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geschrieben am: 27.01.2003 um 05:34 Uhr
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"[...]Der Vorwurf die Staaten würden den Irak nur angreifen um an dessen Ölvorräte zu kommen, kann durch einen kleinen Blick in die Daten über den tatsächlichen Nutzen und die Kosten einer Intervention und einen geschickten Umgang mit dem Taschenrechner unter Schwachsinn abgetan werden. [...]"
Was genau meinst Du damit ? Daß der Krieg teurer sein wird, als das Öl jemals einbringen wird ?
Die irakischen Ölreserven werden zur Zeit auf 300 Mrd.
Barrel geschätzt, eine Zahl, die vielleicht einen Strich durch Deine "Rechnung" macht.
Und hast Du auch bedacht, welche enormen Verluste bisher bestehenden Infrastrukturen droht, die vom Öl profitieren, wenn in 15 Jahren das Öl in den USA ausgeht ?
Abgesehen davon, ist das Geld für den Krieg natürlich weitestgehend schon lange für den Krieg vorgesehen, also anderen Bereichen überhaupt nicht zugänglich, so daß eine globale Rechnung, wie Du sie anscheinend machen willst, ein wenig zu naiv gefaßt ist.
Öl ist nicht gleich Geld, die USA haben kein Öl zu verkaufen, sie wollen ja gerade das Öl kaufen, es geht also schon um dem Rohstoff Öl.
Die Jagd nach dem Öl kann also nicht gämzlich als "Schwachsinn" angesehen werden.
"[...]
Es muss einfach eine Basis geschaffen werden in die auch die Zukunft gesichert ist, denn was passiert wenn es ein radikaler und extremistischer Diktator der zum heiligen Krieg aufruft es wirklich schafft seine Atomaren Pläne zu realisieren? Was wenn er damit droht?
[...]"
Schön und gut, ich werde Saddam auch keine Träne hinterher weinen - er hat ja sogar seine Schwiegersöhne umgebracht -, aber die Konsequenz, die Du daraus schöpfst, ist wenig ertragreich, wenn Du Dich auf den Irak beschränkst, denn:
Irak ist am Ende und Hussein ein schwacher Mann, das Feindbild des bösen Diktators ist leider völlig willkürlich auf ihn gemünzt, um ein leichtes Feindbild zu haben (Öl muß hier leider wieder genannt werden für die vielfältigen Gründe).
Der ägyptische Präsident Husni Mubarak, der sogar in jüngster Zeit zum Verbündeten stilisiert wurde, läßt sich jährlich mit einer Mehrheit von 95% wiederwählen. Ist das etwa eine Demokratie ? Natürlich nicht, das ist auch eine knallharte Diktatur. In der Gegen gibt es gefährliche Männer, Hussein ist zwar einer davon, aber er hat keine Möglichkeiten, Atomwaffen zu basteln in seinen Palästen.
Und was die Gefährlichkeit des Iraks für dessen Nachbarländern angeht, ein Wort noch dazu, und es läßt mich ein wenig schmunzeln: Es wurde gesagt, der Irak könnte die Türkei angreifen. Wer so etwas ernsthaft vertritt, den kann man eigentlich nur laut auslachen; wenn das türkische Militär sich in Bewegung setzt, gibt es keinen Irak mehr.
Und glaubst Du wirklich, nach dem Einzug in Baghdad wird es dort eine Demokratie geben ? Ich habe mich doch ziemlich ergötzt - letztens beim Fernsehen - an derartig hirnrissigen (sorry) Fantasien, die auch (und gerade) CNN sich nicht zu schade ist, anzudeuten.
Im Irak eine Demokration - da sträubt sich fast die Tastatur beim Schreiben, so abwegig ist das.
Also, die kritischen Stimmen, die gegen einen Krieg sind, sind nicht alle hoffnungslos der Yellow Press aufgesessen.
Das ist ja das gefährliche an Blättern wie der Bildzeitung, ich denke das immer wieder, die Leute, die schwanken,in ihrer Meinung und einen Hang haben, zu stigmatisieren, werden sich vielleicht ein wenig unreflektiert gegen diese Zeitungen wenden, auch wenn sie im Kern eine wahre Aussage (evtl. zufällig) treffen, diese aber komplett falsch darstellen. Also, laß Dir keinen Bären aufbinden von sogenannten "Kritikern der Schundblätter". Es sind zwar wirklich Schundblätter, könne in ihrer Blindheit auch einmal einen wahren Satz sagen (natürlich nutzlos, wenn die Darstellung nicht adäquat und differenziert ist). Geändert am 27.01.2003 um 05:42 Uhr von Flutsch Geändert am 27.01.2003 um 05:48 Uhr von Flutsch |
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