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Na, wer hätte das gedacht... |
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geschrieben am: 03.10.2002 um 03:33 Uhr
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Geheimverhandlungen, Intrigen, Öl-Lobbyisten im Ministerrang - die geplante Pipeline von Turkmenistan durch Afghanistan nach Karatschi wird zum zentralen Projekt der afghanischen Regierung und heizt die Konflikte ums kaspische Öl an. US-Unterstützung ist dem Projekt gewiss - wie schon zu Zeiten der Taliban.
Als Hamid Karzai aus dem Hotel Interconti Kabul ins Freie tritt, ist er umgeben von US-Bürgern. Mehr als ein Dutzend amerikanische Bodyguards, Maschinengewehre im Anschlag, flankieren den afghanischen Präsidenten und schirmen ihn ab von den Menschen, die vor dem Hotel warten und seine Hand schütteln wollen. Sekunden später verschwindet Karzai in einem gepanzerten Chevrolet Suburban, und der Konvoi rast davon, ein US-Militärwagen mit aufgesetztem Maschinengewehr an seiner Spitze. Seitdem nur wenige Tage zuvor eine Autobombe in Kabul 26 Menschen tötete und die Kugeln eines Attentäters Karzai nur knapp verfehlten, lassen die bärtigen Leibwächter in Jeans und Holzfällerhemd, Kämpfer der US Special Forces, ihren Schützling nicht mehr aus den Augen, selbst bei Auslandsreisen.
Das ist auch nötig. Denn Karzai ist nicht nur der freundliche Architekt der neuen afghanischen Einheit, sondern auch engagiert im riskanten Machtkampf um die kaspischen Öl- und Gas-Reserven. Um nichts anderes ging es auch, als Afghanistans neuer Staatschef am 29. Mai diesen Jahres in die pakistanische Hauptstadt Islamabad flog, um dort den Militärherrscher Pervez Musharraf und den turkmenischen Diktator Saparmurad Nijasow zu treffen.
Die ungewöhnliche Dreier-Konferenz diente dem Abschluss eines brisanten Abkommens: Gemeinsam wollen die drei Staaten eine Gas-Pipeline betreiben, die von Turkmenistan quer durch Afghanistan bis in die pakistanische Hafenstadt Karatschi reichen soll. Bis zu 30 Milliarden Kubikmeter Erdgas aus den bislang noch weitgehend unerschlossenen Vorkommen Turkmenistans könnte sie im Jahr transportieren. Später soll parallel dazu eine zweite Röhre für Erdöl folgen. Die etwa 1500 Kilometer lange Trasse soll durch den Korridor von Herat nach Kandahar verlaufen, eben jene Region, die bis zum erfolgreichen US-Feldzug in Afghanistan unter der Kontrolle der Taliban stand.
Schon verhandelt die afghanische Regierung diskret mit mehreren möglichen Betreibern. "Das Pipeline-Projekt ist eine gemachte Sache - einige große Ölgesellschaften wollen in das Geschäft einsteigen", verrät Mohammed Amin Farhang, der afghanische Minister für Wiederaufbau. Der Wirtschaftswissenschaftler, der viele Jahre als Professor an der Universität Bochum gelehrt hat, kann seine Freude über das Projekt nicht verbergen: "Endlich bekommt Afghanistan für Zentralasien die Bedeutung als Transitland, die es seit Jahren haben könnte." Mit ausgebreiteten Armen lehnt sich Farhang auf dem Sofa in seinem Büro zurück, ein Diener bringt grünen Tee und gezuckerte Mandeln.
Nach kurzem Zögern gibt Farhang die Namen der Bewerber preis: Der US-Konzern ExxonMobil und das französische Unternehmen TotalFinaElf seien die wichtigsten Interessenten. Noch habe die afghanische Regierung das Bauvorhaben allerdings nicht offiziell ausgeschrieben. Den Pipeline-Bau, dessen Kosten auf mehr als zwei Milliarden Dollar geschätzt werden, soll die Asian Development Bank finanzieren helfen. Die Banker hätten bereits zugestimmt, eine Machbarkeitsstudie zu bezahlen, freut sich Farhang.
Für das nach 23 Jahren Krieg zerstörte Afghanistan wecken die Pipeline-Pläne die Hoffnung auf wirtschaftlichen Aufschwung. Doch politisch ist das Projekt höchst umstritten. Denn es bringt den Krieg der US-Streitkräfte in Afghanistan in einen anderen Zusammenhang, als nur den der Terrorbekämpfung. Die marktgünstige Erschließung der sagenhaften Öl- und Gasvorkommen am Kaspischen Meer, keine 1000 Kilometer nordwestlich von Afghanistan, erscheinen plötzlich als der große Preis für den Kampf um Kabul.
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| Link - die hessische Bergstrasse und der Wein.... |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 03.10.2002 um 08:29 Uhr
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Nicht nur eine abenteuerliche Theorie, sondern ne reine Rechenaufgabe, stimmts ? Bin fest davon überzeugt, daß in erster Linie wirtschaftliche Interessen der Großmächte Kriege bestimmen.
Gruß Azze |
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| "Autor" |
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geschrieben am: 04.10.2002 um 13:16 Uhr
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Nicht nur wirtschaftliche sondern auch politische Interessen spielen eine immense Rolle.
Noch besser ist natürlich wenn man beides vereinen kann und durch einen Krieg sich sowohl Ölressourcen sichern kann als auch gleichzeitig von den innenpolitischen Problemen abzulenken und so ev. eine Wahl zu gewinnen.
mfg
Dragon |
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