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zukunftsprognose zur linken/pds

Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 12.09.2005    um 22:51 Uhr   
fiel mir gerade so ein:
wenn die linke mit sagen wir 8 prozent im bundestag sitzt wird folgenden passieren: lafontaine verpisst sich nach maximal sechs monaten. gysi nicht...der wird sich irgendwie seiner partei verpflichtet fühlen und den job machen. aber lafontaine ist weg....dessen bin ich mir sicher.
am ersten april 2006 ist der nicht mehr dabei, wetten?
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 15.09.2005    um 01:46 Uhr   
warum denn nicht ?
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 15.09.2005    um 09:18 Uhr   
passt nicht zu ihm.
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 15.09.2005    um 12:01 Uhr   
Du vergisst/verdrängst wohl, das Lafontaine lange (30 Jahre??)in der SPD für seine Positionen gekämpft hat und auch nicht weggelaufen ist wenn es mal schwierig wurde.
Mann,mann,mann.
Wie leicht lasst ihr euch alle von "den Medien" zu Nachplapperern von eingängigen aber durch und durch falschen Parolen machen??????
Da wird gezielt in die Welt gesetzt, Gysi und Lafontaine würden vor der Verantwortung weglaufen und diese unbelegbare Theorie wird so oft wiederholt, bis die Masse sie glaubt........nur um sich nicht mit den Inhalten auseinandersetzen zu müssen.
Finde diese Strategie ziemlich durchsichtig und dumm, aber sie scheint ja (siehe Threateröffner) zu verfangen.
Im übrigen sind es die gleichen Leute die persönliche Konsequenz unserer Abgeordneten fordern, die dann Leute die diese Konsequenzen ziehen,der mangelnden Seriösität zichtigen..........Kopfschüttelnd weiterschlurft....
DerUnhold
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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 15.09.2005    um 12:48 Uhr   
dann waren die vorzeitigen abgänge von lafontaine und gysi als finanziminster bez. - senator wohl auch nur ein traum oder bösartige propaganda des politischen gegners.
über gysi kann man lange streiten, aber lafontaine ist nichts weiter als ein widerlicher selbstdarsteller, ein kranker mann mit profilneurose. und wenn diese neurose nicht gefüttert wird, dann macht er sich mit lautem trara vom acker.
p.s. füße hoch beim gehen, dann schlurft das auch nicht so :-)
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 15.09.2005    um 23:12 Uhr   
(zitat)dann waren die vorzeitigen abgänge von lafontaine und gysi als finanziminster bez. - senator wohl auch nur ein traum oder bösartige propaganda des politischen gegners.
über gysi kann man lange streiten, aber lafontaine ist nichts weiter als ein widerlicher selbstdarsteller, ein kranker mann mit profilneurose. und wenn diese neurose nicht gefüttert wird, dann macht er sich mit lautem trara vom acker.
p.s. füße hoch beim gehen, dann schlurft das auch nicht so :-)(/zitat)
In meinem Alter ist ein gewisses Schlürfen schon ganz o.k. gg
Aber mal ernsthaft:
O.k. wegen der Profilneurose, aber (sicher immer dieses "aber" gg) dann müssten wohl die allermeisten Politiker sich "vom Acker machen". Schliesslich gehört heutzutage Selbstdarstellung zu den vorrangigen Eigenschaften der politischen Kaste.
-Im Unterschied zu früher (nein früher war nicht alles besser) wo doch häufig (in allen Lagern) politische Überzeugung noch etwas galt-.
Zum Rücktritt: L. hat den Machtkampf gesucht und verloren. Ist es dann nicht Konsequent zu gehen??? Also für mich jedenfalls hat dieses "gehen" nur wenig mit "Feigheit" oder "Konfliktscheuheit" oder ähnlichem zu tun.
Ob dieser Schritt in der Art wie er passierte gut und richtig war, steht doch auf einem anderen Blatt.
Ich kann mir immerhin vorstellen, dass er (Lafontaine)sich immer noch soweit mit seiner Partei(SPD) identifizierte, das er in einem "letzten Akt der Treue" sich selber zum "Buhmann" machte, um der gerade erst gestarteten Koalition unter der Führung (immer noch) seiner Partei nicht das Genick zu brechen.
Indiz dafür?? Wenn er seinen Rücktritt anders inszeniert hätte (nicht vergessen, wir reden von einem grossen Selbstdarsteller) wäre die "Schröder-Koalition" wohl kaum so glimpflich über das Ausscheiden des zweiten Mannes hinweggekommen.
Schon mal in diese Richtung gedacht??
Zu verstehen wäre solch eine nur schwer zu durchschauende "Selbstopferung" nur im Kontext "sozialdemokratischen Parteisoldatentums" dem sich selbst so eitle Menschen wie Lafontaine nur schwer entziehen konnten.Ich selber habe häufig Gelegenheit gehabt solch bis an die Selbstverleugnung gehendes Verhalten beobachten zu können.
Ich denke es lässt sich wohl am einfachsten aus dem Umstand erklären, das die Sozialdemokratie historisch lange verfolgt wurde und unter diesem Druck sich eine Parteidynamik entwickelt hat,die -schon früher,aber erst recht heutzutage- kaum rationalen Standpunkten entspringt.
Wie oben gesagt ist das nur eine Theorie-Lafontaine selbst hat nie solch einen Zusammenhang erwähnt-aber , wie ich meine, eine durchaus im Bereich des möglichen befindliche.
Nun zu Gysi:
War da nicht dieser "Bonusmeilenvorwurf" gegen ihn ???
Fand jemand den Rückzug von Cem Özdemir (Grüne) moralisch verwerflich????
Waren es nicht bei beiden ähnliche Gründe???
Nämlich der indirekte Vorwurf der persönlichen Bereicherung auf Kosten der Steuerzahler respektive mit "unsauberen" Mitteln????
Wer kritisiert, das die ganze mafiose Bande der "Parteispendenabzocker" keine Konsequenzen aus ihrem (zum Teil nachgewiesen krimminellen Tun) gezogen hat, der kann nicht ernsthaft Menschen die aus geringeren Vorwürfen persönliche Konsequenzen ziehen später der Feigheit zeihen.
Das grenzte für mich an Rufmord, jedenfalls finde ich es unredlich und feige.
Ich finde jeder von den beiden hat sicherlich Kritik verdient, aber sollte sie sich nicht dann schon an ihren politischen Aussagen festmachen??? Sonst könnten wir ja auch Westerwelle oder Wowereit wegen ihrer Homosexualität anprangern, dass hätte -meiner Meinung nach- ungefähr das gleiche Niveau.
freundlich -immer noch schlurfend- ggg
DerUnhold
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Nutzer: Dan_Bon_Jovi
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geschrieben am: 16.09.2005    um 21:12 Uhr   
ich muß dem UNHOLD recht geben!
lafontaine ist damals nciht geflüchtet! er wollte, meiner meinung nach, das, wofür er so lange hingearbeitet hat (den regierungswechsel) nicht mit einem schlag zerstören!

auf der andeen seite, verträgt sich diese theorie nicht mit seinem späteren handeln!
hier hat er sich nämlich immer wieder in den mittelpunkt gestellt und sich selbst ins gespräch gebracht!
man denke hierzu nur an die letzte landtagswahl im saarland, als er sich als ministerpräsidentschaftskandidat ins gespräch gebracht hat...

bei gysi kam auch noch seine schwere krankheit hinzu!
er mußte kürzer treten, und die flugaffäre kam nur hilfreich hinzu, da er nun wurklich einen grund hatte zurückzutreten!

in meinen augen sind beide keine fahnenflüchtigen!

außerdem, OTTO SCHILY war ja mal der obergrüne!
hat er deiner meinung nach auch fahnenflucht begangen???
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 16.09.2005    um 22:24 Uhr   
schily war eigentlich erfolgloser anwalt - und bekam ne chance, als er die RAF verteidigte. dann schlug er den weg vieler anwälte und lehrer ein.
seine heutige meinung zu "terroristen" muß ich hoffentlich nicht näher erläutern.
wahrscheinlich hat otto sogar zu tun mit dem RAF-mythos, welcher jahrzehnte durchgezogen wurde und von staats wegen inszeniert wurde.
ihm haben wir den "modernsten" ausweis auf der welt und die lauschangriffe zu verdanken. er ist undemokratisch, weil er versucht, seine ziele nach scheitern in deutschland durch die hintertür über die EU durchzusetzen.

also wenn schon fähnchen im winde, dann otto, - wobei ich begeistert bin von waalkes ;-)

... wenn ich das so lese, damm beginne ich wirklich, springer zu fürchten. offensichtlich gilt doch pavlou fürs grobe volk..

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Nutzer: grmpf
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geschrieben am: 16.09.2005    um 22:27 Uhr   

hier hat er sich nämlich immer wieder in den mittelpunkt gestellt und sich selbst ins gespräch gebracht!
_________________

genau das meine ich :-)
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Nutzer: Senso
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geschrieben am: 17.09.2005    um 06:20 Uhr   
Ich bin kein Fan der Linkspartei, weil sie keinerlei Rezepte anbietet, sondern sich nur verängstigten oder frustrierten Wählern anbiedert. Das ist keine Kunst, jedem viele schöne Dinge zu versprechen, das kann ich auch. Erst das Regieren ist schwer.

Aber zur Zukunft: Gysi und Lafontaine zusammen an der Spitze wird nicht lange gutgehen. Im Moment ist Gysi sehr geduldig, aber früher oder später wird ihm angesichts des kleinen Saar-Napoleons Oskar der Kragen platzen. Das zeichnet sich jetzt schon ab, da Lafontaine sich offensichtlich für den historischen Helden schlechthin hält.

Die Rücktritte von Lafontaine und Gysi sind meiner Meinung nach von ihrer Einsicht verursacht, als beide gemerkt haben, daß sie ihre Versprechen und ihr Image nicht werden halten können. Nun gut, Zurücktreten ist dann eine ehrliche Alternative. Aber was ist heute? Wieder diesselben Versprechen, wieder dieselbe Show. Bloß mit weniger "Gefahr", daß einem von beiden erneut politische Verantwortung gegeben werden wird.

(Wenn ich nach meinem Studium mal keinen richtigen Job finde, werde ich auch Oppositionspolitiker, tue ganz sozial und sonne mich im Licht meiner Beliebtheit...)

Und dann ist da noch der geplante Zusammenschluß von PDS und WASG... Die WASG ist eine Partei, die jedem ihrer Mitglieder unverholen mit Rauswurf droht, wenn jemand kritisch über die Parteiführung spricht...darum gab es in letzter Zeit auch einige Austritte von WASG-Mitgliedern bereits VOR der Wahl. Bin mal gespannt, wie es dann erst nach der Wahl aussieht.
Beide "Linksparteien" sind meiner Meinung nach nicht gerade Vorbilder für unsere Demokratie - auch wenn sie im Wahlkampf sich als moralische Retter des Sozialstaates aufspielen.

Wenn die PDS viele Stimmen bekommt, wird es für Rot-Grün nicht reichen... CDU & FDP werden sich freuen.


Geändert am 17.09.2005 um 06:21 Uhr von Senso
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Nutzer: starchaser
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geschrieben am: 17.09.2005    um 22:11 Uhr   
(zitat)Erst das Regieren ist schwer. (/zitat)

wenn man gelogen hat schon ..deshalb ja auch dein
(zitat)(Wenn ich nach meinem Studium mal keinen richtigen Job finde, werde ich auch Oppositionspolitiker, tue ganz sozial und sonne mich im Licht meiner Beliebtheit...) (/zitat)
jura oder lehramt ? *g
wer da nicht gut ist .. wendet sich an die politik, gelle. nur machen das die leute kaum mit. inzwischen sind ein drittel der bürger nicht mehr vertreten, - und die werden spätestens in vier jahren hoffentlich alle zur urne gehen.

(zitat)Die WASG ist eine Partei, die jedem ihrer Mitglieder unverholen mit Rauswurf droht, wenn jemand kritisch über die Parteiführung spricht...(/zitat)

wo steht das ? das ist doch eher bei union und koalition so ..

(zitat)auch wenn sie im Wahlkampf sich als moralische Retter des Sozialstaates aufspielen. (/zitat)

union hat sich längst vom C verabschiedet und koalition hat das S auch rausgeworfen.. das ist die essenz der letzten 24 jahre (kohl und schröder)


diese verunglimpfungen führen zu nix - bring argumente +für+ die anderen parteien...

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Nutzer: Senso
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geschrieben am: 18.09.2005    um 08:11 Uhr   

Nicht Jura, sondern Wirtschaftswissenschaften... (Darum tun mir inkompetente Debatten über Steuern und Wirtschaftspolitik auch so weh: Komplizierte Materie, aber jeder Depp meint, er könne mitreden und wüsste es besser.)

Daß in der WASG mehr gestritten wird als sonst was, konnte man in den letzten Wochen und Monate überall lesen, aber zum Einstieg mal folgender Kommentar eines Insiders: Link
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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 18.09.2005    um 15:00 Uhr   
(zitat)
Nicht Jura, sondern Wirtschaftswissenschaften... (Darum tun mir inkompetente Debatten über Steuern und Wirtschaftspolitik auch so weh: Komplizierte Materie, aber jeder Depp meint, er könne mitreden und wüsste es besser.)

Daß in der WASG mehr gestritten wird als sonst was, konnte man in den letzten Wochen und Monate überall lesen, aber zum Einstieg mal folgender Kommentar eines Insiders: Link
(/zitat)
ganz schön überheblich mein guter,denkst du ernsthaft du hättest als einziger die wahrheit mit löffeln gefressen???
Mensch muss nicht unbedingt studiert haben um die Zusammenhänge und Mechanismen der Wirtschaftspolitik zu verstehen.
Sind es doch gerade die "Fachleute" die den grössten Blödsinn dazu veröffentlichen (siehe Kirchhoff u. a.).
komm runter von deinem hohen Ross und schau dir erstmal ein wenig das Leben an, bevor du weiter andere als Deppen bezeichnest!
Ich würde fast die Mega-krise bekommen, wenn ich dir nicht deine Jugend zugute rechnen könnte.
Mit halbwegs freundlichem Gruss
DerUnhold
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Nutzer: Senso
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geschrieben am: 18.09.2005    um 18:16 Uhr   
Ich weiß gar nicht, warum Du mich so angreifst, holder Unhold. Ich habe nicht Dich als Deppen bezeichnet. Verzeih, falls das falsch rübergekommen ist. Ich wäre aber bereit, über diesen Punkt nochmal nachzudenken und meine Meinung ggf zu ändern.


Thema: Studiert haben oder nicht:
Nunja, wenn jemand theoretische Physik studiert, dann versucht kaum jemand, ihm "beweisen" zu wollen, warum sich Einstein irrt und Ähnliches.
Wenn man aber Wirtschaftwi. studiert, dann passiert einem das öfter. Jeder meint, er wüsste genauestens, wie das alles so funktioniert. Schön wär's! Genauso wie viele Fußballfreunde meinen, sie wüssten alles besser als der Trainer ihres Lieblingsvereins. :-) Wobei Fußball vielleicht übersichtlicher ist.
Was Wirtschaft betrifft, so kann man in der Presse oft Argumentationen lesen, von denen man seit 200 Jahren weiß, daß sie falsch sind. Das ist so, wie wenn jemand in der Physik behauptet, Atome wären unspaltbar.

Übrigens habe ich nie behauptet, daß ich wüsste, was richtig und was falsch wäre - eben weil die Zusammenhänge recht komplex sind, sind Einzelaussagen ohnehin blödsinnig. Aber oft stößt man halt auf eklatante Fehler und denkt sich: Nungut, was soll's.

Hier ging es ja auch nicht um Wirtschaft, sondern um Zukunftsprognosen zur Linkspartei.


PS: Kirchhoff ist ein konservativer Mensch, aber ob er Blödsinn veröffentlicht, kannst Du vermutlich gar nicht beurteilen. Ich bezweifle, daß Du jemals etwas von seinem "Blödsinn" gelesen hast. Ich übrigens auch nicht. Aber ich halte mich mit Urteilen über namentlich Genannte ja auch etwas zurück, anders als Du, der Du Dich im Besitz allumfassender Lebenserfahrung wähnst...

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Nutzer: DerUnhold
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geschrieben am: 19.09.2005    um 23:32 Uhr   
@senso:Du hast sicherlich in einigen Punkten recht,aber mich hat (und tut es immer noch) dein pauschaler Anwurf ,dass jeder "Depp" etwas zur Wirtschaftspolitik sagen würde, obwohl er dazu gar nicht dass "Fachwissen" besitzt, genervt.
Es kommt doch nicht darauf an theoretische Modelle zu entwerfen, sondern darauf, diese dann auch in die Praxis umzusetzen. Und genau da beginnt meine Kritik an Leuten wie z.B. Kirchhoff (du hast übrigens Recht, ich habe mein Wissen über seine Theorien überwiegend aus diversen Zeitungsartikeln).Modelle müssen praxistauglich sein, sonst sind sie hübscher kleiner intelektuell interessanter "Blödsinn" nicht mehr nicht weniger.
Und genau da hapert es bei ihm wie auch bei manch anderem Modell.
Aber du hast natürlich Recht damit, dass es hier ja nicht um Wirtschaftswissenschaften geht, sondern um die Perspektiven der Linkspartei/PDS.
Insofern glaub ich, dass wir spannenden Zeiten entgegen gehen und ich bin mir recht sicher, dass die Rolle der Linkspartei/PDS nicht durch Hahnenkämpfe und Postenstreitereien gekennzeichnet sein wird.
Spannend wird es ja,wenn -wie von einigen erwartet-es eine schwarz/gelb/grüne Regierung geben sollte .....und dann auf den Oppositionsbänken die SPD und die Linken Platz nehmen müssen.
Nach meiner Einschätzung ist dies genau das Szenario, dass der Linken am meisten schaden wird,weil sich die von Schröder befreite SPD dann wieder mehr nach links wandeln wird (wie ja schon im Wahlkampf ansatzweise zu beobachten war).
Auch wenn dabei zu bezweifeln ist,dass es der SPD mit einem Paradigmenwechsel in der Politik ernst wäre, so würde sie doch zweifelsfrei der Linkspartei/PDS ganz erheblich ans Klientel gehen.
Der Mensch an sich ist meist nur von kurzer Erinnerung und deshalb könnte das für die SPD sogar aufgehen.
Spannend finde ich nun wie sich die Linkspartei dagegen wehren will und gleichzeitig vermeidet als Anhängsel der "grossen" SPD zu erscheinen.
Wir werden sehen.

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geschrieben am: 21.09.2005    um 03:17 Uhr   
mal frech gefragt : welcher wirtschaftswissenschaftler hat bislang irgendetwas auch nur mittelfristig richtig vorhergesagt ?
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Nutzer: Senso
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geschrieben am: 21.09.2005    um 13:37 Uhr   
@ Unhold: Nun, da bin ich auch mal gespannt.

Was mich sehr ärgert an der Haltung der Linkspartei ist, daß es ihrer Führung (entgegen Deiner Vermutung) gar nicht unrecht wäre, wenn es die CDU an die Regierung geschafft hätte. Gerade heute hat Lafontaine wieder Schröders Kanzlerambitionen kritisiert (sein Anspruch sei "kindisch") und diesen als unrealistisch abgetan. Als ob es ihn ärgert, daß Merkel es nicht auf Anhieb geschafft hat. Oder daß Schröder mehr Wählerzuspruch bekam, als es seinem (Lafontaines) Ego zuträglich ist. Diese verbissene Kritik an Schröder mag zwar subjektiv ehrlich sein, weil Schröder und Lafontaine ja eher "Konkurrenten" sind als Lafontaine und Merkel -- aber es sollte doch eigentlich die objektive, politische Konkurrenz im Vordergrund stehen. Die PDS-Anhänger hingegen scheinen es Lafontaine (noch) nicht übel zu nehmen, daß er seine privaten Angelegenheiten wichtiger nimmt als politische Inhalte.

Eine andere Deutung ist noch wesentlich zynischer:
Die Linkspartei würde sich doch insgeheim über Schwarz-Gelb und etwaige "Reformen" freuen. --> Denn PDS könnte sich - glaubt sie - besser als Opposition darstellen als die SPD, die bei der linken Anhängerschaft ja bereits den "neoliberalen" Stempel trägt. Das zahlt sich dann bei der nächsten Wahl in Form von noch mehr Stimmen aus, wenn die PDS Glück hat und die CDU regiert.

Dieses Verhalten ist im Prinzip bloße Machtgier. Die Lafontaine aber immer bei den anderen verortet, freilich nie bei sich selbst.

Eine Partei, die von sich aus gar nicht regieren will, sondern lieber Opposition macht, müsste aus Eigeninteresse hoffen, daß es weiter bergab geht... denn wenn es die nächsten vier Jahre kräftig bergaufginge... wer würde dann in vier Jahren PDS wählen? "Oh, es geht uns wieder super - bestimmt geht es uns noch viel viel besser, wenn wir ausgerechnet JETZT die PDS mal ans Ruder lassen" ??

Ich mag keine Parteien, die sich zu sehr bewusst sind, daß sie von der Krise profitieren.


@ starchaser: Du verwechselst das mit Meteorologie, kann das sein? :-)

(gekürzt weil falscher Thread)


Geändert am 21.09.2005 um 13:37 Uhr von Senso

Geändert am 21.09.2005 um 13:39 Uhr von Senso

Geändert am 21.09.2005 um 13:40 Uhr von Senso

Geändert am 21.09.2005 um 14:22 Uhr von Senso
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geschrieben am: 21.09.2005    um 14:09 Uhr   
(zitat)Es kommt doch nicht darauf an theoretische Modelle zu entwerfen, sondern darauf, diese dann auch in die Praxis umzusetzen.
(/zitat)

Ganz genau.

Geändert am 21.09.2005 um 14:13 Uhr von Senso

Geändert am 21.09.2005 um 14:20 Uhr von Senso
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geschrieben am: 21.09.2005    um 15:02 Uhr   
Immerhin hat alleine die aussichtsreiche Kandidatur der Linken/PDS schon mal dazu geführt, dass sich beide "Volksparteien" wieder an ihr "soziales Gewissen" erinnern und erhebliche Verrenkungen unternehmen ihre Politik als "sozial verträglich" darzustellen.
Mal sehen, wie sich dass in der kommenden Legislaturperiode noch weiter entwickelt.
In diesem Sinne bin ich eindeutig der Meinung,dass eine Stimme für die Linke/PDS keine verschenkte Stimme war,sondern erforderliches Korrektiv gegen eine -auch von den Medien betriebene- Politik der "sozialen Kälte (Ich meine hier ausdrücklich nicht alleine die bürgerlichen Parteien!!!).
Insofern könnten sich die Linken nach der beginnenden Periode, wenn sich denn wirtschaftlicher Aufschwung zeigen sollte, natürlich als "Wahrer der sozialen Gerechtigkeit" in diesem-unterstellten- Aufschwung profilieren.


Beim nochmaligen Durchlesen fiel mir noch ein Satz auf:
"Erst das regieren ist schwer."
Wie recht du doch hast. Schon vergessen das Oskar Lafontaine Ministerpräsident des Saarlandes war und das nicht nur für 'ne Woche oder zwei ???
Das gerade in seine Amtsperiode der sicherlich nicht einfache Strukturwandel des ehemals durch seinen Bergbau und seine Schwerindustrie (Stahl) geprägten Randbundeslandes fiel, ist dir doch sicherlich auch noch in erinnerung, oder?
Also nochmal: Bei aller Kritik an Lafontaines "Eigenheiten und Skandalen" ........"Feigheit vor dem Feind" ist wohl das letzte, was man ihm begründet vorwerfen könnte.
Solltest du diese Meinung nicht teilen -was ich vermute- dann belege doch bitte deine These wenigstens ein mal. Schön wäre es allerdings wenn du dabei nicht nur eine Handlung herauspicken würdest, sondern die gesamte politische Karriere in deine Begründung einfliessen lassen könntest. Weil einzelne Fehlverhalten oder besser schwer zu vermittelnde Verhalten,wirst du wohl bei fast jedem Mandatsträger finden können, wenn du danach suchst.
Ergo: Gesamtwerk ansehen, analysieren und dann ....auf den Tisch mit deiner Kritik.
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DerUnhold
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