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Nutzer: veHom
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geschrieben am: 27.09.2004    um 17:13 Uhr   
Wenn ich den Begriff "Standardsoftware" mit "Microsoft" gleichgesetzt hören oder lesen muss überkommt mich das kaltes Grausen.
"Standardsoftware" umfasst nach meinem Verständnis neben Betriebssystem auch Textverarbeitung, Tabellenkalkulation, ggfls. Bildbearbeitung, PIM, Dateimanager, Webapplikationen und bei Bedarf auch noch andere Programme. Also nicht nur "Microsoft Windows", "Microsoft Office", "Microsoft Internet Exploder", "Microsoft Picture It" etc. sondern eben auch "Linux", "OpenOffice", "Mozilla Firefox", "GIMP" usw. (Anaphern und ähnliches sind sowieso nicht mein Fall.)
Ich halte es nicht für sinnvoll den Begriff einzig auf die Verbreitung einer Software zu beziehen.

Aus meiner persönlichen Erfahrung ist der Umstieg von einem Microsoft Word 97 unter Microsoft Windows NT 4 auf ein Microsoft Word 2003 unter Microsoft Windows XP auch nicht unkomplizierter als ein Umstieg von Microsoft Word 97 unter Microsoft Windows NT 4 auf Sun StarOffice 7 Writer bzw. OpenOffice 1.1 Writer, jeweils unter einem Linux mit KDE 3- oder Gnome 2-Desktop.
Zwischen diesen Versionen hat sich schließlich eine Menge getan. Menüs sind anders aufgebaut, alte Shortcuts funktionieren nicht mehr, unter Vorversionen erstellte Dateien können unter Umständen nicht fehlerfrei eingelesen werden, etc. Und die meisten Unternehmen überspringen aus Kostengründen gerne die eine oder andere Versionsnummer, was es den Angestellten nicht leichter macht.
Wenn eine Kraft vom Arbeitsamt die Vorversion einer verwendeten Software kennt, bedeutet das noch lange nicht dass sie nicht Tage oder Wochen braucht um sich mit der neuen Version anzufreunden.

Mit Sicherheit gibt es Bereiche in denen man auf Apple Macintosh- oder Microsoft Windows-Systeme nicht verzichten kann. Im Bereich der professionellen Bildbearbeitung gibt es unter *nix nunmal keine entsprechenden Applikationen.
Auch kann es bei branchenspezifischen Lösungen notwendig sein auf ein Microsoft Windows-Desktop zu setzen.

Mir ging es nicht darum dass Linux doch soviel besser ist als Microsoft Windows. Vielmehr ging es mir darum vorhandene Probleme zu umschreiben.
Es ist nunmal so dass am Internet Exploder seit langer Zeit nicht mehr viel getan wurde. Und auch im Bereich der Sicherheit dieser Applikation gab es nicht viel mehr als ein paar Flicken für schwerwiegende Sicherheitslücken. Nichts desto trotz bestehen auch weiterhin einige alte Sicherheits-Lücken. ActiveX hat sich zu einem hervorragenden Ansatz entwickelt um Schwachstellen ausfindig zu machen.
Sicherlich bergen auch andere Browser entsprechende Schwachstellen; beispielsweise Mozillas XPI-Funktionalität. Die Ausnutzung dieser zum Schaden anderer ist bisweilen jedoch theoretischer Natur und kann nach heutigem Kenntnisstand nicht ohne direkten Anwendereingriff (Bestätigung der Softwareinstallation) stattfinden.

Microsoft hat erst in den letzten Jahren entdeckt dass viele Anwender und Unternehmen mittlerweile zunehmend auf Sicherheit und Stabilität setzen. Microsoft Windows XP mit N-Technologie auch auf dem Markt für Heimanwender anzubieten war hier ein Schritt in die richtige Richtung.
Begeistert kann man von den Standardeinstellungen jedoch nicht einmal als 08/15-Nutzer sein. Angefangen bei aktiviertem ActiveX, über den Systemzugriff als Administrator per Voreinstellung bis hin zu laufenden Diensten, die doch teilweise eher fragwürdig sind.
Ferner halte ich Microsofts Pläne bzw. die Pläne der TCG mit NGSCB nach wie vor für fragwürdig und potentiell gefährlich.

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Nutzer: veHom
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geschrieben am: 27.09.2004    um 17:14 Uhr   
Offensichtlich war diesem Forum mein Text zu lang. Schade.

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Im Bereich des Homeoffice sehe ich auch keine wesentlichen Vorteile für Microsoft-Anwendungen. Für private Korrespondenz kann ich mir genauso gut ein SUSE Linux mit OpenOffice für 29,95 Euro kaufen, da muss ich nun wirklich keine 784,-- Euro (UVP des Herstellers) für eine vergleichbare Ausstattung mit Microsoft-Software (Microsoft Windows XP Home Edition und Microsoft Office 2003 Standard) ausgeben.
Geht es jedoch über den Bereich des Homeoffice und Internets hinaus, so kommt man zumindestens im Spiele-Sektor um ein Microsoft Windows-System kaum herum.

Solange ein Rechner keinen direkten Zugriff auf das Internet hat, ist es mir relativ egal ob er mit Microsoft Windows, Linux, BSD, Unix oder sonstwas läuft. Wichtig ist für mich vielmehr dass potentielle Sicherheitslücken abgeschaltet werden. Das ein Normaluser nicht als Administrator arbeitet, dass Internet Exploder und Microsoft Outlook (Express) durchgängig sicher eingestellt sind. Soweit sie denn unbedingt erforderlich sind.
Hat er jedoch direkten Zugriff, wird also nicht durch Router, Firewall oder sonstwas geschützt, bleibt ein alternatives Betriebssystem für mich die erste Wahl.

Ich sage ja auch nicht dass ich die Software von Microsoft grundsätzlich schlecht finde. Von der Useability her ist sie durchaus brauchbar. Jedoch wurden Sicherheitsaspekte zugunsten neuer Funktionen viel zu lange vernachlässt. Bestes Beispiel war, ist und bleibt hier der Internet Exploder.
Und davon mal ab gefällt mir die Politik der Firma nicht unbedingt.

Im privaten Sektor lehne ich mittlerweile die Hilfe bei Problemen ab die sich durch den Internet Exploder ergeben haben können.

Ich habe weder die Lust, noch die Zeit oder der Nerv auf eine Grundsatzdiskussion. Die einzelnen Konfigurationen haben alle ihre Vor- und Nachteile.
Dieses Posting war schon viel zu ausschweifend.

veHom

[size=1]"Microsoft Windows", "Microsoft Windows NT", "Microsoft Word 97", "Microsoft Word 2003", "Microsoft Picture It!" und "Microsoft Outlook" sind registrierte Markenzeichen der Microsoft Corporation[/size]
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Nutzer: Brünette22
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geschrieben am: 27.09.2004    um 20:54 Uhr   
Wenn ich den Begriff "Standardsoftware" mit "Microsoft" gleichgesetzt hören oder lesen muss überkommt mich das kaltes Grausen. [...]
Ich halte es nicht für sinnvoll den Begriff einzig auf die Verbreitung einer Software zu beziehen.

Genauso war er hier aber gemeint; warum, dazu s.u.

Das Versionsproblem sehe ich bei weitem nicht so problematisch wie das OS-Kulturen-Problem. "Look and feel" sind bei Microsoft innerhalb einer Generation und z.T. auch generationsübergreifend (XP-Classic-Theme) konsistent.

Mir ging es nicht darum dass Linux doch soviel besser ist als Microsoft Windows. Vielmehr ging es mir darum vorhandene Probleme zu umschreiben.
Die sind unbestritten. Und den meisten lässt sich mit homogenen Mitteln (z.B. unternehmensweiten Sicherheitsrichtlinien) wunderbar begegnen. Auch ohne, dass der Benutzer sich auf ein neues OS einstellen muss.

Es ist nunmal so dass am Internet Exploder seit langer Zeit nicht mehr viel getan wurde.
Ich wage zu behaupten, dass hinter dem IE auch eine andere Zielsetzung steht als hinter, sagen wir, Firefox. Nämlich eine ökonomische: Gewinnmaximierung bei Aufwandminimierung. Der IE ist keine Melkkuh, aber er beschert MS unter anderem durch die frühere Integration in das OS das, was MS als normales Unternehmen will: Geld.
So lange er seine Rolle in der Software-Landschaft von MS erfüllt, gibt es keine große Motivation, ihn umzustricken. Tausend Fliegen können nicht irren.

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Zu weiter oben: In der Frickel- und Heimanwender-Umgebung gibt es astreine Argumente gegen das Verwenden der weitverbreiteten Software -- unbestritten.

Da draußen sitzen jedoch eine Menge IT-Entscheider, die nach ganz anderen Gesichtspunkten eine Arbeitsumgebung auf- und umbauen. Ein Teilbereich der Argumentation, die ich dabei führen würde, findet sich weiter oben. Es geht in diesem Umfeld nicht um das kategorische "So soll man es machen", also habe ich in den letzten Postings auch auf "So wird man es machen" hinargumentiert. "Devil's Advocate", meinetwegen.
Open Source und Patchlieferungen/Sicherheitsprobleme im Closed Source sind in der Tat diskussionswürdig. Aber die stellen nur einen kleineren Bereich bei der Entscheidungsfindung dar.
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Nutzer: veHom
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geschrieben am: 28.09.2004    um 20:46 Uhr   
Ich erinnere mich dunkel an eine Usability-Studie, in der einige Probanden mit den Systemen Linux KDE 3.1 und Microsoft Windows XP konfrontiert wurden, welche sie zuvor noch nicht kannten. Die Probanden hatte jedoch Erfahrung mit vorherigen Versionen von Microsoft Windows, sodass sie sich naturgemäß besser damit zurecht fanden.
Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht wurde das Linux-System unwesentlich schlechter in der allgemeinen Usability bewertet. Bei normalen Büroaufgaben gab es für die Anwendungen unter Linux teilweise schlechetere, teilweise bessere Ergebnisse.
Im allgemeinen gaben die Probanden gegen Ende der Studie an, dass sie ihr voriges Kompetenzniveau voraussichtlich innerhalb einer Woche wiedererlangen würden. Sowohl unter Linux KDE 3.1 als auch unter Microsoft Windows XP.
Dass eine Studie meist das aussagt was der Auftraggeber hören will ist mir bewusst. Wer allerdings Auftraggeber war kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht anführen, da müsste ich erst nachschlagen.

Der Microsoft Windows und Linux KDE Desktop unterscheiden sich mittlerweile nicht mehr so erheblich. Viele Desktop-Objekte sind mittlerweile identisch positioniert.
Der normale Anwender startet seine Aktionen vom Desktop aus. Und ob er da ein grünes/blaues "W" für Microsoft Word oder ein stilisiertes Blatt Papier für OpenOffice / Sun StarOffice anklickt ist für ihn relativ. Auch die unterschiedliche Verzeichnisstruktur wirkt sich auf ihn kaum aus. Sein Dokumentenverzeichnis wird ihm sowieso vom Administrator vorgegeben und gegebenenfalls entsprechend eingerichtet.

Selbstverständlich ist mir bewusst das Microsoft das Ziel Gmax verfolgt, was sich auch bei den Preise für Microsoft-Software und -Lizenzen abzeichnet.
Allerdings kann das Oberziel Gmax hier durchaus in Konflikt mit den Zielen Kundenzufriedenheit und Qualität (jetzt speziell auf Sicherheit bezogen) geraten. Sinkt die Kundenzufriedenheit bei einem bestimmten Produkt wird bei diesem Produkt möglicherweise über Alternativen nachgedacht. Außerdem kann sich diese Unzufriedenheit durchaus auf andere Produkte des Herstellers projezieren, auch wenn diese ansich nicht von solchen Problemen betroffen sind. Dies kann dem Image Schaden zufügen, und ein gutes Image ist das Ziel jedes Unternehmens sein.
Die Ziele Kundenzufriedenheit und Qualität stehen zwar in einer gewissen Konkurrenz zum Oberziel Gmax, ihre Erfüllung ist jedoch auf längere Sicht unverzichtbar. Insbesondere jetzt da die Alternativen zunehmend stärker werden.
Das hat auch Microsoft nicht ganz verkannt. Sonst hätten sie in den vergangenen Jahren nicht wiederholt das Versprechen gegeben ein höheres Level an Sicherheit anzustreben.

Die Erfüllung dieses Versprechens sehe ich speziell im Bereich des Internet Exploders nicht erfüllt. Die neuen Funktionen mit SP2 sind eher Komfort- denn Sicherheitsfunktionen.
Größere Einschnitte, besonders in den Bereichen ActiveX und ActiveScripting, hat man scheinbar nicht über sich gebracht. Sei es nun weil der User es gewohnt ist oder sonstetwas. Ich zweifle nicht daran dass Microsoft die Möglichkeit hätte einige Einstellungen des Internet Exploders mit einem neuen Service Pack zu ändern und ihn damit wesentlich sicherer zu machen.
Die stetigen Sicherheitsprobleme und fehlenden Funktionen des Internet Exploders sind für die konkurrierenden Browser allerdings nur vorteilhaft. So können sie eine höhere Marktverbreitung erreichen.
Letztlich bedeutet die steigende Marktdurchdringung alternativer Browser auch dass sich Webdesigner und solche die sich dafür halten auf kurze oder lange Sicht an die (X)HTML-Standards halten.
Ich denke ein Verhältnis von 3-4 zu 1 (Internet Exploder zu Alternativ-Browsern) ist hier noch realistisch und dürfte dazu führen dass auch die Alternativen besser berücksichtig werden. Dann sind hoffentlich auch endlich die Zeiten vorbei wo die Nutzer alternativer Browser (und Betriebssysteme) ausgesperrt werden, weil sie nicht den Internet Exploder in der aktuellsten Version benutzen (der auch nur noch für Microsoft Windows ab Version 98 bzw. NT mit SP 6a verfügbar ist).

Für bereits vorhandene Systeme mag ein Update auf eine aktuelle Software-Version komfortabler sein, als die Migration auf ein anderes System. Insbesondere da ein entsprechender Administrator meist schon vorhanden und daher nicht zusätzlich geschult werden muss.
Wobei eine Umstellung von Microsoft Windows NT auf Microsoft Windows XP auch nicht ohne Begleitschäden abläuft.

veHom
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