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Wer fragt eigentlich ...

Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 21.03.2003    um 14:02 Uhr   
... irakische Bürger, die vor Jahren schon vor ihrem Regime geflohen sind, wie sie über die gegenwärtige Lage denken?

... was Kurden in dieser Sache empfinden?

Ich bin genauso für diesen Krieg, wie ich gegen ihn bin, weil sowohl die Argumente dafür als auch jene dagegen absolut berechtigt sind! Nur werde ich unverändert das Gefühl nicht los, dass Menschenrechte nur selektiv Gültigkeit und Berücksichtigung finden. Was für die einen gilt, muss auch für die anderen gelten. Und genau diese Form von "Gerechtigkeit" gab es noch nie, gibt es nicht und wird es nie geben.

Wir sind eben "Menschen" ...
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Nutzer: Milo_Thatch
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geschrieben am: 21.03.2003    um 14:17 Uhr   
(zitat)... irakische Bürger, die vor Jahren schon vor ihrem Regime geflohen sind, wie sie über die gegenwärtige Lage denken?(/zitat)
...die Medien... gestern standen einige sehr interessante Dinge darüber in den Meldungen der Agenturen, die doch irgendwie von der vor dem Krieg so gern propagierten hundertprozentigen Zustimmung für einen Einmarsch abwichen
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Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 21.03.2003    um 16:41 Uhr   
Und welche Argumente wurden genannt?
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Nutzer: Pollichen
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geschrieben am: 22.03.2003    um 09:51 Uhr   
wartetz
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Nutzer: Milo_Thatch
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geschrieben am: 22.03.2003    um 14:16 Uhr   
Schau mal auf diese Seite --> Link

Dies ist zwar ein Bericht aus dem Februar, also noch vor Kriegsbeginn, doch der Tenor der Tickermeldung gestern war ähnlich. Angst um Angehörige, zwar eine Ablehnung der Diktatur unter Saddam und der Wunsch nach Sturz des Regimes , doch nicht um den Preis eines Krieges in dieser Form bestimmen die Meinungen. Mich hat das nur insofern überrascht, als ich den Eindruck hatte, dass vorher nur die Stimmen der Exil-Iraker gehört wurden, die es garnicht abwarten konnten, dass die Amerikaner endlich angreifen.

Was die Kurden in der Sache empfinden? Der Wunsch der Kurden nach einem eigenen Staat ist seit Jahren da und so sind sie wohl für diesen Krieg, wie man gestern hörte sind nun - aus diesem Grunde - auch die Türken am überlegen (bzw. haben es schon getan) in den Irak einzumarschieren um genau das zu verhindern.

°~°milo°~°
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Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 22.03.2003    um 15:47 Uhr   
Milo, deine Ausführungen belegen die Tatsache, dass jede Seite ihre (mehr oder weniger) berechtigten Argumente für wie auch gegen diesen Krieg hat.

Gerechtigkeit und Menschenrechte werden global stets mit Doppelspurigkeiten "bearbeitet" - mal spricht von ihnen, wenn sie wem auch immer ins Konzept passen, tun sie dies hingegen nicht, verlieren auch Menschenrechte an Bedeutung.

Wie gesagt - ich kann und will mich, was diesen Krieg angeht, nicht auf eine von beiden Seiten stellen. Jede der beiden Seiten hat gute und gewichtige Argumente.

Was mich überaus traurig stimmt, ist die Tatsache, dass der Mensch per se so unendlich gewaltbereit ist. Und dass die Hoffnung, dies könne sich eines Tages ändern, angesichts der Geschichte wie auch der Gegenwart schlicht als naiv zu bezeichnen ist.
Geändert am 22.03.2003 um 15:49 Uhr von Wetterhexe

Geändert am 22.03.2003 um 15:50 Uhr von Wetterhexe
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Nutzer: Milo_Thatch
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geschrieben am: 22.03.2003    um 16:35 Uhr   
Stimmt Wetterhexe, und so wie Dir, geht es auch mir. Auf eine Seite zu schlagen ist schwer...das einzigste was bleibt ist, sich so gut es geht zu informieren und kritisch zu hinterfragen.


Geändert am 22.03.2003 um 16:36 Uhr von Milo_Thatch

Geändert am 22.03.2003 um 16:36 Uhr von Milo_Thatch
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Nutzer: Milo_Thatch
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geschrieben am: 24.03.2003    um 10:11 Uhr   
Guten Morgen Hexle...um den Thread zu vervollständigen habe ich mich gleich mal auf die Suche nach den am Freitag von mir erwähnten Meldungen gemacht und füge sie der Vollständigkeit halber mal noch ein, weil sie ziemlich genau das wiedergeben, was auch Du schon sagtest...

°~°milo°~°
(zitat)xvm010 4 vm 597 vvvva DDP0438

Krieg/Irak/Exil-Iraker/FEA/
(Feature)
«Ich weine jeden Tag» - Im irakischen Friseursalon in Berlin bangen
Exilanten um die Zukunft ihres Landes
--Von ddp-Korrenspondentin Daniela Mijatovic--=

Berlin (ddp). Im kleinen irakischen Friseursalon im Berliner Stadtteil Wedding schauen alle angestrengt nach oben. Zwei irakische Friseure und ihre beiden Kunden verrenken sich fast den Hals, um auf dem an der Decke angebrachten TV-Gerät Bilder des arabischen Fernsehsenders Al Dschasira zu sehen. Angespannt und bange verfolgen sie die neuesten Nachrichten aus dem Irak. Sie sehen müde und übernächtigt aus.

«Seit zwei Tagen sind die Leitungen in den Irak tot, seit gestern können wir nicht mehr irakisches Fernsehen empfangen», klagt der Inhaber des Ladens, Emir Altai, Schiit aus dem Südirak. Seit dem Kriegsbeginn bangt er um das Wohl seiner zwei Schwestern und seiner Mutter in Bagdad. «Ich weiß nicht, wie es ihnen jetzt geht», sagt Altai besorgt, während sein aus Tunesien stammender Kunde ungeduldig darauf wartet, dass seine Haare weiter geschnitten werden. Er hat einen Termin. Flink fuchtelt der Friseur mit Schere und Kamm.

Als Bilder von irakischen Soldaten, die sich mit weißer Fahne ergeben, über den Fernsehschirm flimmern, hält er kurz inne. Im Laden ist Erleichterung und Mitleid zu spüren. Für die Soldaten, für die armen Menschen und das Land sei es besser, wenn sie sich ergeben, erklärt der 41-jährige Friseur. «Warum sollten sie schießen - für Saddam?», fragt er sich und die anderen. Dafür, dass sie tagelang von ihren Familien getrennt seien und schlecht versorgt würden? Altai weiß, wovon er spricht, denn er selbst war fünf Jahre lang beim irakischen Militär. «Das ist der Grund, warum wir hier sind - im Exil.»

Der Kunde nebenan pflichtet ihm bei. «Wir würden sofort zurückkehren, wenn das Land frei wäre», sagt der aus dem Nordirak stammende Kurde Tuwi. Von seinen Familienangehörigen im Irak, Eltern und drei Brüdern, hat er seit einer Woche nichts gehört. Sie seien
vor Bomben auf der Flucht an die irakisch-türkische Grenze. «Wir haben keine Angst vor den Amerikanern, aber vor einem Einmarsch der Türken im Norden Iraks», betont Tuwi besorgt. Die amerikanische Regierung habe den Kurden Schutz zugesagt. «Was die Politiker aber morgen sagen werden, wissen wir nicht», sagt der 29-jährige Automechaniker und beugt seinen Kopf nach hinten, damit ihn sein aus dem Nordirak stammender Barbier besser an der Kinnpartie rasieren kann.

Während die Kurden sich über den amerikanischen Einmarsch im Irak eher freuen, ist es dem Friseur nicht recht: «Amerika ist wie ein Dinosaurier, der mit starkem Schlag seinen Fuß auf den Irak setzen will.» Das gefalle ihm nicht, denn sie wollten doch nur das Öl. Dabei gehe es um Menschen. «Saddam wird bleiben», befürchtet der schlanke Mann mit der feinen Brille. Afghanistan sei von den Amerikanern auch «befreit» worden, während Bin Laden weiterhin am Leben sei.

«Für uns ist es besser, wenn Saddam geht. Wenn es viele Tote gibt, ist aber der Preis zu hoch», sagt Altai. Der ehemalige Lehrer, der 1995 aus dem Irak nach Berlin geflüchtet ist, hat ganz andere Vorstellungen: «Den Krieg müssen wir sofort stoppen.» Saddam müsse auf eine andere Weise das Land verlassen und die UN für Neuwahlen im Irak sorgen. «Das irakische Volk soll wählen, wie es weiter geht. Und nicht die Opposition von außen», fügt er hinzu. Iraker, die das Leid, den Hunger im Land am eigenen Leibe gespürt hätten, müssten das Land anführen.

«Wir sind ein reiches Land mit armen Leuten», sagt Altai. Er wirkt nachdenklich. Sein Land dürfe nicht weiter zerstört werden. Die Menschen hätten genug gelitten. «Ich weine jeden Tag, wenn ich die Bilder sehe», erzählt er. Wenn es besser wird, dann will er das erste Flugzeug in seine Heimat nehmen. Voller Hoffnung schaut er auf und sagt lächelnd: «Ich habe gesagt - ich komme aus einem reichen Land.»

ddp/dmi/han


211432 Mrz 03(/zitat)





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Nutzer: Milo_Thatch
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geschrieben am: 24.03.2003    um 10:27 Uhr   
(zitat)Quelle: dpa, vom 21.03.2003 14:30

bdt0439 4 pl 425 dpa 4424

Krieg/Irak/Berlin/KORR/
Schlaflos und «sehr, sehr verzweifelt» - Iraker in Berlin
Von Caroline Bock, dpa
(Mit Bild BER05) =

Berlin (dpa) - Tarek Taha kann nicht schlafen, weil in seiner Heimat Krieg ist. Und so sieht der ältere Herr mit den grauen Haaren und dem karierten Jackett müde aus, seine blauen Augen aber funkeln. «Ich bin wütend», sagt der Iraker und holt tief Luft. «Die ganze Welt hat diesen Diktator unterstützt.» Nun ist der Krieg da, und die Bomben fallen. Den Irakern in Berlin bleibt nicht viel anderes übrig, als mit ihren Verwandten in der Heimat zu telefonieren oder Nachrichten zu sehen. Gegen die Sorgen und die Angst aber hilft das nicht viel.

Auch Ahmed Hassan ist am Freitagmorgen in den Kulturverein Al-Rafedain in Neukölln gekommen. In der Ecke im Gemeinschaftsraum läuft der Fernsehsender mit den roten Eilmeldungen. Hassan schaut durch seine Brille ins Leere und überlegt, bevor er Worte dafür gefunden hat, wie er sich an Tag Zwei des Krieges fühlt. Hass spürt er, auf Saddam, «der das Land so ruiniert hat», und «Unmut und Ablehnung» gegenüber US-Präsident George W. Bush. «Nein zum Krieg - Nein zum Diktator», steht dazu passend auf Zetteln an der Wand.

Am Abend war Ahmed Hassan einer von 70 000 Menschen, die zur großen Friedensdemonstration auf dem Alexanderplatz gegangen sind. Ihm tut es gut, die Solidarität zu spüren. Am Morgen war dann sein erster Gedanke, was wohl in den letzten Stunden passiert sein mag. Er macht sich - wie viele - Sorgen um seine Verwandten. Am Telefon könnte aber jemand mithören, das wissen die Iraker in Deutschland. «Man erzählt nicht viel», sagt Hassan.

«Grausam» findet der 68-Jährige diesen dritten Krieg, der seine Heimat in einem Vierteljahrhundert heimsucht. Auch wenn er - wie wohl die Mehrheit seiner 2800 Landsleute in der Stadt - gegen Saddam ist, will er nicht, dass die Amerikaner und Briten eingreifen. «Er ist nicht der erste und letzte Diktator», meint Hassan. Fast ein bisschen stolz wirkt er, wenn er über die Deutschen und ihren Anti Kriegskurs spricht. «Sie haben es gut verstanden, die Erfahrungen der Geschichte zu verinnerlichen und entsprechend zu handeln.»

Tarek Taha und Ahmed Hassan sind froh, dass der Kulturverein gerade jetzt ein wichtiger Treffpunkt von Irakern geworden ist. Auch mit Journalisten sprechen sie gern; das Telefon klingelt ständig. Im Nebenzimmer gibt Susan Ahmed, eine Mitarbeiterin des Vereins, geduldig Interviews. Zur Routine ist das Reden über den Krieg aber noch lange nicht geworden. «Ich bin sehr, sehr verzweifelt», sagt sie. Am Morgen hat sie mit ihrem Bruder in Bagdad telefoniert, das scheint sie ein bisschen beruhigt zu haben.

Wer aus dem Irak kommt, gilt in diesen Tagen schnell als Stimme seines Landes. Das behagt nicht allen - auch nicht der in London lebenden Exil-Irakerin Jananne Al-Ani, die derzeit zur Ausstellung «DisORIENTation» in Berlin ist. Junge Künstler aus Nahost zeigen im Haus der Kulturen der Welt mit Installationen, Video- und Fotoarbeiten einen Orient jenseits von Folklore und Klischees. Al-Ani sieht es mit gemischten Gefühlen, wenn ihre Werke jetzt noch mehr Aufmerksamkeit bekommen. Der Krieg? «Die Situation ist extrem deprimierend», sagt sie. Und: «Dies ist der Anfang einer noch schlimmeren Zeit für das irakische Volk.»

dpa ca yybb ot
211430 Mrz 03(/zitat)
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Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 24.03.2003    um 14:17 Uhr   
Milo, genau das meine ich. Man kann hier nicht nur weiß oder schwarz sehen, es gibt einfach zu viele Grauzonen.

Was mich derzeit am meisten belastet, ist die Sorge um einen möglichen Flächenbrand, den auch George hätte voraussehen können wie auch müssen (ob er bzw. die wahren Machthaber, deren Marionette er letztlich ist - die Ölmultis -, das voraussehen WOLLTEN, bleibt dahingestellt). Hier wurde in ein Wespennest gestochen und die Folgen dieses Stichs sind noch nicht absehbar. Irgendwie können wir nur noch hoffen, dass die Lage nicht noch weiter eskaliert, doch angesichts der täglichen Meldungen und Entwicklungen halte ich leider auch diese Hoffnung mittlerweile fast schon für naiv.

Ich bin so unendlich traurig (aber wen interessiert das schon).
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Nutzer: manulitole
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geschrieben am: 25.03.2003    um 16:29 Uhr   
madame wetterhexe:

was gewesen ist, läßt sich nicht mehr ändern. kurden und iraki, die vom despoten umgebracht wurden, werden nicht dadurch wiederbelebt, wenn eine us armee bombe den diktator in die ewigkeit verschickt.
die frage ist, wieviel unschuldige menschen mehr müssen sterben, bis saddam hussein von den alliierten entsorgt wird.

ich bin kein politiker, ich bin kein diplomat, ich bin nicht einmal persönlich mit leib betroffen.

aber ich hab einfach mal nachgedacht.

dieser krieg wäre vermeidbar gewesen, die ölfelder des iraks privatisiert und ein saddam hussein entmachtet.

und alles auf diplomatischem wege.

es gibt zur zeit aus meiner sicht kein einziges kriegsbeführwortendes argument, dass sich nicht mit leichtigkeit entkräften läßt.

aber im grunde ist es jetzt auch egal wer den krieg verschuldet hat. meine botschaft, falls erhört, lautet:

48 stunden waffenstillstand, und ranghohe politiker fliegen rasch in den irak rein und verhandeln mit dem despoten persönlich. der mann ist längst bereit seine macht abzugeben.

zu aufwändig? zu unmöglich? im vorliegenden fall, da soviel aufwand und schon sovieles an regelwerk zertrampelt, ignoriert und unvorstellbares entschieden wurde, wäre kein preis und aufwand zu hoch, menschenleben zu retten.




Geändert am 25.03.2003 um 16:31 Uhr von manulitole
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Nutzer: Milo_Thatch
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geschrieben am: 25.03.2003    um 16:53 Uhr   
(zitat)madame wetterhexe: (...und den Rest...)(/zitat) versteh ich nicht ...

°~°milo°~°

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Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 25.03.2003    um 17:35 Uhr   
manulitole, woher nimmst du deine Sicherheit, Saddam sei längst bereit, seine Macht aufzugeben? Ich halte das in etwa für genauso wahrscheinlich wie die Bereitschaft des gegenwärtigen US-Präsidenten, freiwillig seinen Posten an einen Demokraten abzutreten.
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Nutzer: manulitole
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geschrieben am: 26.03.2003    um 16:55 Uhr   
die sicherheit, saddam hussein sei längst bereit macht abzugeben, läßt sich schon allein daher leiten, dass er selber vorgeschlagen hat die ölvorkommen des iraks zu privatisieren. mehrmals hat er das sowohl im tv als auch zuletzt 4 tage vor beginn des krieges in einem persönlicen brief an bush (www.n-tv.de) mitgeteilt.
die amerikaner haben dieses angebot ignoriert.

somit verzichtete saddam hussein auf seine ständige geldquelle.
diesen diktator hätte man 50 mal entwaffenen können, jahre später wäre es ihm möglich gewesen erneut soviel giftgas zu sammeln, um die ganze menschheit zu vernichten.

anders formuliert, eine entwaffnung wäre eh makulatur gewesen. der verzicht auf die geldquelle hingegen, ein deutliches zeichen der machtvericht und abgabebereitschaft. ohne geld, kann man auf unserer erde nicht aufrüsten.
nächstes indiz: wie lange kann ein mensch unter ständiger bedrohung einem anschlag zum opfer zu fallen durchhalten?
hussein beschäftigt sich seit dem golfkrieg mit nichts intensiver, als seine eigene sicherheit. jede nacht an einem anderen ort übernachten, keine mahlzeit ohne vorkoster, keine medizin, ohne das sie von einer versuchsperson geschluckt wurde, nicht mal auf seine engsten vertrauten verläßt sich dieser von allen guten geistern verlassene.

wer sich in seine situation zu versetzen vermag, der kommt zum schluß ... saddam hussein ist erledigt gewesen.

ich kann mir nichts anders vorstellen, als das dieser mensch nur noch einen willen hatte, irgendwie ohne gesichtsverlußt abzutreten und irgendwo in ruhe sein dasein zu fristen. aber im IRAK und nicht im Exil.



die antwort auf diese theorie wird sich wohl nie bestätigen, denn kein mensch hat ihn diese option angeboten und das wird auch so bleiben.
daher...... wird es ein gemetzel in bagdad geben, das beide seiten dermaßen verschleißen wird und folgen für die ganze menschheit haben wird.

blairusch werden ihr posten verlieren und sich in ihren refugienhaften privatunterkünften verkriechen. doch die konsequenzen könnten auf die bevölkerung zukommen.


es wird berichtet dass die fundamentalisten bereits jetzt schon verstärkten zulauf haben.
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Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 26.03.2003    um 18:47 Uhr   
Fast könnte ich Mitleid mit Saddam bekommen. Aber irgendwie nur fast - für ein "gänzlich" reicht es mir nicht.

Und was die Fundamentalisten angeht: Zulauf gab es auch schon in der Vergangenheit, aber ich teile deine Befürchtung und habe einen blanken Horror davor, dass hier etwas begonnen wurde, was so nicht mehr zu stoppen ist. :-(
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Nutzer: Milo_Thatch
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geschrieben am: 28.03.2003    um 16:43 Uhr   
Manulitole, es fällt mir schwer, Deinen Ausführungen zu folgen (nicht nur in diesem Thread), aber nun gut.

Ich stimme mit Dir in sofern überein, dass es diesen Krieg nicht hätte geben müssen. Deiner ganzen Argumentation (sofern es denn eine solche ist und nicht nur wiederholte und aus dem Zusammenhang gerissene Schlagzeilen und Kommentare die Du in der Berichterstattung über diesen Krieg mal gehört hast) kann ich aber nur bedingt folgen ...
(zitat)die sicherheit, saddam hussein sei längst bereit macht abzugeben, läßt sich schon allein daher leiten, dass er selber vorgeschlagen hat die ölvorkommen des iraks zu privatisieren. mehrmals hat er das sowohl im tv als auch zuletzt 4 tage vor beginn des krieges in einem persönlicen brief an bush (www.n-tv.de) mitgeteilt.
die amerikaner haben dieses angebot ignoriert.

somit verzichtete saddam hussein auf seine ständige geldquelle. (/zitat)Es ist zwar schön, dass Du n-tv hier als Quelle angegeben hast doch es wäre nett, wenn Du die entsprechende Meldung bzw. den Link hier auch hineinstellen würdest, damit sich auch die anderen ein Bild machen können. Mir jedenfalls scheint die Meldung von diesem angeblichen Brief und dem Verzicht Saddams auf seine Ölquellen und seine Macht entgangen zu sein.

Zudem würde dies heißen, dass es dem Amerikaner doch nicht ums Öl geht in diesem Krieg (denn Deiner Meinung nach hätte er es ja auch so bekommen können). Also ist Bush doch der Samariter, der nur den Weltfrieden möchte ??? Und Saddam - mag man Deinen Schlüssen folgen - nur ein armes Kerlchen, das jeden Tag dazu überredet werden muss an der Macht zu bleiben ???

Du irrst, wenn Du glaubst, dass jemand wie Saddam freiwillig seine Macht aufgibt. Wieviel weißt Du wirklich über den Glauben und das Wesen der Menschen in diesen Ländern, in dieser Region? Und woher weißt Du es...? n-tv...cnn...al-jazeera? Was von dem geschriebenen ist wahr, was davon gelogen? Selbst Bilder können lügen, wenn man nur die passende Bildunterschrift wählt.

Überschätz Dich nicht in Deinem Eifer die Welt zu retten, was dabei heraus kommt sehen wir gerade am Beispiel eines gewissen George W. Bush.

°~°milo°~°

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"Autor"  
Nutzer: Wetterhexe
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geschrieben am: 29.03.2003    um 09:11 Uhr   
Ich habe gestern im Rahmen eines Gesprächs vernommen, dass es Berichte gegeben haben soll, denen zufolge Bush vor den jetzt allmählich zutage tretenden Schwierigkeiten, Konsequenzen und Gefahren sogar von militärischen Fachleuten bereits im Vorfeld gewarnt worden sein soll. Sollte das tatsächlich zutreffen, bleibt mir wirklich nichts mehr außer fassungslosem Kopfschütteln, wobei ich diese Kopfbewegung schon weitaus länger praktiziere. Nur wird sie jeden Tag intensiver.

Wer hat sonst noch von diesen Vorkommnissen gehört? (So es denn stimmt - bekanntlich ist mittlerweile ALLES, was mit Berichterstattung zusammenhängt, nur noch mit größter Vorsicht zu genießen.)
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Nutzer: Flutsch
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geschrieben am: 29.03.2003    um 19:26 Uhr   
Ich wäre ja auch sehr für diesen Krieg, wenn es denn auch mal so funktionieren würde, wie man sich das wünschen könnte angesichts eines idiotisch hohen Etats der US-Geheimdienste und des Militärs. Nur leider gibt es wesentliche Punkte, die es vermasselt haben in dem Sinne, daß es zwar einen militärischen Sieg geben wird, aber keinen politischen:

a) Der Krieg wurde von Bush, Rumsfeld und Wolfowitz geplant, also von Zivilisten, nicht von Militärs. Also i.w. von rechtsradikalen Betonköpfen (ok, sagen wir meinetwegen "neo-konservativen" Hitzköpfen ?) mit einer völlig romantisierten Sicht von einem heroischen Feldzug. Rumsfeld wollte sowieso nur 80.000 Mann hinschicken.
Glücklicherweise wird nun offenbar auf den zweiten Plan zurückgegriffen, der von den Militärs ausgearbeite wurde und die Sache in wenigen Wochen zu Ende bringen wird, wenn auch mit ein-, zweitausend Verlusten auf Koalitionsseite, falls es einen Häuserkampf in Bagdad geben wird.
Übrigens, im 1. Golfkrieg fielen ungefähr 1500 US-Soldaten.

b) Der Diletantismus der amerikanischen Streitkräfte. Basrar liegt in der platten Wüste. Es kann ja irgendwie nicht sein, daß dort wochenlang herumgekämpft wird. Die Royal Marines der Engländer hätten hier mit einigen hundert Mann schneller und effizienter arbeiten können, nehme ich an, da sie für Häuserkämpfe besser ausgebildet sind als die doch manchmal etwas rumpelnden Marines.

c) Die Unzulänglichkeit der Arbeit der Geheimdienste. CIA Agenten waren Wochen vorher schon im Land, der Irak wurde Quadratmeter für Quadratmeter katalogisiert. Bereits Waffeninspektoren fiel früh auf, daß die Informationen, die sie vom CIA bekamen, teilweise Schrott waren (OT: "rubbish").

d) Die Weigerung der Türkei vom Norden aus Budentruppen der Koalitionskräfte einmarschieren zu lassen. Vielleicht nicht lösbar, dieses Problem. Vielleicht wird es noch ein Geheimabkommen geben, daß die Bodentruppen hinläßt; im Gegenzug dürfen türkische Kräfte in den Norden Iraks einrücken - eine denkbar schlechte Lösung aus bekannten Gründen.

e) Der Enthauptungsschlag schlug fehl.

Ein zynischer Gedanke kommt mir da. Vielleicht wäre es besser gewesen, der Irak hätte die Türkei angegriffen. Denn die Türken wären innerhalb einer Woche in Bagdad gewesen und hätten kurzen Prozeß gemacht mit Hussein. Leider mit hohen Verlusten, aber die haben wirklich noch diese Guerillamentalität und sind bereit, sich selbst zu opfern für ihr Land, ähnlich wie es die "Eliteeinheiten" Husseins tun. Aber solche Gedanken sind schrecklich und zeigen mir auch, daß ich schon längst in diesem irrsinnigen Spiel von Gewalt gedanklich drinstecke.

P.S.
Bruno Jonas hat letztens zu Recht vorgeschlagen, den fundamentalistischen Selbstmordkämpfern die bayerischen Gebirgsjäger gegenüberzustellen. Nur sie hätten die gläubige Inbrunst, sich zu behaupten :-)
Geändert am 29.03.2003 um 19:27 Uhr von Flutsch
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