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Demokratie im Irak - funktioniert das? |
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geschrieben am: 11.04.2003 um 17:18 Uhr
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Da in einer Demokratie das Volk souverän sein soll, ist es entscheidend wichtig, dass das Volk die Spielregeln kennt und damit umgehen kann und will. Es ist schlicht unmöglich, eine Demokratie von oben zu verordnen - das kann nur in eine Farce münden. Für den Aufbau einer Demokratie, die vom Volk auch verstanden wird, wäre vermutlich die "Umerziehung" von ein bis zwei Generationen nötig.
Das irakische Volk hat nun mal ihre jahrhundertealten Traditionen (von uns akzeptiert oder nicht spielt dabei keine Rolle). Warum also sollten sie die aufgeben? Um die Regeln ihrer Besatzungsmacht zu übernehmen? Oder will die Besatzungsmacht die Demokratie mit Gewalt aufzwingen? Wenn ja, welche Art von Demokratie wollen die Amis dort sehen? Jene die sie selbst korrumpieren?
Es ist für ein Schwein immer schwierig einer jungen Ente das fliegen beizubringen.
Ist es nicht so?
Geändert am 11.04.2003 um 17:18 Uhr von Oberschlaumeier |
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geschrieben am: 11.04.2003 um 19:44 Uhr
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Bei deinem Gleichnis mußt ich gleich an Orwells Farm der Tiere denken.
Das kann nicht klappen, der Meinung war ich immer und es wird nicht klappen. Wenn überhaupt könnte man mit Geld die Leute ruhig stellen und vielleicht denen so die Demokratie schmackhaft machen, aber was interessiert den Ami, ob der IRak demokratisch ist??? EInen schwachen Staat kann man besser ausbeuten als einen starken, was die Amis ja aus ihren Erfahrungen in Mittel- und Südamerika wissen. |
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geschrieben am: 11.04.2003 um 21:13 Uhr
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Ach....ich bin voller Hoffnung, dass es funktionieren wird. Die Amerikaner führen im Irak die Demokratie ein und wenn es klappt, machen sie es dann auch zuhause.
;-)
Celestine |
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geschrieben am: 12.04.2003 um 10:26 Uhr
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Zu Oberschlaumeier:
Das "irakische Volk", das Du ansprichst, gibt es wohl in diesem Sinne nicht...
Sie haben auch keine jahrhundertealten Traditionen.
Denn der Irak in seiner heutigen Form und in seinen Grenzen ist erst 1920 entstanden, als die Briten mehrere Provinzen dort unten (Basra, Bagdad, Mossul) zu dem Staat Irak zusammenlegten.
Daher ist das mit der Demokratie eine sehr heikle Sache. Denn es gibt weder so etwas wie eine "Geschichte des Staates", eine "Zeit vor der Diktatur" und auch nicht ein wirklich ausgeprägtes "Zusammengehöigkeitsgefühl" des irakischen Volkes. Zu viele ethnische Gruppen und Stämme wurden damals einfach zusammengelegt, als das sich eine, wie für andere, gewachsene Staaten typische, "Staatskultur" hätte entwickeln können. Also ist es nicht wirklich verwunderlich, im Irak keine "Opposition" oder eine "demokratische Partei" vorzufinden.
Nichts destotrotz, bleibt es aber für mich durchaus im Bereich des möglichen, den Irak zu "demokratisieren". Kein Staat dieser Welt hat mit demokratischen Wurzeln begonnen. Kein Volk dieser Welt kannte die Demokratie, bevor sie sich von ihren totalitären Regiemen befreiten. Aber dennoch haben sie es geschafft.
Und auch Deutschland hat nach dem 2.WK nicht mehrere Generationen gebraucht, um seine Demokratie zu festigen. Und das "Vorwissen" aus der Weimarer Republik ist wohl eher nicht als Maßstab für den Aufbau einer Demokratie geeignet gewesen...
Mit Sicherheit kann man nicht im Irak den Schalter umlegen und damit die Demokratie anschalten, aber mit der Hilfe von anderen Staaten, als Mitglied in gesunden Bündnissen werden auch sie es schaffen. Wie so viele andere Staaten auch...
Uziel
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geschrieben am: 12.04.2003 um 10:52 Uhr
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| eigentlich ist die sache ganz einfach: es gibt keine alternative |
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geschrieben am: 12.04.2003 um 10:57 Uhr
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Die Grundlage des Demokratischen Systems ist das Mehrheitswahlrecht: der, der die absolute Stimmenmehrheit hat, bekommt die ganze Macht, der andere bekommt nichts (wenn die Verhältnisse nicht Koalitionen erforderlich machen).
Irgendwo hörte ich mal das Argument: in der arabischen Welt, in der Dinge viel mehr ausverhandelt werden, würde dies als ungerecht empfunden. Schließlich hat auch der Verlierer Stimmen bekommen. Er müßte also anteilig bei der Verteilung des Kuchens berücksichtigt werden (ich glaube von Peter Scholl Latur). Ich fand dieses Argument sehr interessant, warum die Menschen dort das Mehrheitswahlrecht nicht akzeptieren wollen. Sie setzten auf Verhandlungen aller Stämme untereinander, und empfinden es als ungerecht, dass die Mehrheit alles bestimmen kann.
(zitat)Denn der Irak in seiner heutigen Form und in seinen Grenzen ist erst 1920 entstanden, als die Briten mehrere Provinzen dort unten (Basra, Bagdad, Mossul) zu dem Staat Irak zusammenlegten. (/zitat)
Deswegen darf man nicht vergessen, dass in diesen Kulturen die Verwandtschafts- und Clanverbindungen sehr stark sind. Ein Großteil der *nomenklatura* Saddams stammte wie er aus Tikrit. In diesen Gesellschaften steht die Loyalität gegenüber dem Clan und der eigenen Gruppe weit höher im Kurs als die Loyalität gegenüber den Buchstaben des Gesetzes. (das gibt es in Europa nur noch im Vatikan, sonst nirgends ;-) ).
Wenn diese Strukturen aus dem Stand raus verändert werden, dann geht das nur unter massivem Druck - wo bleiben da die Freiheitsrechte? abgesehen davon, dass der Zwang der Besatzungsmacht, der Bevölkerung ein fremdes Rechtssystem überzustülpen, als weitere Demütigung gesehen werden würde.
Und wenn diese Demokratie dann freie Wahlen hervorbringt, besteht die Gefahr, dass nationalistische oder bisher unterdrückte religiös-fundamentalistische Parteien an die Macht kommen. Diese würden die Demokratie im handstreich wieder abschaffen. |
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geschrieben am: 12.04.2003 um 12:05 Uhr
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Die Demokratie muss warten, denn erst einmal müssen Massenvernichtungswaffen versteckt werden um sie zu finden.
Vielleicht zu Ostern ?
Man wird sehen. |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 12.04.2003 um 15:01 Uhr
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Gewalt und Gesetzlosigkeit im Irak nehmen grausame Züge an. Plünderer machen selbst vor Krankenhäusern und Banken nicht halt. Die USA haben eine nächtliche Ausgangssperre verhängt, um das Chaos einzudämmen und (nun kommt der Hammer)
bitten andere Länder um Polizeihilfe.
Meine Meinung dazu:
Macht das ruhig alleine, vorher habt ihr auf irgendwelche Bitten auch nicht reagiert.
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| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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