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geschrieben am: 16.11.2003 um 00:58 Uhr
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(zitat)sry, die, die zum bund gehn, hamm die falsche einstellung, es ist doch viel sinnvoller sich dafür einzusetzen, dass überall auf der welt frieden ist und nicht zu sagen:
wenn krieg ausbricht, sterb ich für mein heimatland!
damit fordert man indirekt krieg raus. erst recht kann ich nicht verstehen, wie man mit dem gedanken leben kann, menschen zu töten, die man nicht kennt (als feldsoldat), oder menschen MASSENWEISE zu töten, die einem nichts getan haben, die sich nur um keller verkriechen können und hoffen können, dass ihnen nichts passiert.(/zitat)
Eine ungemein naive Aussage, die nur von einem kündet: dass du keine Ahnung hast, wie man sich als Soldat fühlt.
Du musst allen ernstes denken, dass wir (ich sage wir, obwohl ich nur noch Reservist bin) den ganzen Tag in der Kaserne hocken und auf einen nächsten Krieg warten, oder?
Hey, bis vor knapp zwölf Jahren hätte ich deine extreme Meinung ja noch irgendwo verstanden. Da gab es den kalten Krieg, atomares Wettrüsten etc und man stand manchmal nur ganz knapp vor einem neuen Weltkrieg. Aber dass man noch heute, in Zeiten des Terrors, mit der Einstellung "Soldaten sind böse Menschen / schafft das Militär ab" durch die Gegend rennt, macht mich wütend.
Ich streite nicht ab, dass bei der Bundeswehr eine Menge Vollidioten zu finden sind, die ganz scharf auf irgendwelche Kampfeinsätze sind. Aber da sind durchaus auch intelligente, bedachte Menschen, die sich verdammt bewusst sind, was sie für einen Job machen und welche Verantwortung dieser mit sich bringt.
Weißt du, Robin Hood, es ist deine Sache die Bundeswehr zu verteufeln und mit kindischen Gedanken hausieren zu gehen, dass doch alle ihre Waffen abgeben sollen. Aber die Realität sieht verdammt nochmal anders aus.
Ohne Streitkräfte der UN / NATO wäre, unter anderem, das Gebiet in ex-Jugoslavien noch immer ein wahrer Alptraum, wo willkürlich gemordet und gegen die Menschenrechte verstoßen wird. Und ohne die Bundeswehr wären vor gar nicht allzu langer Zeit eine ganze Menge Menschen im Osten dieses Landes abgesoffen.
Abgesehen davon, wird es immer jemanden geben, der stärker sein will als der andere. Schon allein deswegen benötigt man eine Armee, quasi als passive Abschreckung. ;-)
Dass einem gewisse politische Dinge missfallen (amerikanischer Feldzug im Irak u.ä.) ist okay. Dass man Pazifist ist; genauso in Ordnung. Dass man den Dienst an der Waffe ablehnt und stattdessen Zivildienst leisten möchte, ist ebenso okay. Aber bitte werft doch nicht gleich jeden Soldat in den großen Sack der Verallgemeinerung. Denn ohne die Männer und Frauen in Uniform sähe es in unserem Land ganz schön alt aus.
Die Entscheidung für die Bundeswehr ist keineswegs der Weg der Kriegstreiberei, sondern ganz eindeutig das Bekenntnis etwas für sein Land zu tun. Aber das ist scheinbar in Deutschland aus der Mode gekommen.
Elrik
P.S. Um die Frage dieses Beitrages zu beantworten: ja, ich würde in den Krieg ziehen, sollte es unwahrscheinlicherweise jemals dazu kommen.
P.P.S. Wusstest du eigentlich, Robin, dass sich die Bundeswehr massiv in der Zivilrettung einsetzt? Nein? Dann frag' mal die Besatzungen der SAR Hubschrauber, oder die Belegschaften in einem der Bundeswehr-Krankenhäuser. Oder die Sanitäter und Ärzte (ebenfalls Soldaten), die in mindestens fünf großen Städten einen Notarztwagen besetzen. Die alle haben nämlich den ganzen Tag zu 90% nur mit "Zivilisten" zu tun, die verunglückt / erkrankt sind.
Geändert am 16.11.2003 um 01:04 Uhr von Elrik |
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