollte.
Die erste Aufgabe betrifft die Gesundheitspolitik, die zweite die Menschenrechte und die
dritte die politische Umgangskultur.
Die Mehrheit der ehemaligen Kriegskinder, so scheint es, hat ihre Lebensaufgaben
erfolgreich bewältigt. Aus der skeptischen Generation wurde eine vielbeschäftigte
Generation. Auf diese Weise gelang es ihr offenbar recht gut, die kriegsbedingten
seelischen Erschütterungen vom Anfang des Lebens auf Abstand zu halten. Nun aber ist
der Ruhestand erreicht oder das Ende des Berufslebens rückt näher. Wird der Damm
gegen die Kindheitserinnerungen auch dann noch halten, wenn man plötzlich Zeit hat?
Werden ältere Menschen vom Drama ihrer Kindheit eingeholt? Sucht sie der Krieg in ihren
Träumen heim? Sind schlecht vernarbte seelische Wunden aufgebrochen?
Die wenigen Psychiater und Psychotherapeuten, die für dieses Thema sensibel sind,
bestätigen genau das. Auch nach fünfzig Jahren und später kann es geschehen, daß ein
Kindheitstrauma reaktiviert wird. Häufig aber haben sich die Symptome verselbständigt. In
solchen Fällen fehlen die Schreckensbilder. Weder der Kranke noch der Arzt wissen, daß
der lange zurückliegende Krieg unter den Symptomen liegt.
Das Trauma kann aber nur erfolgreich behandelt werden, wenn es als solches erkannt
wird. Voraussetzung ist, daß Ärzte bei hartnäckigen seelischen oder körperlichen
Erkrankungen oder unklaren Diagnosen zumindest in Erwägung ziehen, daß hier ein
Kindheitstrauma zugrunde liegen könnte. Schon ein Blick auf Geburtsjahr und Geburtsort
kann wichtige Hinweise geben.
Hier ist viel Bewußtseinsarbeit zu leisten, vor allem von den gesundheitspolitischen
Institutionen.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:33 Uhr
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Die wenigen Psychiater und Psychotherapeuten, die für dieses Thema sensibel sind,
bestätigen genau das. Auch nach fünfzig Jahren und später kann es geschehen, daß ein
Kindheitstrauma reaktiviert wird. Häufig aber haben sich die Symptome verselbständigt. In
solchen Fällen fehlen die Schreckensbilder. Weder der Kranke noch der Arzt wissen, daß
der lange zurückliegende Krieg unter den Symptomen liegt.
Das Trauma kann aber nur erfolgreich behandelt werden, wenn es als solches erkannt
wird. Voraussetzung ist, daß Ärzte bei hartnäckigen seelischen oder körperlichen
Erkrankungen oder unklaren Diagnosen zumindest in Erwägung ziehen, daß hier ein
Kindheitstrauma zugrunde liegen könnte. Schon ein Blick auf Geburtsjahr und Geburtsort
kann wichtige Hinweise geben.
Hier ist viel Bewußtseinsarbeit zu leisten, vor allem von den gesundheitspolitischen
Institutionen.
Die zweite politische Aufgabe betrifft eine kleine Gruppe unter den ehemaligen
Kriegskindern, die unbedingt und schnell auf Hilfe angewiesen ist. Ihr Drama begann im
April 1945: Erstmals erreicht die rote Armee in Ostpreußen deutsches Territorium und
nimmt mörderisch Rache. Die elfjährige Christa, deren Geschichte hier nur knapp skizziert
werden kann, wird Zeugin der Massaker. Kurz darauf sterben ihre Mutter und Großmutter
an Hunger. Christa Iwohn und ihrer kleinen Schwester gelingt es, ganz auf sich allein
gestellt zu überleben. Sie gehören zu den vielen tausend Kindern, für die eineinhalb Jahre
später von den Russen Waisenhäuser eingerichtet wurden.
Anfang 1990: Erstmals ist es für Deutsche wieder möglich, Kaliningrad-Königsberg zu
besuchen. Christa Pfeiler-Iwohn organisiert die erste Busreise für sich und andere
ehemalige Waisenkinder nach Ostpreußen. Sie hat es sich zur Lebensaufgabe gemacht,
den Waisen, die teilweise noch schwerer betroffen sind als sie selbst, zu helfen. Die
meisten leben in der ehemaligen DDR, wo sie nach dem Krieg in Heimen oder
Pflegefamilien aufwuchsen. Nicht wenige quälen sich bis heute mit der Frage: Wer bin ich?
Als sie ihre Eltern verloren, waren sie noch zu klein, um sich zu erinnern. Was in den Akten
über ihre Herkunft steht, ist falsch oder ungenau. Manchmal, aber längst nicht immer,
konnte der Suchdienst helfen. Aber die vom Krieg gezeichneten Kinder gaben die
Hoffnung nicht auf, bis heute nicht. In Ostpreußen suchen sie auf eigene Faust nach Spuren
ihrer Identität. Wer waren meine Eltern? Gibt es noch Verwandte? Schon mehrfach sind
Busse nach Kaliningrad gefahren, und es wird wieder geschehen. Gelegentlich haben sich
mit Unterstützung von Christa Pfeiler-Iwohn nach vielen Jahrzehnten Geschwisterpaare
wiedergefunden. Ihr größter Wunsch ist, daß die russischen Behörden endlich die Akten
der damaligen Waisenhäuser zugänglich machen. Sie weigern sich rigoros.
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:35 Uhr
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Für die Betroffenen liegt der Grund auf der Hand. Es sind nicht nur Frauen, sondern auch
Kinder vergewaltigt und mit Geschlechtskrankheiten infiziert worden. Sie sind in den
Waisenhäusern von russischen Ärzten untersucht und behandelt worden. Dies steht in den
Akten. Womöglich werden die Kindervergewaltigungen als politischer Sprengstoff
eingestuft. Damit möchte sich weder die russische noch die deutsche Seite konfrontiert
sehen.
Hier zeigt sich: Für die etwa 5000 Betroffenen ist politische Unterstützung dringend
erforderlich. In Bonn war man bislang taub für ihr Anliegen, und nun auch in Berlin. Christa
Pfeiler-Iwohn sagt: "Es ist spät, aber nicht zu spät." Sie weiß: Um in Ruhe alt werden zu
können, brauchen Menschen ihre komplette Biographie, ohne leere Stellen, ohne Schatten.
Sie müssen wissen, wer sie sind. Das gehört zu den Menschenrechten.
Die dritte Herausforderung betrifft die Umgangskultur in der Politik.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:35 Uhr
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In d
Ein Jahr ist es her, als die Nato anfing, Bomben über Belgrad abzuwerfen. Das Thema
"Krieg" war Sprengstoff für viele deutsche Beziehungen. Warum hatten die aggressiven
Debatten in der Partei der Grünen soviel Ähnlichkeit mit einem handfesten Familienkrach?
Er fand seine Entsprechung im Privaten, denn auch hier wurden häufig vernünftige Worte
nicht mehr gefunden. Feste wurden abgesagt. Freundschaften waren bedroht, nicht wenige
sind daran zerbrochen. Häufig ging ein Riß durch die Familie.
Warum aber fängt bei uns Deutschen der Streit bereits bei den Fakten an, und nicht erst
bei den Positionen?
Zum Beispiel die Kontroverse, als Fischer die Vertreibung aus dem Kosovo mit Auschwitz
verglich: Da lagen doch die Fakten klar auf der Hand. Kaum etwas anderes ist so gut
erforscht wie Auschwitz. Darüber muß man doch nicht streiten. Darüber müßte man auch
nicht lange Artikel schreiben. Fischer hat emotional reagiert, das ist menschlich. Das ist
alles. Eigentlich hätte das jeder sehen müssen. Woher also die Aufregung? Warum die
ausgedehnten Belehrungen in den Printmedien?
Ich habe mir sagen lassen, daß Italiener, Franzosen und Engländer hierin ebenfalls ein
typisch deutsches Verhalten sehen. In internationalen Gremien - zum Beispiel bei
Politikern, Kirchenvertretern oder Umweltschützern - gilt es als ärgerlich, daß die
Deutschen häufig soviel Zeit brauchen, um sich über unbestrittene Tatsachen zu einigen.
Und das geschieht meistens dann, sobald bei einem Thema irgendwelche, fast immer
unbewußten Verbindungslinien zur Kriegs- und Nazizeit bestehen. Wehe dem Italiener,
Franzosen oder Engländer, der den Hinweis einstreut, daß hier womöglich Unerledigtes
aus der Vergangenheit mit im Spiel sei und so der Zugang zur Nüchternheit erschwert sei.
Da hüpft der Floh über. Dann wird derjenige, der den Einwand wagte, zum Gegner: Er wird
abgestempelt als jemand, dem es an Gründlichkeit mangelt, der Entscheidungen auf die
leichte Schulter nimmt.
Mit diesem kleinen Krieg 1999 kam bei einer großen Zahl Deutscher das Unerledigte des
großen Krieges zum Ausbruch. Es wurde also virulent, was Menschen über Jahrzehnte
recht gut unter Kontrolle halten konnten: ihre eigenen Leiden durch den Zweiten Weltkrieg,
und - nicht selten - deren lebenslange Folgen, auch für spätere Generationen. In Familien,
aber auch in Gremien, deren Mitglieder sich vorher nie wirklich ausgetauscht hatten über
ihre Kriegserlebnisse, kam es deshalb zu Verwirrung und Mißverständnissen. Denn wenn
Angst und Panik untergründig wirken, kann man einander nicht mehr zuhören. Da wird der
Gegner schnell zum Feind - manchmal sogar der eigene Sohn. Für einen Menschen, der
jahrelang jede Nacht in den Luftschutzkeller hinabstieg, ist es vermutlich nur schwer
erträglich, wenn jemand in seiner Gegenwart Bombenabwürfe begrüßt. Wer sich mit den
Vertriebenen im Kosovo identifiziert, hat womöglich ohnmächtige Wut gespürt, wenn
jemand die Nato-Angriffe verdammte.
Ein Tabu ist erschüttert worden. Der Kosovo-Krieg rührte an schlecht vernarbte seelische
Kriegsverletzungen, über die in deutschen Familien kaum gesprochen wurde.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 08:36 Uhr
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Schlußbemerkung:
Was sollen die alten Geschichten? Was könnte der Gewinn sein, wenn wir uns heute noch
damit befassen? Mit einem Wort: Verständnis. Weniger Mißverständnisse. In den
Familien, in der Politik. Ein günstigeres Klima zwischen den Generationen und auch
zwischen den Nationen. Hilfe für Menschen, deren Kriegstrauma reaktiviert wurde. Und ein
bißchen Trost für diejenigen , die nie über ihr Schicksal klagen durften.
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 12:52 Uhr
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Kann man die Aussage des Ganzen in einem Satz zusammenfassen?
-Jodo- |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 14:44 Uhr
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| Man soll sich denken,was man gerne will und deine AUsage zeigt das du lesefaul bist und keine lust es zu verstehen willst,den as was ich gemacht habe ist ARbeit und ein bischen zu verstehen was so wahr. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 17:56 Uhr
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Spricht man alte Menschen auf die Kriegszeiten an, so heißt es of: "So schlimm, wie es hingestellt wird war es garnicht." oder "Euthanasie? Hat es nie gegeben." bzw. "Davon haben wir nichts mitbekommen."
Begegnen eben diese Menschen z. B. einem Behinderten hört man oft: "Zu Adolf's Zeiten hätte es sowas nicht gegeben!"
Außerdem war es ja damals nicht schlecht. Alle hatten Arbeit und Autobahnen wurden auch gebaut.
junkie |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 22:36 Uhr
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(zitat)Spricht man alte Menschen auf die Kriegszeiten an, so heißt es of: "So schlimm, wie es hingestellt wird war es garnicht." oder "Euthanasie? Hat es nie gegeben." bzw. "Davon haben wir nichts mitbekommen."
Begegnen eben diese Menschen z. B. einem Behinderten hört man oft: "Zu Adolf's Zeiten hätte es sowas nicht gegeben!"
Außerdem war es ja damals nicht schlecht. Alle hatten Arbeit und Autobahnen wurden auch gebaut.
junkie(/zitat)
Hmm...was genau willst du damit ausdrücken?
Dass die "alten Menschen" doch wahrscheinlich die Wahrheit sagen und nicht wegen der Bequemlichkeit einfach mal absichtlich nichts davon mitbekommen haben wollen?Naja...wahrscheinlich haben sie Recht, genauso wie die Bundeswehr Recht hat, wenn sie sagt, dass die Wehrmacht "damals" kein Stückchen was mit KZs zu tun hatte... ;)
Und dass es Arbeit gab und Autobahnen gebaut wurden...nunja, die Unsummen an Schulden die dadurch verursacht wurden, vergisst man gerne schnell dabei, hm?
funky
Achja:Happy birthday :
www.fh-muenster.de/FB7/ img/agi_bild/KSw2.jpg Geändert am 21.04.2002 um 22:47 Uhr von funkymonk Geändert am 21.04.2002 um 22:48 Uhr von funkymonk |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 21.04.2002 um 22:48 Uhr
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öy...wo bleibt das Bild!?!
grmpf |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 22.04.2002 um 10:49 Uhr
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Da hast du dir aber Mühe gegeben bei dem Eintrag!
Eigentlich schade dass sich den Schwachsinn sowieso keiner durchliest.
-FB- |
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geschrieben am: 23.04.2002 um 17:19 Uhr
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Wer selber nur schwer Worte findet,
kann nicht viele verlieren,
außer er liebt das Kopieren. :)
Lama |
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geschrieben am: 24.04.2002 um 17:30 Uhr
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`Die Begriffe "Kindersoldaten" und "kriegstraumatisierte Kinder" tauchten erst Anfang der
Neunziger auf, in Verbindung mit jeweils aktuellen Kriegsgebieten, wie Ruanda und`
und was ist mit kinderarmeen zZ der russischen oktober revolution????????
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