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Polen - Blockierer und Spalter |
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geschrieben am: 19.01.2004 um 10:59 Uhr
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Ich möchte hier keine Vorurteile gegen das polnische Volk schüren, es geht lediglich um den Stil wie die polnische Regierung meint, die EU an der Nase herum zu führen.
Schon beim Kopenhagener Gipfel wollten die Polen für sich die meisten Subventionen abkassieren und haben den Gipfel fast platzen lassen. Beim Thema EU-Verfassung waren auch die Polen die größten Blockierer.
Ich meine, wenn ihnen die EU nicht gefällt sollen sie eben draussen bleiben! Ich plädiere für eine härtere Gangart in dieser Politik.
Die Polnische Regierung sollte sich mal ein Beispiel an den anderen Beitrittsstaaten nehmen.
Man muss sich auch ein bisschen anpassen!
C.
Weitere Meinungen dazu erwünscht....
(spezieller Gruß an die Juristin :-)) Geändert am 19.01.2004 um 11:03 Uhr von Coulomb Geändert am 19.01.2004 um 11:03 Uhr von Coulomb |
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geschrieben am: 19.01.2004 um 11:37 Uhr
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soweit ich weiß, sind die spanier bei der eu-verfassung ebenso widerspenstig wie die polen. ich hoffe aber, dass auch deutsche und französische regierung auf ihrem standpunkt beharren, der für mich der einzig annehmbare ist.
ansonsten verstehe ich schon, dass jeder versucht, für seine bevölkerung das optimale herauszuholen. |
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geschrieben am: 20.01.2004 um 03:19 Uhr
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ich stimme tiroxxx zu. aber es sollte noch hinzugefügt werden, dass es fraglich ist, ob ein mitgliedsstaat, der sich anbiedert, einem demokratisch freien vorzuziehen ist. wenn diese staaten zu der gemeinschaft gehören, dann sollten sie dort auch versuchen ihre ansichten zu vertreten. und wenn diese von unserer abweicht, dann ist das nicht deren fehlverhalten. dann wird sich zeigen, ob die eu-institutionen gut genug sind, solche differenzen zu einem guten kompromiss zu führen, oder nicht. wenn die alle kriechen würden, beim eintritt, dann wären sie kein gewinn. der sind sie nämlich finanziell schon gar nicht, also sollte man doch hoffen, dass sie zumindest gestaltungsinitiative und engagement mitbringen.
und am rande: das feilschen um die subventionen läuft doch immer so. dieser beitritt wäre schon viel weiter, wenn die deutschen und die franzosen sich nicht solange um die agrar-subventionen gestritten hätten. wer spass an slapstik hat, kann sich dazu "Banditen - Europas Politiker unter sich." ansehen. ist eine zimlich sarkastische doku eines journalisten, der den dänischen ratspräsident rasmussen die ganzen sechs monate mit der kamera begleitet hat, auch wärend der beitrittsverhandlungen. |
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geschrieben am: 13.02.2004 um 20:51 Uhr
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es mag richtig sein, dass jedes land versucht die besten ergebnisse zu erzielen, jedoch ist es gerade im fall polen offensichtlich, dass sie zwar finanziell von der eu profitieren möchten, jedoch aussenpolitisch völlig eigene wege gehen. geradezu erschreckend ist die vorstellung, dass es 3 besatzungsmächte im irak gibt: usa, GB und polen, wobei polen seine verpflichtungen überhaupt nicht erfüllen kann und die brd nach militärischer hilfe durch die hintertür bittet. fazit kann nur lauten, eu gibt viel geld aber politisch ist die usa die weltmacht nr. 1
mfg rommel |
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geschrieben am: 13.02.2004 um 22:32 Uhr
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hallo coulomb ..
in der eg ist es halt so .. dass die finanziell dünnsten länder das meiste geld bekommen um sich dem gemeinsamen pegel anzugeleichen. das erscheint mir auch gerecht - schon im sinne der sicherheit.
weitaus problematischer als der neidansatz erscheint mir jedoch die schwierige beziehung zwischen polen und neuen bundesländern. |
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geschrieben am: 13.02.2004 um 23:34 Uhr
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Moin Starchaser, was meinste denn mit "der schwierigen Beziehung zwischen Polen und den neuen Bundesländern" ?
Gruss Azze |
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geschrieben am: 14.02.2004 um 17:57 Uhr
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@azze
da gibts ne menge ansätze und bislang unverarbeiteter konfliktstoff. denk zum beispiel an görlitz, dem vor 50 jahren quasi die wirtschaft weggenommen wurde, was den leuten heute noch unvergessen ist. dann der zoff wegen der vertreibungen.
@rommelchen
wen hättest denn gern als weltmacht nummer 1 ?
dass sich warschau mit bush solidarisierte - darüber mag man streiten können, - ebenso über den meines erachtens gänzlich überflüssigen krieg.
ein wenig verstehen kann ich es ja doch. sollten die laut chirac undankbaren ostmitteleuropäer denn wirklich auf den urplötzlichen deutschfranzösischen friedenswillen, der nicht nur die regierungen der eu die gesamte welt irritierte, bauen ? tief sitzt warschau seit münchen 1938 noch die angst im nacken, als das hiesige regime eben wegen der allzuruhigen hand der europäischen länder zur todesmaschinerie umfunktioniert wurde.
allen ohnehin rechts gestrickten antipolonistischen argumentationen zum trotz ist polen nun mal ein eigenständiges land mit eigenen interessen, - die es auch recht selbstbewusst vertritt. immerhin ist es mit 40 millionen einwohnern eines der grössten länder der EU.
zudem handelt es sich um eine grosse herausforderung .. sieht man sich mal die landkarte an entdeckt man wie gross es ist und welche rolle es mit seiner zentralen geografischen lage spielen wird.
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geschrieben am: 14.02.2004 um 18:42 Uhr
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ich glaube nicht, dass die heutige weltpolitische bzw. europäische lage dahingehend gedeutet werden kann, wie es 1938 der fall war. wie treffend bemerkt, ist polen ein europäisches land und sollte, trotz eigener interessen, die positionen der eu-aussenpolitik mittragen oder wenn dies nicht möglich ist, verbal kritisieren, jedoch nicht durch finanziell motivierte militärische aktionen, die europäische meinung konterkarieren. ich bin kein freund der jetzigen form der eu, aber ich denke, dass polen, aufgrund seiner situation als neues mitglied, andere pflichten besitzt als zum beispiel die gründungsmitglieder 1957. wenn wir die probleme der polnischen innenpolitik deutlicher betrachten, wird sehr schnell klar, warum die regierung so stark auf den nizza-kriterien beharrt, es lässt der eu aber trotzdem keinen spielraum mehr, da die abstimmungsmodalitäten der neuen variante, für alle freunde der demokratie ;-) , die einzig legitime möglichkeit ist. polen und spanien blockieren diese positionen, aber die eu darf sich nicht davon erpressen lassen nur um 2 mitgliedsstaaten die agrarsubventionen zu erhalten.
polen hat heute keine feinde mehr, zu unbedeutend und wirtschaftlich uninteressant, weshalb mir eine angstmotivierte politik nicht erklärbar ist. frankreich, genau wie gb, haben deutschland beim überfall auf polen den krieg erklärt und die polnische exilregierung fand ein neues zuhause in london, also warum sollten sie unbedingt nach übersee schauen?
mfg rommel |
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geschrieben am: 15.02.2004 um 05:02 Uhr
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@rommelchen
wen hättest denn gern als weltmacht nummer 1 ?
blättert mal im geschichtsatlas ..
hitler kommt an die macht 1938
deutsche bomben auf warschau töten 20.000 polen 1939
deportation 1939
31.0000 warschauer juden 1942
warschauer ghettoaufstand 1943
60.000 im kz treblinka 1943
versenkung der gustloff 9.000 zivilisten 1944
KZ Stutthoff 5.000 jüdische Häftlinge 1944
warschauer aufstand mit 50.0000 toten gegen deutsche 1944
vergasung von 45.000 polen 1944
32.000 polen getötet 1944
während dieser jahre starben doppelt soviele polen wie franzosen, - und zwwar zivilisten die zusammengerottet und dann systematisch liquidiert wurden :-)
terror und fremde herren von 1939 bis 1945
danach stalinistische vorherrschaft mit vertreibungen
später sozialistische dikaturen
blutig niedergeschlagene arbeiteraufstände
was meinst was sich da angestaut hat in den langen jahren der unfreiheit ?
klar, dass man nach diesen demütigungen einen anderen freiheitsbegriff entwickelt als bei uns. es wäre aufgabe der 'freien' staaten gewesen .. polen zu überzeugen, dass friedliche lösungen vorzuziehen sind. diese chancen wurden aber vertan.
interessant auch dein einwand, dass spanien zu den 'schurkenstaaten' zählt
rein finanziell motiviert sind auch die hierzulande angedachten militärische aktionen - genauso wie in afghanistan und in serbien
eine konterkarierte europäische meinung kann ich nicht entdecken, da jedes mitglied sein recht auf freie meinungsäusserung hat.
bin gespannt auf deine differenzierte sicht der dinge, wüstenfuchs :-)
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geschrieben am: 15.02.2004 um 05:03 Uhr
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upps .. das sollte heissen HxIxTxLxExR .. was oben in sternchen steht :-)
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geschrieben am: 15.02.2004 um 18:34 Uhr
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hi star,
gerade weil ich die sache differenziert sehe, habe ich die phase des 2. wk aussen vor gelassen, denn ansonsten würde ich auch die vielen deitschen toten aufrechnen. die zusage der polen zum einsatz von truppen im irak, ist finanziell begründet, weil ihnen dafür direkte transferleistungen der usa angeboten wurden. dies ist im gegensatz dazu bei der bundeswehr in afghanistan, nicht der fall. ja, spanien gehört auch dazu, weil gerade die beiden staaten die verfassung blockieren um sich die, dummerweise, vorher erhaltenen stimmrechte zu sichern, welche aber völlig undemokratisch sind. und die haltung polens hat überhaupt nichts mit angst vor ausländischen feinden zu tun, denn sonst dürfte deutschland auch nicht seine, fast, komplette panzerstreitmacht auflösen, sollten wir aussenpolitische und geschichtliche differenzen mancher staaten zu deutschland betrachten. wir leben im 21. jahrhundert und ein blick in die zukunft würde polen helfen um sich und europa einen gefallen zu tun. ich mag polen nicht, aus unterschiedlichen gründen, aber ich hätte auch nichts gegen eine mitgliedschaft, solange die spielregeln eingehalten werden. wenn die mehrheit der polnischen bürger gegen den eu-beitritt ist, dann sollten sie eben nicht mitglied werden. ich denke viele europäer wären gar nicht mal so unglücklich darüber ;-).
und übrigens, die wilhelm gustloff war transportschiff für deutsche flüchtlinge und wurde von einem russischen u-boot versenkt. die 5500 toten gehen somit aus deiner rechnung hinaus.
mfg rommel
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geschrieben am: 16.02.2004 um 03:53 Uhr
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es ging nicht ums aufrechnen sondern darum die jüngste historische linie aufzuzeigen, - welche noch heute das denken prägt und damit ebensolche entscheidungen zeitigt, welche du anprangerst. das aktuelle zerwürfnis zeigt obendrein, dass die europäer die notwendige überzeugungsarbeit zu leisten. nur dann greift das argument, die 'anderen' sollten sich gefälligst anpassen.
daß du deine vorbehalte hast, ist nicht schwer zu ersehen, - welche spielregeln meinst denn nun ? wovor hast du angst ?
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| "Autor" |
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geschrieben am: 17.08.2005 um 21:29 Uhr
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| und - hat sich irgendetwas bestätigt von den befürchtungen innerhalb der letzten zwei jahre ? |
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