Auf den Beitrag: (ID: 22597) sind "21" Antworten eingegangen (Gelesen: 1149 Mal).
"Autor"

Der große Medienbetrug...

Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 06.04.2003    um 19:50 Uhr   
Kann man unseren Medien bzw. deren Bilder zum Irak Krieg glauben?

Meiner Meinung nach nicht. Den Blitzkrieg gegen den Irak haben die Aggressoren ja offensichtlich nicht geschafft. Nun werden wir aber täglich mit Bildern und Kommentaren bombardiert, die ein schnelles Vorrücken der Invasoren und deren Siege suggerieren sollen.

Ist dem aber so? Zeigen uns die Bilder die Wirklichkeit? Sind wir nicht eher einem bisher nicht bekannten medialen Betrug ausgeliefert. Wenn man sich auf die Suche nach Informationen zur Aggression macht, bleibt eigentlich kein anderer Schluß übrig. Nachfolgend eine Übersetzung der GRU vom 06.04.2003.

Operativer Bericht vom 6. April, 12 Uhr 32 Moskauer Zeit. 06.04.2003 13:38

Am Morgen des 6. April entstand um Bagdad herum eine unklare Situation, die sich schnell ändert.
Kampfgruppen der Koalitionstruppen setzen ihren Vormarsch an den Stadtrand fort. Die 22. und die 15. Expeditionsbrigade der Marineinfanterie versuchen, von Südosten her in das Gebiet des Militärflugplatzes "Rashid" durchzubrechen. Die Iraker verteidigen sich entlang des Flusses Dijala, und bislang gelingt es der Marineinfanterie nicht, die Brückenköpfe auf seinem linken Ufer zu erobern.
Eine schwere Lage entsteht in der Umgebung des internationalen Flughafens. Nach der vorgestrigen Mitteilung des irakischen Informationsministers, daß die dortigen Koalitionstruppen am Morgen vernichtet würden, erhielt das irakische Kommando den Befehl, den Flughafen zu erstürmen. Und gegen 10 Uhr morgens wurde er von 3 Bataillonen der um Miliztruppen verstärkten Republikanischen Garde attackiert. Die Amerikaner forderten Artillerie- und Luftwaffenunterstützung an. Der Kampf dauerte fast sechs Stunden und im Ergebnis gelang es den Irakern, nach mehreren erfolglosen Attacken, die Amerikaner vom zweiten Flugfeld zum Flughafengebäude abzudrängen und jetzt kontrollieren die Koalitionstruppen das Flughafengebäude und das neue Flugfeld, das daran angrenzt. Die Gegner waren den Tag über gezwungen, die Kräfte zu verstärken und weitere Kräfte dorthin zu verlegen.

Am Abend beteiligten sich auf irakischer Seite bereits bis zu einer Brigade der regulären Streitkräfte und bis zu 2 000 Miliztruppen an den Kämpfen. Die Amerikaner waren gezwungen, alle hier vorhandenen Kräfte heranzuziehen, um die Attacken abzuwehren. Allein die stürmende Luftwaffe und die Kampfhubschrauber flogen hier über 300 Kampfeinsätze. In diesem Kampf verloren die Iraker bis zu 20 Panzer, bis zu 10 Radpanzer, bis zu 200 Gefallene und bis zu 300 Verwundete. Die Amerikaner verloren bis zu 30 Gefallene, etwa 50 Verwundete und bis zu 4 Panzer, 4 Schützenpanzer und einen Hubschrauber. Es gelingt bislang nicht, genauere Angaben zu erhalten. Bisher wurden mit Sicherheit 20 Evakuierungsflüge für gefallene und verletzte Soldaten der Koalition festgestellt und das Kommando hat weitere Evakuierungsflüge der Sanitäter angefordert. Die Kämpfe nahmen einen so heftigen Charakter an, daß der Kommandeur der 3. mechanisierten Division, der General - Major Baford Blunt [Baford Blant, Retransliteration aus dem Russischen, Übers.] gezwungen war, einen Befehl zur Organisation eines Ablenkungsschlages zu erteilen. Und etwa gegen 8 Uhr wurde die Attacke einer verstärkten Panzerkompanie organisiert, die ausgehend vom Verkehrsknoten Chan - Azad in die Richtung der Gegend von El' - Daur vorrückte, mit dem Ziel, die Bewegung der Vorhut der Hauptabteilung nach Süden zu demonstrieren. Die Kompanie erreichte den Stadtrand in der Gegend der Siedlung Avajridj und rückte in die Siedlung ein, wo sie von den hierher gefahrenen Unterabteilungen der Republikanergarde empfangen wurde. Im Kampf verlor die Kompanie 2 Panzer, 3 Schützenpanzer, 3 Gefallene und bis zu 10 Verletzte und kehrte nach zweistündigem Kampf zur Haupttruppe zurück. Die Iraker verloren 4 Panzer, 2 Radpanzer und bis zu 30 Gefallene. Abends verminderten die Gegner ihre Aktivität und gruppierten in der Nacht ihre Kräfte um. Die Amerikaner befestigen hastig Defensivpositionen, verlegen mit Hubschraubern Verstärkung in die Gegend des Flughafens und verstärken die Gruppierungen in der Gegend von Chan - Azad und Abu - Garajb. Die Iraker verlegen Panzerabwehr - Einheiten an den Stadtrand.

weiter....
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 06.04.2003    um 19:52 Uhr   
Doch trotz des Schlagabtauschs gibt es keinen Grund, in der nächsten Zeit ernsthafte Versuche zu erwarten, die Stadt einzunehmen. Die Koalitionstruppen, die am Stadtrand eingetroffen sind, genügen nach ihrer Anzahl und Bewaffnung nicht einmal den allerminimalsten Anforderungen, um die Erstürmung der Stadt zu beginnen und schwere Straßenkämpfe zu führen. Die Gesamtzahl der Koalitionstruppen, die bei Bagdad eingetroffen sind, beträgt etwa 18 bis 20 000 Mann und kann um nicht mehr als 3 bis 5 000 Soldaten verstärkt werden. Indessen ist eine Gruppierung von mindestens 80 bis 100 000 Leuten nötig, um eine Stadt wie Bagdad zu blockieren. Nach Angaben der Meteorologen könnte sich das Wetter in den nächsten 24 Stunden im Kampfgebiet plötzlich verschlechtern. Man erwartet stärkere Winde und eine Begrenzung der Sichtweite auf 200 bis 300 Meter. Alle gestrigen Mitteilungen des Befehlshabenden der Koalitions - Luftwaffe, des Generals Michael Mosley , daß "die Irakische Armee als organisierte Struktur mit großen Kampfeinheiten nicht mehr existiert", entsprechen nicht der Wirklichkeit und hängen nach Ansicht von Analytikern mit dem immensen Druck der amerikanischen Finanzkreise auf das Koalitionskommando zusammen, die am Ende der Börsenwoche dringendst gute Nachrichten von der amerikanisch - irakischen Front benötigten.

Tatsächlich verloren die Divisionen der Regierungstruppen, die Bagdad verteidigen, nicht einmal 5 % an Mannschaft und Gerät. Außerdem erlitten sie die meisten Verluste nicht bei Kämpfen zu Land, sondern bei Bombardierungen. Die Gesamtverluste der irakischen Streitkräfte betragen seit Kriegsbeginn nicht mehr als 5 bis 8 Prozent des militärischen Potenzials des Irak. Das bedeutet, daß die wichtigsten Kämpfe in diesem Krieg noch bevorstehen.
Die Lage an den anderen Abschnitten der amerikanisch - irakischen Front wird gegen Abend mitgeteilt.

Quelle: www.iraqwar.ru


Klingt doch irgendwie anders als unsere zensierten Medien. Diese sollten ja eigentlich unabhängig sein.

BZ
  Top
"Autor"  
Nutzer: infotain
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 04.03.2003
Anzahl Nachrichten: 90

geschrieben am: 06.04.2003    um 20:30 Uhr   
du solltest vielleicht genauer bestimmen, welche medien du meinst(liest): bild, welt und rheinischer merkur mögen ja vielleicht (da weiß ich halt nicht bescheid) den von dir gefundenen betrug begehen. ansonsten lese/höre ich aber sehr oft in den (deutschen) medien, dass nachrichten der beteiligten parteien mit äußerster vorsicht zu genießen sind und sich ab und an auch nachher als (propaganda-)enten erweisen. naturgemäß aber muß es ja schwierig sein, ein objektives bild zu erhalten, da nur wenige nichtbeteiligte journalisten die möglichkeit und den überblick haben, die lage wirklich zu beurteilen. da wir aber hier auch nachrichten z.b. von aljazeera erhalten können, fühle ich mich auf jeden fall informiert - soweit das möglich ist.
vielleicht wärs ja anders, wenn deutschland der "koalition" angehörte, fakt aber ist, dass es jetzt jedenfalls nicht so ausschaut.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Gast_tinkerbell
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1427

geschrieben am: 06.04.2003    um 22:11 Uhr   
Wo Bautzius Recht hat, dann da, daß unsere Medien kein genaues Bild des Krieges zeigen.
Ich bin allerdings der Meinung, daß liegt zum Großteil (nicht völlig, aber immerhin) daran, daß die Primärquellen so spärlich sprudeln. Besonders die Amerikaner geben - wenn überhaupt - nichts heraus, was ihnen nicht in den Kram paßt. Die Briten scheinen etwas lockerer zu sein...von ihnen hört man eher schon mal negatives.
Den irakischen Medien (an der Spitze: dem irakischen "Information"sminister) glaubt ja wohl eh keiner.
Am ehesten sind noch Infos von Al-Dschasira zu erwarten...die aber auch nicht unbedingt objektiv sind.

Zensierte Medien...hmm....ja bestimmt....aber ich denke, ausnahmsweise ist diese Zensur "fremdverschuldet".

Über amerikanische Berichterstattung braucht nicht ernsthaft nachgedacht werden...oder? Soviel zum Thema "der Koalition angehören" :-)

(zitat) Sind wir nicht eher einem bisher nicht bekannten medialen Betrug ausgeliefert(/zitat)im Zusammenhang mit Golfkriegen ist das ja mittlerweile schlechte amerikanische Tradition....(ich denke, die gefälschten "Beweise" für irakische Untaten sind hinlänglich bekannt)

Ich glaub erstmal nicht viel, was so in den Nachrichten kommt. Wenn überhaupt, werden sich die Stationen des Krieges zeigen, wenn mal wieder die UN randarf und im Irak nachforscht. Ich glaube - wie Bautzius - nicht daran, daß die Ergebnisse sehr schmeichelhaft für die amerikanischen Militärs ausfallen werden...in jeder Hinsicht.

tinker
  Top
"Autor"  
Nutzer: Oberschlaumeier
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 19.02.2003
Anzahl Nachrichten: 279

geschrieben am: 06.04.2003    um 22:56 Uhr   
Wie sagte Bismarck so schön: Nirgendwo wird soviel gelogen wie vor der Wahl, während des Krieges und nach der Jagd.
Ich denke, egal welche Medien man sich aussucht, welche Quellen man nutzt, unsere Meinung wird gebildet...
Geändert am 06.04.2003 um 22:56 Uhr von Oberschlaumeier
  Top
"Autor"  
Nutzer: DiaryofDreams
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 20.07.2001
Anzahl Nachrichten: 538

geschrieben am: 07.04.2003    um 01:05 Uhr   
(zitat)Ich denke, egal welche Medien man sich aussucht, welche Quellen man nutzt, unsere Meinung wird gebildet...(/zitat)
Super gesagt, Schlau ;-) dem nur zustimmen kann Ich denke, wer sich dieser Einsicht verschließt, der wird niemals auch nur in die Nähe der Wahrheit gelangen, sondern wird selbst zu einem - wenn auch winzig kleinem - Teil der Propaganda der jeweils berichtenden Seite.

Ein Beispiel, welches mir das immer wieder verdeutlicht und vorsichtig sein lässt ist folgendes:

Folgendes Bild fand ich vor meiner ersten Reise nach Ägypten (1993) in einer Zeitschrift
(Bildquelle: GEO Spezial -Ägypten- aus 1993; Seite 48
Die Bildunterschrift zu dem Bild lautete:
Wenn in Assiut die Muslime zum Gebet niederknien, bauen sich bewaffnete Soldaten in Drohgebärde auf. Denn statt den Koran zu preisen, wünschen die Vorbeter hier Mubarak zum Teufel und wiegeln die Frommen auf zum Kampf gegen Christen und Staat
Auf den ersten Blick scheint der Text durchaus zu dem, was das Bild zeigt, zu passen...

Drei Jahre später, ich war wieder in Ägypten, blätterte mein ägyptischer Reiseleiter und guter Freund in der Zeitschrift und schüttelte (sichtlich erbost) den Kopf als er die Bildunterschrift las, deutete auf einen Bildausschnitt und aus dem bewaffneten und in Drohgebärde aufgebauten Soldaten links im Bild wurde ein (zwar bewaffneter) Soldat, der ganz einfach auf seinen Kameraden wartet, der sich dem Gebet angeschlossen hat.

Ein Bild ~ von zwei unterschiedlichen Seiten gesehen ...

~ Diary~


[edit] formatierung
Geändert am 07.04.2003 um 01:06 Uhr von DiaryofDreams

Geändert am 07.04.2003 um 01:12 Uhr von DiaryofDreams

Wenn ich scherzen will, sage ich die Wahrheit. Das ist immer noch der größte Spaß auf Erden.
(George Bernard Shaw)
  Top
"Autor"  
Nutzer: Flutsch
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 25.11.2002
Anzahl Nachrichten: 62

geschrieben am: 07.04.2003    um 02:09 Uhr   
(zitat)[...]und aus dem bewaffneten und in Drohgebärde aufgebauten Soldaten links im Bild wurde ein (zwar bewaffneter) Soldat, der ganz einfach auf seinen Kameraden wartet, der sich dem Gebet angeschlossen hat.
[...](/zitat)

Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Fest steht, daß das Regime (!) Mubaraks vor allem durch Militär und Geheimdienst seine Macht ausübt. Und das mit Geldern der USA und der EU.
Dagegen könnte man anführen, daß ansonsten militante Islamisten das Land in einen Scherbenhaufen verwandeln würden. Gut, aber man darf doch nicht vergessen, daß die Bevölkerung keinesfalls Grundfreiheiten genießt, so wie wir es tun.
O-Ton CNN-Spot: "Egypt - where everyone wears a smile"
  Top
"Autor"  
Nutzer: DiaryofDreams
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 20.07.2001
Anzahl Nachrichten: 538

geschrieben am: 07.04.2003    um 02:21 Uhr   
(zitat)Vielleicht. Vielleicht aber auch nicht. Fest steht, daß das Regime (!) Mubaraks vor allem durch Militär und Geheimdienst seine Macht ausübt. Und das mit Geldern der USA und der EU.
Dagegen könnte man anführen, daß ansonsten militante Islamisten das Land in einen Scherbenhaufen verwandeln würden. Gut, aber man darf doch nicht vergessen, daß die Bevölkerung keinesfalls Grundfreiheiten genießt, so wie wir es tun.
O-Ton CNN-Spot: "Egypt - where everyone wears a smile"(/zitat)

nur kopfschütteln kann muss man hier eigentlich alles was man schreibt (bzw. in diesem Fall bewusst nicht geschrieben hat) lang und breit erläutern?

Wenn ich scherzen will, sage ich die Wahrheit. Das ist immer noch der größte Spaß auf Erden.
(George Bernard Shaw)
  Top
"Autor"  
Nutzer: Flutsch
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 25.11.2002
Anzahl Nachrichten: 62

geschrieben am: 07.04.2003    um 04:26 Uhr   
(zitat)nur kopfschütteln kann muss man hier eigentlich alles was man schreibt (bzw. in diesem Fall bewusst nicht geschrieben hat) lang und breit erläutern?(/zitat)

Kein Grund, angefressen zu sein. Aber man muß annehmen, daß nicht alle, die hier mitlesen, so gebildet sind wie Du. Und wenn man in einem Thread namens "Der große Medienbetrug" eine Andeutung darauf findet, daß in Ägypten Zivilisten und Militär in Harmonie eigentlich doch friedliche Eintracht feiern, so sollte es schon erlaubt sein, dieses einmal in ein noch anderes Licht zu rücken. So geschehen.
  Top
"Autor"  
Nutzer: infotain
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 04.03.2003
Anzahl Nachrichten: 90

geschrieben am: 07.04.2003    um 11:21 Uhr   
die drei vorstehenden beiträge sind ein schönes beispiel dafür, dass eben eine nachrichtenquelle allein nicht zu ausreicht. sie wird sicher informieren, aber immer halt aus einem blickwinkel, der naturgemäß keine rundumsicht ermöglicht. dem nahezukommen, fordert es eben die nutzung möglichst vieler quellen und da denke ich: schön, dass wir soviele möglichkeiten haben.
  Top
"Autor"  
Nutzer: verovero
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 15.08.2001
Anzahl Nachrichten: 710

geschrieben am: 07.04.2003    um 21:59 Uhr   
Das Medien-Desaster ist soweit nicht spektakülär, es handelt sich um die übliche Desinformationspolitik innerhalb einer Kriegssituation.

Beeindruckend ist, dass wir das Zeug mit schönen Bildchen freihaus geliefert kriegen. Stellen die Amis einen Satz in die Luft, kann man sich das irakische Dementi bereits ausrechnen, das denn auch prompt erfolgt.
Es wird gelogen wie bei den Waschweibern.

Das tragische Moment besteht aus den Kriegsopfern.
Die Waschweiber werden ihnen die Würde nicht nehmen.

vero
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 12.04.2003    um 19:49 Uhr   
Lagebericht Irak am 8. April, 1 Uhr 10 Moskauer Zeit

Quelle: iraqwar.ru

Die Lage an der amerikanisch-irakischen Front in der Gegend von Basra hat sich abends am 7. April etwas entspannt. Alle amerikanischen Unterabteilungen haben sich in die Ausgangsstellungen vom Morgen des 7. April zurückbegeben. Jetzt werden in der Stadt Artillerie und Luftwaffe sporadisch eingesetzt.

Über die Umstände des heutigen Streifzuges einer Panzerkolonne der 1. Panzerbrigade der 3. Mechanisierten Division ins Zentrum von Bagdad wurde inzwischen Klarheit hergestellt. Die Informationen des Abhördienstes erlauben die Behauptung, daß es sich um eine gemeinsame Operation von US-Spezialkräften und des Armeekommandos handelte. Die einige Tage zuvor in Bagdad eingedrungenen Angehörigen einer Spezialheinheit haben sich nach Aufklärung bei einigen Regierungsgebäuden versammelt und zu deren Erstürmung vorbereitet. Zum gleichen Zeitpunkt startete von Süden, aus der Gegend von Chan-Azad in die Richtung der Gegend von Al'-Rashid auf der Kadissija-Chaussee, die Mechanisierte Gruppierung der 3. Division im Umfang von einem Panzer- und einem Motorinfanteristenbataillon (bis zu 70 Panzer und bis zu 60 Schützenpanzer) eine Offensive. Sobald die Kolonne den Stadtrand erreicht hatte, begannen die "Spezialeinheiten" die Erstürmung der genannten Objekte – zweier Regierungsresidenzen, des Gebäudes des Informationsministeriums, des Sicherheitsdienstes und des Gebäudes des irakischen Außenministeriums.

Das hauptsächliche Ziel der Erstürmung war es, den Eingang in das System der unterirdischen Zufluchten zu finden und hochrangige Beamte der irakischen Regierung gefangenzunehmen. Den "Spezialeinheiten" gelang es, den Al'-Shichud-Palast und den Palast der Republik kampflos einzunehmen, die lediglich von kleinen bewaffneten Patrouillen bewacht wurden. Die Paläste selbst erwiesen sich als leer, und bei ihrer Besichtigung wurden keinerlei unterirdischen Zufluchten gefunden. Bald nach ihrer Eroberung traf in dieser Gegend die angreifende Kolonne der 1. Brigade ein, deren Unterabteilungen den Palast unter Bewachung nahmen.

Doch beim Versuch, die Regierungsbüros zu stürmen, wurden die "Spezialeinheiten" ertappt und vom Wachdienst des Gebäudes umzingelt. Der Kampf entbrannte. Zur Entsetzung der "Spezialeinheit" setzte sich die gemischte Bataillon-Gruppe in Bewegung, die sich ans Tigrisufer durchkämpfen konnte, doch ehe sie ein Quartal zum Informationsministerium vorrücken konnte, wurde die Bewegung der Kolonne durch das Feuer der Panzerabwehrartillerie und aus Granatwerfer-Hinterhalten beschossen. Der Kampf dauerte fast zwei Stunden an, in dessen Verlauf die Amerikaner bis zu 5 Schützenpanzer und 2 Panzer verloren. Mindestens 8 Soldaten wurden getötet und über 20 erhielten Verletzungen. Gegen 15 Uhr konnten sich die Reste der Sturmgruppe der "Spezialeinheit" zur Stellung der Amerikaner durchkämpfen und gegen 15 Uhr 30 begann der allgemeine Rückzug. Um 17 Uhr verließen die amerikanischen Truppen die Stadt. Die Verluste der amerikanischen "Spezialeinheit" bleiben unklar.

Nach den Gesprächen amerikanischer Befehlshaber von Unterabteilungen blieb das Schicksal von mindestens 15 Leuten ungeklärt. Ob sie getötet wurden oder gefangengenommen oder ob sie sich in der Stadt verstecken, ist bislang nicht herauszufinden. Es wird mitgeteilt, daß die "Spezialeinheit" einen hochrangigen Offizier gefangennahmen, daß dieser beim Durchbruch aber getötet und in der Stadt zurückgelassen wurde. Das amerikanische Kommando bewertete den Streifzug ziemlich kritisch. Der in der Gegend des Flughafens eingetroffene General Tommy Franks nannte den Umfang der bei dieser lokalen Operation erlittenen Verluste "inakzeptabel", und die Ergebnisse "miserabel".

Doch zur gleichen Zeit wurde festgestellt, daß die Raktion des irakischen Kommandos auf das Eindringen der Truppen in die Stadt "unbegreiflich verspätet" kam und daß das Vorgehen der zurückschlagenden irakischen Unterabteilungen "nicht abgestimmt" war. Das könnte nach Meinung der amerikanischen Befehlshaber auf "schwere Beschädigungen der Armee-Kommunikation und des ganzen Systems der militärischen Leitung" hinweisen. Bislang ist unklar, wodurch die Verbindungen der Iraker beschädigt wurden.

  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 12.04.2003    um 19:50 Uhr   
Nach einigen Informationen verließ ein großer Teil der Militärführung die Stadt, nachdem diese von amerikanischen Einheiten belagert worden war und begab sich zu einer Reserve-Kommondo-Zentrale im nördlichen Irak, und in der Stadt verblieb nur das Wehrbereichskommando, das die Lage noch nicht wie nötig beherrscht. In diesem Fall würde nach Meinung einiger Offiziere im Stab von Qatar sogar die Erstümung und Einnahme von Bagdad nicht den Krieg beenden und zur Kapitulation der Iraker führen, sondern es wäre noch ein "Feldzug nach Norden" nötig, wo sich bis jetzt eine ziemlich kampffähige und sehr umfangreiche irakische Armeegruppierung erhält.

Im Laufe des heutigen Tages wurde die Erstürmung Basras durch Kräfte der 7. Panzerbrigade und der 3. Brigade der Marineinfanterie des britischen Kontingents fortgesetzt. Im Laufe eines zehnstündigen Kampfes gelang es den Briten, die Quartiere des "neuen Basra" Subchaja und Achava-Rezana zu erobern und sich tiefer ins "alte Basra" in die Richtung der Präsidentenresidenz vorzurücken, doch gelang es den Briten nicht, die Altstadt zu besetzen. Die Quartiere El'-Ashar und Akine, wie auch ein Teil des am Fluß gelegenen El'-Arab bleiben in den Händen der Iraker und das britische Kommando räumt ein, daß ihre Einnahme überhaupt nicht leicht sein wird, weil man in diese Viertel wegen der Enge der Straßen keine Panzertechnik hineinbringen kann. Die allgemeinen Verluste der Briten in dieser Gegend betrugen mindestens 7 Gefallene und bis zu 15 Verletzte. Ein Panzer und 2 Radpanzer wurden abgeschossen. Die Verluste der Iraker
betragen bis zu 100 Gefallenen, etwa 50 Gefangene, 3 Panzer, 6 Geschütze.

Nach Einschätzung der Briten verteidigen sich in der Altstadt bis zu 500 Milizionäre und Soldaten der 51. Infanteriedivision mit der Unterstützung von mindestens 10 Panzern, 12 Geschützen und einer Großen Anzahl von tragbaren Panzerabwehrwaffen. Heute morgen haben die Koalitionstruppen die Stadt Kerbela besetzt. Nach den Worten ihrer Bewohner verließ ein großer Teil der irakischen Truppen, die die Stadt verteidigten, am Abend und in der Nacht des 6. April die Stadt und zog nach Norden ab. In der Stadt blieben lediglich einige Selbstverteidigungseinheiten, die nach dem Beginn der Erstürmung den Widerstand einstellten und in der Stadtbevölkerung untertauchten.

Ein in Gefangenschaft geratener Offizier der irakischen Garde sagte im Verhör, daß der Befehl, die Stadt zu verlassen, am Morgen des 6. April von Saddam Hussein persönlich erteilt worden war, nachdem dem Hauptquartier über Funk über den beginnenden Artilleriebeschuß der Stadt durch die Amerikaner berichtet worden war, in dessen Verlauf einige Granaten in die Nähe eines der wichtigsten islamischen schiitischen Heiligtümer, des Grabes von Chussejn ibn-Ali, gefallen waren. Um die schiitische Bevölkerung von Kerbela nicht durch das Risiko der Zerstörung der Heiligtümer zu kränken, wurde der Befehl gegeben, die Stadt zu räumen. Jetzt versuchen die Amerikaner mit Hilfe von Spitzeln die Stadt zu durchforschen und von der "Agentur Saddams zu säubern".

Es treffen Berichte über die Herstellung fast vollständiger Kontrolle der kleinen Stadt El' Chindija nach fast zehntägiger Erstürmung ein. Die Stadt von fast 30 000 Einwohnern wurde abwechselnd von der Expeditionsbrigade der Marineinfanterie und dann von einer Brigade der 101. Luftlandedivision erstürmt. Nach der Einnahme der Stadt und dem Verhör der Gefangenen kam heraus, daß die gesamte Garnison El'-Chindijas aus 3 Kompanien der Republikanergarde und einer Abteilung von Milizionären bestand. Insgesamt etwa 500 Soldaten. Über 200 Verteidiger der Stadt sind gefallen. Etwa 100 wurden gefangen genommen. In den Kämpfen um die Stadt verloren die Amerikaner 15 Gefallene, mindestens 40 Verletzte und bis zu 10 Einheiten Panzertechnik.

Nach der Aussage eines Vertreters der Gesellschaft "Roter Halbmond", der hier gestern eintraf, wurden aus dem örtlichen Krankenhaus auch schwerverletzte Soldaten ins Kriegsgefangenenlager verlegt, die nicht in der Lage waren, sich selbständig fortzubewegen. In der Stadt werden Verhaftungen von Bewohnern vorgenommen, die des Widerstands verdächtigt werden. Wie bisher bleiben En-Nasirja, En-Nadjaf, El'-Kut, Ed-Divanija und noch eine ganze Reihe kleiner Städte und Siedlungen im Süden des Irak unter irakischer Kontrolle. Alleine gestern verloren die Amerikaner mindestens 5 Einheiten Pantertechnik, mindestens 3 Leute wurden getötet und bis zu 10 verletzt. Heute geriet am Tag eine Nachschubkolonne der amerikanischen Truppen bei En-Nasirja in einen Hinterhalt. Bislang blieb unklar, ob es Verluste gab, doch nach dem sofortigen Aufsteigen der Luftwaffenunterstützung und von Sanitätshubschraubern der Entsatz-Luftlandegruppe zu schließen, verlief der Kampf nicht zugunsten der Kolonne.

  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 12.04.2003    um 19:53 Uhr   
Alle Angaben zum den Vorfall mit der Beschießung der rußländischen Botschafterkolonne, über die die rußländische
Seite heute verfügt, zeugen davon, daß das Feuer, welches auf den Konvoi mit russischen Diplomaten und Journalisten eröffnet wurde, kein zufälliger Beschuß, sondern eine geplante Aktion zur Einschüchterung und zur Vergeltung war. Eben davon zeugen auch einige heutige Versuche der Amerikaner, auf der Strecke den Konvoi anzuhalten und die Fahrzeuge und das Gepäck der Diplomaten peinlich zu
durchsuchen. Das rußländische Außenministerium und die oberste politische Führung bewahrt Stillschweigen. Auf dem Treffen des Präsidenten Rußlands Putin und der nationalen Sicherheitsberaterin des US-Präsidenten, Condolezza Rice, wurde der gemeinsame Beschluß gefaßt, "dieses unangenehme Vorkommnis möglichst schnell zu vergessen" und "die partnerschaftlichen russisch-amerikanischen Beziehungen dadurch nicht beeinflussen zu lassen."...


Rainer Rupp

Informationsquelle blockiert

Russische Militärexperten müssen Lageberichte zu Irak einstellen. US-Intervention vermutet

Die russische Gruppe Ramzaj, die seit Beginn des anglo-amerikanischen Kriegs gegen Irak Ergebnisse der russischen Fernaufklärung und Analysen russischer Militärexperten als Gegeninformation zur alles beherrschenden US-Kriegspropaganda ins Internet gestellt hatte, sieht sich eigenen Angaben zufolge aufgrund der Ereignisse der letzten Tage nicht länger imstande, ihre Arbeit fortzusetzen. Als Gründe werden angegeben, daß die Analyse der Lage in Bagdad und im Irak insgesamt durch die Evakuierung des russischen Botschaftspersonals an Effizienz verloren habe. Zudem verändere sich durch die unübersichtlichen Straßenkämpfe die Lage vor Ort von Stunde zu Stunde. Der eigentliche Grund der Arbeitseinstellung der Gruppe scheint jedoch darin zu liegen, daß »die Tätigkeit der Gruppe auf den zunehmenden Widerstand offizieller Strukturen« in Rußland gestoßen sei, was zu einem »regelrechten Konflikt« ausgeartet sei, »dessen Ausgang nicht schwer vorherzusagen« wäre. Daher sei die Gruppe gezwungen, ihre Arbeit einzustellen, heißt es in einer vorläufig letzten Mitteilung.
Alle bisherigen »Lageberichte« seien als Ergebnis der Arbeit einer Gruppe entstanden, die sich vor einigen Jahre innerhalb der russischen Nachrichtendienste formiert habe. Die Gruppe habe über lange Zeit für die Regierung gearbeitet, seither seien alle ihre Mitglieder entlassen worden. Allerdings würden sie als unabhängige informativ-analytische Gruppe, »die immer noch über etliche Möglichkeiten verfügt«, weiterarbeiten. Damit sei die Frage nach der Herkunft der verwendeten Information, die der Gruppe auch »von Kollegen aus den speziellen Informationsdiensten zur Verfügung gestellt« worden seien, beantwortet.
Es dürften vor allem die Analysen sein, die den Unmut der Amerikaner auf die russische Gruppe gelenkt hatten. Deren Internetseite war, ähnlich wie die englischsprachige Seite des arabischen Nachrichtensenders Al Dschasira, massenhaften Cyberangriffen hauptsächlich von amerikanischen Domänen ausgesetzt. Während die Informationsseite von Al Dschasira tagelang sabotiert war, hatten sich die Russen ausreichend gegen diese elektronischen Angriffe geschützt und konnten weiterhin solch wichtige Informationen ins Netzt stellen wie die Hintergründe des gezielten Überfalls amerikanischer Sondereinheiten auf die Autokolonne des russischen Botschafters auf dem Weg von Bagdad nach Syrien.
Bei diesem Feuerüberfall waren fünf russische Diplomaten verletzt und mindestens zwei andere Personen in zivilen Begleitfahrzeugen getötet worden. Nach seiner Ankunft in Syrien erklärte der russische Botschafter Vladimir Titorenko bei einer Pressekonferenz, daß es sich bei den Angreifern ganz klar erkennbar um Amerikaner gehandelt habe. Inzwischen hat auch die amerikanische Nationale Sicherheitsberaterin, Condoleezza Rice, während ihres Besuchs in Moskau eingeräumt, es könnte sich bei den Tätern um US-Spezialeinheiten gehandelt haben. Nicht auszuschließen ist, daß der Besuch von Rice in Moskau und die Einstellung der Arbeit von Ramzaj miteinander zu tun haben.


  Top
"Autor"  
Nutzer: DiaryofDreams
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 20.07.2001
Anzahl Nachrichten: 538

geschrieben am: 15.04.2003    um 16:54 Uhr   
Durch Verdrehungen, falsche Akzentsetzungen und Weglassen von Informationen schafft sich CNN seine eigene Version des Irak-Kriegs.

Im Krieg wie im Journalismus werden Fehler gemacht. Das ist bedauerlich, aber kaum zu vermeiden. Entscheidend ist jedoch, wie mit den Fehlern umgegangen wird. Hier ist ein abschreckendes Beispiel wie CNN mit unangenehmen Wahrheiten im Irak-Krieg verfährt: Gestern wurden mehrere Frauen und Kinder bei einem Checkpoint von US-Soldaten getötet, weil ihr Auto angeblich nicht angehalten hat. Die US-Armee erklärte, dass zuvor Warnschüsse in die Luft und in den Kühler abgegeben wurden.

Allerdings befand sich ein in die Truppe eingebundener Reporter der "Washington Post" an diesem Checkpoint und seine Darstellung weicht in wesentlichen Punkten von der offiziellen Erklärung ab. CNN erwähnt zwar den Reporter und seine Darstellung auf ihrer Internet-Seite, doch der Leser wird trotzdem auf die falsche Spur geführt:

"In a story on the paper's Web site, The Washington Post reporter wrote that the unit's captain ordered the first warning shot. As the four-wheel drive Toyota continued down the road, the captain ordered one round fired into its radiator. After that failed to stop the vehicle, according to the Post reporter, the captain yelled "Stop him, Red 1, stop him!" That was followed by about a half-dozen shots from the 25 mm cannon on the platoon's Bradley armored vehicle, the reporter wrote."

Verdrehungen, falsche Akzentsetzungen, Weglassen

All diese Sätze sind vollkommen richtig - eigentlich. Nur: Die alles entscheidende Information, die die ganze Geschichte in einem völlig anderen Licht erscheinen lässt, die fehlt. Laut dem Reporter wurden die beiden Befehle zu den Warnschüssen in die Luft und in den Kühler von den Soldaten NICHT befolgt - entweder weil sie sie nicht gehört haben oder weil sie mit etwas anderen beschäftigt waren. Es hat also keine Warnschüsse und somit auch keine Aufforderung für die Fahrerin gegeben, das Auto anzuhalten. Die erste Aufforderung waren circa sechs Explosivgeschosse, die in der Fahrgastkabine einschlugen.

Das ist eine entscheidende Information, die den CNN-Lesern unterschlagen wird. Und niemand kann ernsthaft sagen, dass es ein "Versehen" oder eine "Schlamperei" war. Dazu ist es zu kunstvoll gemacht: Zumindest kann dem Sender nicht der billige Vorwurf "CNN lügt" gemacht werden. CNN - das gilt auch für das internationale TV-Programm - arbeitet viel subtiler, mit Verdrehungen, mit falschen Akzentsetzungen, mit Weglassen. Im Ergebnis kommt jedoch eine falsche Information beim Publikum an - gibt es dafür ein anderes Wort als Progaganda? [...]

Quelle&Originaltext: www.journalismus.com - Aktuell/Kommentare (vergangene Woche)

Wenn ich scherzen will, sage ich die Wahrheit. Das ist immer noch der größte Spaß auf Erden.
(George Bernard Shaw)
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 16.04.2003    um 20:17 Uhr   
Rüdiger Göbel

Plündern nach Plan

Augenzeuge aus Schweden: Bewohner von US-Armee zu Zerstörungen angestiftet

Eine Woche nach dem Einmarsch der Invasionstruppen in die irakische Hauptstadt Bagdad dauern dort Plünderungen und Brandstiftung an. Weltweite Empörung hat vor allem der Sturm auf Krankenhäuser und die systematische Brandschatzung des archäologischen Museums am vergangenen Samstag hervorgerufen. Nur noch drei von 32 Kliniken in Bagdad waren nach den Plünderungen arbeitsfähig. Für Sicherheit und Ordnung in der besetzten Stadt wären eigentlich die US-Truppen verantwortlich. Mittlerweile sind auch die Nationalbibliothek und das Staatsarchiv zerstört worden. »Bücher, Briefe und unbezahlbare Dokumente gingen in diesem Schlußkapitel der Plünderung von Bagdad in Flammen auf«, schrieb der bekannte britische Journalist Robert Fisk im Guardian am Dienstag. »Ich sah die Plünderer, und die Amerikaner taten nichts«, empörte sich Fisk. Ein Dozent von der Universität im schwedischen Lund erhob am Donnerstag gegenüber junge Welt noch schwerere Vorwürfe. Die US-Truppen haben demnach beim Einmarsch die Bewohner Bagdads sogar zu den Zerstörungen angestiftet.

»Die Plünderungen begannen erst, als US-Truppen die Bevölkerung dazu aufgefordert hatten«, schilderte Khaled Bayomi seine Erlebnisse in Bagdad. Der gebürtige Ägypter lehrt und forscht an der Universität in Lund über die Konflikte im Nahen Osten.

Das US-Zentralkommando in Katar hatte nach den ersten Plünderungen erklärt, nicht genügend Truppen im Irak zu haben, um dem Rechtsbruch Herr zu werden. Außerdem könnten die Soldaten keine Polizeiaufgaben wahrnehmen. Und US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld erklärte, die Iraker seien nach dem Sturz Saddam Husseins eben freie Menschen. Und freie Menschen seien auch frei, Fehler zu machen.

Daß die US-Invasionstruppen sehr wohl dazu in der Lage sind, Gebäude vor Plünderung und Zerstörung zu schützen, stellen sie in Bagdad unter Beweis. Während Präsidentenpaläste, Krankenhäuser und Museen tagelang geplündert und in Brand gesteckt wurden, waren US-Truppen vor dem Ölministerium postiert. Das Gebäude wird rund um die Uhr von 50 US-Panzern bewacht.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 18.04.2003    um 16:37 Uhr   
Jessica Lynchs Befreiung aus einer etwas anderen Perspektive

Die Befreiung der Soldatin Jessica Lynch aus einem irakischen Krankenhaus - vom Pentagon als eine 'gefährliche Nacht-und-Nebel-Aktion' präsentiert. Freudentränen über die Heldentat der US-Soldaten, die auf eine angeblich harte Gegenwehr stießen.

Der Arzt Harith al-Houssona kann diese Darstellungsweise nicht nachvollziehen: 'Außer Ärzten und Patienten war niemand hier. Es gab niemanden, der sie hätte beschießen können.' Die Amerikaner selbst verbreiteten Angst und Schrecken.

Einheimische Kämpfer waren zum Zeitpunkt der Rettungsaktion nicht mehr vor Ort, so Augenzeugen-Berichte. Laut der 'Times-Online' wurden der Öffentlichkeit bei weitem nicht alle Video-Szenen von der Befreiung gezeigt.

  Top
"Autor"  
Nutzer: Oberschlaumeier
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 19.02.2003
Anzahl Nachrichten: 279

geschrieben am: 23.04.2003    um 22:15 Uhr   
(zitat)"Krieg, und und totale Herrschaft lassen Wahrheit nicht zu. Herrscht nun etwa bei uns in der freien, noch friedlichen Welt die Wahrheit?
Jederzeit gibt es Interessen, wirtschaftliche, politische, kirchlich- religiöse und andere, denen die Verbreitung gewisser Wahrheiten unerwünscht, gewisser falscher Vorstellungen erwünscht ist. Ihnen
wird der Boden bereitet durch den mächtigen Drang der Menschen zur Verschleierung der Dinge. Man will irgendwo gar nicht wissen. Man sucht uneingestanden die Ruhe in der Beschränktheit, in einer
guten Gesinnung, die die ihr unbequemen Tatsachen nicht hören mag. Mangelhafte Informiertheit beruht dann nicht darauf, daß et-[26]was nicht gesagt, sondern darauf, daß es nicht gehört wird. Vielleicht
wird in der freien Welt alles Wesentliche an Tatsachen und Gedanken irgendwo mitgeteilt, aber bleibt verborgen. ... (/zitat)

Karl Jaspers in Werden wir richtig informiert ?
  Top
"Autor"  
Nutzer: grmpf
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 01.01.2000
Anzahl Nachrichten: 1924

geschrieben am: 23.04.2003    um 22:42 Uhr   
wie schlug es mir so schön vom kiosk entgegen anlässlich der befreiung der soldatin: "AMERIKA FEIERT SEINE HELDIN" (bild).
frage: was ist so heldenhaft daran, sich gefangennehmen zu lassen??
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 26.04.2003    um 21:56 Uhr   
USA räumen ein: Keine ABC-Waffen im Irak

Die USA haben sich jetzt durch eigene Aussagen des eigentlichen Kriegsgrundes für den Irak-Feldzug selber entledigt. Seitens der Regierung wird wohl nicht mehr damit gerechnet, dass ABC-Waffen im Irak gefunden werden.

In Washington glaubt man, dass die irakische Regierung wohl selber diese Waffen vernichtet hat. Regierungssprecher Ari Fleischer sagte: 'Vielleicht werden wir eines Tages herausfinden, was sie dazu getrieben hat, das zu tun'. Er vermutete, dass die irakische Regierung wohl Angst gehabt habe, 'auf frischer Tat ertappt' zu werden. Auch gebe es 'Hinweise' auf eine derartige Handlungsweise der irakischen Regierung.


...ohne Worte


  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 30.04.2003    um 21:55 Uhr   
"SagÂ’ mir, wo die Leichen sind! "von General a.D. Lewis MacKenzie


(THE GLOBE AND MAIL, Dienstag, 9. November 1999, Comment S. A17)


Fünf Monate nach dem Krieg finden die Spezialeinheiten, die im Kosovo nach Massengräbern suchen, kaum Beweise für Greueltaten der Serben. Wurde die Öffentlichkeit des Westens irregeführt?, fragt der kanadische General, der die UN-Streitkräfte in Bosnien befehligte.
In der Regel stehen den Spitzen der demokratischen Länder des Westens für ihre Entscheidungsfindung die am besten recherchierten Information zur Verfügung, die von Militär- und Sicherheitseinrichtungen als so genannte Intelligence bezeichnet wird. Leider ist diese Information meist streng vertraulich und kann der Allgemeinheit nicht mitgeteilt werden aus Furcht, die Quelle zu enthüllen und so das Leben des "Spions" zu gefährden oder einen möglichen Gegner über neue hochtechnologische Nachrichtensysteme zu informieren. Daher müssen die politischen Spitzen ohne diese zu berücksichtigen auf die Stimmung in der Bevölkerung reagieren, deren "Nachrichtendienst" die Medien sind.
Vor den Rambouillet-Verhandlungen im März 1999, die angeblich eine diplomatische Lösung des zu der Zeit im Gang befindlichen Bürgerkrieges zwischen den Sicherheitskräften des jugoslawischen Präsidenten Slobodan Milosevic und der nach Unabhängigkeit strebenden Kosovo-Befreiungsarmee zum Ziel hatten, erhielten wir von den Medien die Information, dass zwischen '98 und März ‘99 ca. 2.000 Menschen im Krieg getötet worden waren. Diese Zahl umfasste auch an die 650 Serben; der Rest waren Kosovo-Albaner. Die Zahl erschien plausibel und ähnelte der Gesamtzahl der Opfer, die die fortgesetzten Unruhen in Nordirland forderten. Tage vor dem Scheitern von Rambouillet 2 und der darauf folgenden Bombardierung der serbischen Streitkräfte in Serbien, Montenegro und dem Kosovo durch die NATO verkündete der britische Premierminister Tony Blair, dass die Nato handeln müsse, um "Tausende von unschuldigen Männern, Frauen und Kindern vor dem Tod zu bewahren". Das amerikanische Außenministerium sprach häufig von einem "Völkermord" im Kosovo - was überraschend ist, wenn man bedenkt, dass Washington sich weigerte, den Begriff Völkermord für das Abschlachten von mehr als 500 000 Tutsies und deren Verbündeten in Ruanda im Jahr 1993 zu verwenden.
Während des gesamten Krieges erinnerten die Nato-Briefings ständig an die erschreckende Zahl der Todesopfer unter der albanischen Bevölkerung des Kosovo und benutzten dieses Argument, um die Fortsetzung und Verstärkung der Bombardements zu rechtfertigen. Dutzende von Journalisten in den Flüchtlingslagern in Mazedonien und Albanien wiederholten Wort für Wort und ohne viel zu zögern die Geschichten von Flüchtlingen über von Serben begangene Gräueltaten und Massenmorde, ohne deren Richtigkeit überprüfen zu können.
Massive und erzwungene Flucht von durch Serben vertriebenen Menschen hat mit Sicherheit stattgefunden. Ein erklärtes Hauptziel der Nato war jedoch, die Ermordung unschuldiger Zivilisten zu verhindern. Zu Kriegsbeginn und - wie es schien aus heiterem Himmel - wurde in jedem Nato-Briefing die Zahl von 10 000 bis 11 000 ermordeten Kosovo-Albanern genannt. Ohne diese allgemein verwendete Zahl wäre die Solidarität innerhalb der Nato vielleicht nicht aufrecht geblieben. Zwangsumsiedlungen, noch dazu in "dieser Gegend", wären für einige Mitglieder der Nato kein ausreichendes Argument für eine Offensive der Allianz gewesen - wie z.B. für Frankreich, Deutschland, Griechenland und Italien.
  Top
"Autor"  
Nutzer: Bautzius
Status: Profiuser
Post schicken
Registriert seit: 22.07.2001
Anzahl Nachrichten: 176

geschrieben am: 30.04.2003    um 21:55 Uhr   
Nach über viermonatigen Ermittlungen, die nach dem Krieg durch mehr als 15 ausländische Gruppen durchgeführt wurden, fragen sich nun viele Europäer: "Wo sind die Leichen?"
150 der 400 vermuteten Massengräber wurden untersucht. Der Internationale Gerichtshof für Kriegsverbrechen im ehemaligen Jugoslawien (ICTY) definiert jedes Grab als Massengrab, in dem sich mehr als eine Leiche befindet. Es wurden jedoch zuerst Teams zu den Orten entsendet, an denen die größten Massengräber vermutet wurden, von denen einige angeblich auf den Fotos in den täglichen Briefings der Nato zu sehen waren. An diesen Schauplätzen waren mehr Zeugen für die angeblichen Gräueltaten anzutreffen, und es wurde angenommen, dass die benötigten belastenden Beweise nur allzu offensichtlich wären.
Bis heute wurden weniger als 500 Leichen gefunden und Hunderte davon waren einzeln begraben - nicht das, was man von einer Massenhinrichtung erwarten würde. Ausländische Teams haben ihren Unmut darüber ausgedrückt, dass sie bei der Nachforschung über konkrete Erzählungen von Gräueltaten am angeblichen Tatort keinerlei Beweise dafür finden konnten. Zweifellos ist der Ort, an dem das bekannteste und schrecklichste angebliche Gemetzel stattgefunden haben soll, das berüchtigte Bergwerk bei Trepca, wo nach Berichten der westlichen Medien mehr als 700 ermordete Kosovo-Albaner den Schacht gestürzt und in Fässern mit Salzsäure zersetzt worden seien. Der ICTY untersuchte diesen Ort, fand aber keinerlei Beweis für diese Anschuldigungen.
Es gibt Leute, die hoffen, noch 9.000 Tote zu finden, um den Rechtfertigungen der Nato für ihre Bombardements Rückhalt zu geben. Ich bin nicht einer davon. Ich bin froh darüber, dass nur wenige der anfänglich vermuteten Ermordeten gefunden wurde. Ich hoffe, das bedeutet, dass 9.000 weniger Mitmenschen gestorben sind, als man uns glauben machte. Ich würde mir wünschen, dass das auch der Wunsch der Nato ist.
Das ist die gute Nachricht. Überaus beunruhigend ist aber der Gedanke, dass die Öffentlichkeit des Westens wissentlich irregeführt, belogen wurde, um den Zusammenhalt der Nato-Alliierten zu gewährleisten und den Angriff auf ein souveränes Land zu rechtfertigen.
Dieses Fehlen von Beweisen ist keine große Geschichte in den Vereinigten Staaten, wo wir uns den Luxus leisten, das Kosovo hinter uns zu lassen und mit dem Leben weiterzumachen. Ganz anders ist es in Europa, wo viele Regierungen dem amerikanischen Nachrichtendienst vertrauten. Sollte herauskommen, dass sie ihre Bevölkerung wissentlich belogen haben oder von den USA an der Nase herumgeführt wurden, könnte die Solidarität der Nato-Partner ernsthaft gefährdet werden - samt allen Folgen.
Wir sollten vielleicht bei dem bleiben, was die Allianz am besten kann - bei der Verteidigung!

Der kanadische General a.D. Lewis MacKenzie berichtete vier Wochen aus Belgrad für Canadian Television während der Nato-Bombardements.



  Top