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Der Blick ins Innere

Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 09.05.2004    um 01:27 Uhr   
Vor dem Hintergrund des Folterskandals hat in der amerikanischen Presse und Öffentlichkeit eine Debatte über die Mitverantwortung der Gesellschaft begonnen. Die NY-Times zitiert in ihrer selbstkritischen Analyse der Kollektivverantwortung den Autor von "H.itler's Willing Executioners" einem Werk über die Mitschuld des deutschen Volkes an den Nationalsozialistischen Verbrechen. Bush's Popularität ist auf einem Tiefstand. Rumsfeld wird, u.a. auch von der Times, offen der Rücktritt angetragen. Seine rechte Hand Wolfowitz, den man als Nachfolger befürchten müsste gleich von vornherein von der Presse als undenkbar abgelehnt. Dazu Rumsfelds gandenlose Vernehmung vor dem Verteidigungsausschuß. Selbst die Senatoren aus den eigenen Reihne gingen ihn hart an. Indess weitet sich der Skandal noch aus und eine Systematik hinter den Übergriffen tritt zu Tage. Die amerikanische Öffentlichekit sieht sich damit konfroniert, dass sie diese Schande nicht auf Einzelne abwälzen kann.
Was glaubt ihr, kann dies der Anfang einer Wandlung im Selbstbild der Amerikaner sein? Und wen ja, wohin wandelt es sich? Was sind die zu erwartenden Folgen daraus? Könnte diese Sache möglicherweise auch die bevorstehende Wahl beeinflussen, oder entscheiden?
Ich würde mich über begründete Antworten freuen.

BlackShot
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Nutzer: Michael28MS
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geschrieben am: 09.05.2004    um 02:04 Uhr   
wo gehobelt wird fallen spähne

krieg ist krieg...ich habe als kroate(zwar in deutschland geboren) viel mitbekommen was es heisst krieg mitzubekommen!!!

klar..die dumm-menschen amerikaner fangen an sich zu entschuldigen...aber die wussten doch eh was da sache war...leider ist es rausgekommen....tja...der alki(bush) wird eh nicht wiedergewäht....und wenn, dann eh nur weil don king im spiel war!!...im ernst...USA ist ein Volk was nur durch medien und propaganda in den news ist...80% der amis weiss nicht mal wo albanien ist....spricht für bildung!!! wenn man einen ami nach deutschland fragt ist h1tler der punkt.....mehr wissen die auch nicht!!

ich hoffe das der bush weg ist...denn dann wird sich die welt wiederum um einen atomkrieg herrausziehn


alles wird gut


der micha
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Nutzer: Gast_Lunachild
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geschrieben am: 09.05.2004    um 07:29 Uhr   
ob sich das selbstbild der amis wandeln kann? ich denke nicht blackshot.
Denn die Amis sind nuneinmal so extrem patriotisch (um nicht nationalistisch zu verwenden, denn dieses wort hat ja einen soooo bitteren beigeschmack) eingestellt und so von sich überzeugt (zumindest meine erfahrung bisher), dass es schon mehr bedarf, damit sich ihr eigenes selbstbild ändert.
und die wahlen kann nicht mehr viel beeinflussen. Bush hat schon so viel vermurkst, dass einige nur noch sagen: egal wer, nur nicht der.

soviel dazu, dat Lunale
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Nutzer: kikira
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geschrieben am: 10.05.2004    um 11:18 Uhr   

In jedem Krieg der Gegenwart und Vergangenheit wurden Menschen unnötig gefoltert. Die Frage ist nur, inwiefern es an die Öffentlichkeit dringt und wieviel Wind darum gemacht wird.
Ich glaub auch, dass niemand von sich selbst, solange er nicht schon mal in der Situation war, behaupten kann, er wäre nicht dazu fähig, einen anderen Menschen zu foltern.
Ich wüsste selbst nicht, ob ich es nicht doch könnte, wenn ich zusehen hätte müssen, wie meine Familie umgebracht wurde. Wozu man selbst im Stande ist, weiß man erst, wenn man in einer Extremsituation ist. Da tun sich dann Abgründe auf, von denen man nie gedacht hätte, dass sie da sind.
Aber natürlich verurteile ich es und von meinem jetzigen Standpunkt aus würd ich voller Überzeugung sagen, dass ich niemals zu so etwas fähig wäre.

kiki
l'âme voit tout, mais le coeur n'aime pas croire
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Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 10.05.2004    um 12:36 Uhr   
Lunachild: Heißt das, du glaubst die Wahlen sind bereits zu Kerrys Gunsten entschieden? Das würde mich doch sehr wundern. Erst seit dem dieser Sakndal begann, sind Bushs Popularitätswerte wieder gesunken. Und außerdem wird gerade der Prozeß gegen Saddam Hussein vorbereitet. Wenn das ein medienwirksames Tribunal wird, bei dem Saddam Kriegsverbrechen im großen Stil nachgeweisen werden können, könnten sich die Amerikaner durchaus wieder hinter Bush versammeln. Und wer weiß, vielleicht zaubert der ja auch noch einen toten oder gefangenen Osama Bin Laden aus dem Ärmel.

kikira: Die Frage, ob jeder zu so etwas fähig ist, bietet ein weites Feld für Diskusionen. Das hat aber nur sekundär mit meiner Frage zu tun. Ich habe ja nach der Entwicklung des amerikanischen Selbstbildes gefragt...

MfG
BlackShot
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Nutzer: cyberpit
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geschrieben am: 10.05.2004    um 16:40 Uhr   
bei günter jauch wusste neulich eine deutsche studentin nicht wo die krim liegt ( so in der nähe der türkei -augenverdreh- )
dummheit ist nicht nur den amis vorbehalten
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Nutzer: Gast_Lunachild
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geschrieben am: 10.05.2004    um 21:15 Uhr   
kopfschüttelt
schon vorher wurde in interviews mit (zumeist jungen) amerikaner immer wieder geantwortet: "egal wer, nur nicht bush"
er hat schon vorher zu viel mist gebaut...und wenn noch mehr amis da unten sterben, dass kann sich bush eh kaum noch halten...ganz einfach deshalb, weil die amis auch nicht nochmal einen krieg wollen, in dem geschwister und ihre kinder sterben...
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 15.05.2004    um 01:21 Uhr   

ich kann mich immer wieder nur wundern darüber, wie sehr die leute der fata morgana eines sauberen krieges anhängen. ist das vielleicht einfach nur selbstbetäubung ?
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Nutzer: kikira
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geschrieben am: 19.05.2004    um 08:07 Uhr   
....oder dummheit?
l'âme voit tout, mais le coeur n'aime pas croire
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Nutzer: cloud
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geschrieben am: 20.05.2004    um 20:15 Uhr   
Solange die Amis die führende Weltmacht sind (was wohl leider noch rund 10 Jahre dauern wird), wird sich das Selbstbild der Amerikaner auch nicht wandeln. Sicher, Reue und Missbilligung sind eine Sache. Aber leider ist die Gesellschaft mittlerweile soweit, dass man so eine lapidare Entschuldigung halt akzeptiert.

Uns Deutschen werden noch 50 Jahre lang die Greueltaten des 2. Weltkrieges nachgerufen. Klar kann man das nicht mit dem Irak-Krieg vergleichen. Aber haben die Amis über 60 Jahre hinweg nicht auch verdammt viel falsch gemacht, aus reiner Selbstüberzeugung??? Aus Überzeugungen einzelner Männer heraus:

1945 die beiden Atombomben, der Korea-Krieg, der Vietnam-Krieg, die beiden Golfkriege, Afghanistan und nun der Irak-Krieg.

Wie schon gesagt, die Amis sind das wohl am stärksten manipulative Volk der Welt. Man bedenke den kompromisslosen Rückhalt des Volkes während des Afghanistan-Feldzuges und zu Beginn des Irak-Krieges. Da fragte sich kein Ami, "Ist das überhaupt notwendig?"

Sicher muss man da die tragischen Ereignisse des 11. September 2001 als Mitgründe nennen. Das hat Amerikas Weltbild nun mal bleibend verändert (verständlicherweise).

Aber ich glaube kaum, dass irgendein Amerikaner heute dazu steht, zu sagen "Der Irak-Krieg hat einen Zusammenhang mit den Terroranschlägen von 9/11.".

Also ich denke soviel Einsicht ist in der amerikanischen Bevölkerung da...aber mehr auch schon wieder nicht mehr.

der cloud
Und Gott sagte: "Lächle und sei froh - es könnte schlimmer kommen!" -
Und ich lächelte, und war froh - und es kam schlimmer...
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Nutzer: sowasvonschlau
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geschrieben am: 21.05.2004    um 13:49 Uhr   
amis sind nunmal extreme patrioten, michael moore ist der größte von allen :-)
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Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 21.05.2004    um 23:16 Uhr   
hm.
was ihr mir hier beschreibt ist ständig das bild, dass ihr von den vereinigten staaten habt und nicht das amerikanische selbstbild und gleich gar nicht eine mögliche wandlung des selbigen. das sind alles (teilweise durchaus berechtigte) klischees. um zu meiner frage im eingangsposting allerdings etwas sagen zu können, müsste man den aktuellen verlauf der debatte in den amerikanischen medien verfolgen. leider habe seit dem weder ich und anscheinden auch kein anderer das getan. gewöhnliche mehr oder weniger antiamerikanische "die-amis-sind-spinner-und-das-wird-sich-nie-ändern"-antworten helfen mir nicht weiter. ich meine alle die ihr hier geantwortet habt, woher stammt denn eure einschätzung des amerikanischen selbstbildes?
BlackShot
Geändert am 21.05.2004 um 23:28 Uhr von BlackShot
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 23.05.2004    um 00:13 Uhr   

anstatt die beiträge zu beanstanden wäre es vielleicht sinnvoll, den thread entsprechend einzuleiten *g
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Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 23.05.2004    um 00:34 Uhr   
ich beanstande die beiträge nicht. es war mehr eine feststellung, dass keiner die antwort auf meine frage beinhaltet. und die darauf folgende frage, nach der grundlage der aufgestellten behauptungen drängte sich mir rein grundsätzlich auf.

eingeleitet habe ich den thread genau so, wie er sein sollte:
(zitat)Was glaubt ihr, kann dies der Anfang einer Wandlung im Selbstbild der Amerikaner sein? Und wen ja, wohin wandelt es sich? Was sind die zu erwartenden Folgen daraus? Könnte diese Sache möglicherweise auch die bevorstehende Wahl beeinflussen, oder entscheiden?
Ich würde mich über begründete Antworten freuen(/zitat)

das sollte doch eindeutig sein, oder stimmst du mir da nicht zu?

BlackShot
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 27.05.2004    um 03:32 Uhr   

kaum anzunehmen, dass sich das selbstverständnis der amerikaner ändert, weil die taten ja als werk irgendwelcher individuen dargestellt wird und nicht als soziales problem. da waren halt ein paar kleine jungs und mädels aus ärmlichen gegenden, die ausgerastet sind in der ohnehin brisanten situation dort drüben. muss man doch verstehen, oder ?

zudem ist amerika eingeschworen auf einen ewigen krieg gegen den terrorismus. die schurkenstaaten irak, jugoslawien usw. haben ohnehin keine andere behandlung verdient. das machen auch die regierungserklärungen zu den themen mehr als klar. unrechtsbewusstsein kommt da erst gar keines auf. warum auch, die barbaren haben doch kein anrecht auf demokratische rechte, aufwendige verfahren oder gar grundrechte. schliesslich treten sie diese ja selbst tagtäglich mit den füssen. das wäre ja prerlen vor die säue zu werfen. issdochwahr ..

wie sich das selbstbild wandeln wird ? naja - die zeiten werden härter. ich empfehle das herumschmökern im geschichtsbuch. stichwort mc carthy, sleeves rolled up usw. spasseshalber vielleicht noch ein trip zum theater um sich an millers hexenjagd zu ergötzen.

dass sich zur wahl noch jemand an die geschehnisse weit weg erinnert, wage ich ebenfalls zu bezweifeln. jetzt gibts erst mal ne menge zu tun um die grossen angriffe auf eutropa und usa abzuwehren ..
oder wurde in good old germany anders gewählt, weil deutsche kfor-soldaten jugoslawische frauen vergewaltigt haben ? weil mehrere tausend (oder zehntausend ?) verfahren gegen deutsche kfor-soldaten liefen wegen tabak, alkohol- und waffenschmuggels. weil dort, wo blauhelme sind die prostitution rapide ansteigt ? weil kein kriegsgebiet bislang befriedet wurde ? weil deutschland im falle jugoslawien einen über die Medien geschickt inszenierten völkerrechtswidrigen angriffskrieg führte ?
und wenn stimmt, was die welt heute berichtet, dann dürfte sogar noch folter zur obigen liste der friedensbringer sehr wohl zugerechnet werden.

aber sehen wir doch mal zu uns - werden hier nicht immer mehr rechte der bürger eingeschränkt und selbst menschenrechte mit füssen getreten - siehe kaplan-affäre ? wer hat nun die grössere nase - die usa ?
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Nutzer: BlackShot
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geschrieben am: 27.05.2004    um 12:16 Uhr   
es ist ja eben nicht ganz richtig, dass diese dinge allein als ausrutscher einzelner dargestellt werden. es gibt durchaus teile der amerikanischen bevölkerung, die sich hier zum ersten mal daran wagen ein uraltes amerikanisches gesetz zu brechen: der feste glaube amerikas siege seien ein verdienst der allgemeinheit und amerikas fehler und niederlagen die schuld einzelner, wird hier in zweifel gezogen. und zwar von personen und institutionen, von denen ich zumindest das am wenigsten erwaretet hätte, dazu gehören hochrangige militärs im ruhestand, ehemalige hohe cia-ler sowie konservative zeitungen und kommentatoren. vielleicht mag es daran liegen, dass diese leute zu einer zeit für ihr land gekämpft haben, als es sich noch mehr oder weniger zuverlässig im rahmen großer bündnisse bewegte und zumindest in der westlichen welt gemeinhin einen deutlich besseren ruf hatte, als heute. vom imensen kulturexport mal abgesehen, den die europäer ja schon immer mit skepsis betrachtet haben. ich denke also weiteres bleibt ersteinmal abzuwarten. sicher wird sich der weg den die usa in den letzten monaten und jahren gegangen sind nicht einfach plötzlich umkehren, aber ich denke eine kurskorrektur ist möglicherweise in naher zukunft in aussicht. vielleicht innerhalb der nächsten ein bis zwei jahre, auch abhängig vom wahlausgang natürlich. fakt ist und das wissen auch die amerikanischen denker in ihren think tanks, dass die usa, so sehr sie auch darum kämpfen, ihre position auf dauer sowieso nicht halten können. die vereinigten staaten haben sich überdehnt, ein schicksal das sie mit allen großen reichen mit weltmachtambitionen teilen. ihre truppen auf der ganzen welt kosten jeden tag millionen, ihre außenhandelsbilanz würden jeden volkswirt zum erschauern bringen und ihr ansehen bei ihren "untergebenen" schwindet kontinuierlich. amerika braucht die welt so sehr, wie die welt glaubt amerika zu brauchen. nur solange die internationalen finanzmärkte kontinuierlich kapital ins land pumpen, können die extrem hohen aufwendungen noch gehalten werden. würde man diesen strom von heute auf morgen abstellen (fiktion, ich weiß) käme das ende sehr schnell. das wird so natürlich nicht plötzlich eintreten aber man stelle sich einfach nur mal vor, die opec würde beispielsweise die überlegung wahrmachen, öl künftig in euro zu handeln - ein herber schlag. nunja. hin oder her, es wird noch eine ganze weile dauern bis die usa wieder zurück auf das niveau eines "gewöhnlichen" nationalstaates fallen wird. es gibt faktoren die das beschleunigen könnten und solche, die die entwicklung bremsen. zu den katalysatoren gehört sicher auch die entwicklung der asiatischen staaten zu ernstzunehmenden konkurenten, die sich nicht aufhalten lässt. sowie auch die entwicklung der europäischen union zum größten wirtschaftsraum der welt. alle diese faktoren wird amerika nicht mehr durch schaukriege gegen militärisch unterlegene gegner, und auch nicht durch den ihm nachgesagten griff nach dem irakischen öl aufhalten. es ist alles nur noch verzögerung.
wen es soweit ist sollte man den niedergang der weltmacht dann aber nicht mit schadenfreude sehen, sondern bedenken, dass so ein strauchelnder riese noch beträchtlichen ärger machen kann, bevor er fällt. eine geschickte außenpolitik wird dann nötig sein, sowie die bereitschaft, sich dem transatlantischen partner auf gleicher augenhöhe wieder partnerschaftlich zu nähern.

BlackShot
Geändert am 27.05.2004 um 12:22 Uhr von BlackShot
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geschrieben am: 27.05.2004    um 16:22 Uhr   
und noch ein zusatz um obigen beitrag etwas mehr ins licht des topics zu rücken:
die entwicklung des amerikanischen selbstverständnisses spielt eine entscheidende rolle beim umgang der usa mit dem drohenden abstieg. solange die hardcore-falken an der macht sind, werden sie mit den meisten erdenklichen mitteln versuchen, die weltmachtstellung so lange wie möglich zu erhalten. das läuft zwangsläufig auf konfrontation hinaus, wenngleich natürlich nicht unbedingt militärischer natur.
sollte jedoch ein funken einsicht einzug im weißen haus halten, könnte man mit einer poltitk der konsolidierung und einer stärkung internationaler bündnisse und institutionen wie der UN, viele konflikte vermeiden. manche mögen das illusorisch finden, aber die vergangeneheit liefert belege für diese annahme. auch unter clinton waren die hegemonialen ansprüche der usa unverkennbar, aber sie fielen weitaus gedämpfter aus. das lag nicht zuletzt daran, dass clinton wusste, dass die amerikanische wirtschaft nicht nur die "lokomotive" der weltwirtschaft ist, sondern zugleich auch an ihrem tropf hängt. unter clinton war der staatshaushalt der usa zum ersten mal seit dem zweiten weltkrieg ausgeglichen. die außenhandelsbilanz war weitaus näher an der parität, als heute.
nun, unter bush junior, ist der haushalt auf einem tiefstpunkt, die außenhandelsbilanz versinkt ins bodenlose und seine (insbesondere militärischen) entscheidungen haben situationen geschaffen, die noch auf jahre hinaus enorme kosten verursachen werden.
nebenbei als kleines rechenbeispiel: wenn man seit der geburt christi jeden tag 26 millionen dollar ausgegeben hätte, wäre das weniger als die amrikaner seit dem zweiten weltkrieg bis zum ende der clinton-ära für das ausgegeben haben, was sie verteidigung nennen. ;-)
aber zurück zum thema: mit der polititk der bush-regierung wird die welt in den nächsten zehn jahren noch deutlich ungemütlicher werden. ein umdenken der amrikaner, verbunden mit einer neuen regierung aber auch einer gesellschaftlichen debatte zur eigenen rolle in der welt, könnten die wogen wenigstens teilweise glätten.
man wird sehen.

BlackShot

[edit: manman, ich hab gottes sohn falsch geschrieben. "christi" also und nicht "chrisit" ;-)]
Geändert am 27.05.2004 um 16:31 Uhr von BlackShot
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 27.05.2004    um 23:58 Uhr   

vielen dank für die zahlreichen antworten auf meinen beitrag. offensichtlich passte er nicht so recht ins konzept.

die kriegseinsätze haben sich für alle bisher auf lange sicht gelohnt - ob nun blauhelm oder grauhelm. die bürger der befriedeten staaten sind auf jahrzehnte verschuldet.

öl in euro anzulegen wäre humbug - in lira hats ja auch keiner angelegt.

wenn die usa untergeht besteht ohnehin kein grund zur schadenfreude. wer sonst verteidigt den ammon bis aufs letzte ? und - wer, der geld hat, ist an anderem interessiert ?

eben durch die ausgaben für verteidigung (und raumfahrt) erlangte die usa ihre stellung - wissenschaftlich. technologisch und ökonomisch. an der sich alles orientiert. nur weil die usa nicht die erwarteten gewinne machte, lieg deutschland angeblich darnieder ..weitaus länger als zehn lächerliche jahre.

zudem findenb sich die gleichen denkansätze, die du den usa vorwirfst, im guten ollen deutschland. die aufgabe des rechtsstaates und die immer weiter gehende verschuldung. und ich höre keine gegenstimmen. also was willst eigentlich ?

greif dir doch erst mal an die eigene nase - sie ist inzwischen lang genug. die moralische empörung ist doch nicht ernstzunehmen.
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geschrieben am: 28.05.2004    um 00:44 Uhr   
(zitat)vielen dank für die zahlreichen antworten auf meinen beitrag. offensichtlich passte er nicht so recht ins konzept.(/zitat)also falls du hier deinen letzten beitrag in diesem thread ansprichst, bitte, gern: absatz eins und zwei sind nur die erneute darstellung klassischer anti-amerikanischer klischees. ich konnte keine argumentation finden, auf die sich diese behauptungen gründen.
der dritte abastz ist geschwafel, sorry, aber ist meine eindruck.
im vierten und fünften kommen dann nur noch rhetorische fragen und überleitungen zu einem bereich der, nach meiner kurz zuvor nochmal selbst zitierten thread-einleitung, reichlich OT ist. es geht mir nicht um die kfor, deutsche soldaten oder irgendeinen kölner spinner.
weiter mit deinem letzten beitrag: (zitat)die kriegseinsätze haben sich für alle bisher auf lange sicht gelohnt - ob nun blauhelm oder grauhelm. die bürger der befriedeten staaten sind auf jahrzehnte verschuldet.(/zitat)das ist ja nun absoluter quatsch. wenn du dir die mühe machst, auch nur ein beispiel rauszusuchen, welches diese aussage belegt, gebe ich dir fünf die dagegen sprechen.(zitat)öl in euro anzulegen wäre humbug - in lira hats ja auch keiner angelegt.(/zitat)vor einem knappen halben jahr gab die opec bekannt, den wechsel in der refferenzwährung zum euro zu erwägen. feritg. nicht mehr, nicht weniger.(zitat)wenn die usa untergeht besteht ohnehin kein grund zur schadenfreude. wer sonst verteidigt den ammon bis aufs letzte ? und - wer, der geld hat, ist an anderem interessiert ?(/zitat)was soll man dazu nun sagen? ja du hast gut erkannt wir leben in einer kapitalistischen geselschaft. wir beuten einen großteil der welt aus und wir vermeiden den gedanken an die dreißigtausend hungertoten jeden tag. entweder du gehst los und wirst entwicklungshelfer, oder du kommst mir nicht in einer diskussion mit diesem moral-blabla. du sagst ja selbst, diese moralische empörung ist nicht ernstzunehmen.(zitat)eben durch die ausgaben für verteidigung (und raumfahrt) erlangte die usa ihre stellung - wissenschaftlich. technologisch und ökonomisch. an der sich alles orientiert. (/zitat)ja. und? (zitat) nur weil die usa nicht die erwarteten gewinne machte, lieg deutschland angeblich darnieder ..weitaus länger als zehn lächerliche jahre. (/zitat) ich hab nicht begriffen, was du mir damit sagen willst. wie bereits gesagt die weltwirtschaft, also auch die deutsche, hängen von der amerikanischen wirtschaft ab, habe ich ja selbst so gesagt. ich habe nur angefügt, dass umgekehrt die amerikanische wirtschaft auch so abhängig von der weltwirtschaft ist. daher: hä?(zitat)zudem findenb sich die gleichen denkansätze, die du den usa vorwirfst, im guten ollen deutschland. die aufgabe des rechtsstaates und die immer weiter gehende verschuldung. und ich höre keine gegenstimmen.(/zitat)OT deutschland hat seine eigenen probleme, das ist wahr, aber es besteht de rgravierende unterschied, dass deutshcland (zumidnest heutzutage ;o) keine hegemonialen ansprüche hat. abgesehen davon ging es mir nunmal um die vereinigten staaten und nicht um die brd. du wirst mir sicher zustimmen, dass man diese nicht gleichsetzen kann, auch wenn da paralellen sind.
(zitat)also was willst eigentlich ?(/zitat) mich über theorien unterhalten, wie sich die welt und amerika in den nächsten jahren entwickeln werden.(zitat)greif dir doch erst mal an die eigene nase - sie ist inzwischen lang genug. die moralische empörung ist doch nicht ernstzunehmen.(/zitat)ich vertrete keine moralische empörung in meinen beiträgen hier. ich versuche mich an einer beurteilung der situation und einer prognose, das ist alles. wenn du daran festahlten willst, dann erklär mir, welche moralische empörung du genau meinst. das klingt mir etwas zu sehr nach polemik.

gute nacht
BlackShot
Geändert am 28.05.2004 um 00:51 Uhr von BlackShot
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 28.05.2004    um 03:48 Uhr   
hmmm.. :-)
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Nutzer: Richelieu
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geschrieben am: 01.06.2004    um 11:52 Uhr   
das die folterungen welche von us soldaten begangen wurden, dumm und mies sind, steht ausser frage, das ist einer nation wie die der usa nicht würdig...

aber ich möchte nur daran erinnern, was passiert wäre, hätten die usa den krieg verloren. hätte man dann auch so laut geschrieen wie jetzt?
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Nutzer: Juristin
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geschrieben am: 02.06.2004    um 07:32 Uhr   
Würdest Du das "aber" auch bringen, wenn es jemand deiner Familie wäre, der gefoltert werden würde?

Ich kann nicht glauben das sowas geschieht.

Der Ketchup-Man wird neuer US-Präsident.

J.
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"Autor"  
Nutzer: Coolbodie
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geschrieben am: 03.06.2004    um 16:11 Uhr   
So macker es klingt: "Baby, that's war. What did you expect?" Diesen Satz hat mir kürzlich eine Amerikanerin gesagt, als ich proforma mal nachfragte, wie sie die Situation sieht. Leider hat sie recht. Die Amerikaner sind in der Hinsicht etwas aufgewacht: Sie sehen, dass auch ihre Armee scheiße baut, aber das wird nicht viel am Selbstbild ändern. Nicht auf dauer. Diese Taten passieren täglich, überall wo Krieg herrscht. Diese Leute haben es gefilmt, das war ihr Fehler. Hört auf zu schreihen, weil die Amerikaner das jetzt aktuell getan haben. Fragt euch lieber, was andere Soldaten weltweit tun. Ist die Bunderwehr den über solchem Verdacht erhaben? Diese Taten sind grausam ja, aber das ist der Mensch.
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"Autor"  
Nutzer: StereoSushi
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geschrieben am: 15.06.2004    um 00:26 Uhr   
(zitat)Vor dem Hintergrund des Folterskandals hat in der amerikanischen Presse und Öffentlichkeit eine Debatte über die Mitverantwortung der Gesellschaft begonnen. Die NY-Times zitiert in ihrer selbstkritischen Analyse der Kollektivverantwortung den Autor von "H.itler's Willing Executioners" einem Werk über die Mitschuld des deutschen Volkes an den Nationalsozialistischen Verbrechen. Bush's Popularität ist auf einem Tiefstand. Rumsfeld wird, u.a. auch von der Times, offen der Rücktritt angetragen. Seine rechte Hand Wolfowitz, den man als Nachfolger befürchten müsste gleich von vornherein von der Presse als undenkbar abgelehnt. Dazu Rumsfelds gandenlose Vernehmung vor dem Verteidigungsausschuß. Selbst die Senatoren aus den eigenen Reihne gingen ihn hart an. Indess weitet sich der Skandal noch aus und eine Systematik hinter den Übergriffen tritt zu Tage. Die amerikanische Öffentlichekit sieht sich damit konfroniert, dass sie diese Schande nicht auf Einzelne abwälzen kann.
Was glaubt ihr, kann dies der Anfang einer Wandlung im Selbstbild der Amerikaner sein? Und wen ja, wohin wandelt es sich? Was sind die zu erwartenden Folgen daraus? Könnte diese Sache möglicherweise auch die bevorstehende Wahl beeinflussen, oder entscheiden?
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BlackShot(/zitat)


57% der amerikaner, hielten diesen krieg für nicht berechtigt!!!
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geschrieben am: 15.06.2004    um 00:49 Uhr   
nachgedingst.........

bedeutet, dass sich sicherlich auch im "patriotisch" eingestellten amerika ein sozialer sinneswandel vollzieht..

usw usf....

le fisch
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 15.06.2004    um 21:17 Uhr   

sozial ändert sich dort nix ..
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