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geschrieben am: 28.01.2004 um 22:51 Uhr
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Kopfgeld ausgesetzt, FBI aktiv
(diepresse.com) 28.01.2004 14:03
Der Internet-Wurm Mydoom, schnellster Virus aller Zeiten, plagt derzeit Millionen PC-Nutzer.
WIEN (red/ag). Ein zweifelhafter Titel ist dem Internet-Wurm Mydoom bereits kurz nach seinem Auftauchen am Montag gewiss: Er sei der bisher schnellste Virus, der je durchs Internet gefegt ist, so das Sicherheitsunternehmen MessageLabs. Millionen von PC-Usern können das bestätigen. Im Kampf gegen den Schädling, der zur höchsten Gefahrenklasse zählt, hat sich nun auch das FBI eingeschaltet.
Das FBI ermittelt:
Das FBI sei sich der Gefahr bewusst und "ermittelt aktiv", sagte Sprecher Paul Bresson am Dienstag. Bis Dienstag befiel der Schädling nach Expertenangaben weltweit mindestens eine Million Computer. Auch in Österreich verbreitete sich Mydoom schnell. Er fiel aber nicht so schlimm aus wie der Sobig-F-Wurm im Herbst vergangenen Jahres, sagte Ernest J. Krippl von der Wiener Software-Firma Ikarus.
Beim Sobig-F-Wurm waren innerhalb der ersten 24 Stunden in Österreich neun Millionen Mails infiziert. Mydoom schaffte es in der derselben Zeit „nur“ auf 200.000 Mails, erklärte Krippl. Laut Ikarus kommt Mydoom per Attachment eines Mails mit einer der Dateiendungen .bat, .cmd, .exe, .pif oder .zip.
Kopfgeld auf Virenautor ausgesetzt
Ziel der Attacke ist die das Softwareunternehmen SCO. Dieses machte in den letzten Monaten Schlagzeilen mit dem Versuch, vor Gericht aus einer angeblichen Patentverletzung Lizenzgebühren aus Linux-Distributoren herauszuschlagen. SCO setzte eine Belohnung in Höhe von 250.000 Dollar (rund 200.000 Euro) für Hinweise zur Ergreifung des Mydoom-Programmierers aus.
Wie sich Mydoom tarnt:
Mögliche Betreffzeilen des Virus können "Test", "Hi", "Hello", "Mail Delivery System", "Mail Transaction Failed", "Server Report", "Status" oder "Error" sein. Den eigentliche Virus enthält der Anhang - eine Datei mit zahlreichen, wechselnden Namen und Dateiendungen (doc.bat, document.zip, message.zip, readme.zip, text.pif, hello.cmd, body.scr, test.htm.pif, data.txt.exe, file.scr). Wird dieser Anhang geöffnet, kopiert sich Mydoom in das Windowssystem-Verzeichnis mit dem Namen "shimgapi.dll".
Ab dem 12. Februar ist laut Ikarus mit keiner weiteren Verbreitung zu rechnen, da der Wurm an diesem Tag seine Weiterverbreitung per Mail stoppt. Die Anti-Viren-Firma Symantec erklärte, der Wurm scheine auch die Tastatureingaben zu protokollieren. So könnten Passwörter erspäht werden.
SCO sucht mit FBI nach Virenautor
Von Robert Lemos und Martin Fiutak
CNET News.com
28. Januar 2004, 09:35 Uhr
Unternehmen schreibt 250.000 Dollar für Ergreifung aus
Die Wahrheit ist irgendwo da draußen - und SCO will sie gemeinsam mit dem Federal Bureau of Investigation finden. Zu den unheimlichen Fällen des FBI zählt seit gestern auch "Mydoom" - in genau vier Tagen beginnt der neue Virus seine Attacke auf die SCO-Site. Das Unternehmen hat jetzt eine Belohnung von 250.000 Dollar für die Ergreifung des Viren-Autors ausgesetzt und zum Secret Service sowie FBI Kontakt aufgenommen, um den Übeltäter zu fangen.
Der Virus ist so programmiert, dass er vom 1. bis zum 12. Februar die befallenen Rechner benutzt, um DOS-Attacken auf die Website von SCO zu starten. Ziel ist es, diese in die Knie zu zwingen und so unerreichbar zu machen. Das Unternehmen hat sich in den letzten acht Monaten im Unix-Streit viele Feinde gemacht. Offenbar ist der Viren-Autor einer von ihnen. Bereits in den vergangenen Monaten war die SCO-Site wiederholt angegriffen worden.
In der neuen Attacke sieht SCO-Chef Darl McBride jedoch eine Steigerung: Neu sei, dass nicht nur sein Unternehmen, sondern zahlreiche andere Firmen und Privatpersonen betroffen seien, deren Rechner mit dem Virus befallen würden. "Der Autor dieses Virus attackiert SCO, aber er schädigt auch zahlreiche andere User. Das ist kriminell und muss gestoppt werden".
Einen Tag nach seinem ersten Auftreten stehen seit gestern kostenlose Removal-Tools gegen Mydoom zum Download bereit:
Link
Win32.Novarg.A@mm (Mydoom) Removal Tool
Entfernt alle von Mydoom-Wurm befallenen Dateien
Der Antiviren-Spezialist Bitdefender bietet ein rund 60 KByte großes Removal-Tool zum kostenlosen Download an. McAfee hat seine Antiviren-Freeware AVERT Stinger ebenfalls aktualisiert und mit Erkennungs- und Entfernungsroutinen für Mydoom ausgestattet.
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