| "Autor" |
Internationale Rüstungskontrolle, oder Neue Runde beim Wettrüsten eigeläutet |
|
|
|
geschrieben am: 26.07.2002 um 20:25 Uhr
|
|
Dein Feind als Freund
USA machen Rußland unsittliches Angebot
Eine Freundschaftsgeste der besonderen Art setzte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld gegenüber Rußland. Da die neurussische Macht kein Rivale, geschweige denn ein Gegner der USA und schon gar nicht das »Reich des Bösen« mehr sei, würde sich die gegenseitige Rüstungskontrolle zwischen den beiden stärksten Nuklearmächten künftig erübrigen. Ganz so kräftig wollten die Moskowiter ganz bestimmt nicht umarmt werden. Immerhin sind schon Leute zu Tode umarmt worden. Zudem dürfte sich ihnen ganz spontan die am häufigsten zitierte Bemerkung von Lenin aufdrängen: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Natürlich versteht dies die heutige Kreml-Führung in einem streng klassenneutralen Sinn.
Mit dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem Vertrag zur Begrenzung der Raketenabwehrsysteme (ABM) hat Washington die strategische Parität, auch Gleichgewicht des Schreckens genannt, ins vergangene Jahrhundert zurückverwiesen und ein schreckenerregendes Ungleichgewicht hergestellt. Nun wollen sich die Amerikaner der internationalen Rüstungskontrolle zur Gänze entziehen. Denn die russisch-amerikanischen Abrüstungsvereinbarungen waren bisher die einzige zuverlässige Garantie dafür, daß die nuklearen Arsenale nicht in den Himmel wuchsen. Mit dem unsittlichen Angebot an Moskau - ihr dürft euch zu Tode rüsten, wenn ihr uns in Frieden, das heißt aufrüsten laßt - stellen die USA Rußland vor die Wahl, in eine neue Runde des Wettrüstens einzutreten oder sich dem amerikanischen Gewaltmonopol in Demut zu fügen.
Rumsfeld entwarf für die russisch-amerikanischen Beziehungen ein Zukunftszenario, das dem Verhältnis zwischen den USA und Großbritannien entspricht, welches keine Abrüstungsverhandlungen erfordere. Das ist kein sehr schmeichelhafter Vergleich. Washington bietet Moskau ein Bündnis an, das die russische Unterordnung unter den amerikanischen Führungsanspruch zur Bedingung hat. Wenn es um die Verhinderung von Rüstungskontrollen geht, wird Rußland als Partner umworben. Damit es aber erst gar nicht auf die Idee kommt, die von den USA vorgenommene Rollenverteidigung in Frage zu stellen, wird es militärisch durch die NATO-Osterweiterung unter Druck gesetzt.
Derweilen laufen die Kriegsvorbereitungen gegen den Irak auf Hochtouren, weil Bagdad angeblich Massenvernichtungswaffen herstellt und keine Neigung zeigt, amerikanischen Waffeninspekteuren einen roten Teppich durch das ganze Land zu legen. Saddam Husseins verständlicher Vorschlag - für Leute jedenfalls, die noch bei Verstand sind -, gegenseitig die Waffenarsenale zu inspizieren, wird von den Inhabern des weltgrößten Monopols auf Massenvernichtung bereits als gefährliche Kriegsdrohung empfunden. Mit einer solchen USA als Freund brauchen die Russen keine Feinde mehr. |
| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 08.09.2002 um 12:25 Uhr
|
|
| Das sollte man sich nochmal durchlesen. |
|
|
|
|
|
|
Top
|
| "Autor" |
|
|
|
|
geschrieben am: 10.09.2002 um 03:53 Uhr
|
|
Gerade jetzt ist eine Rüstungskontrolle nötig! Auch die Kontrolle der USA, besonders gegenüber der USA!
Nur Bush hat die politische Lähmung wie es so schön heißt 11.September zusammen mit den Hardliner seiner Fraktion (zum Beispiel Verteidigungsminister Rumsfeld) nicht nur ausgenutzt sondern, er setzt sie gezielt als verstärkendes Element in seine Argumentation für eine Raketenabwehr ein!
Und somit würde er Abzug der USA aus dem ABM - Vertrag von 1972 auch eine Kontrolle aller Staaten betreffen!
Man kann im Prinzip sagen, auch die Europäer sind vor vollendete Tatsachen gestellt worden! Und gerade im Zusammenhang mit Indien und Pakistan, sowie dem drohende Krieg mit Sadam Hussein, ist eine Aufrechterhalten der Rüstungskontrolle aller Mächte unbedingt erforderlich!
Hoellisch
PS. der Zeitpunkt auch geschickt gewählt, in Schweden, sowie in Deutschland stehen Wahlen an, und die Aufmerksamkeit der Bevölkerung entgeht in diesem Tagen diese weitreichende Aktivitäten der USA |
|
|
|
|
|
|
Top
|